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17.05.2016

Save-the-Date: Aktionstag der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW 2016

Der diesjährige Aktionstag der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW findet am 2. November 2016 in Düsseldorf statt. Im Fokus steht dieses Jahr das Thema Digitalisierung mit dem Schwerpunkt Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Der Aktionstag richtet sich an die Akteurinnen und Akteure der Aktionsplattform sowie weitere Interessierte im Themenfeld „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Neben inhaltlichen Inputs von Expertinnen und Experten wird der Aktionstag auch wieder viel Raum für Austausch und Vernetzung bieten.

Weitere Informationen zum Tagungsprogramm finden Sie hier in Kürze.


21.01.2016

Familiengipfel in NRW

Am Mittwoch, 20. Januar 2016 fand im Familienministerium in Düsseldorf der Familiengipfel statt. Familienministerin Christina Kampmann hat hier eine Erklärung zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf vorgestellt, mit der Wirtschaft und gesellschaftliche Verbände gemeinsam die Situation von Familien in Nordrhein-Westfalen deutlich verbessern wollen.

Zu dem Treffen hatte Ministerin Kampmann Wirtschaftsminister Garrelt Duin sowie Vertreterinnen und Vertreter der nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der kommunalen Spitzenverbände, der freien Wohlfahrtspflege, der Familienverbände, der Familienselbsthilfe, der Kirchen, der Fraktionen im nordrhein-westfälischen Landtag und einzelne Unternehmen ins Düsseldorfer Ministerium eingeladen.

In der gemeinsamen Erklärung sprechen sich alle Unterzeichnenden dafür aus, dass die Unternehmen sich weiter flexiblen und familienorientierten Arbeitszeitmodellen öffnen sollen. So sollen verstärkt unterschiedliche Formen ortsunabhängigen Arbeitens in den Blick genommen werden. Außerdem ist es das Ziel, Väter und Mütter gleichermaßen mit familienfreundlichen Personalmaßnahmen zu unterstützen. Führungskräfte sollen für das Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" sensibilisiert und ermutigt werden, bei Bedarf selbst familienfreundliche Angebote in Anspruch zu nehmen oder auch "Führen in Teilzeit" zu praktizieren.

Die offizielle Pressemitteilung des Familienministeriums NRW und Stimmen zum Familiengipfel finden Sie hier.

Zur gemeinsamen Erklärung gelangen Sie hier.

Der auf dem Familiengipfel vorgestellte Statusbericht zum Status quo der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den nordrhein-westfälischen Unternehmen ist hier abrufbar.


20.01.2016

Förderung im Rahmen des Bundesprogramms „Betriebliche Kinderbetreuung“ weiterhin möglich

Das Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ unterstützt Unternehmen dabei, individuelle Betreuungsangebote für die Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu realisieren. Eine finanzielle Förderung im Rahmen des Bundesprogramms ist weiterhin möglich.

Weitere Informationen zum Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ finden Sie im neuem Programmflyer oder auf der Internetseite von Erfolgsfaktor Familie.

Für Fragen zum Bundesprogramm können Sie sich auch direkt an dieServicestelle Betriebliche Kinderbetreuung (E-Mail: kinderbetreuung@erfolgsfaktor-familie.de / kostenfreie Rufnummer: 0800 - 0000 945) wenden.


18.12.2015

Workshop „Gutes Familienleben in der digitalen Gesellschaft“ in Berlin hat stattgefunden

Am 2. Dezember hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) den Workshop „Gutes Familienleben in der digitalen Gesellschaft“ in Berlin veranstaltet. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden, Medienbildung und der Bloggerszene waren eingeladen, um gemeinsam Zukunftsbilder zu entwerfen, wie sich Familienalltag durch die Digitalisierung verändert.

Eröffnet wurde der Workshop von Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im BMFSFJ. Zum Thema veröffentlichte das BMFSFJ die Expertise „Digitalisierung – Chancen und Herausforderungen für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sowie den Befragungsbericht „Zu Hause arbeiten. Chancen der Digitalisierung für Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Nähere Informationen finden Sie hier.

Zur Expertise „Digitalisierung – Chancen und Herausforderungen für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf“

Zum Befragungsbericht „Zu Hause arbeiten. Chancen der Digitalisierung für Vereinbarkeit von Familie und Beruf“


14.12.2015

Konferenz „Familienpolitik weiter denken“ in Berlin hat stattgefunden

150 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Verbänden und Stiftungen nahmen am 1. Dezember an der Konferenz „Familienpolitik weiter denken: Wirksame Leistungen für die geforderte Generation“ in Berlin teil. Auf Einladung von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig diskutierten sie über veränderte Lebenswirklichkeiten von Familien und notwendige Antworten der Familienpolitik.

Im Mittelpunkt standen dabei die Wünsche junger Eltern nach mehr Partnerschaftlichkeit und die familienpolitische Förderung einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Für die Konferenz hat das Kompetenzbüro Wirksame Familienpolitik beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Bestandsaufnahme der geforderten Generation und ihrer Bedarfe aufbereitet: „Die geforderte Generation – Ein Porträt der sozialen Mitte“. 

Nähere Informationen zur Konferenz finden Sie hier.

Zum Chartbook „Die geforderte Generation – Ein Porträt der sozialen Mitte“


24.11.2015

Familienkongress NRW

„Familien gestalten Zukunft“ - unter diesem Motto hat Familienministerin Christina Kampmann am 23. Oktober 2015 mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft auf einem Familienkongress in Oberhausen über die Ergebnisse des Familienberichts NRW diskutiert.

„Familienpolitik braucht starke Partner. Deshalb halte ich es für ein sehr schönes Signal, dass wir diesen Kongress gemeinsam mit den Familienverbänden und der Familienselbsthilfe in Nordrhein-Westfalen durchführen. Das zeigt: Wir machen Politik nicht nur für, sondern auch mit Familien und denen, die ihre Interessen vertreten. Gemeinsam werden wir uns dafür einsetzen, dass Familien in unserem Land die Rahmenbedingungen finden, die sie benötigen", sagte Kampmann.

Ziel des Kongresses war, den kürzlich vom Familienministerium veröffentlichten Familienbericht sowohl einem Fachpublikum als auch einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Deshalb standen neben Podiumsrunden auch zahlreiche Mitmachaktionen für Familien mit Kindern auf dem Programm.

Impressionen vom Familienkongress zeigt folgender Film.


05.11.2015

Familienreport 2014 veröffentlicht

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat den „Familienreport 2014“ veröffentlicht, der über die aktuellen Entwicklungen von Familien und Familienpolitik in Deutschland informiert.

Schwerpunkt des Reports ist das Thema „partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf“; ein Modell, das insbesondere von jungen Menschen zunehmend gewünscht wird. Neben familienpolitischen Maßnahmen wie Elterngeld, Familienarbeitszeit, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus stellt der Report auch neue Potenziale für die Wirtschaft vor (S. 82-90). So kann eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie z.B. einen Wettbewerbsfaktor bei der Personalgewinnung darstellen.

Zum „Familienreport 2014“


22.10.2015

Unternehmenswettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2016“ gestartet

Bis zum 11. Dezember 2015 können sich Unternehmen mit kreativen Ideen und guten Praxisbeispielen für eine familienbewusste Personalpolitik beim Unternehmenswettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2016“ bewerben.

Der Wettbewerb kürt die familienfreundlichsten Arbeitgeber Deutschlands. In den drei Kategorien kleine, mittlere und große Unternehmen erhalten die Gesamtsieger ein Preisgeld von jeweils 5.000 Euro. Sonderpreise in Höhe von jeweils 2.000 Euro werden in den Kategorien „Väterfreundliche Personalpolitik“, „Kooperation von Unternehmen mit Partnern vor Ort“ sowie „Innovation: Vereinbarkeit in der digitalen Arbeitswelt“ verliehen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und zur Teilnahme finden Sie hier.


14.10.2015

Bundesweite Fachkräftewoche 2015

Die „Partnerschaft für Fachkräfte in Deutschland“ veranstaltet vom 26. Oktober bis zum 1. November 2015 eine bundesweite Aktionswoche – die Fachkräftewoche 2015 – unter dem Motto „In Deutschland steckt mehr“.

Mit über 250 Veranstaltungen zeigt die Fachkräftewoche 2015 vielfältige Potenziale auf, wie eine Fachkräftesicherung gelingen kann. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Schaffung von attraktiven Arbeitsbedingungen. Veranstaltungen zu familienbewussten Arbeitszeitmodellen, ElterngeldPlus oder beruflichem Wiedereinstieg bieten Unternehmen und Eltern interessante Einblicke in mögliche Aktivitäten für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Nähere Informationen finden Sie hier.


01.10.2015

Memorandum "Familie und Arbeitswelt. Die NEUE Vereinbarkeit"

Spitzenvertreterinnen und -vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften haben sich im Memorandum „Familie und Arbeitswelt. Die NEUE Vereinbarkeit“ auf Ziele und Maßnahmen für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf verständigt.

Neben einer datenbasierten Bilanz der Fortschrittsfelder von Vereinbarkeit enthält das Memorandum fünf zentrale Aufgaben bis 2020: neue Erwerbsmuster, pflegesensible Arbeitsbedingungen, partnerschaftliche Aufgabenteilung in Familie und Beruf, Vereinbarkeit auch in Führungsfunktion und Digitalisierung. Zehn Leitsätze für gemeinsames Handeln, die auf diese Herausforderungen folgen, wurden am 21. September 2015 anlässlich des Vereinbarkeitskonvents „Familie und Arbeitswelt“ von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Spitzenvertreterinnen und –vertretern der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände unterzeichnet.

Schwesig betonte anlässlich des Konvents auch die Bedeutung einer neuen Arbeitskultur mit innovativen Arbeitsmodellen und Rahmenbedingungen, um es Müttern und Vätern zu ermöglichen Familie und Beruf gut vereinbaren zu können.

Hier geht es zum Memorandum.


28.09.2015

Studienergebnisse "Generation Mitte" 2015 veröffentlicht

Im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft hat das Institut für Demoskopie Allensbach die diesjährige Studie über die „Generation Mitte“ (30- bis 59-Jährige) durchgeführt. Hier wurden die Teilnehmenden zu ihren Anforderungen an eine gute Lebensqualität und ihre Wahrnehmung der eigenen Lebensbedingungen befragt.

Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse zeigen:

Obwohl die Lebensqualität in Deutschland von der „Generation Mitte“ insgesamt äußerst positiv bewertet wird, sehen die Befragten bezüglich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch Defizite. Lediglich 26 Prozent der Befragten gaben an, dass sich Familie und Beruf in Deutschland gut vereinbaren lassen – 54 Prozent wünschen sich eine solche Vereinbarkeit für eine hohe Lebensqualität. Die Wirtschaft kann dabei nach Angaben der Mehrheit der Befragten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in Deutschland leisten.

Alle Studienergebnisse sind hier zusammengefasst.


23.09.2015

Der Familienbericht NRW ist veröffentlicht

Erstmals seit 25 Jahren hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen einen Familienbericht erstellt, der die Situation der Familien in Nordrhein-Westfalen beschreibt, ihre Anliegen darstellt und erste Eckpunkte für eine zukünftige Familienpolitik der nächsten Jahre formuliert.

Eines der Ergebnisse des 250 Seiten starken Familienberichts ist: 45 Prozent der nordrhein-westfälischen Eltern finden es ideal, wenn beide Partner in gleichem Umfang erwerbstätig sind und sich partnerschaftlich um Haushalt und Familie kümmern. Der Bericht enthält nicht nur wichtige Zahlen und Fakten dazu, wie Familien heute leben, sondern auch eine repräsentative Befragung dazu, wie Eltern die Qualität von Kinderbetreuung einschätzen und was sie sich für ihren Alltag wünschen. Nämlich vor allem: mehr Zeit. „Die Familienbefragung hat ergeben, dass nicht nur die Länge, sondern auch die fehlende Flexibilität von Arbeitszeiten zu Zeitmangel führt“, erklärte Ministerin Schäfer.

Der Familienbericht steht hier als Kurz- und Langfassung zum Download zur Verfügung.


15.09.2015

Familienfreundliche Unternehmen im Ländervergleich

Im neuen Xing-Arbeitgeberatlas werden rund 31.000 Unternehmensprofile mithilfe von Kununu-Bewertungen auf verschiedene Kriterien hin analysiert.

Neben klassischen Kriterien wie Gehalt, Vorgesetztenverhalten und Karrierechancen wird über Aspekte wie Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten auch die Familienfreundlichkeit von Unternehmen abgefragt. Auf einer interaktiven Karte lässt sich vergleichen, wie viel Prozent der Arbeitgeber in einem Bundesland einen bestimmten Mitarbeitervorteil bieten.


08.09.2015

Steigende Elterngeldbeteiligung von Vätern auf weiterhin niedrigem Niveau

Nach Berechnungen des „Institut Arbeit und Qualifikation“ (IAQ) der Universität Duisburg-Essen steigt der Anteil der Väter unter den Elterngeldbeziehenden kontinuierlich seit Einführung des Elterngeldes an, liegt aber noch immer deutlich unter dem der Frauen.

Der aktuellen "Infografik des Monats" (September 2015) von „Sozialpolitik aktuell“ zufolge liegt der Väteranteil unter den Elterngeldbeziehenden für Kinder aus dem Jahr 2013 bei knapp 25 Prozent. Unter den Elterngeldbeziehenden von Kindern, die im Jahr 2008 geboren wurden, waren nur knapp 18 Prozent männlich.

Der zu beobachtende Anstieg ist aber laut IAQ noch kein Indiz für einen Einstellungswandel der Männer in Bezug auf die familiäre Rollenverteilung, da die durchschnittliche Bezugsdauer von Elterngeld bei Männern von im Jahr 2013 geborenen Kindern mit 3,1 Monaten noch deutlich unter der der Frauen (11,6 Monate) liegt. Damit beschränkt sich der Elterngeldbezug der Väter überwiegend auf die sogenannten Partnermonate.


07.09.2015

Virtuelle Konsultation zum "Grünbuch Arbeiten 4.0"

Interessierte können sich am virtuellen Konsultationsprozess des Internet & Gesellschaft Collaboratory (CoLab) zum Grünbuch Arbeiten 4.0 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales beteiligen.

Das Grünbuch Arbeiten 4.0 stellt die Grundlage für einen bis Ende 2016 angelegten Dialogprozess über die Zukunft der Arbeitsgesellschaft dar, der von Bundesministerin Andrea Nahles angestoßen wurde. In Kapiteln wie „Gesellschaftliche Werte. Veränderte Ansprüche an Arbeit“ oder „Erwerbsarbeit oder individueller Lebensrhythmus – Wer gibt den Takt vor?“ geht es auch um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Nach der Anmeldung kann jeder im September 2015 über eine Online-Plattform Passagen des Grünbuchs hinterfragen, eigene Anliegen formulieren oder sich mit Anderen austauschen.

Nähere Informationen zum virtuellen Konsultationsprozess gibt es hier.


07.09.2015

Aktuelle Veröffentlichung zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

In der aktuellen Ausgabe von „Informationsdienst Altersfragen“ (Mai/Juni 2015) beschäftigt sich das Deutsche Zentrum für Altersfragen mit dem Thema „Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit“.

Das Magazin liefert aktuelle Zahlen zum Thema, stellt ein Modellprojekt zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Brandenburg vor und fasst die Ergebnisse einer EU-weiten Studie zur Vereinbarkeit zusammen. In einem Praxisbeispiel beschreibt ein Unternehmen wie wichtig individuelle Lösungen für Maßnahmen im Bereich der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sind.


26.08.2015

Vorstellung der Studie „Zeitverwendung in Deutschland 2012/2013“

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und der Präsident des Bundesamtes für Statistik, Roderich Egeler, haben am 26.08.2015 die Studie „Zeitverwendung in Deutschland 2012/2013“ vorgestellt, die erstmals Daten zu Veränderungen bei der Verwendung der Zeit von Frauen und Männern sowie von Familien liefert.

Im Vergleich zu 2001/2002 sind Frauen und Männer im Schnitt mehr Stunden erwerbstätig und verbringen gleichzeitig mehr Zeit mit ihrem Kind. Dabei wollen Väter und Mütter in Vollzeit durchschnittlich weniger Stunden arbeiten und mehr Zeit für Familie haben. Mütter in kleiner Teilzeit würden ihre Arbeitszeit dagegen gerne etwas erhöhen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sieht diese Ergebnisse als klaren politischen Handlungsauftrag, die Familienarbeitszeit weiterzuverfolgen.

Zur Studie „Zeitverwendung in Deutschland 2012/2013“


25.08.2015

Auftakt des ESF-Programms „Stark im Beruf“

Das neue Programm „Stark im Beruf“ will Müttern mit Migrationshintergrund den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern.

Bei der Auftaktveranstaltung zum Programm am 17. August 2015 in Oberhausen wies Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig auf das große Potential dieser Personengruppe hin und erläuterte, wie Beratungsangebote, begleitende Gespräche in Unternehmen oder persönliche Coachings den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern können.

Insgesamt 88 Projekte in ganz Deutschland setzen sich dafür ein, Mütter mit Migrationsgeschichte auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt zu begleiten. Dafür stellen das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Europäische Sozialfonds (ESF) rund 29 Mio. Euro zur Verfügung.

Unterstützt wird das Programm auch von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die alle Unternehmen zu einer Beteiligung ermutigt, um in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels mehr Mütter mit Migrationshintergrund für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Interessierte Unternehmen finden auf der Programmwebseite Informationen darüber, wie sie aktiv werden können.


25.08.2015

Fahrplan der Europäischen Kommission zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Anfang August hat die Europäische Kommission einen Fahrplan zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie veröffentlicht.

Die Modernisierung der aktuellen EU-Rahmengesetzgebung soll Eltern oder pflegenden Arbeitnehmenden „eine bessere Balance zwischen Fürsorge und Arbeit“ ermöglichen und dazu beitragen, „dass beide Elternteile mehr am Arbeitsleben teilnehmen können“.

Weitere Informationen

Fahrplan zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Informationen zum Fahrplan der Europäischen Kommission


24.08.2015

Start des Projektaufrufs „Fachkräfte der Zukunft – Zukunft der Fachkräfte in NRW“

„Fachkräfte.NRW“ heißt der fondsübergreifende Projektaufruf (ESF / EFRE), der am 24. August 2015 in Düsseldorf vorgestellt wurde.

Die Landesregierung verfolgt mit dem Projektaufruf das Ziel, vorhandene Fachkräftepotentiale zu stärken und weiterzuentwickeln, um eine Fachkräftelücke möglichst nicht entstehen zu lassen bzw. aktuelle Fachkräftebedarfe auszugleichen. Ein wichtiges Thema sind hierbei Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die als Querschnittsthema in mehreren der definierten Handlungsfelder denkbar sind. Beratung bei der Einreichung von Projektanträgen erhalten interessierte Unternehmen, Träger und Institutionen bei den zuständigen Regionalagenturen in NRW sowie bei den Bezirksregierungen.

Weitere Informationen zur Fachkräfteinitiative NRW

Zum Bewerbungsbogen für den Projektaufruf Fachkräfte.NRW


20.08.2015

Praxishandreichung „Die neue Vereinbarkeit“ für Unternehmen erschienen

Das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend informiert in der aktuellen Praxishandreichung für Unternehmen „Die neue Vereinbarkeit“ über die Arbeitswelt von morgen.

Neben Herausforderungen bieten zunehmend beschleunigte und flexiblere Arbeitsprozesse auch vielfältige Chancen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – sowohl für Beschäftigte, als auch für Unternehmen. Welche Faktoren die Arbeitswelt von morgen beeinflussen und welche Auswirkungen sich daraus für den Unternehmensalltag ergeben, wird im Leitfaden thematisiert. Unternehmen, Personaler/innen und Führungskräfte erhalten zudem praktische Ideen für die Umsetzung einer neuen Vereinbarkeit im eigenen Unternehmen.

Zur Praxishandreichung „Die neue Vereinbarkeit“


05.08.2015

Dokumentation der Regionalveranstaltung „Familiengerechte Gestaltung von Arbeit an Hochschulen und regionale Vernetzung mit Unternehmen und Kommunen“ jetzt online

Wie Vereinbarkeit von Familie und Arbeit gelingen kann, damit setzten sich rund 200 Teilnehmende aus Hochschulen, Kommunen und Unternehmen bei der Regionalveranstaltung „Familiengerechte Gestaltung von Arbeit an Hochschulen und regionale Vernetzung mit Unternehmen und Kommunen“ auseinander.

Die Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft von Familienministerin Ute Schäfer und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze stand, wurde gemeinsam von der Technischen Universität Dortmund und der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW durchgeführt. Im Mittelpunkt stand neben innovativen Ansätzen der familiengerechten Gestaltung der Arbeit an den Hochschulen die Vernetzung mit kommunalen Akteur/-innen und Unternehmen aus der Region, um familiengerechte Gestaltung von Arbeit gemeinsam weiterzuentwickeln und nachhaltig zu verbessern. Die Ergebnisse dieses fruchtbaren Austausches im August letzten Jahres können nun in einer ausführlichen Online-Dokumentation nachgelesen werden.

Hier finden Sie die Dokumentation der Veranstaltung.


20.07.2015

Otto-Heinemann-Preis: Vorbilder für eine pflegefreundliche Arbeitswelt gesucht

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel lobt der Servicedienstleister spectrumK in Kooperation mit den Spitzenverbänden der Innungs- und Betriebskrankenkassen erstmalig den Otto-Heinemann-Preis zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf aus.

Mit fortschreitender Alterung der Gesellschaft steigt die Anzahl innerfamiliärer Pflegefälle und damit zugleich die Zahl der Erwerbstätigen, die gleichzeitig Familienangehörige pflegen müssen. Damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den wachsenden Belastungen im privaten Bereich erfolgreich begegnen können, gilt es für Unternehmen Pflege- und Familienförderung als Faktor im Wettbewerb um High Potentials zu nutzen und als effektive Maßnahme zur Mitarbeiterbindung zu begreifen. Mit dem Otto-Heinemann-Preis 2015 sollen solche Unternehmen ausgezeichnet werden, die sich mit innovativen Programmen nachhaltig für ihre Mitarbeitenden engagieren, um eine deutliche Verbesserung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu erzielen.

Interessierte Unternehmen können sich noch bis zum 31. August 2015 bewerben. Die genauen Teilnahmebedingungen finden sich hier. Die Auszeichnung findet am 3. November 2015 im Rahmen der 2. Berliner Pflegekonferenz statt.

Nähere Informationen zum Preis und zur Bewerbung


07.07.2015

Neue Veröffentlichung zu geplanten und tatsächlichen Erwerbsunterbrechungen von Müttern

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beschäftigt sich in seinem 64. Roundup mit dem Thema „Geplante und tatsächliche Erwerbsunterbrechungen von Müttern“ (2015).

Auf der Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Mütter zu Beginn der Auszeit deren Dauer häufig unterschätzen. Auch die zukünftigen Arbeitszeiten entwickeln sich oft anders als ursprünglich geplant. Im Durchschnitt stiegen die Frauen nach der Geburt erst später als geplant wieder in den Beruf ein und arbeiteten seltener als vorher gewünscht in Vollzeit.

Zum DIW Roundup „Geplante und tatsächliche Erwerbsunterbrechungen von Müttern“


07.07.2015

Publikation zur Erwerbstätigkeit von Männern und Frauen

Im IAB-Kurzbericht zum Thema „Frauen und Männer am Arbeitsmarkt“ (04/2015) beschäftigt sich das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit der Erwerbstätigkeit von Männern und Frauen in Deutschland.

Der Bericht zeigt, dass zwar mittlerweile fast genauso viele Frauen wie Männer erwerbstätig sind, es jedoch in Bezug auf die geleisteten Arbeitsstunden große Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Ein weiteres Ergebnis ist, dass traditionelle Erwerbs- und Arbeitszeitmuster nach wie vor verbreitet sind. Zu einer ausgewogeneren Aufteilung von Erwerbs-und Familienzeiten von Paaren könnten laut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern „bessere Kinderbetreuungsangebote und flexible Arbeitszeitmodelle, aber auch eine finanzielle Förderung von part-nerschaftlichen Erwerbsmodellen“ beitragen.

Zum IAB-Kurzbericht „Frauen und Männer am Arbeitsmarkt“


16.06.2015

Neuauflage des Checkhefts Familienorientierte Personalpolitik für kleine und mittlere Unternehmen

Das Bundesfamilienministerium, das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag haben ihr „Checkheft familienorientierte Personalpolitik für kleine und mittlere Unternehmen“ komplett überarbeitet und neu aufgelegt.

Anhand von über 30 Unternehmensbeispielen, zahlreichen Experteninterviews, Tipps und Informationshinweisen in acht Schwerpunktkapiteln beschreibt die Publikation, wie Unternehmen familienbewusste Personalpolitik umsetzen – speziell aus der Perspektive kleiner und mittlerer Unternehmen.

Zum Checkheft „Familienorientierte Personalpolitik für kleine und mittlere Unternehmen“


02.06.2015

Start des neuen ElterngeldPlus

Für Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden, gilt das neue ElterngeldPlus. Die beschlossenen Neuerungen sollen dem Wunsch vieler Frauen und Männer entgegenkommen, familiäre und berufliche Aufgaben (noch) partnerschaftlicher zwischen den Elternteilen aufteilen zu können können.

So kann die Bezugsdauer des ElterngeldPlus verlängert werden, wenn die Eltern währenddessen in Teilzeit arbeiten. Elternteile, die sich die Betreuung teilen und parallel in Teilzeit arbeiten, erhalten vier zusätzliche Monate ElterngeldPlus – den sogenannten „Partnerschaftsbonus“. Außerdem können Eltern künftig 24 statt wie bisher 12 Monate Elternzeit nehmen.

Das Booklet "ElterngeldPlus - Wie Arbeitgeber und Eltern profitieren" erläutert, welche Vorteile sich dadurch konkret für Eltern und Arbeitgeber ergeben, wie Beispiele für die Kombination des ElterngeldPlus mit dem Partnerschaftsbonus aussehen können und welche wichtigen Termine und Fristen zu berücksichtigen sind.


04.05.2015

Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ wird fortgesetzt

Das Bundesfamilienministerium setzt sein Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ fort und bietet damit auch weiterhin finanzielle Unterstützung für Unternehmen, die neue betriebliche Kita-Gruppen aufbauen wollen.

Das Förderprogramm richtet sich an Arbeitgeber aller Unternehmensgrößen mit Sitz in Deutschland, aber auch an Körperschaften und Stiftungen des privaten Rechts. Die Förderung ist als maximal zweijährige Anschubfinanzierung konzipiert, um die Startphase zu erleichtern. Gefördert werden die Betriebskosten für neu eingerichtete betrieblich unterstützte Kinderbetreuungsplätze für unter dreijährige Kinder in neuen Kinderbetreuungsgruppen. Insgesamt können die Unternehmen während des Förderzeitraums eine Unterstützung von bis zu 9.600 Euro pro Betreuungsplatz erhalten.

Damit will das Ministerium einen Beitrag zur Gestaltung einer familienfreundlichen Arbeitswelt leisten. Mithilfe von betrieblicher Kinderbetreuung können die Arbeitszeiten der Eltern und die Betreuungszeiten der Kinder genau aufeinander abgestimmt werden. Die Unternehmen wiederum profitieren von kürzeren familienbedingten Fehlzeiten der Väter und Mütter und von zufriedeneren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Weitere Informationen zum Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ finden Sie auf der Internetseite des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie". Außerdem können weiterführende Informationen über die kostenlose Hotline 0800 / 0 00 09 45 der Servicestelle "Betriebliche Kinderbetreuung" eingeholt werden.


24.04.2015

Studie: Alleinerziehende wirksam unterstützen

Der Deutsche Bundestag befasst sich aktuell mit einem Gesetzespaket zur Anhebung finanzieller Leistungen für Familien. Steuerliche Verbesserungen für Alleinerziehende sind darin noch nicht enthalten, aber bereits zwischen den Regierungsfraktionen vereinbart.

Cover der Broschüre

Die Vereinbarung sieht vor, dass Alleinerziehende künftig von einem erhöhten Entlastungsbetrag profitieren können. Der Entlastungsbetrag reduziert die Steuerbelastung von Alleinerziehenden.

Durch den Entlastungsbetrag wird es für Alleinerziehende tendenziell attraktiver, erwerbstätig zu sein und ein höheres Erwerbseinkommen zu erzielen. Allerdings macht sich der Entlastungsbetrag erst bei der Höhe des Erwerbseinkommens bemerkbar, ab der Steuern zu entrichten sind. Nach den Ergebnissen der Gesamtevaluation ehe- und familienbezogener Leistungen erhöht sich durch den Entlastungsbetrag die Erwerbsbeteiligung von Alleinerziehenden. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt. Fast 20.000 Alleinerziehende werden durch den Entlastungsbetrag in seiner bisherigen Ausgestaltung unabhängig von SGB II-Leistungen.

Wie eine aktuelle Studie der Prognos AG zeigt, sind Alleinerziehende schon jetzt besonders erwerbsorientiert. Mehr als zwei Drittel aller alleinerziehenden Mütter sind erwerbstätig. Damit arbeiten sie genauso häufig wie Mütter aus Paarfamilien. Darüber hinaus arbeiten Alleinerziehende mit relativ hohen Stundenumfängen. Mit durchschnittlich 29,5 Stunden sind erwerbstätige Alleinerziehende wöchentlich rund fünf Stunden länger auf dem Arbeitsmarkt aktiv, als erwerbstätige Mütter aus Paarhaushalten.

Damit Alleinerziehende einer Erwerbstätigkeit nachgehen können, sind auch ein bedarfsdeckendes Kinderbetreuungsangebot und familienbewusste Personalmaßnahmen erforderlich. Beispielsweise kann es durch individualisierte Arbeitszeitmodelle und/oder innovative und selbstbestimmte Schichtpläne gelingen, dass mehr Alleinerziehende ihre Erwerbswünsche realisieren können. Voraussetzung dafür ist, dass Arbeitgeber bestehende Vorbehalte gegenüber Alleinerziehenden abbauen.

Zur Prognos-Studie: "Alleinerziehende wirksam unterstützen"


21.04.2015

Informationen zum neuen ElterngeldPlus

Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden, können das neue ElterngeldPlus nutzen. Diese neue Familienleistung des Bundes macht es Müttern und Vätern leichter, Elterngeld und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren. Denn Eltern können die Bezugszeit des Elterngeldes verlängern: Aus einem Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate.

Darüber hinaus beinhaltet das ElterngeldPlus einen Partnerschaftsbonus: Entscheiden sich Mütter und Väter, zeitgleich als Elternpaar in Teilzeit zu gehen – für vier aufeinanderfolgende Monate parallel und zwischen 25 bis 30 Wochenstunden –, erhalten sie jeweils vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate. Auch Alleinerziehende können den Partnerschaftsbonus für sich nutzen.

Auch die Inanspruchnahme von Elternzeit kann ab dem 1. Juli flexibler gestaltet werden: Wie bisher können beide Elternteile 36 Monate unbezahlte Auszeit vom Job nehmen. Davon können jetzt 24 statt wie bisher zwölf Monate zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes eingesetzt werden. Zusätzlich ist die Elternzeit in drei Zeitabschnitte pro Elternteil einteilbar.

Weitere Informationen und Serviceangebote zum ElterngeldPlus stehen unter www.elterngeld-plus.de zur Verfügung.


24.02.2015

„Mit Kopf und Bauch“ – Führungskraft in Teilzeit und Mutter

Ilka Krane ist Dipl. Betriebspädagogin, sie verantwortet die Personalentwicklung bei der Bentec GmbH, einem mittelständischen Unternehmen in der Grafschaft Bentheim, und erwartet in wenigen Monaten ihr zweites Kind.
Mit Familie@Beruf.NRW spricht sie über die Herausforderungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Führungskräfte und darüber, was zu einer gelungenen Vereinbarkeit betragen kann.

Foto Ilka Krane

Frau Krane, Sie sind eine erfahrene Führungskraft und erwarten in wenigen Wochen ihr zweites Kind. Was ist für Sie aus der praktischen Erfahrung heraus besonders wichtig?

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat in der praktischen Umsetzung viele Facetten: zunächst einmal die der Rahmenbedingungen im Unternehmen: gibt es z.B. (vollzeit-)nahe Teilzeitlösungen auch für Fach- und Führungskräfte, Home Office Regelungen oder Angebote zur Familienunterstützung? Dann aber natürlich auch die Haltung der eigenen Führungskraft, der Kollegen und des Teams: wie wird z.B. Elternzeit bewertet, wird Rücksicht auf familiäre Belange genommen, gibt es eine Unternehmenskultur, in der Vereinbarkeit auch wichtig ist etc. Und nicht zuletzt: meine persönliche Einstellung in Bezug auf Beruf und Familie und auch die meines Partners und damit verbunden die Fragestellung, wie wir individuell Familie gestalten wollen. So habe ich z.B. während der Schwangerschaft und nach der Geburt meines ersten Kindes bei einem großen Telekommunikationsunternehmen in Düsseldorf gearbeitet, während unsere Familie den Lebensmittelpunkt im Emsland hatte. Die moderne Technik hat eine komfortable Home Office Anbindung ermöglicht, sodass es einfach war, auch virtuell ein Team zu führen oder an Meetings teilzunehmen.  Ca. 1/3 meiner Arbeitszeit habe ich so von zuhause aus gestalten können.

In meiner jetzigen Rolle als Head of HR Development  in einem mittelständischen Unternehmen in Bad Bentheim sind ähnlich flexible Rahmenbedingungen gegeben. Besonders ist jedoch die Unterstützung und das Verständnis auf allen hierarchischen Ebenen, wenn es um Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht.

Sie haben den Vergleich aus der Konzernwelt und dem Mittelstand. Was raten Sie mittelständischen Unternehmen in Bezug auf eine familienfreundliche Kultur?

Auch ein kleineres Unternehmen kann eine familienfreundliche Kultur schaffen, indem es soweit möglich flexible Rahmenbedingungen schafft und Vorgesetzte ein offenes Ohr  für die familiären Belange der Mitarbeiter haben. Durch kurze Wege sind individuelle Absprachen – z.B. zu flexiblen Arbeitszeiten - oft sehr schnell und pragmatisch zu treffen. Das Finden passgenauer Lösungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die große Stärke und Chance des Mittelstands, um im demografischen Wandel attraktiv für Fachkräfte zu sein.

Was ist aus Ihrer Sicht für eine gelungene Vereinbarkeit von Karriere und Familie bei Führungskräften, die Eltern werden, besonders wichtig?

Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, früh mit „Kopf und Bauch“ zu reflektieren wie die Führungskraft nach der Geburt des Kindes ihr Arbeits- und Privatleben gestalten möchte. Es kann hilfreich sein, dies

Foto Gerda Köster

gemeinsam mit einem erfahrenen Coach zu machen. Mir hat beispielsweise das Coaching von Gerda Köster sehr geholfen, die verschiedensten Facetten zu betrachten und reflektiert zu entscheiden. Und natürlich ist es auch wichtig, frühzeitig das Umfeld mit einzubeziehen: den Partner, die Familie, Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So ist sichergestellt, dass die Entscheidung, die ich über meine individuell gelebte Vereinbarkeit von Beruf und Familie treffe, auf möglichst breite Füße gestellt und nachhaltig umsetzbar ist. Und wichtig ist darüber hinaus, flexibel zu bleiben – ein Alltag mit (Klein-)Kind ist nun mal nur begrenzt planbar!

20.02.2015

Manuela Schwesig startet Dialog mit Sozialpartnern zum Thema Lohngerechtigkeit

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig hat den gemeinsamen Dialog mit den Sozialpartnern zum Thema Lohngerechtigkeit gestartet. In den kommenden Wochen möchte die Ministerin gemeinsam mit Unternehmen und Gewerkschaften die Lohnsituation von Frauen am Arbeitsmarkt erörtern.

Hintergrund der geplanten Gespräche ist das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen, das in Deutschland höher als in manch anderem EU-Land ist. Die Lohnlücke liegt derzeit bei 22 Prozent. Bundesfrauenministerin Ministerin Schwesig wird dazu auch auf der Kundgebung anlässlich des Equal Pay Day am 20.03 2015 am Brandenburger Tor eine Rede halten. "Die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen ist ungerecht. Wir haben uns im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, diese Lohnunterschiede zu bekämpfen. Dazu wird mein Haus in diesem Jahr gesetzliche Regelungen auf den Weg bringen", kündigte Manuela Schwesig an.

Nach dem ersten Spitzengespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaften sagte die Bundesfrauenministerin: "Ich freue mich sehr, dass wir heute zum ersten Mal miteinander zum Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit gesprochen haben. Mir ist es wichtig, mit den entscheidenden Akteuren auszuloten, was wesentlich für sie ist und wo sie besondere Schwerpunkte sehen. Schließlich soll das Gesetz im einzelnen Betrieb umgesetzt werden und über Transparenz- und Auskunftspflichten für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen sorgen, ohne die Tarifautonomie zu beschneiden oder Bürokratiemonster zu erschaffen. Mit den Gesprächspartnern haben wir uns ausgelotet, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit es funktioniert."

An dem Gespräch mit den Gewerkschaften nahmen teil: Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE); Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB); Industriegewerkschaft Metall (IG Metall); Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di); Deutscher Beamtenbund (DBB); Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG); Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW); IG Bauen Agrar-Umwelt; Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG); Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Weitere Informationen unter: www.bmfsfj.de/Gleichstellung


17.02.2015

Interview mit Dr. Sabine Graf

Im Interview – gemacht beim Aktionstag "Arbeit familiengeRecht gestalten!" – erklärt Dr. Sabine Graf, warum sie mit den gesetzlichen Regelungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mit der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW zufrieden ist. Dr. Graf ist stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes NRW. Der DGB NRW setzt sich aktiv für eine bessere „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ ein.

Foto Dr. Graf

Frau Dr. Graf, ist die Rechtslage in Bezug auf Vereinbarkeit Familie, (Pflege) und Beruf für arbeitende Mütter und Väter befriedigend?

„Es gibt ja ein Bündel von gesetzlichen Instrumenten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern, unterstützen und ermöglichen, und zuletzt ist das ElterngeldPlus gekommen. Damit kann man  zufrieden sein, weil das Gesetz einen sehr großen Schwerpunkt auf die partnerschaftliche Arbeitsteilung in der Familie legt. Soviel zur Rechtslage – in der Praxis muss man aber feststellen, dass es unglaublich viele Defizite bei der Vereinbarkeit gibt, eigentlich sind alle unzufrieden: Frauen, Männer und Unternehmen.“

Wo besteht Verbesserungsbedarf?

„Also erstmal muss man natürlich auf die Kultur in den Unternehmen schauen. Wir haben leider eine Präsenzkultur, das heißt, wer nicht da ist am Arbeitsplatz, wird auch nicht adäquat wahrgenommen. Deswegen ist es so, dass man hiernach Lösungen suchen muss. Die Frage lautet: Welche Möglichkeiten zu arbeiten, müssen entwickelt werden? Und man muss den Frauen zugestehen – und den Männern auch – dass sie sich in verschiedenen Lebensphasen einfach nicht so intensiv am Arbeitsplatz zeigen können.“

Inwiefern sind Aktionstage wie der heutige zum Thema "Arbeit familiengeRecht gestalten!" wichtig?

„Der Aktionstag ist wirklich eine prima Sache, denn es ermöglicht den Austausch der Akteure: wir haben hier Betriebe, wir haben die Wissenschaft und die Gewerkschaften. Man kann sich informieren und ein Zeichen dafür setzen, dass es weiter geht mit dem Thema!“

Ist die Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW ein geeignetes Vernetzungsinstrument?

„Ja, sie ist ein geeignetes Vernetzungsinstrument. Vernetzung ist immer dann gut, wenn die Netzwerkpartner ähnliche Interessen haben, was in diesem Fall sicher so ist. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr Unternehmen und noch mehr gesellschaftliche Gruppen die Aktionsplattform bereichern würden!“


13.02.2015

Neuer Fortschrittsbericht zum Fachkräftekonzept

Das Kabinett hat den Fortschrittsbericht 2014 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung beschlossen. Die Nachfrage nach Fachkräften wächst stetig. Gleichzeitig sinkt das Angebot an Fachkräften infolge des demografischen Wandels. Die Fachkräftesicherung bleibt daher ein Schlüsselthema der deutschen Wirtschaft und eine der größten Herausforderungen für Deutschland insgesamt.

Derzeit liegt in Deutschland kein akuter flächendeckender Fachkräftemangel vor. Allerdings treten bereits heute in einzelnen Qualifikationen, Regionen und Branchen Arbeitskräfteengpässe auf. Die Zahl der Engpassberufe lag im Dezember 2014 bei 19 betroffenen Berufsgruppen, insbesondere Gesundheits- und Pflegeberufe sowie technische Berufe. Dazu zählen Berufe, die eine Berufsausbildung (z.B. Energietechniker_in oder Altenpfleger_in) oder eine Hochschulausbildung (z.B. Maschinenbauer_in oder Humanmediziner_in) erfordern.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles:

"Unser Land ist wirtschaftlich in guter Verfassung trotz der globalen und konjunkturellen Risiken, von denen wir umgeben sind. Die Arbeitslosigkeit sinkt und die Erwerbstätigkeit ist auf dem höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die Einwanderung hat dazu wesentlich beigetragen. Bei der Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen haben wir große Fortschritte gemacht, aber ihre Talente können wir noch besser nutzen. Das setzt voraus, dass wir einen neuen Flexibilitätskompromiss finden, der stärker auch die Bedürfnisse der hart arbeitenden Menschen berücksichtigt. Das heißt, die Fachkräftesicherung wird zunehmend über gute Arbeitsbedingungen entschieden. Unsere Volkswirtschaft bleibt nur dann stark und der Beschäftigungsstand hoch, wenn wir weiter investieren: in leistungsstarke Unternehmen, technologischen Fortschritt und moderne Infrastruktur, aber auch und vor allem in die Kompetenzen der Beschäftigten, in gute und gesunde Arbeitsbedingungen, in Qualifizierung und Weiterbildung und in eine moderne Arbeitszeitpolitik. Denn Motivation schafft Innovation und von Innovationen lebt unser Land."

Der Fortschrittsbericht 2014 zum Fachkräftekonzept – ausgewählte Kernaussagen

Das sind die wichtigsten Erfolge bei der Fachkräftesicherung:

  1. Immer mehr Menschen sind erwerbstätig. Die Erwerbstätigenquote stieg im Jahr 2013 auf 77,3 Prozent. Damit wurde das zentrale EU-2020 Ziel einer Erwerbstätigenquote von 77 Prozent erstmals erreicht.
  2. Der stärkste Anstieg der Erwerbsbeteiligung erfolgt bei den Älteren. Ihre Erwerbstätigenquote stieg 2013 auf 63,6 Prozent und liegt deutlich über dem Zielwert von 60 Prozent.
  3. Auch bei der Qualifikation zeigen sich Fortschritte: der Anteil der frühen Schulabgänger_innen sank 2013 erstmals auf unter 10 Prozent, der Anteil 30- bis 34-Jährigen mit tertiären oder vergleichbaren Abschlüssen stieg auf 44,5 Prozent.
  4. Immer mehr und immer besser qualifizierte Fachkräfte kommen nach Deutschland. Der Wanderungssaldo hat 2013 mit 429.000 Personen den höchsten Wert seit 1993 erreicht; die Qualifikation der Zugewanderten steigt kontinuierlich an.

Das sind die zentralen Herausforderungen:

Die bisherigen Erfolge spiegeln sich auch in der aktuellen Prognose zur Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Fachkräfteengpässe bis zum Jahr 2030 wider: Zwar wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bis zum Jahr 2030 um rund fünf Millionen abnehmen, die Zahl der Erwerbstätigen wird hingegen nur leicht um rund eine Million sinken.

Die zentralen Aufgaben der Fachkräftesicherung für die kommenden Jahre liegen in der Integration der Zugewanderten in den Arbeitsmarkt und der Schaffung guter, gesunder sowie motivierender Arbeitsbedingungen. Zudem gilt es Frauen, die ihre Arbeitszeit ausweiten wollen, mit bedarfsgerechten Angeboten an Betreuungsplätzen und flexiblen Arbeitszeiten zu unterstützen.

Die relativ positive Entwicklung bis zum Jahr 2030 wird sich nur einstellen, wenn die Anstrengungen zur Fachkräftesicherung nicht nachlassen. Ansonsten wird der Beschäftigungsrückgang deutlich höher ausfallen. Zudem wird sich ab 2030 der demografische Wandel noch weiter verstärken, sodass die Herausforderungen bestehen bleiben.

www.bmas.de/Presse/fortschrittsbericht-fachkraefte-2014


12.02.2015

Studie: Längere Elternzeit von Vätern hilft Müttern beim Wiedereinstieg

Müttern fällt der Wiedereinstieg in den Beruf leichter, wenn ihr Partner mehrere Monate in Elternzeit geht. Das zeigt eine Studie des Instituts für sozialwissenschaftlichen Transfer (SowiTra). Rund 65 Prozent der befragten Väter, die mindestens drei Monate Elterngeld in Anspruch nahmen, stimmten der Aussage zu, dass durch ihre Elternzeit die Partnerin besser wieder einsteigen konnte.

Einen Grund für dieses Ergebnis sehen die Autorinnen und Autoren der Studie darin, dass sich durch das Engagement des Vaters die Partnerin stärker auf ihr berufliches Fortkommen konzentrieren kann.

Ob und wie Väter ihre Elternzeitwünsche umsetzen können, hängt auf betrieblicher Ebene vor allem von den direkten Vorgesetzten ab, so die Studie. Entscheidend seien des Weiteren flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit zum Home Office und eine vätersensible Betriebskultur.
Alle Ergebnisse der Untersuchung finden Sie in der Kurzfassung der Studie (PDF).

www.erfolgsfaktor-familie.de/wiedereinstig-muetter


11.02.2015

Interview mit Prof. Dr. Brigitte Unger

Prof. Dr. Brigitte Unger ist Wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung.
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Wirtschaftspolitik, Steuerwettbewerb und Korporatismus. Darüber hinaus gilt sie als internationale Expertin bei der Erforschung von verdeckten Finanzströmen und Geldwäsche. Zu diesem Thema berät Prof. Unger das niederländische Finanzministerium, die EU und die US-Regierung.

Prof. Unger

Mit Familie@Beruf.NRW spricht sie darüber, was in Deutschland noch getan werden muss, damit Arbeit familiengeRecht gestaltet werden kann?

„Ich glaube, das größte Problem sind die Regelungen zur Teilzeit: Wenn man einmal von Vollzeit zur Teilzeit wechselt, kann man nicht mehr automatisch zurück zu einer Vollzeitstelle.  Da muss der Gesetzgeber Regelungen finden, die es ermöglichen, flexibler zwischen Teilzeit und Vollzeit oder fast Vollzeit zu wechseln. Hier ist Deutschland im internationalen Vergleich noch rückständig, hat auch EU-Richtlinien zur Elternzeit – das Recht auf befristete Arbeitsverträge - nicht umgesetzt. Da ist noch sehr viel zu tun.

Und der zweite Bereich ist, dass Minijobs zumindest den Status von Teilzeit erhalten sollten. Das heißt, sie müssen durch Sozialversicherungen abgesichert sein und dürfen nicht den unteren Rand der Beschäftigungsverhältnisse markieren – denn Minijobs betreffen vor allem Frauen. Wir hören immer wieder, dass das angeblich nicht so viele Leute betrifft. Doch es sind 7 ½ Millionen Arbeitnehmerinnen, von denen 5 Millionen einen Minijob als Hauptjob und nicht nur als Nebenjob machen. Das kann man nicht als vergessenswerte Größe einschätzen!

In Deutschland lag die Arbeitslosenquote im März 2013 bei 5,3 Prozent, das ist die Hälfte der Arbeitslosigkeit, die die EU zurzeit verzeichnet. Trotz der positiven Entwicklung bei Beschäftigtenzahlen und Arbeitslosigkeit ist der deutsch Arbeitsmarkt reformbedürftig, denn dieser Erfolg ist mit einer Zunahme atypischer und prekärer Beschäftigung einhergegangen!

Prof. Unger, was kann die Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen?

„Ich halte es für ganz wichtig, dass man die sehr verschiedenen Gruppen der deutschen Bevölkerung mal an einen Tisch bringt und auch ein bisschen vorarbeitet, was politisch noch zu fordern ist und wie man gesellschaftliches Denken – vor allem was die Väterrolle von Männern anbelangt – verändern kann. Und da ist die Aktionsplattform Familie@Beruf Meinungsbildend!“


11.02.2015

Studie: Frauen in Führungspositionen steigern Beförderungschancen weiblicher Arbeitnehmer

Wenn sich der Frauenanteil in Führungspositionen erhöht, steigen auch die Beförderungschancen weiblicher Arbeitnehmer auf den unteren Hierarchieebenen. So lautet das Ergebnis einer Studie aus Norwegen, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlicht hat. Dieser Zusammenhang lässt sich keineswegs nur in „typisch weiblichen“ Branchen oder Tätigkeitsfeldern beobachten, wie die Analyse von Arbeitnehmerdaten aus über 4.000 Unternehmen zeigt.

Die Studienautorinnen Astrid Kunze und Amalia Miller gehen davon aus, dass sogenannte „Spillover-Effekte“ ausschlaggebend sind: Weibliche Führungskräfte steigern die Aufstiegschancen anderer Frauen im Unternehmen nicht nur durch aktive Beförderungsentscheidungen, sondern auch durch ihre Vorbild- und Mentorenfunktion. Mit politischen Zielvorgaben wie einer Frauenquote für Führungspositionen ließe sich demnach tatsächlich eine größere Chancengleichheit weiblicher Arbeitnehmer erreichen. Denn obwohl Frauen heute fast die Hälfte aller Erwerbstätigen in OECD-Ländern stellen, werden sie nach wie vor schlechter bezahlt als Männer und bleiben in Führungspositionen unterrepräsentiert.



Die Untersuchung macht allerdings auch deutlich, dass nicht alle Effekte, die sich aus der Erhöhung des Frauenanteils in Unternehmen ergeben, zwangsläufig positiver Natur sind. Erhöht sich der Anteil weiblicher Kollegen auf einer Hierarchieebene, sinken laut Studie wiederum die weiteren Beförderungschancen für alle Frauen auf derselben Ebene. Sind erst mehr Frauen im Unternehmen beschäftigt, verringert sich offenbar deren gezielte Förderung und ihr individueller Zugang zu weiblichen Führungskräften.



Astrid Kunze, Amalia Miller: Women Helping Women? 
Evidence from Private Sector Data on Workplace Hierarchies, IZA Discussion Paper No. 8725 (PDF)

www.idw-online.de/news

Pressekontakt:


Mark Fallak


eMail: fallak@iza.org


Tel.: (0228) 3894-223


10.02.2015

Neue IMK-Studie: Europa-Ranking - Hohe Erwerbstätigenquote, aber auch sehr viel kurze Teilzeit in Deutschland

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland erreicht einen Höchststand. Doch der Anteil von Teilzeit- oder Minijobs ist höher als in anderen europäischen Ländern. Stellt man das in Rechnung, fällt Deutschland bei der Erwerbstätigenquote im europäischen Vergleich von Position fünf auf Position elf ab. Insbesondere viele Frauen arbeiten weniger, als sie möchten. Das ergibt eine neue Untersuchung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung.

Die Arbeitslosenquote ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, die Zahl der Beschäftigten gestiegen. Manche sprechen schon vom deutschen "Jobwunder". Doch es gibt noch eine andere Seite: Die Zahl der Erwerbstätigen fällt auch deshalb so hoch aus, weil viele Deutsche in Teilzeit- oder Minijobs arbeiten, zeigt PD Dr. Sven Schreiber vom IMK.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als sei der deutsche Arbeitsmarkt in guter Verfassung: Die Erwerbstätigenquote – also der Anteil derjenigen, die einer Arbeit nachgehen, verglichen mit der gesamten Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter – lag hierzulande im Jahr 2013 bei gut 77 Prozent. Damit landet Deutschland im Vergleich von insgesamt 33 europäischen Ländern immerhin auf Platz fünf. In kaum einem anderen Land in Europa haben also so viele Menschen eine Arbeit wie in der Bundesrepublik. Nur in Island, der Schweiz, Schweden und Norwegen liegt die Erwerbstätigenquote noch höher.

Die Zahlen sagen jedoch nichts über die Art der Beschäftigung aus oder darüber, wie viel die Menschen arbeiten. "Die nominelle Erwerbstätigenquote beruht auf einer reinen Personenzählung ohne zwischen Vollzeit- und Teilzeittätigkeiten zu unterscheiden", schreibt Ökonom Schreiber. Insofern könne eine hohe Erwerbstätigenquote auch irreführend sein.

In seiner Analyse hat Schreiber eine korrigierte Erwerbstätigenquote errechnet, die nicht allein die Zahl der Erwerbstätigen, sondern auch deren Arbeitszeit berücksichtigt. Dazu hat der Wissenschaftler auf Daten aus der europäischen Arbeitskräfteerhebung (AKE) zurückgegriffen. In der AKE werden die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden in verschiedenen europäischen Ländern abgefragt – sowohl für die Haupttätigkeit als auch für Nebentätigkeiten.

Um die Erwerbstätigenquote um Teilzeiteffekte zu bereinigen, hat Schreiber alle Arbeitsstunden auf Vollzeitstellen umgerechnet. Ergebnis: Bei der korrigierten Erwerbstätigenquote steht Deutschland mit gut 66 Prozent deutlich schlechter da, im europäischen Vergleich nur noch auf Platz elf.

Zwei Faktoren tragen dazu bei, dass die Korrektur für Deutschland besonders stark ausfällt: Erstens gibt es einen hohen Anteil an Teilzeitarbeit, zweitens arbeiten die Teilzeitbeschäftigten vergleichsweise kurz.

In Deutschland arbeitet etwa ein Viertel der Beschäftigten in Teilzeit. Höher fällt der Anteil nur in den Niederlanden und der Schweiz aus. Wenig verbreitet ist Teilzeitarbeit dagegen in östlichen oder südlichen Ländern Europas – der Anteil der Teilzeiterwerbstätigen liegt dort meist im einstelligen Prozentbereich.

"In Deutschland gehen der hohe Anteil der Teilzeittätigkeiten sowie das geringe Teilzeitstundenniveau einher mit der Verbreitung von Minijobs", erklärt Schreiber. "Minijobber machten etwa die Hälfte der gesamten Teilzeitbeschäftigten in Deutschland aus."

Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes gelten 3,1 Millionen Menschen in Deutschland als "unterbeschäftigt", das heißt sie sind zwar erwerbstätig, haben aber den Wunsch nach zusätzlichen Arbeitsstunden und stehen für diese auch zur Verfügung. Davon sind 1,7 Millionen in Teilzeit beschäftigt. Bei den Teilzeitbeschäftigten handelt es sich überwiegend um Frauen.

In vielen Fällen dürfte Teilzeitarbeit nicht freiwillig gewählt sein: Drei Viertel der Befragten in der Arbeitskräfteerhebung gaben an, dass sie entweder keine Vollzeitstelle finden konnten oder aus familiären Gründen – etwa der Betreuung von Kindern und Angehörigen – Teilzeit arbeiten. Schreiber sieht hier Handlungsbedarf: Damit alle die gleichen Chancen hätten, am Arbeitsleben teilzunehmen, müsse die Politik die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessern.

www.boeckler.de/presse/neue-imk-studie


09.02.2015

EStG: Steuerfreie Serviceleistungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Am 1.Januar 2015 ist eine Neuregelung im EStG in Kraft getreten: Arbeitgeber können ihre Beschäftigten ab sofort mit steuerfreien Serviceleistungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser unterstützen.

Die Regelung gilt insbesondere für die Beratung und Vermittlung von Betreuungsleistungen für Kinder und pflegebedürftige Angehörige. Aber auch bestimmte Betreuungskosten, die kurzfristig aus zwingenden beruflich veranlassten Gründen entstehen, können bis zu einem Freibetrag von 600 Euro je Kalenderjahr und Arbeitnehmer steuerfrei ersetzt werden.

www.erfolgsfaktor-familie.de

www.bundesfinanzministerium.de/Steuerrecht


03.02.2015

Neuer Monitor Familienforschung: Familienbilder in Deutschland und Frankreich

Die aktuelle Ausgabe des Monitors Familienforschung untersucht, welche Familienbilder in Deutschland und Frankreich das Familienleben prägen. Eine Vergleichsbefragung gibt Auskunft über die Einstellungen in beiden Ländern zu den Themen Kinderwunsch, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zur partnerschaftlichen Arbeitsteilung. Der Monitor stellt diesen Ergebnissen aktuelle Daten und Informationen zu dem familienpolitischen Rahmenbedingungen gegenüber.

Monitor Familienforschung, Ausgabe 34

BMFSFJ

Aus dem Vorwort:

Wenn wir in Deutschland über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprechen, geht der Blick schnell ins Nachbarland Frankreich. Dank gut ausgebauter Kinderbetreuung ist dort möglich, was hierzulande lange unmöglich erschien: Es ist normal, dass beide Partner erwerbstätig sind und oft auch mehrere Kinder haben.

In das Bild, das sich Menschen von Familie machen, fließen Wünsche und Normen ebenso ein wie die Rahmenbedingungen. Welche Familienbilder in Frankreich und Deutschland den Alltag der Familien prägen, hat das Institut für Demoskopie Allensbach in einer Befragung ermittelt. Die Ergebnisse zeigen interessante Veränderungen: Immer mehr Mütter in Deutschland kehren früher in den Beruf zurück. Gleichzeitig betreuen mehr Väter als jemals zuvor ihre Kinder. Jeder dritte Vater nimmt sich mithilfe des Elterngeldes Zeit für die Familie. Durch das Elterngeld, den Ausbau der Kinderbetreuung und der Ganztagsschulen ist es in Deutschland einfacher geworden, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Befragungen sagen auch einiges über die Wünsche und Bedürfnisse von Familien aus. Mehr Mütter und Väter wollen Familie und Beruf heute untereinander aufteilen als noch vor wenigen Jahren. Die Paare wollen ein Zusammenleben auf Augenhöhe, wollen gemeinsam Verantwortung für Einkommen und Kinderbetreuung übernehmen. Partnerschaftlichkeit und Zeit für Familie sind - in Deutschland wie in Frankreich - wichtige Themen für viele Familien.

Der vorliegende Monitor Familienforschung enthält interessante Erkenntnisse über die Lebenswirklichkeit von Familien in beiden Ländern und liefert Anregungen, wo Deutschland und Frankreich voneinander lernen können. So ist Frankreich besonders erfolgreich in der Unterstützung von Mehrkindfamilien und Alleinerziehenden. Die deutschen Erfahrungen mit Teilzeitarbeit und Vätermonaten stoßen dagegen in Frankreich auf großes Interesse.

Manuela Schwesig

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Monitor Familienforschung, Ausgabe 34: Familienbilder in Deutschland und Frankreich (PDF)


02.02.2015

Interview mit Regina Neumann-Busies

Regina Neumann-Busies ist Dipl.Sozialarbeiterin und Pädagogin und bei den Sozialen Diensten der Firma Henkel tätig. Dort betreut sie zum Beispiel das aktuelle Projekt „Care Support- Pflegebegleitung im Unternehmen“ und macht Beratung und Coaching für Mitarbeiter und Führungskräfte. Mit Familie@Beruf.NRW spricht sie über den langen Weg zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf.

Frau Neumann-Busies, wie aktuell ist das Thema Vereinbarkeit für ein Unternehmen wie Ihres und für dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Foto Neumann-Busies

„Die Firma Henkel hat eine lange Tradition der Familienfreundlichkeit. Wir haben beispielsweise seit 1940 eine betriebliche Kindertagesstätte - inzwischen sind daraus drei geworden – mit Öffnungszeiten von 6:30 Uhr bis 18 Uhr. Das ist eine der vielen flankierenden Maßnahmen, die wir zum Thema Familie und Beruf für unsere Mitarbeiter anbieten. Zu den Maßnahmen gehören auch Angebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit pflegebedürftigen Angehörigen: sie haben die Möglichkeit, Einzelberatungen wahrzunehmen, wir bieten verschiedene Infoveranstaltungen dazu an und haben ein Gruppenangebot für pflegende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt. All das zusammen – die Einzelgespräche, das Gruppenangebot und die Möglichkeit auch eine bezahlte Auszeit zu nehmen, wenn es erforderlich ist – führt dazu, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Familienfreundlichkeit auch wirklich in unserem Unternehmen erleben.“

Sind solche Angebote nicht etwas, das sich nur große Unternehmen leisten können?

„Ich glaube, auch in kleinen Unternehmen kann ein Betriebsleiter eine familienfreundliche Kultur schaffen, indem er für die Mitarbeiter beispielsweise Kooperationen mit freien Verbänden anbietet, bei denen Beratung möglich ist. Das gelingt durch gute Kontakte, die man am Ort pflegt, und indem man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutlich macht: >Ich hab Verständnis für deine Situation<.

Ich merke: In 95 Prozent der Fälle, in denen es besondere Regelungen gibt, die Mitarbeiter auf Grund von schwierigen Familiensituationen benötigen, wird das in der eigenen Abteilung geklärt, mit dem eigenen Chef, auf der kommunikativen Ebene. Es bedarf da weniger neuer gesetzlicher Regelungen – obwohl diese sicherlich auch unterstützend wirken können. Aber ich habe durch den jahrelangen Austausch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Vorgesetzten die Erfahrung gemacht: Das Entscheidende ist das offene Gespräch; dass die persönliche Situation verständlich und deutlich gemacht wird. Mein Gegenüber muss die Umstände kennen, nur so kann er auch Verständnis aufbringen. Ich glaube, es hapert oft an dem „miteinander sprechen“. Darauf bereite ich in meiner Arbeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor und sage immer sehr deutlich: >Nehmen Sie ihren Chef mit ins Boot; erzählen Sie von Ihrer Situation und auch von den Dingen, die in Ihrer Situation wichtig sind. Welche flankierenden Maßnahmen brauchen Sie? Welche Arbeitszeitregelungen brauchen Sie? Und wie kann Ihre Tätigkeit zur Zeit so erledigt werden, dass Sie mit den Pflege- oder Betreuungsaufgaben vereinbar ist?< So finden die Beteiligten auch eine gelingende Lösung.“

Denken Sie, dass die Aktionstage von Familie@Beruf.NRW dazu beitragen, die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf zu verbessern?

„Der Aktionstag ist ein wichtiges Forum für den Austausch. Ich finde es immer wieder sehr interessant, wie von unterschiedlichen Perspektiven Themen beleuchtet werden – was denken Arbeitgeber, was denken Arbeitnehmer, wie denken die Vertreter von freien Verbänden? Ich glaube, nur so können neue, innovative Ideen gefunden werden!“


30.01.2015

Resolution des Bundeselternrats: "Bildungschancen sind Lebenschancen"

Schule und Eltern haben als gemeinsames Ziel bestmögliche Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gehen miteinander eine Erziehungs- und Bildungspartnerschaft ein. Diese kommt ohne gegenseitige Achtung und die Akzeptanz der unterschiedlichen Rollen und Aufgaben nicht aus. Diese Partnerschaft sollte nicht nur auf Augenhöhe mit den schulischen Partnern stattfinden, sondern auch im Elternhaus wirken. Die kurz- und langfristigen positiven Auswirkungen gelungener Zusammenarbeit führen zu einer nachhaltigen Motivation. Der Bundeselternrat machen allen Eltern Mut, sich hier zu engagieren.

In Deutschland sind Bildungschancen ungleich verteilt. Nicht alle Schülerinnen und Schüler schöpfen ihre Potentiale voll aus und erreichen den für sie bestmöglichen Schulabschluss. Dies muss geändert werden. Die Qualität der Beziehungen von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Schule untereinander sind entscheidend für den Bildungserfolg. Dort setzt der Bundeselternrat an. Elternmitwirkung richtet sich derzeit überwiegend auf die Schule und weniger auf die Eltern. Um vollwertige Bildungspartner zu sein müssen Eltern ihre Kompetenzen erweitern. Nicht in allen Bundesländern ist eine gesetzlich verankerte Elternschaft etabliert. Nur wenige haben eine gesetzlich verankerte Aus- und Fortbildung für Elternvertreterinnen und Elternvertreter.

Der Bundeselternrat fordert:

  • die gesetzliche Verankerung einer vielfältigen und strukturierten Aus- und Fortbildung für Eltern und deren Finanzierung in allen Bundesländern, um die Elternvertreterinnen und Elternvertreter zu befähigen, ihre Rechte und Aufgaben kompetent wahrzunehmen.
  • die professionelle Entwicklung und Durchführung von Elternschulungen durch die jeweils zuständigen Stellen für Qualitätssicherung und/oder Fortbildung in den Ländern.
  • die Bereitstellung von Informationsmedien für Eltern, unter Beteiligung der Eltern bei der Erstellung, sowie niederschwellige mehrsprachige Kommunikationsangebote.
  • in der Lehreraus- und -fortbildung die zentrale Verankerung von Kompetenzvermittlung zur Konfliktlösung und Kommunikation mit Eltern und Schülerinnen und Schülern, sowie die Vermittlung von Kenntnissen über Rechte und Aufgaben aller Beteiligten.
  • die bedarfsgerechte Ausstattung von Elterngremien, damit die Elternvertreterinnen und Elternvertreter in die Lage versetzt werden, Eltern in ihrem Erziehungs- und Bildungsauftrag nachhaltig zu unterstützen.
  • die Bildungsbeteiligten auf, aktiv aufeinander zuzugehen, Informationen zu teilen und gemeinsam die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen zu verbessern.

 Die Bildungschancen unserer Kinder erhöhen sich durch Kenntnisse der Eltern über Rechte und Aufgaben und ihre Beteiligung in der Schule, sowie durch den Ausbau der Kompetenzen im Elternhaus.

www.bundeselternrat.de/Resolution_Bildungschancen_sind_Lebenschancen.pdf


30.01.2015

Ausschreibung für Innovationspreis 2015: dbb sucht gute Ideen für den öffentlichen Dienst

Der dbb schreibt für 2015 erneut seinen mit 20.000 Euro dotierten Innovationspreis aus. „Tag für Tag und rund um die Uhr sorgt Deutschlands öffentlicher Dienst dafür, dass unser Gemeinwesen funktioniert. Angesichts des demografischen Wandels steht er vor vielfältigen Herausforderungen: Er muss fit sein für morgen. Er muss mit seinen Aufgaben wachsen – modern, innovativ und kreativ. Diesen Part schultern die Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, ihn organisieren und praktizieren – sie stecken voller guter Ideen. Diese Ideen und das damit verbundene Engagement möchten wir mit dem dbb Innovationspreis würdigen“, erklärt der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt.

Ein thematischer Schwerpunkt liegt bei den Herausforderungen und Folgen der Digitalisierung, die nahezu alle Lebensbereiche betrifft. Als preiswürdige Innovation kommen unter anderem Vorschläge in Betracht, die sich mit diesen Herausforderungen in allen Verwaltungsebenen des Bundes, der Länder und Kommunen befassen. Ein systematisches Gesundheitsmanagement, Fragen altersgerechter Gestaltung von IT-Arbeitsplätzen sind ebenso von Bedeutung wie Personalentwicklung und Nachwuchsgewinnung.

Bewerbungsschluss ist am 6. März 2015. Verliehen wird der Award im Rahmen des Kongresses neueVerwaltung am 2. Juni 2015 in Leipzig.

Mehr zum Thema

www.dbb.de/innovationspreis-2015

Ausschreibung zum dbb Innovationspreis (PDF)

Sonderseite zum dbb Innovationspreis 


30.01.2015

Förderung von Frauen in Führungspositionen: Gesetzentwurf zur Frauenquote in erster Lesung im Bundestag

Der Deutsche Bundestag hat am 30.1.2015 in erster Lesung den Entwurf für das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst beraten. Der von der Bundesregierung eingebrachte Gesetzentwurf hat das Ziel, den Anteil von Frauen in den Führungsgremien von Wirtschaft und Verwaltung wesentlich zu erhöhen.

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen in Deutschland beträgt laut Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) 18,4 Prozent. In den Vorständen dieser Unternehmen sind nur 5,4 Prozent Frauen. Die Einführung einer gesetzlichen Quote ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu tatsächlicher Chancengleichheit von Frauen und Männern und wird zu einem Wandel in der Wirtschafts- und Arbeitswelt beitragen. Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig: "Seit 20 Jahren garantiert das Grundgesetz in Art. 3 die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen. Sie ist aber nicht Lebensrealität. Solange Gleichberechtigung nicht verwirklicht ist, brauchen wir Gesetze, die sie voranbringen. Jetzt machen wir ernst - und sorgen mit der Quote für mehr Chancengleichheit für Frauen und Männer. Darüber hinaus wird dieses Gesetz einen Kulturwandel in der Arbeitswelt einleiten. Wenn es an der Spitze eines Unternehmens keine Gleichberechtigung gibt, wird es auf den übrigen Ebenen auch nicht gleichberechtigt zugehen. Sobald es aber mehr Frauen in Führungspositionen gibt, werden gleiche Chancen in den Unternehmen insgesamt selbstverständlicher werden."

Bundesjustizminister Heiko Maas: "Jahrelang hat man auf freundliche Appelle und gutgemeinte Selbstverpflichtungen gesetzt. Die Bilanz dieser Politik ist ernüchternd. Die Geduld ist erschöpft, die Zeit der Appelle ist vorbei. Die Frauenquote kommt - und zwar ohne Ausnahmen. Den Vorwand, es gäbe nicht genug qualifizierte Frauen, lassen wir nicht gelten. Denn: Noch nie waren so viele Frauen so gut ausgebildet wie heute. Deshalb bin ich sicher, dass am Ende kein einziger Sitz in den Aufsichtsräten frei bleiben wird. Frauen sind ein Gewinn für die Wirtschaft. Die Quote wird Strukturen aufbrechen und die Unternehmenskultur verbessern. Mehr Frauen in Führungspositionen werden andere Frauen nachziehen. Es wird mehr Frauen auf allen Hierarchieebenen geben."

Der Gesetzentwurf sieht für den Bereich der Privatwirtschaft im Wesentlichen folgende Regelungen vor:

Für Aufsichtsräte von Unternehmen, die börsennotiert sind und der paritätischen Mitbestimmung unterliegen, gilt künftig eine Geschlechterquote von 30 Prozent. Die Quotenregelung greift damit bei Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien mit in der Regel mehr als 2000 Arbeitnehmern sowie bei Europäischen Aktiengesellschaften (SE), bei denen sich das Aufsichts- oder Verwaltungsorgan aus derselben Zahl von Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzt. Insgesamt betroffen sind derzeit rund 100 Unternehmen.

Sie müssen die Quote ab 2016 sukzessiv für die dann neu zu besetzenden Aufsichtsratsposten beachten. Bei Nichterfüllung ist die quotenwidrige Wahl nichtig. Die für das unterrepräsentierte Geschlecht vorgesehenen Plätze bleiben rechtlich unbesetzt ("leerer Stuhl").

Unternehmen, die entweder börsennotiert oder mitbestimmt sind, werden verpflichtet, Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten, Vorständen und obersten Management-Ebenen festzulegen. Über die Zielgrößen und deren Erreichung müssen sie öffentlich berichten. Der Kreis der betroffenen Unternehmen erfasst neben Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien auch GmbHs, eingetragene Genossenschaften und Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit mit in der Regel mehr als 500 Arbeitnehmern. In der Summe unterliegen etwa 3500 Unternehmen der Zielgrößenverpflichtung.

Eine Mindestzielgröße ist nicht vorgesehen. Die Unternehmen können sie selbst setzen und sich an ihren Strukturen ausrichten. Dabei sind folgende Vorgaben zu beachten: Liegt der Frauenanteil in einer Führungsebene unter 30 Prozent, so dürfen die Zielgrößen nicht hinter dem tatsächlichen Status Quo zurückbleiben.

Die in 2015 erstmals festzulegende Frist zur Erreichung der Zielgrößen darf nicht länger als zwei Jahre sein. Die folgenden Fristen dürfen nicht länger als fünf Jahre sein.

Für den öffentlichen Dienst enthält der Gesetzentwurf folgende Regelungen:

Damit der Bund mit gutem Beispiel vorangeht, wird das Bundesgremienbesetzungsgesetz mit dem Ziel der paritätischen Vertretung von Frauen und Männern in Gremien novelliert, deren Mitglieder der Bund bestimmen kann. Für die Besetzung von Aufsichtsgremien, in denen dem Bund mindestens drei Sitze zustehen, gilt ab 2016 eine Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent für alle Neubesetzungen dieser Sitze. Ab dem Jahr 2018 ist es Ziel, diesen Anteil auf 50 Prozent zu erhöhen. Für wesentliche Gremien, in die der Bund Mitglieder entsendet, gilt das gleiche Ziel.

Zur Erhöhung des Frauenanteils an Führungspositionen im öffentlichen Dienst des Bundes sowie zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Berufstätigkeit wird zudem das Bundesgleichstellungsgesetz umfassend novelliert. Die Bundesverwaltung wird künftig insbesondere verpflichtet, sich für jede Führungsebene konkrete Zielvorgaben zur Erhöhung des Frauen -beziehungsweise Männeranteils zu setzen. Zielvorgaben und Maßnahmen sind im Gleichstellungsplan der jeweiligen Dienststelle darzustellen.

Weitere Informationen unter www.bmfsfj.de


30.01.2015

Neue Ausschreibungsrunde des Dortmunder Personalmanagement Prädikats

Vor dem Hintergrund der demografischen Veränderung in unserer Gesellschaft, der politschen Weichenstellung auf die Verlängerung des Erwerbslebens sowie des zunehmenden Fachkräftemangels wird es für die Betriebe der Region immer wichtiger, die eigene Personalarbeit an den Herausforderungen der Zukunft zu orientieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Daher lädt das New Deals Büro Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ein, sich mit Ihrer personalpolitischen Maßnahme für das Personalmanagement Prädikat 2015 zu bewerben und Ihre Arbeitgeberqualitäten publik zu machen. Wichtig für die Vergabe des Prädikats ist hierbei, dass sich sowohl in der Zielsetzung als auch in der praktischen Umsetzung der Nutzen für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und Beschäftigte gleichermaßen wiederspiegelt.

Dortmunder Personalmanagement Prädikat

Das Prädikat würdigt vorbildliches Engagement und innovative Praxis als Arbeitgeberin und Arbeitgeber. Dazu gehören beispielsweise moderne Personaleinsatz-, Arbeitszeit- oder Entgeltkonzepte, vorbildliche Praxis in der Gesundheitsförderung, der Weiterbildung, der Nachwuchsförderung oder Mitarbeiterbeteiligung, Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und Verbesserung der beruflichen Chancengleichheit von Frauen und Männern. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen will das Prädikat dabei unterstützen, Personalmanagement als betriebliches Gestaltungsfeld engagiert zu betrachten und dem Fachkräftemangel unter anderem durch eine zukunftssichere Personalpolitik zu begegnen.

Herausgegeben wird das Prädikat von einem Zusammenschluss Dortmunder Arbeitsmarktakteure, welche gemeinsam auch die Jury bilden (Agentur für Arbeit Dortmund; DGB-Region Dortmund-Hellweg; Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland e. V.; Handwerkskammer zu Dortmund; IG Metall, Verwaltungsstelle Dortmund; IHK zu Dortmund; Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen; Soziale Innovation GmbH SI research & consult; Unternehmensverband der Metallindustrie für Dortmund und Umgebung e.V.; Wirtschaftsförderung Dortmund).

Teilnahmebedingungen

Teilnehmen können private sowie öffentliche Unternehmen und Betriebe, gleich welcher Größenordnung und Branche. Aufgerufen zur Bewerbung sind insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aus der Region, aber auch Unternehmen außerhalb der Region können ihre Bewerbung einreichen.

Die Bewerbungen stehen untereinander nicht in Konkurrenz; was zählt, sind allein Qualität und Erfolg der betrieblichen Konzepte und Maßnahmen.

Über die Prädikatsvergabe entscheidet die Jury der NEW DEALS Initiatoren. Die Unternehmen beteiligen sich mit einem kleinen Zuschuss finanziell an den Kosten des Bewerbungsverfahrens und der öffentlichen Verleihung.

Die öffentliche Prädikatsverleihung findet in der zweiten Hälfte 2015 statt. Danach werden die prämierten Konzepte vor Ort in den Unternehmen ausführlich vorgestellt.

Bis Ende März 2015 können interessierte Unternehmen ihre Bewerbung beim NEW DEALS Büro einreichen. Es besteht auch die Möglichkeit, sich von einem der Initiatoren nominieren zu lassen.
Weitere informationen gibt das

New Deals Büro
c/o Soziale Innovation GmbH
Ansprechpartnerin: Angelika de Matteis
Deutsche Straße 10; 44339 Dortmund
Tel.: 0231 / 88 08 64 - 22
Fax: 0231 / 88 08 64 - 29
eMail: team@newdeals.de

Informationen zum Prädikatswettbewerb


28.01.2015

Familien-Wegweiser startet mit neuem Design ins Jahr 2015

Aktuelle und praxisnahe Informationen über staatliche Familienleistungen - das bietet das Serviceportal www.familien-wegweiser.de. Zum Start ins neue Jahr präsentiert sich das Online-Angebot des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in neuem Design. Dank eines Responsive Designs lässt sich die Website nun auch leichter mit Smartphone und Tablet nutzen.

Die neu gestaltete Startseite gibt einen schnellen Überblick über alle wichtigen Inhalte und Kategorien auf www.familien-wegweiser.de. Mit wenigen Klicks gelangen Besucherinnen und Besucher von dort aus zu weiterführenden Informationen über Beratungsangebote in ihrer Region sowie zum Download wichtiger Formulare. Die praktischen Online-Rechner, mit denen die voraussichtliche Höhe des Elterngeldes und bald auch des ElterngeldPlus ermittelt werden kann, sind nach wie vor ein zentrales Serviceangebot des Portals.

Damit gilt auch 2015: Der Familien-Wegweiser des Bundesfamilienministeriums bleibt die erste Anlaufstelle für alle Eltern, die sich zuverlässige, übersichtliche und aktuelle Informationen auf einen Blick wünschen. Das Portal informiert zuverlässig und praxisnah über staatliche Leistungen für Familien. Auf www.familien-wegweiser.de finden Eltern und Großeltern Informationen, Angebote und Tipps für das Leben mit Kindern: Einzelne Rubriken wie die Datenbank "Familie regional" und das Infopaket "Familienstart" bündeln Informationen für jedes Lebensalter und (fast) jede Lebenssituation.

Weitere Informationen unter www.bmfsfj.de

Flyer zum neuen Familien-Wegweiser (PDF)


22.01.2015

Vorbildliche Beispiele zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Auf der Internetseite www.familienfreundliche-industrie.de werden neue vorbildliche Beispiele aus der Metall- und Elektro-Industrie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf präsentiert. Die online abrufbare Broschüre "Familie und Beruf im Herz der Wirtschaft" wurde aktualisiert und überarbeitet. Sie sammelt authentische Best-Practice-Beispiele als Anregung für andere Unternehmen und um zu zeigen, was die Betriebe bereits leisten.

Es gibt keine genormte Familie und deshalb kann es auch keine Lösung von der Stange geben. Die Unternehmen suchen und finden gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für beide Seiten passende Einzelfalllösungen. Familienfreundlichkeit wird in den Unternehmen gelebt: 75 Prozent der rund 3,7 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektro-Industrie haben laut einer Allensbach-Umfrage keine Probleme mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ansprechpartnerin:

Antonia Fischer-Dieskau

Telefon 030/ 55150-304

E-Mail fischer-dieskau@gesamtmetall.de

Zur Online-Broschüre

Quelle: www.gesamtmetall.de


20.01.2015

Gesetzentwurf der Bundesregierung für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst

Am 20. Januar 2015 hat die Bundeskanzlerin folgenden, von der Bundesregierung beschlossenen, Entwurf eines Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst beim Deutschen Bundestag eingereicht

Auszug:

„Der geringe Frauenanteil widerspricht einer geschlechtergerechten Teilhabe an verantwortungsvollen Positionen in der deutschen Wirtschaft und Verwaltung. Die Unterrepräsentanz von Frauen kann heute nicht mehr mit deren mangelndem Qualifikationsniveau gerechtfertigt werden. Die Zahl qualifizierter Frauen in Deutschland hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Noch nie war sie so hoch wie heute. Auch die Erwerbstätigkeit von Frauen mit und ohne Kinder hat stetig zugenommen. Gleichzeitig steigt der Anteil jener Väter, die im Rahmen des Elterngeldes familiale Auszeiten nehmen. Es ist gesellschaftspolitisch nicht zu erklären, dass Frauen, die über 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ausmachen, nach einer gut abgeschlossenen Ausbildung nur zu einem sehr geringen Teil in den Führungspositionen der deutschen Wirtschaft und Verwaltung vertreten sind. Vor diesem Hintergrund besteht zwingender politischer Handlungsbedarf, wenn der verfassungsrechtliche Auftrag zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen erfüllt werden soll.

B. Lösung

Erforderlich sind gesetzliche Regelungen, die den Anteil von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft, in der Bundesverwaltung, in den Gerichten des Bundes sowie in Gremien im Einflussbereich des Bundes signifikant erhöhen und damit das verfassungsrechtlich verankerte Grundrecht auf gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern auch für den Bereich der Führungspositionen erfüllen.

Der Gesetzentwurf basiert auf drei Säulen:

1. Vorgabe einer Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte,

2. Verpflichtung zur Festlegung von Zielgrößen für Aufsichtsräte, Vorstände und oberste Management-Ebenen,

3. Novellierung der gesetzlichen Regelungen für den öffentlichen Dienst des Bundes (Bundesgremienbesetzungsgesetz und Bundesgleichstellungsgesetz), die im Wesentlichen die Vorgaben zur Geschlechterquote und zur Festlegung von Zielgrößen in der Privatwirtschaft widerspiegeln."

Deutscher Bundestag, Drucksache 18/3784, 18. Wahlperiode, 20.01.2015

Vollständiger Gesetzesentwurf (PDF)


20.01.2015

Interview mit Astrid Berger-Fels (Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit)

Am Rande des Aktionstages "Arbeit familiengeRecht gestalten!" sprach Familie@Beruf mit Astrid Berger-Fels. Sie ist Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und arbeitet seit Jahren bei der Aktionsplattform mit.

Frau Berger-Fels, wie wichtig ist Ihnen die Aktionsplattform "Familie@Beruf"?

Porträt von Astrid Berger-Fels

Quelle: Jürgen Kura

„Die Plattform ist für mich in der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit wichtig; sie ist ein gutes Medium, um das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbreiten. Auf dem Portal können wir unter anderem Lösungen und Gute Beispiele kommunizieren und verbreiten; einfach für das Thema werben!“

Inwieweit ist das Thema des Aktionstages "Arbeit familiengeRecht gestalten!" für Ihre Arbeit relevant?

„Das ist ein Thema, das viele Berührungspunkte zu unserer Arbeit hat. Wir haben viele Kundinnen und Kunden mit Familienpflichten, die zu uns kommen und in deren Beratungsgesprächen es um passgenaue Ausbildung, Arbeitsstelle oder Weiterbildung geht. Dann sind Sie ganz schnell bei der Frage: >Kann ich das vereinbaren mit meinen familiären Aufgaben – seien es Kinderbetreuungs- oder Pflegeaufgaben<. Deshalb ist das Thema wichtig für uns. Außerdem beraten wir Arbeitgeber in allen Fragen der Personalrekrutierung. In diesem Zusammenhang wollen wir ebenfalls dafür werben, an die Möglichkeiten der modernen Personalpolitik – auch zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie - zu denken. Auf diese Weise können wir die Wünsche unserer Kundinnen und Kunden, deren Interessen und sowie die Anforderungen auf beiden Seiten gut zusammenbringen.“

Wie weit sind wir aus Ihrer Sicht gesellschaftlich beim Thema Vereinbarkeit von Arbeit, Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben und welche Wünsche haben Sie diesbezüglich für die Zukunft?

„Das Bewusstsein für die Bedeutung einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Pflege hat in den letzten Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung und auch bei den Beteiligten zwar zugenommen, aber es ist nach meiner Wahrnehmung immer noch viel zu tun.

Wünsche aus meiner Sicht sind: vieles noch leichtgängiger zu machen, keine Hürden aufzubauen oder dazu beizutragen, bestehende abzubauen. Ich denke da beispielsweise an  Kinderbetreuungsangebote, die nicht an Randzeiten enden und flexibler sind, um die Vereinbarkeit besser hinzubekommen. Das ist etwas, worüber wir ganz häufig stolpern, dass insbesondere bei den frauendominierten Berufen Kinderbetreuungsangebote nicht immer passgenau sind zu den Anforderungen am Arbeitsplatz.“

Das Interview führte Familie@Beruf am 23.10.2014


20.01.2015

Interview mit Dr. Sybille Stöbe-Blossey (Universität Duisburg-Essen)

Dr. Sybille Stöbe-Blossey ist Abteilungsleiterin der Forschungsabteilung Bildung und Erziehung im Strukturwandel am Institut Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen.
Mit Familie@Beruf.NRW spricht sie darüber, was Hochschulen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf schon erreicht haben.

Frau Dr. Stöbe-Blossey, wie aktuell ist das Thema Vereinbarkeit für Hochschulen wie Ihre und für deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Porträt von Dr. Sybille Stöbbe-Blossey

Quelle: privat

„Die Hochschulen haben sich an vielen Stellen auf den Weg gemacht, das Thema Vereinbarkeit anzufassen. Speziell würde ich in diesem Zusammenhang gerne das Thema Kinderbetreuung ansprechen. Da gibt es sehr unterschiedliche Ansätze an den Hochschulen: der eine Punkt ist, dass sie häufig sowohl Studierende als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, die nicht vor Ort wohnen. Das heißt, sie brauchen eine Lösung am Wohnort und nicht an der Hochschule. Deshalb wurden Beratungsstrukturen geschaffen: Die Hochschulen bieten den Menschen Vermittlungsdienste und Beratungsleistungen an, um die Kinderbetreuung aufzubauen, die sie bei sich zuhause benötigen. Das ist der eine Strang.

Der andere Strang sind hochschuleigene Angebote: Da hat sich beispielsweise bei uns an der Uni Duisburg-Essen einiges getan. Man hat für unter 3-jährige Großtagespflegestellen eingerichtet und der wichtigste Punkt dabei ist, dass die sehr flexible Betreuungszeiten anbieten. Es nutzt der durchschnittlichen wissenschaftlichen Mitarbeiterin oder der durchschnittlichen Studentin relativ wenig, wenn eine Kita von 8:00 bis 16:30 Uhr geöffnet ist. Viele Veranstaltungen finden häufig erst von 16.00 bis 18.00 Uhr oder 18.00 bis 20.00 Uhr statt. Und darauf reagieren die hochschuleigenen Angebote, indem sie ganz unterschiedliche Zeitmodelle anbieten und eben auch berücksichtigen, wie zum Beispiel die wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Karrierephase arbeitet, wenn sie ihre Promotion vorbereitet - auch oft auf einer halben Stelle Teilzeit und zu den unterschiedlichsten, buntesten Zeiten. Solche Modelle bieten auch die Möglichkeit, dass das Kind beispielsweise an drei Tagen die Woche zur Betreuung kommt oder zu unterschiedlichen Zeiten oder dass man in Prüfungszeiten oder bei Exkursionen oder Tagungen zusätzliche Zeiten in Anspruch nimmt. Das ist eigentlich der Hauptpunkt, dass Eltern an der Hochschule solche flexiblen Lösungen brauchen.“

Welche Maßnahmen wünschen Sie sich noch, damit Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Studium gelingt?

„Letztendlich kann eine einzelne Hochschule allein nicht die Voraussetzungen dafür schaffen. Wir bräuchten eigentlich ganz andere Rahmenbedingungen in Deutschland, was das wissenschaftliche Karrieresystem betrifft. Wir bräuchten früh gesicherte Perspektiven und weniger Mobilitätszwänge und befristete Arbeitsverhältnisse. In Frankreich beispielsweise ist das System ganz anders aufgebaut, da kann man auch in relativ jungen Jahren auf einer Mittelbauebene eine unbefristete Stelle bekommen, sich weiter qualifizieren und innerhalb des Systems aufsteigen. Junge Frauen haben so frühzeitig eine Perspektive, während das bei uns ein ziemliches Vabanquespiel ist, wenn man sich auf eine wissenschaftliche Karriere einlässt. Das ist meines Erachtens der Hauptgrund, dass bei uns junge Wissenschaftlerinnen heute häufig kinderlos bleiben – was in Frankreich ganz anders aussieht. Es wäre interessant, mal die Wege der wissenschaftlichen Karrieren international zu vergleichen und da von anderen Ländern das ein oder andere zu lernen!“

Das Interview führte Familie@Beruf am 23.10.2014


19.01.2015

Fachhochschule Köln erhält als erste deutsche Hochschule EU-Auszeichnung für gute Arbeitsbedingungen für Forscherinnen und Forscher

Als erster deutscher Hochschule hat die Europäische Kommission der Fachhochschule Köln das Logo „HR Excellence in Research“ verliehen, ein Gütesiegel im weltweiten Wettbewerb um Spitzen-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Es steht unter anderem für faire und transparente Einstellungsverfahren, gute Arbeitsbedingungen, Achtung vor geistigen Eigentumsrechten sowie für ein stimulierendes Arbeitsumfeld mit ausreichenden Fortbildungsangeboten.

Damit bestätigt die EU-Kommission, dass die Fachhochschule Köln bereits viele Prinzipien der Europäischen Charta für Forschende sowie des Verhaltenskodex für die Einstellung von Forschenden der Europäischen Kommission erfüllt. Sie sollen sicherstellen, dass das Verhältnis der Forschenden mit ihren Forschungseinrichtungen die Erzeugung von Wissen und den Transfer von Wissen und Technologie begünstigt. Hintergrund der EU-Initiative ist die Sorge, dass ein Mangel an Forschenden die Innovationskraft, das Wissenspotenzial und das Produktivitätswachstum der EU erheblich beeinträchtigen könnte. Um das zu verhindern, will die Europäische Union ihre Attraktivität für Forscherinnen und Forscher entscheidend verbessern. Einheitliche Standards in der Personalpolitik und neue Instrumente für die Laufbahnentwicklung von Forschenden sollen deren Karriereaussichten in Europa verbessern. „So wie wir unsere Standards für eine moderne Lehre sichtbar machen und neuberufene Professorinnen und Professoren begleiten und an die Hochschuldidaktik heranführen, zeigen wir mit unserer „Human Resources Strategy for Researchers“ potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern, dass wir internationale Standards in der Personalentwicklung unserer Forschenden umsetzen“, erläutert Prof. Dr. Klaus Becker, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der Fachhochschule Köln.
„Der kontinuierliche Ausbau der Forschungsaktivitäten“, so Becker weiter, „ist von grundlegender strategischer Bedeutung für die Weiterentwicklung der Fachhochschule Köln.“

„Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung“, betont der Präsident der Fachhochschule Köln, Prof. Dr. Christoph Seeßelberg. „Sie hilft uns dabei, die besten Bewerberinnen und Bewerber
für eine Professur an unserer Hochschule zu gewinnen und damit unser Profil weiter zu schärfen. Personalentwicklung und Nachwuchsförderung sind ein wichtiger Baustein des Hochschulentwicklungsplans der Fachhochschule Köln.“

Im Rahmen der Initiative „HR Excellence in Research“ hat die Hochschule mit ihrer „Human Resources Strategy for Researchers“ einen Vier-Jahresplan aufgestellt, der den Ausbau bereits bestehender Maßnahmen unter anderem in den Bereichen Einstellungsverfahren, Arbeitsbedingungen und Soziale Sicherheit, Chancengleichheit, Laufbahnentwicklung und -beratung sowie Mobilität und Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern vorsieht. So sollen beispielsweise zusätzlich zu dem einjährigen hochschuldidaktischen Coaching-Programm für alle neuberufenen Professorinnen und Professoren individuelle Förderkonzepte entwickelt werden. Das gilt auch für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich wissenschaftlich weiter qualifizieren wollen über eine Promotion oder im Rahmen einer Post-Doc-Phase. Desweiteren soll ein überfachliches Graduiertenzentrum für die strukturierte Doktorandenausbildung an der Hochschule aufgebaut werden, um die Betreuung von Promovendinnen und Promovenden weiter zu verbessern. Nach zwei Jahren werden die Ziele intern überprüft und nach insgesamt vier Jahren wird die Human Resources Strategy for Researchers der Hochschule erneut von der Europäischen Kommission begutachtet.

Die Fachhochschule Köln ist die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. Mehr als 23.000 Studierende werden von rund 420 Professorinnen und Professoren unterrichtet. Das
Angebot der elf Fakultäten und des ITT umfasst mehr als 80 Studiengänge aus den Ingenieur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und den Angewandten Naturwissenschaften. Die Fachhochschule Köln ist Vollmitglied in der Vereinigung Europäischer Universitäten (EUA) und gehört dem Fachhochschulverband UAS7 an. Die EU-Kommission bestätigt der Hochschule internationale Standards in der Personalentwicklung der Forscherinnen und Forscher durch ihr Logo „HR Excellence in Research“. Die Fachhochschule Köln ist zudem eine nach den europäischen Öko-Management-Richtlinien EMAS und ISO 14001 geprüfte umweltorientierte Einrichtung und als familiengerechte Hochschule zertifiziert.

Quelle: www.fh-koeln.de


13.01.2015

Dokumentation des WSI-Herbstforums 2014 - Arbeitszeiten der Zukunft: Selbstbestimmt, geschlechtergerecht, nachhaltig!

„Normalarbeitszeit“ verliert immer stärker an Bedeutung – die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen zusehends. Die Flexibilisierung von Arbeitszeiten birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Wie muss eine moderne Arbeitszeitpolitik aussehen?

Auf dem WSI-Herbstforum 2014 stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland in vier Plenarsessions und sechs Panels ihre Forschungsergebnisse vor und diskutierten gemeinsam mit fast 300 Gästen über Gestaltungsoptionen und Probleme. Die Hans Böckler Stiftung hat die Vorträge als Videos dokumentiert.

In einem Round Table von Gewerkschafter/-innen und Vertretern der Politik und in einem Podiumsgespräch mit Reiner Hoffmann, Vorsitzender des DGB, wurden die Herausforderungen an die Arbeitszeiten der Zukunft aus gewerkschaftlicher Perspektive formuliert. 

www.boeckler.de/wsi-herbstforum

Programm der Tagung (PDF)

Fotostrecke

Videos                  


12.01.2015

Studie: Fachkräfteengpässe in Unternehmen - Die Altersstruktur in Engpassberufen

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat zum ersten Mal errechnet, wie viele Beschäftigte in den kommenden 15 Jahren in Rente gehen werden, die in so genannten Engpassberufen arbeiten. Vorallem in Gesundheitsberufen und bei den Berufskraftfahrern wird es schwierig, diese Jobs erneut zu besetzen. Nach der Studie ist etwa jede vierte Fachkraft in einem Engpassberuf beschäftigt.

Im September 2014 gab es in 139 von 615 Berufsgattungen Engpässe bei den Fachkräften, vorallem in den Berufsfeldern „Gesundheit, Soziales und Bildung“ sowie „Bau- und Gebäudetechnik“. Von Engpässen spricht man, wenn die Zahl an Arbeitslosen nicht ausreicht, um alle offenen Stellen zu besetzen. Da nur etwa jede zweite offene Stelle bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldet wird, liegt ein Engpass vor, sobald weniger als 200 Arbeitslose auf je 100 gemeldete offene Stellen kommen.

Besonders starke Engpässe in 55 Berufsgattungen

Die meisten der insgesamt 55 Berufsgattungen mit starkem Engpass waren in den Berufsfeldern „Gesundheit, Soziales und Bildung“ (12 Engpassberufe), „Energie, Elektro und Mechatronik“ (9 Engpassberufe) sowie „Logistik und Sicherheit“ (7 Engpassberufe) zu verzeichnen.

Die Beschäftigten in Engpassberufen stellen eine quantitativ bedeutsame Gruppe dar: Insgesamt 6,7 von 23,9 Millionen Fachkräften arbeiteten in Engpassberufen. Die meisten Fachkräfte in Engpassberufen waren im Berufsfeld „Gesundheit, Soziales und Bildung“ beschäftigt (1,57 Millionen); das entspricht jedem dritten Beschäftigten in diesem Berufsfeld. In den Engpassberufen der „Maschinen und Fahrzeugtechnik“ arbeiteten mit 865.000 Fachkräften sogar 51 Prozent in Engpassberufen.

Der demografische Wandel erhöht den Anteil älterer Beschäftigter...

Immer mehr ältere Menschen sind erwerbstätig. Waren im Juni 1999 lediglich 5,2 Millionen Personen ab 50 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, stieg die Zahl bis zum Jahr 2013 auf 9,1 Millionen. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil älterer Beschäftigter in diesem Zeitraum von 19 auf 31 Prozent. Zwei Gründe sind für diese Entwicklung wesentlich. Zum einen rücken die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre zunehmend in die Altersgruppe der 50Jährigen und Älteren auf, zum anderen nahm die Erwerbsquote älterer Menschen in den vergangenen Jahren deutlich zu.

… und führt zu steigenden Ersatzbedarfen an Fachkräften

Der absehbare Renteneintritt der Babyboomer wird mittelfristig zu einem erhöhten Ersatzbedarf an Fachkräften führen, sofern die Nachfrage nach Fachkräften stabil bleibt. Von den 6,7 Millionen Fachkräften in Engpassberufen werden 2,1 Millionen ältere Fachkräfte innerhalb der nächsten 15 Jahre den Arbeitsmarkt verlassen und müssen ersetzt werden. Im Berufsfeld „Logistik und Sicherheit“ sind bereits heute 39 Prozent der Fachkräfte mindestens 50 Jahre alt. Im Berufsfeld „Bau und Gebäudetechnik“ sowie „Metall“ sind es 36 beziehungsweise 34 Prozent. Die Ersatzbedarfe sind hier besonders hoch und können Engpässe zukünftig weiter verstärken.

Einige Engpassberufe weisen besonders viele ältere Beschäftigte auf

In 53 Engpassberufen liegt der Anteil älterer sozialversicherungspflichtig Beschäftigter über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt von 32 Prozent. Den höchsten Anteil Älterer haben Aufsichtskräfte in der Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehung mit 51 Prozent der 21.600 Beschäftigten. An zweiter Stelle folgt die Berufsgattung Überwachung Eisenbahnverkehrsbetrieb, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, mit einem Anteil von 50 Prozent bei 10.700 Fachkräften. Auch bei Aufsichtskräften im Tiefbau und Personen mit Hochschulabschluss in der Vermessungstechnik lag der Anteil mit 46 Prozent beziehungsweise 44 Prozent sehr hoch. In diesen Engpassberufen ist zukünftig von besonders hohen Ersatzbedarfen auszugehen, die bestehende Engpässe noch zuspitzen können.

Quantitativ betrachtet wird der größte demografisch bedingte Ersatzbedarf bei Berufskraftfahrern entstehen: Etwa 230.000 von 520.000 Berufskraftfahrern – das sind 44 Prozent – waren im Dezember 2013 mindestens 50 Jahre alt und werden in absehbarer Zeit den Arbeitsmarkt verlassen. Rücken nicht genügend Nachwuchskräfte nach, wird sich der Engpass weiter verschärfen. In der Gesundheits- und Krankenpflege (ohne Spezialisierung) sind 175.000 von 568.000 Fachkräften und damit jede dritte beschäftigte Person 50 Jahre und älter. In Gesundheitsberufen kommt hinzu, dass der Bedarf an Fachkräften durch die Alterung der Gesellschaft steigt. Die Nachwuchsförderung hat hier eine besonders hohe Relevanz.

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind von Engpässen betroffen

In 105 Engpassberufen waren mindestens 50 Prozent der Fachkräfte in KMU beschäftigt. In 76 Engpassberufen war dieser Anteil höher als der gesamtwirtschaftliche Beschäftigtenanteil in KMU von 67 Prozent. In dieses Bild passt, dass KMU deutlich häufiger von Rekrutierungsschwierigkeiten berichten als große Unternehmen.

Die Studie von Sebastian Bußmann und Susanne Seyda "Fachkräfteengpässe in Unternehmen – Die Altersstruktur in Engpassberufen" (PDF)


04.01.2015

DAK-Studie: Gute Vorsätze – Deutsche wünschen sich weniger Stress, junge Erwachsene wollen Handy und PC ausschalten

Stress abbauen steht auf Platz eins der guten Vorsätze für 2015. Sechs von zehn Deutschen wünschen sich im neuen Jahr mehr Entspannung. Das gilt vor allem für die Rushhour-Generation zwischen 30 und 44 Jahren mit 68 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Studie mit 5.000 Befragten im Auftrag der DAK-Gesundheit. Erstmals untersuchte die Krankenkasse auch den Faktor Mediennutzung. Ergebnis: 30 Prozent der jungen Erwachsenen wollen 2015 öfter Handy, Computer und Internet ausschalten.

Zeitdruck im Job und Ärger in der Familie stressen die Deutschen besonders (51 und 46 Prozent). Dazu kommt das Gefühl, beruflich immer erreichbar sein zu müssen. Mehr als jeder Vierte gab an, dadurch belastet zu sein. Auch hier sind die beruflich wie privat häufig besonders eingespannten 30- bis 44-Jährigen am stärksten betroffen. Fast 40 Prozent fühlen sich durch die ständige Erreichbarkeit unter Druck. „Öfter mal abschalten ist ein gutes Mittel gegen Stress“, sagt DAK-Psychologe Frank Meiners. „Wer sich im anstrengenden Berufsalltag Ruhepausen schafft, bleibt entspannt und fördert das Gesundbleiben.“ Klare Absprachen mit dem Chef helfen dabei, den guten Vorsatz in die Tat umzusetzen.

Positive Erlebnisse gegen Stress

Neben dem Stressabbau stehen mehr Zeit für Familie und Freunde und mehr Zeit für sich selbst bei den Deutschen hoch im Kurs (55 und 48 Prozent). „Das sind gute Vorsätze, die dabei helfen, entspannt zu bleiben“, findet Frank Meiners. „Ob es das Frühstück mit dem Partner ist oder die Yogastunde nach der Arbeit, positive Erlebnisse wirken Wunder gegen Stress.“ Die DAK-Gesundheit unterstützt ihre Versicherten mit dem Online-Coaching „Relax@Fit“ ganz praktisch beim Stressabbau.

Junge Erwachsene wollen offline gehen

Für die so genannten Digital Natives zwischen 14 und 29 Jahren steht Abschalten weit oben auf der Liste der guten Vorsätze. Fast 30 Prozent wollen 2015 Handy, Computer und Internet weniger oft nutzen. Je älter die Befragten, desto weniger wichtig ist dieser Aspekt: Nur acht Prozent der Befragten in der Generation 60 plus teilen diesen Wunsch.

Mehr Sport, weniger Speck

Mehr Bewegung, gesünder essen und abnehmen – die klassischen Vorsätze sind auch 2015 in Mode (55, 48 und 34 Prozent). Positiv: Vor allem die Männer wollen im neuen Jahr bewusster essen, jeder Zweite nimmt sich dies vor. Auch Abspecken ist längst keine Frauensache mehr. Ein Drittel der Männer strebt an, die Pfunde schmelzen zu lassen.

Finanzielle Sorgen und die Angst vor einem Jobverlust sind der Umfrage zufolge kaum angestiegen. Gaben im Jahr 2009 noch 41 Prozent an, dass sie sich finanzielle Sorgen machen, so waren es 31 Prozent im Vorjahr und 33 Prozent in der diesjährigen Befragung. Die Angst vor einem Jobverlust sank von 27 Prozent im Jahr 2009 auf 16 Prozent 2013 und liegt aktuell bei 17 Prozent.

Laut DAK-Umfrage hat es 2014 mehr als jeder zweite Deutsche geschafft, seine guten Vorsätze für das neue Jahr vier Monate und länger durchzuhalten. Besonders konsequent waren die Menschen in Berlin. Die Bremer, Rheinland-Pfälzer und Niedersachsen teilen sich den letzten Platz.

Die TOP-TEN der guten Vorsätze für 2015:

  • Stress vermeiden oder abbauen (60 Prozent)
  • Mehr Zeit für Familie / Freunde (55 Prozent)
  • Mehr bewegen/Sport (55 Prozent)
  • Mehr Zeit für mich selbst (48 Prozent)
  • Gesünder ernähren (48 Prozent)
  • Abnehmen (34 Prozent)
  • Sparsamer sein (28 Prozent)
  • Weniger fernsehen (15 Prozent)
  • Weniger Handy, Computer, Internet (15 Prozent)
  • Weniger Alkohol trinken (12 Prozent)

Wer hält gute Vorsätze am längsten durch?

  • Berliner (64 Prozent)
  • Mecklenburg-Vorpommer (62 Prozent)
  • Thüringer (58 Prozent)

Wer hält gute Vorsätze am wenigsten durch?

  • Bremer (48 Prozent)
  • Niedersachsen (48 Prozent)
  • Rheinland-Pfälzer (48 Prozent)

* Repräsentative Bevölkerungsumfrage durch Forsa, 5.429 Befragte, davon je min. 100 in Bremen und im Saarland, je min. 1.000 in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen und je min. 200 in den übrigen Bundesländern. Erhebungszeitraum: 20. November bis 10. Dezember 2014.

Forsa-Umfrage: Gute Vorsätze 2015 (PDF)


23.12.2014

Neue Ausgabe des Magazins Mitbestimmung der Hans-Böckler-Stiftung

Die Ausgabe 12/2014 des Magazins widmet sich der Frage: Wie kann gute Arbeit in Zeiten des digitalen Umbruchs aussehen? und betreibt Spurensuche in Sachen Datenschutz, Schichtplan-Apps, Crowdworking, IT-Branche, Netzpolitik und Industrie 4.0

Zum Inhalt des Heftes:

  • Datenschutz im Akkord: Wegen der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt müssen Arbeitnehmervertreter Betriebs- und Dienstvereinbarungen fast im Akkord aushandeln. Das geht aber nur, wenn der Arbeitgeber mitspielt...
  • Dienstplanung per Smartphone: Mobile Anwendungen zur Personaleinsatzplanung fordern die Betriebsräte und ihre Mitbestimmung heraus. Sie müssen einen Weg finden zwischen den Bedürfnissen der Beschäftigten und dem Rationalisierungsdruck der Arbeitgeber...
  • So geht gute digitale Arbeit: Mit dem Strategiepapier für „Gute Arbeit in Zeiten des digitalen Umbruchs“ setzt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di arbeitspolitische Akzente im netzpolitischen Dialog...
  • Wie sich Klickarbeiter organisieren: Die Amazon-Plattform „Mechanical Turk“ ist das prominenteste Beispiel für Crowdwork. Das einzige ist es nicht. Auch in Deutschland verdienen Hunderttausende ihr Geld auf Plattformen im Netz. Ein Buch bringt jetzt die Debatte voran...
  • Interview: "Natürlich bietet die digitale Welt Potenziale" - IG-Metall-Vorstandsmitglied Christiane Benner ist sich sicher, dass Arbeitnehmerrechte in die digitale Arbeitswelt übertragen werden können, ohne die Kreativität zu ersticken…
  • Was kommt nach der klassischen IT? Mit dem Trend zur Cloud sorgt sich die deutsche ITK-Branche um ihr 
Geschäftsmodell. Bei Hewlett-Packard, T-Systems und sogar SAP werden Arbeitsplätze abgebaut. Arbeitnehmervertreter berichten...
  • Die Revolution hat bereits begonnen: Nach dem Smartphone kommt nun die Smart Factory. Was bedeutet das für die Arbeitnehmer? Werden sie zu Handlangern der Maschinen oder zu ihren Aufsehern? Noch bleibt beim Stichwort Industrie 4.0 vieles vage. Das dürfte sich bald ändern...
  • Interview: "Wenn wir links gehen, gehen sie rechts" - Alexander Kirchner, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, über sein Verhältnis zur Konkurrenzgewerkschaft der Lokführer, GDL, darüber, was die Bahnbeschäftigten brauchen und wie ein Tarifeinheitsgesetz aussehen müsste...
  • Lockeres Lebensgefühl: Die Programmierer von „Mein Fernbus“ oder die hippe Gemeinschaft in der Berliner Zentrale des Onlinehändlers Zalando – sie alle verzichten freiwillig auf Mitbestimmungsrechte. Ein Blick in die Start-up-Szene...
  • Interview: "Wie eine selbstgewählte Ersatzfamilie" - Markus Hertwig vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen über selbst gebastelte Arbeitnehmervertretungen ohne verbriefte Mitbestimmungsrechte…
  • Führungskraft führt SE-Betriebsrat: Die Gewerkschaft ver.di kritisiert die Wahlen zum SE-Betriebsrat beim Onlinehändler Zalando als Schaulaufen, bei dem sich die Kandidaten auf Englisch vorstellen mussten...
  • Interview: "Italien braucht eine Industriepolitik" - Maurizio Landini, Chef der italienischen Metallgewerkschaft FIOM-CGIL, über seine Alternative zur Deregulierungspolitik der Regierung Renzi...
  • In der Mitte der tunesischen Gesellschaft: Da funktioniert ein demokratischer Regierungswechsel ebenso wie der Widerstand gegen islamistische Zumutungen: Es ist die tunesische Zivilgesellschaft und die starke Gewerkschaft UGTT, die Tunesien so anders macht als Ägypten, Syrien...
  • Historischer Durchbruch: Der EGB fordert Mindeststandards für die Arbeitnehmermitbestimmung in den Aufsichts- und Verwaltungsräten aller Unternehmen, die nach europäischem Gesellschaftsrecht organisiert sind. Die einstimmig verabschiedete Resolution beendet eine jahrelange Kontroverse...
  • Studienabbrecher werden umworben: Der Ruf nach mehr Fach- und Führungskräften erreicht jetzt auch die Ersatzreserve der "Studienabbrecher". Politik und Kammern ebnen ihnen mit der Anerkennung von Studienjahren den Weg in die betriebliche Aus- und Fortbildung...
  • Aufgaben bei der Mindestlohneinführung: "Bis heute fehlt eine eindeutige Bestimmung, welche Lohnbestandteile eigentlich in den Mindestlohn eingerechnet werden dürfen", sagt Thorsten Schulten, Wissenschaftler am WSI für Arbeits- und Tarifpolitik in Europa...
  • Der Hoffnungsträger: Andreas Bausewein ist Erfurter Oberbürgermeister und als SPD-Landesvorsitzender in Thüringen Macher einer rot-rot-grünen Landesregierung...
  • Revolutionär zu Gast: Seit September 1900 lebt ein russischer Exulant in München und bildet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek weiter. Er wechselt die Namen, um sich vor der Geheimpolizei zu verstecken. Am Ende landet er bei Lenin...
  • Mein Arbeitsplatz - Die Schmiedin: Gabriele Sawitzki, 59, ist Metallbaumeisterin, betreibt in Berlin die Rixdorfer Schmiede, engagiert sich in der Berufsgenossenschaft und wurde 2014 vom Berliner Senat mit einem Sonderpreis zur Unternehmerin des Jahres gekürt...

Alle Artikel der Ausgabe 12/2014


22.12.2014

WSI Report: Arbeitszeiten in Deutschland - Entwicklungstendenzen und Herausforderungen für eine moderne Arbeitszeitpolitik

Die Arbeitszeit ist in den beiden letzten Jahrzehnten kürzer, heterogener und flexibler geworden. Von einem einheitlichen Arbeitszeitmuster kann längst nicht mehr die Rede sein. Die Entwicklung zeigt sich auch in der tariflichen Arbeitszeitpolitik: Die Verkürzung der tariflichen Wochenarbeitszeiten seit den 1980er-Jahren wurde begleitet von einer starken Flexibilisierung der Arbeitszeiten; in begrenztem Umfang wurden individuelle Zeitoptionen vereinbart.

Eine Reihe von Problemen fordert eine neue Arbeitszeitpolitik heraus: so führen Flexi-Konzepte zu sozialen und gesundheitlichen Belastungen bei den Beschäftigten; die Arbeitszeiten polarisieren sich, zwischen Frauen und Männern besteht eine große Arbeitszeitlücke (Gender Time Gap), die eng mit der beruflichen und sozialen Ungleichheit der Geschlechter verknüpft ist; Arbeitszeiten sind immer schwerer messbar und spielen bei ergebnisorientierter Leistungssteuerung in den Betrieben kaum noch die Rolle einer effektiven Begrenzung der Leistungsverausgabung. Die hier vorliegende komprimierte Bestandsaufnahme auf Basis eigener Forschungsarbeiten und einschlägiger Quellen fasst Trends und Herausforderungen zu ausgewählten Themen der Arbeitszeitentwicklung zusammen und weist auf Reformbedarfe und Gestaltungsansätze hin. Eine moderne Arbeitszeitpolitik muss darauf gerichtet sein, die Zeitsouveränität von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu erhöhen, geschlechtergerechte und lebenslauforientierte Arbeitszeiten zu fördern und Arbeitszeitregelungen durchzusetzen, die von der betrieblichen Leistungspolitik nicht unterlaufen werden. Ohne weitere Arbeitszeitverkürzungen in differenzierten Formen wird nicht nur der Gender Time Gap nicht zu schließen sein; auch die positive Funktion von Arbeitszeitverkürzungen für die Beschäftigungssicherung würde angesichts künftiger Produktivitätssteigerungen verschenkt werden.

WSI Report: Arbeitszeiten in Deutschland (PDF)


19.12.2014

Die neue Familien-Zeit: Bundesrat beschließt Familienpflegezeitgesetz und Gesetz zum Kita-Ausbau

Der Bundesrat hat am 19.12.2014 das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf gebilligt. Außerdem stimmte die Länderkammer für das Gesetz zum quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung. Die Neuregelungen können damit zum 1. Januar 2015 in Kraft treten.

In ihrer Rede vor dem Bundesrat unterstrich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: "Heute ist ein guter Tag für Familien. Wir verbessern die Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf. Wir treiben den Kita-Ausbau voran. Das ElterngeldPlus ist bereits beschlossen. Diese drei Gesetze gehören zusammen. Sie geben den Familien in unserem Land mehr Zeit. Sie sind ein wichtiger Schritt hin zu einer neuen Familien-Zeit."

Die neue Familien-Zeit

Familienpflegezeit, ElterngeldPlus und Kita-Ausbau sind Bausteine einer modernenFamilienpolitik, die auf die veränderte Lebenswirklichkeit von Familien reagiert: Immer mehr junge Mütter gehen einem Beruf nach, immer mehr Väter wollen sich stärker am Familienleben beteiligen. Zugleich gibt es in immer mehr Familienangehörige, die Pflege benötigen. Das stellt viele Menschen vor größte Herausforderungen.
"Wir nehmen diese Bedürfnisse ernst", so Manuela Schwesig, "und wir stellen mit dem ElterngeldPlus, mit der Familienpflegezeit und dem Kita-Ausbau die Weichen für eine neue Qualität bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf."
Für junge Eltern und pflegende Angehörige bringt das Jahr 2015 mehr Flexibilität und Sicherheit. Die Kinder werden besser gefördert und betreut. Außerdem wird es leichter, die Anforderungen von Familie und Berufsleben partnerschaftlich aufzuteilen. Davon profitiert nicht zuletzt auch die Wirtschaft: In Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels eröffnen sich für sie neue Perspektiven im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das ElterngeldPlus

Familie und Beruf partnerschaftlich aufzuteilen, ist der Wunsch immer mehr junger Frauen und Männer. Mit ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Arbeitszeit wird es ab 2015 einfacher, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. Künftig können Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit besser miteinander kombiniert werden. Die Höhe der Unterstützung verringert sich beim ElterngeldPlus, dafür ist
ein längerer Bezug möglich. Beide Elternteile können sich um die Kinderbetreuung kümmern und sind länger finanziell abgesichert.

Das Familienpflegezeitgesetz

Berufstätige, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, brauchen Freiräume und Sicherheit. Um die Pflege übernehmen zu können, steigen noch immer viele ganz
aus dem Erwerbsleben aus - mit weitreichenden Folgen für den beruflichen Weg und die Alterssicherung.
Mit dem Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf wird es Beschäftigten erleichtert, alles drei zu vereinbaren. Neu ist, dass in einer akut auftretenden Pflegesituation für bis zu zehn Arbeitstage Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung gezahlt wird. Neu ist der Anspruch auf Familienpflegezeit, mit der die Arbeitszeit bis zu 24 Monate lang reduziert werden kann. Außerdem gibt es die Möglichkeit ein zinsloses Darlehen in Anspruch zu nehmen.

Der Ausbau der Kindertagesbetreuung

Eltern können Familie und Beruf nur dann gut miteinander vereinbaren, wenn ihre Kinder bestmöglich betreut und gefördert werden und die Betreuungszeiten bedarfsgerecht sind. Seit Jahren unterstützt der Bund die Länder und Kommunen tatkräftig dabei, ausreichend Kita-Plätze zu schaffen. Mit dem neuen Kita-Gesetz verstärkt der Bund sein Engagement: Berücksichtigt werden künftig vor allem wichtige Qualitätsaspekte, die der ganztätigen Betreuung, der gesundheitlichen Versorgung und der Inklusion dienen. Insgesamt wird das bestehende Sondervermögen "Kinderbetreuungsaufbau" auf 1 Milliarde Euro aufgestockt. Zudem stellt der Bund dauerhaft jährlich 845 Millionen Euro für die Betriebskosten zur Verfügung - lohnende Investitionen in die Zukunft.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bmfsfj.de/Ältere Menschen
 


18.12.2014

Interview mit Dr. Hildegard Kaluza (Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW)

Familien haben Rechte – auch am Arbeitsplatz. Welche das sind, ob sie genutzt und weitere gebraucht werden – diesen Fragen ging der diesjährige Aktionstag der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW am 23. Oktober 2014 nach.
Dr. Hildegard Kaluza vom nordrhein-westfälischen Familienministerium erklärte in Ihrer Eröffnungsrede: "Heute geht´s ans Eingemachte: Wir wollen uns mit der rechtlichen Situation von Familien im Arbeitskontext beschäftigen."

Frau Dr. Kaluza, das älteste Gesetz, das für Familien wichtig ist, ist das Mutterschutzgesetz. Welche rechtlichen Bestimmungen beschäftigen uns aktuell?

Dr. Hildegard Kaluza

Dr. Hildegard Kaluza

Foto: Jürgen Kura

"Einmal das Familienpflegezeitgesetz: Bisher war es so, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwar schon aussteigen oder Teilzeit arbeiten konnten, wenn sie einen Pflegefall haben, allerdings nur freiwillig. Das heißt, dass der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin dem nicht unbedingt zustimmen musste. Zukünftig haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit. Die Neuregelungen dazu treten zu Beginn 2015 in Kraft.

Die zweite aktuelle Neureglung – das ElterngeldPlus - bezieht sich auf die andere Seite der Familie, auf die junge Familie. Wenn Eltern ein Kind bekommen, konnten sie ja schon Elterngeldzeit nehmen. Allerdings halbierte sich diese, wenn beide parallel Teilzeit arbeiteten. Durch das ElterngeldPlus wird das partnerschaftliche Modell - beide arbeiten gleichzeitig Teilzeit und beziehen Elterngeld - verbessert. Sie können das jetzt den gesamten Zeitraum, die vollen 14 Monate parallel tun und erhalten nochmal 4 Monate zusätzlich, wenn sie in einem bestimmten Umfang parallel Teilzeit arbeiten. Das neue Gesetz zum ElterngeldPlus tritt zum 1. Januar 2015 in Kraft und gilt für Geburten ab dem 1. Juli 2015."

Was – außer einem soliden rechtlichen Rahmen – brauchen Familien noch, damit ihnen die Vereinbarkeit von Arbeit, Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben gelingt?

"Rechtliche Regelungen allein reichen nicht. Wir haben beim Aktionstag ausführlich über den kulturellen Aspekt gesprochen: Es nützt ja kein Recht, wenn ich es nicht nutze, weil ich Angst habe, dass ich diskriminiert werde, dass meine Karriere dann nicht weiter funktioniert oder im familiären Kontext eine sehr traditionelle Auffassung herrscht. Es muss sich kulturell etwas ändern und diesen kulturellen Prozess müssen wir anstoßen. Ich denke, eine gute Möglichkeit ist, wenn man direkt ins Gespräch kommt. Der Aktionstag hat diese Funktion: dort kommen wir mit allen Akteuren ins Gespräch, die dann wiederum in ihren Feldern auch für ein partnerschaftliches Modell, für ein modernes Familienbild werben und sich dafür einsetzen, dass Vereinbarkeit gelingt."


17.12.2014

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack fordern familienbewusstere Arbeitszeiten

Anlässlich der familienpolitischen Tagung des DGB am 17.12.2014 in Berlin haben die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig und die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack angekündigt, sich gemeinsam für mehr Arbeitszeitsouveränität von Beschäftigten einzusetzen.

Bundesministerin Manuela Schwesig betonte dabei das gemeinsame Interesse von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften: "Immer mehr Menschen wünschen sich Zeit für die Familie, aber auch Zeit
für den Beruf. Dieser Wunsch nach mehr Zeitsouveränität ist ein klarer Auftrag an alle Verantwortlichen, Arbeitszeitmodelle innovativer zu gestalten. Familienbewusste Arbeitszeiten geben den Familien mehr Flexibilität und helfen gleichzeitig den Unternehmen, Fachkräfte zu halten. Daher mache ich mich weiterhin stark für eine Familienarbeitszeit, in der beide Elternteile in vollzeitnahen Modellen arbeiten können. Mit dem Ausbau der Kinderbetreuung, dem neuen ElterngeldPlus und der Familienpflegezeit haben wir bereits die ersten wichtigen Schritte für eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie
und Beruf gemacht."
"Ein Großteil der Beschäftigten hat zu wenig Einfluss auf Lage und Umfang der Arbeitszeit. Überstunden sind für viele an der Tagesordnung", so die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. "Der DGB begrüßt deshalb die von Ministerin Schwesig angestoßene Debatte zur Familienarbeitszeit. Eltern müssen ihre Arbeitszeiten flexibler an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen können. Mütter und Väter müssen auch häufiger von zu Hause aus arbeiten können."
Gewerkschafter/innen und Betriebs- und Personalräte diskutierten auf der DGB-Tagung, wie sich lebensphasenorientierte und familienbewusste Arbeitszeitmodelle besser umsetzen lassen. Gesetzliche Rahmenbedingungen sowie Regelungen in den Branchen und Betrieben sind notwendig, damit Phasen kürzerer Arbeitszeiten nicht automatisch zu Nachteilen für die Betroffenen führen. Ziel einer lebensphasenorientierten Personalpolitik muss sein, den Lebenswegen der Beschäftigten besser gerecht zu werden.

Anlässlich der Tagung wurde auch die Verlängerung des gemeinsamen Kooperationsprojektes "Familie und Beruf gestalten!" bekannt gegeben. Mit dem Projekt werden seit 2007 Betriebs- und Personalräte geschult, um die Umsetzung von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen in den Betrieben zu fördern und konkret zu verankern.


17.12.2014

pro Wirtschaft GT: Praxisbeispiele familienfreundlicher Unternehmen

Das Lokale Bündnis für Familie im Kreis Gütersloh hat eine neue Broschüre mit Best-Practice-Beispielen familienfreundlicher Unternehmen und Institutionen im Kreis Gütersloh veröffentlicht. Die individuellen Lösungen und praxisnahen Ideen stammen von Unternehmen, die in den letzten Jahren am Wettbewerb "familie gewinnt" teilgenommen haben.

Insgesamt haben sich von 2007 bis 2013 nunmehr 116 Unternehmen und Institutionen beteiligt. 18 davon zeigten mit ihrer wiederholten Teilnahme am Wettbewerb, dass ihnen das Thema Familienfreundlichkeit nachhaltig wichtig ist und sie fortlaufend ihre Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterentwickeln.

Familienfreundlichkeit fördert Motivation der Mitarbeitenden

Von einer familienbewussten und lebensphasenorientierten Personalpolitik profitieren nicht nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitenden die wichtige Balance zwischen Kindererziehung, Pflege und Beruf ermöglichen, gewinnen ebenso, denn Familienfreundlichkeit ist weit mehr als eine Strategie gegen demografischen Wandel und Fachkräftemangel: Sie fördert Motivation und Identifikation, Sinnerfüllung und Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden. Darüber hinaus stärkt sie Arbeitgeber im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte und steigert die Kundenbindung.

Fester Bestandteil vieler Unternehmen

In dieser Publikation stellt das Lokale Bündnis für Familie im Kreis Gütersloh - eine Kooperation der Bertelsmann Stiftung, des Kreises Gütersloh und der pro Wirtschaft GT GmbH - die zahlreichen Möglichkeiten familienfreundlicher Maßnahmen und Konzepte vor, die für die Region ein wichtiger Standortfaktor und im Kreis Gütersloh bereits fester Bestandteil vieler Unternehmen sind. Es zeigt sich erneut, dass eine familienfreundliche Unternehmenskultur einen hohen Nutzen hat und unabhängig von der Unternehmensgröße umsetzbar ist – dies stellen die aufgeführten Betriebe und Institutionen eindrucksvoll dar.

Diese Praxisbeispiele aus dem Kreis Gütersloh dienen als Inspiration, als Fundgrube für Anregungen und laden zum Nachahmen ein.

Die Broschüre gibt es bei Elke Pauly, Telefon: 05241 851092 oder auf www.pro-wirtschaft-gt.de.

www.pro-wirtschaft-gt.de/praxisbeispiele-familienfreundlicher-unternehmen


12.12.2014

Studie: Flexibilität hilft nicht allen

Fast jeder fünfte Beschäftigte in den europäischen Ländern hat Schwierigkeiten, Erwerbsarbeit, familiäre und andere soziale Verpflichtungen zeitlich unter einen Hut zu bekommen. Das zeigt eine repräsentative Erhebung der EU zu den Arbeitsbedingungen in Europa.

WSI-Forscherin Yvonne Lott hat den Datensatz genauer unter die Lupe genommen. Sie hat untersucht, welche Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Formen der Arbeitszeitregulierung und den Chancen der Beschäftigten bestehen, Job und Außerberufliches zu vereinbaren. Ihre Berechnungen beruhen auf Angaben von rund 33.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Die wichtigste Erkenntnis: Flexible und selbstbestimmte Arbeitszeiten kommen den meisten Beschäftigten entgegen. Allerdings gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Schweden oder den Niederlanden bislang weitaus besser als in Deutschland.

Weitere Informationen unter www.boeckler.de/Veröffentlichungen


11.12.2014

Förderung von Frauen in Führungspositionen: Kabinett beschließt Gesetzentwurf zur Frauenquote

Das Bundeskabinett hat am 11.12.2014 den Entwurf für ein Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst beschlossen. Der von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und von dem Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz vorgelegte Gesetzentwurf hat das Ziel, den Anteil von Frauen in den Führungsgremien von Wirtschaft und Verwaltung wesentlich zu erhöhen.

Nach jahrelangen Debatten, gescheiterten Versuchen der Selbstverpflichtungen und zahlreichen Appellen steht fest: Die Geschlechterquote (Frauenquote) kommt, so wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Die Einführung einer gesetzlichen Quote ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu tatsächlicher Chancengleichheit von Frauen und Männern und wird zu einem Wandel in der Wirtschafts- und Arbeitswelt beitragen.

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig: "Dass wir heute im Kabinett den Gesetzentwurf verabschiedet haben, ist ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung. Seit 20 Jahren garantiert das Grundgesetz in Art. 3 die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen. Sie ist aber nicht Lebensrealität. Jetzt machen wir ernst - und sorgen mit der Quote für mehr Chancengleichheit für Frauen und Männer. Es war immer so, dass Frauen sich Gleichberechtigung hart erkämpfen mussten. Und das gilt auch noch heute. Dieses Gesetz wird einen Kulturwandel in der Arbeitswelt einleiten. Nur wenn es an der Spitze eines Unternehmens Gleichberechtigung gibt, wird das auch für den Rest der Mannschaft gelten. Sobald mehr Frauen in Führungspositionen Verantwortung übernehmen, werden gleiche Chancen in den Unternehmen insgesamt selbstverständlicher. Ich bin überzeugt: Mit diesem Gesetz kommt ein Prozess in Gang, der Führungs- und Unternehmenskultur in unserem Land verändern wird."

Bundesjustizminister Heiko Maas: "Heute ist ein guter Tag, nicht nur für die Frauen, sondern auch für die deutsche Wirtschaft: Die Frauenquote kommt - so wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Die letzten Zuckungen eines jahrelangen Kulturkampfes um die Quote sind ausgestanden. Die Quote wird für mehr Chancengleichheit sorgen. Den Vorwand, es gäbe nicht genug qualifizierte Frauen, lassen wir nicht gelten. Denn: Noch nie waren so viele Frauen so gut ausgebildet wie heute. Deshalb bin ich sicher, dass am Ende kein einziger Sitz in den Aufsichtsräten frei bleiben wird. Davon werden auch Deutschlands Unternehmen profitieren. Frauen sind mindestens ebenso gute Chefinnen wie Männer. Die Quote wird Strukturen aufbrechen und die Unternehmenskultur verbessern. Mehr Frauen in Führungspositionen werden andere Frauen nachziehen. Ich hoffe, dass die Quote nur als eine Starthilfe erforderlich ist und die Unternehmen sie schon bald nicht mehr brauchen."

Der Gesetzentwurf sieht für den Bereich der Privatwirtschaft im Wesentlichen folgende Regelungen vor:

  • Für Aufsichtsräte von Unternehmen, die börsennotiert sind und der paritätischen Mitbestimmung unterliegen, gilt künftig eine Geschlechterquote von 30 Prozent. Die Quotenregelung greift damit bei Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien mit in der Regel mehr als 2000 Arbeitnehmern sowie bei Europäischen Aktiengesellschaften (SE), bei denen sich das Aufsichts- oder Verwaltungsorgan aus derselben Zahl von Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzt. Insgesamt betroffen sind derzeit 108 Unternehmen.
  • Sie müssen die Quote ab 2016 sukzessive für die dann neu zu besetzende Aufsichtsratsposten beachten. Bei Nichterfüllung ist die quotenwidrige Wahl nichtig. Die für das unterrepräsentierte Geschlecht vorgesehenen Plätze bleiben rechtlich unbesetzt ("leerer Stuhl").
  • Unternehmen, die entweder börsennotiert oder mitbestimmt sind, werden verpflichtet, Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten, Vorständen und obersten Management-Ebenen festzulegen. Über die Zielgrößen und deren Erreichung müssen sie öffentlich berichten. Der Kreis der betroffenen Unternehmen erfasst neben Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien auch GmbHs, eingetragene Genossenschaften und Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit mit in der Regel mehr als 500 Arbeitnehmern. In der Summe unterliegen etwa 3500 Unternehmen der Zielgrößenverpflichtung.
  • Eine Mindestzielgröße ist nicht vorgesehen. Die Unternehmen können sie selbst setzen und sich an ihren Strukturen ausrichten. Dabei sind folgende Vorgaben zu beachten: Liegt der Frauenanteil in einer Führungsebene unter 30 Prozent, so dürfen die Zielgrößen nicht hinter dem tatsächlichen Status Quo zurückbleiben.
  • Die in 2015 erstmals festzulegende Frist zur Erreichung der Zielgrößen darf nicht länger als zwei Jahre sein. Die folgenden Fristen dürfen nicht länger als fünf Jahre sein.

Für den öffentlichen Dienst enthält der Gesetzentwurf folgende Regelungen:

  • Damit der Bund mit gutem Beispiel vorangeht, wird das Bundesgremienbesetzungsgesetz mit dem Ziel der paritätischen Vertretung von Frauen und Männern in Gremien novelliert, deren Mitglieder der Bund bestimmen kann. Für die Besetzung von Aufsichtsgremien, in denen dem Bund mindestens drei Sitze zustehen, gilt ab 2016 eine Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent für alle Neubesetzungen dieser Sitze. Ab dem Jahr 2018 ist es Ziel, diesen Anteil auf 50 Prozent zu erhöhen. Für wesentliche Gremien, in die der Bund Mitglieder entsendet, gilt das gleiche Ziel.
  • Zur Erhöhung des Frauenanteils an Führungspositionen im öffentlichen Dienst des Bundes sowie zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Berufstätigkeit wird zudem das Bundesgleichstellungsgesetz umfassend novelliert. Die Bundesverwaltung wird künftig insbesondere verpflichtet, sich für jede Führungsebene konkrete Zielvorgaben zur Erhöhung des Frauen-beziehungsweise Männeranteils zu setzen. Zielvorgaben und Maßnahmen sind im Gleichstellungsplan der jeweiligen Dienststelle darzustellen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bmfsfj.de/Presse


04.12.2014

Väterorientierung in deutschen Unternehmen: Neue Umfrageergebnisse des Unternehmensnetzwerks "Erfolgsfaktor Familie"

Gemeinsam mit dem Bundesverband der Personalmanager (BPM) rief das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Herbst 2014 Personalmanagerinnen und -manager dazu auf, sich an einer Online-Befragung zum Thema Väterorientierung in deutschen Unternehmen zu beteiligen. Insgesamt nahmen 1.737 Personen aus Unternehmen verschiedener Branchen und aller Größen an der Befragung zur strategischen Bedeutung und Entwicklungstrends der Väterförderung teil. Die Befragung fand vom 30. September bis zum 10. Oktober 2014 statt.

Zentrale Ergebnisse

Rund 83 Prozent der Personalverantwortlichen haben in den vergangenen fünf Jahren festgestellt, dass die Erwartungen von Vätern mit Blick auf die Realisierung ihrer flexiblen Arbeitswünsche gestiegen sind. Und 84 Prozent erwarten, dass Väter Angebote für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zukünftig noch stärker nachfragen werden. Die Personalverantwortlichen verzeichnen Vorteile väterfreundlicher Personalpolitik: 88 Prozent der Befragten sehen positive Auswirkungen auf die Produktivität.

Zudem sind sich fast alle Befragten (95 Prozent) einig, dass Unternehmen mit flexiblen Arbeitsmodellen attraktiver für qualifizierte männliche Fachkräfte sind. Die meisten Unternehmen (69 Prozent) bieten zwar bereits umfangreiche familienfreundliche Maßnahmen an. Dennoch werden sie in 6 von 10 Unternehmen häufiger von Müttern als von Vätern genutzt. Und: Mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) kennt "seine Väter" nicht – wobei KMU deutlich besser informiert sind als Großunternehmen.

Flexible Arbeitsmodelle können die Väter nur teilweise nutzen. So bieten beispielsweise vier von zehn Unternehmen ihren männlichen Beschäftigten keine vollzeitnahen Arbeitsmodelle an. Nur ein Teil der Unternehmen (38 Prozent) ermutigt Väter, sich partnerschaftlich zu engagieren. Die Unternehmen messen den Stellschrauben einer väterfreundlichen Personalpolitik eine hohe Bedeutung bei. Die Umsetzung ist in der Praxis deutlich weniger ausgeprägt. So halten z.B. 93 Prozent der Befragten vollzeitnahe Arbeitszeitmodelle für Väter und Mütter für wichtig, tatsächlich bieten dies aber nur 58 Prozent an.

Handlungsbedarf besteht insbesondere in der Entwicklung von vollzeitnahen Arbeitszeitmodellen, der zielgerichteten Ansprache der Väter und der Förderung der Vorbildfunktion männlicher Führungskräfte, die zeigen: Vatersein und beruflicher Erfolg schließen sich nicht aus. Fazit ist: Die Unternehmen sind auf dem Weg. Fast zwei Drittel (63 Prozent) möchten in Zukunft Vätern vermehrt individuelle, flexible und mobile Arbeitsmodelle anbieten.

Einschätzung von Personalverantwortlichen zur Väterorientierung in deutschen Unternehmen. Zentrale Ergebnisse (PDF)


04.12.2014

Bundestag verabschiedet Gesetzentwurf zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Der Deutsche Bundestag hat am 4.12.2014 den Gesetzentwurf zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf in zweiter/dritter Lesung verabschiedet. Mit diesem Gesetzentwurf werden die Möglichkeiten des Pflegezeitgesetzes und des Familienpflegezeitgesetzes enger miteinander verzahnt und weiterentwickelt. Pflegende Angehörige werden dadurch spürbar entlastet.

"Viele Menschen in Deutschland möchten ihre Angehörigen pflegen, leiden jedoch unter der Doppelbelastung von Pflege und Beruf. Wir bieten nun den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehr Unterstützung, um diese besondere Situation zu meistern, ohne dabei ihren Beruf aufgeben zu müssen", sagte Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig.

Die Einführung des Pflegeunterstützungsgeldes als Lohnersatzleistung bei kurzzeitiger Arbeitsverhinderung sowie der Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Darlehen und der Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit, schaffen dabei Sicherheit und Verlässlichkeit.

"Wir wollen den Familien, insbesondere für sehr belastende Situationen, den Rücken stärken", so Schwesig weiter. Daher wird auch künftig eine Freistellung möglich sein, wenn ein pflegebedürftiges minderjähriges Kind außerhäuslich betreut werden soll. Eine Begleitung in der letzten Lebensphase findet ebenfalls Berücksichtigung.

Die Gesamtdauer der Freistellungsmöglichkeiten, die auchkombiniert werden können, beträgt insgesamt 24 Monate. Darüber hinaus wird der Kreis der pflegebedürftigen nahen Angehörigen zeitgemäß erweitert. Künftig werden auch Stiefeltern, Schwägerinnen und Schwäger sowie lebenspartnerschaftsähnliche Gemeinschaften einbezogen. Diese Neuregelungen sollen zu Beginn 2015 in Kraft treten.

In Deutschland werden derzeit 1,85 Millionen Menschen zu Hause gepflegt - zwei Drittel davon ausschließlich durch Angehörige. Eine Umfrage im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hat ergeben, dass sich bei 79 Prozent der pflegenden Angehörigen Beruf und Pflege nur schlecht miteinander vereinbaren lassen.

Die sechs Aspekte des Gesetzentwurfs

10-tägige Auszeit im Akutfall mit Lohnersatzleistung

Beschäftigte, die kurzfristig Zeit für die Organisation einer neuen Pflegesituation benötigen, können im Rahmen der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung bis zu zehn Tage der Arbeit fernbleiben. Neu ist, dass dies mit einem Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld, vergleichbar mit dem Kinderkrankengeld, verbunden wird - eine Lohnersatzleistung, die den Verdienstausfall in dieser Zeit zu einem Großteil auffängt.

Sechs Monate Pflegezeit mit zinslosem Darlehen und Rechtsanspruch

Beschäftigte haben auch künftig einen Anspruch auf eine vollständige oder teilweise Freistellung von bis zu sechs Monaten. Dieser Anspruch wird künftig durch einen Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Darlehen ergänzt. Dieses Darlehen zur besseren Absicherung des Lebensunterhalts können die Beschäftigten direkt beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) beantragen. Das Darlehen wird in monatlichen Raten ausgezahlt und deckt die Hälfte des durch die Arbeitszeitreduzierung fehlenden Nettogehalts ab. Auf entsprechenden Antrag kann auch ein niedrigeres Darlehen - bis zu einer Mindesthöhe von 50 Euro monatlich - in Anspruch genommen werden.

Familienpflegezeit als Rechtsanspruch mit zinslosem Darlehen

Neu im Gesetzentwurf ist die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Familienpflegezeit. Beschäftigte sind künftig für die Dauer von bis zu 24 Monaten bei einer verbleibenden Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden teilweise freizustellen, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen. Zusätzlich erhalten sie einen Anspruch auf ein zinsloses Darlehen.

Der Begriff der nahen Angehörigen wird erweitert

Bisher waren es Großeltern und Eltern, Schwiegereltern, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwister, Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners, Schwieger- und Enkelkinder. Hinzu kommen nun auch Stiefeltern, Schwäger/innen, lebenspartnerschaftsähnliche Gemeinschaften.

Betreuung pflegebedürftiger Kinder

Auch können Beschäftigte (Eltern) für ein pflegebedürftiges Kind, das nicht zu Hause sondern in einer außerhäuslichen Einrichtung betreut wird, wahlweise und flexibel, wie bei der Pflegezeit, eine maximal 6-monatige vollständige oder teilweise Freistellung oder wie bei der Familienpflegezeit eine maximal 24-monatige teilweise Freistellung in Anspruch nehmen.

Begleitung in der letzten Lebensphase

In der letzten Lebensphase - zum Beispiel wenn ein Angehöriger im Hospiz ist - besteht für maximal 3 Monate ebenfalls die Möglichkeit, die Arbeitszeit ganz oder teilweise zu reduzieren, um den nahen Angehörigen zu begleiten.

Auf einen Blick: Übersicht über den Gesetzentwurf zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf (PDF)


04.12.2014

Studie zu Migrantinnen und Migranten in kleineren Unternehmen

In 70 Prozent der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen werden mittlerweile auch Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigt - deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (62 Prozent). Und beinahe jedes zweite Unternehmen (45 Prozent) möchte seine Chancen zur Fachkräftesicherung verbessern.

Allerdings geben insbesondere kleinere Unternehmen mangelnde Sprachkenntnisse der Migrantinnen und Migranten und fehlende eigene Kompetenz zum Umgang mit Vielfalt oft als Einstellungshindernis an. Dies sind Ergebnisse einer Studie zu Migrantinnen und Migranten in kleinen und mittleren Unternehmen, die das NRW-Integrationsministerium beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Auftrag gegeben hatte.

„Es ist erfreulich, dass viele Betriebe die besonderen Potentiale von Menschen mit Migrationshintergrund – also Fremdsprachenkenntnisse, ausländische Berufserfahrungen und interkulturelle Kompetenzen – als Erfolgsfaktoren für ihr Unternehmen ansehen“, sagte Integrationsminister Guntram Schneider zur Vorstellung der Studie in Düsseldorf.

„Bereits 40 Prozent der Kinder zwischen drei und sechs Jahren haben einen Migrationshintergrund, ein großes Potential, das wir nutzen wollen und müssen. Viele Unternehmen klagen heute schon über fehlenden Fachkräftenachwuchs. Wenn wir nicht gegensteuern würden, drohte in NRW bis 2020 möglicherweise eine Lücke von über 600.000 Fachkräften“, so Schneider weiter. „Es ist also sehr erfreulich, dass immer mehr Unternehmen langsam die Potentiale der Migrantinnen und Migranten erkennen. Immerhin hat in den letzten zwei Jahren jedes zweite Unternehmen in NRW Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund eingestellt.“

Allerdings – so der Minister weiter – hätten insbesondere kleinere Unternehmen hier noch Nachholbedarf: Während in größeren Betrieben (250 und mehr Beschäftigte) in NRW der Migrantenanteil 20 Prozent beträgt, sind es bei kleineren Unternehmen nur etwa halb so viele (11 Prozent). Außerdem sähen viele Unternehmen auch noch Probleme; so befürchteten sie mangelnde Sprachkenntnisse (86 Prozente) und fehlende fachliche Kompetenzen (60 Prozente) der Migrantinnen und Migranten. Den Unternehmen selbst fehlen oft Kenntnisse zur Umsetzung der Vielfalt im Betrieb („Diversity Management“) und Informationen über das Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

Die Landesregierung werde bei den in der Studie benannten Defiziten ansetzen, so Minister Schneider: „Wir werden auf die Unternehmen, aber auch auf die Migrantinnen und Migranten zugehen. Mit unseren arbeitsmarkt- und integrationspolitischen Einrichtungen und Instrumenten werden wir gezielte Information und Beratung anbieten.“ Die vom Land aufgebauten mehr als 100 Beratungsstellen zur beruflichen Entwicklung sollen bei den Migrantinnen und Migranten wie auch in den Unternehmen stärker bekannt gemacht werden; zu ihren Aufgaben gehört auch die Beratung über die Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Darüber hinaus soll die vorhandene Beratungsstruktur zur Qualifizierungsberatung von Unternehmen, die bisher auch zum Förderinstrument Bildungsscheck berät, weiterentwickelt werden. Außerdem wird das Ministerium im kommenden Jahr insbesondere einige kleinere und mittlere Unternehmen zu einem Erfahrungsaustausch darüber einladen, wie interkulturelle Kompetenzen entwickelt und eingesetzt werden können. Ferner werden die Kommunalen Integrationszentren und Integrationsagenturen in NRW umfassend auf berufsorientierte Sprachkurse hinweisen.
Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Menschen mit Migrationshintergrund finden überwiegend in den Bereichen Produktion und Dienstleistungen eine Beschäftigung (9 von 10 Unternehmen).
  • Unternehmen in NRW rekrutieren im Vergleich zu den übrigen Bundesländern häufiger Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund aus dem Inland (NRW: 57 Prozent, Deutschland: 53 Prozent), im Gegensatz zur Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland.
  • Darüber hinaus fehlen vielen Betrieben (48 Prozent) Informationen über die im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen.
  • Rund 40 Prozent der Betriebe geben an, dass Ihnen die Kompetenzen zur aktiven Förderung der kulturellen Vielfalt fehlen; allerdings erwartet nur ein Fünftel bei der Förderung von kultureller Vielfalt im Betrieb Akzeptanzprobleme innerhalb der Belegschaft.

Die vom NRW-Integrationsministerium beim Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) in Auftrag gegebene Studie trägt den Titel: „Beschäftigung von Zuwanderinnen und Zuwanderern und kulturelle Vielfalt in nordrhein-westfälischen Unternehmen“. Sie gibt Auskunft darüber, wie sich insbesondere kleinere Betriebe in Nordrhein-Westfalen auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einstellen und welche Rolle Menschen mit Migrationshintergrund künftig zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zukommt.

Die Studie basiert auf einer repräsentativen Unternehmensbefragung, auf die insgesamt 1826 deutsche Unternehmen geantwortet haben. In einer erweiterten Stichprobe wurden Antworten von 612 Unternehmen in NRW einbezogen.


Quelle: MAIS NRW, 19. November 2014

Studie zu Migrantinnen und Migranten in kleineren Unternehmen (PDF)


14.11.2014

Gesetzentwurf zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf in erster Lesung im Bundestag

Im Deutschen Bundestag fand am 14.11.2014 die erste Lesung des Gesetzentwurfs zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf statt. Mit diesem Gesetzentwurf werden die Möglichkeiten des Pflegezeitgesetzes und des Familienpflegezeitgesetzes enger miteinander verzahnt und weiterentwickelt. Pflegende Angehörige werden dadurch spürbar entlastet.

"Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfahren die Doppelbelastung von Pflege und Beruf. Wir bieten den Angehörigen nun eine größere Sicherheit, dass sie sich um ihre Angehörigen kümmern können, wenn sie pflegebedürftig sind, ohne ihren Beruf aufgeben zu müssen", sagte Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig.

Zentrale Neuerungen sind der Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit, der Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Darlehen sowie die Einführung des Pflegeunterstützungsgeldes als Lohnersatzleistung bei kurzzeitiger Arbeitsverhinderung. "Wir wollen den Familien, insbesondere für sehr belastende Situationen, den Rücken stärken", so Schwesig.

Daher wird auch künftig eine Freistellung möglich sein, wenn ein pflegebedürftiges minderjähriges Kind außerhäuslich betreut werden soll. Eine Begleitung in der letzten Lebensphase findet ebenfalls Berücksichtigung. Die Gesamtdauer der Freistellungsmöglichkeiten, die auch kombiniert werden können, beträgt insgesamt 24 Monate. Darüber hinaus wird der Kreis der pflegebedürftigen nahen Angehörigen zeitgemäß erweitert. Künftig werden auch Stiefeltern, Schwägerinnen und Schwäger sowie lebenspartnerschaftsähnliche Gemeinschaften einbezogen. Diese Neuregelungen sollen zu Beginn 2015 in Kraft treten.

In Deutschland werden derzeit 1,85 Millionen Menschen zu Hause gepflegt - zwei Drittel davon ausschließlich durch Angehörige. Eine Umfrage im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hat ergeben, dass sich bei 79 Prozent der pflegenden Angehörigen Beruf und Pflege nur schlecht miteinander vereinbaren lassen.

Die drei Säulen des Gesetzentwurfs

10-tägige Auszeit im Akutfall mit Lohnersatzleistung

Beschäftigte, die kurzfristig Zeit für die Organisation einer neuen Pflegesituation benötigen, können im Rahmen der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung bis zu zehn Tage der Arbeit fernbleiben. Neu ist, dass dies mit einem Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld, vergleichbar mit dem Kinderkrankengeld, verbunden wird - eine Lohnersatzleistung, die den Verdienstausfall in dieser Zeit zu einem Großteil auffängt.

Sechs Monate Pflegezeit mit zinslosem Darlehen und Rechtsanspruch

Beschäftigte haben auch künftig einen Anspruch auf eine vollständige oder teilweise Freistellung von bis zu sechs Monaten. Dieser Anspruch wird künftig durch einen Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Darlehen ergänzt. Dieses Darlehen zur besseren Absicherung des Lebensunterhalts können die Beschäftigten direkt beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) beantragen. Das Darlehen wird in monatlichen Raten ausgezahlt und deckt die Hälfte des durch die Arbeitszeitreduzierung fehlenden Nettogehalts ab. Auf entsprechenden Antrag kann auch ein niedrigeres Darlehen - bis zu einer Mindesthöhe von 50 Euro monatlich - in Anspruch genommen werden.

Familienpflegezeit als Rechtsanspruch mit zinslosem Darlehen

Neu im Gesetzentwurf ist die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Familienpflegezeit. Beschäftigte sind künftig für die Dauer von bis zu 24 Monaten bei einer verbleibenden Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden teilweise freizustellen, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen. Zusätzlich erhalten sie einen Anspruch auf ein zinsloses Darlehen.

Ebenfalls in den Gesetzentwurf aufgenommen wurden Freistellungen zur Betreuung eines minderjährigen pflegebedürftigen Kindes in einer außerhäuslichen Einrichtung sowie zur Begleitung von nahen Angehörigen in ihrer letzten Lebensphase.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bmfsfj.de/Ältere Menschen


13.11.2014

Broschüre "Neue Wege im Gesundheits- und Pflegebereich"

Die Broschüre "Neue Wege im Gesundheits- und Pflegebereich - Innovative Ansätze zur Arbeitsmarktintegration, interkulturellen Öffnung und Fachkräftesicherung" zeigt am Beispiel von sieben XENOS-Projekten, wie es gelingen kann, benachteiligte (junge) Menschen für Berufe in der Gesundheitswirtschaft zu interessieren und zur Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung in diesem Bereich zu motivieren.

Darüber hinaus werden unterschiedliche Ansätze der Projekte zur interkulturellen Öffnung der Gesundheitsbranche dargestellt. Der Anriss gesellschaftspolitischer Themen und der dazu passenden XENOS-Ansätze findet sich in dieser Broschüre ebenso wie detaillierte Projektprofile. Neben der Verbreitung guter Ideen wollen die Herausgeber/-innen von XENOS Panorama Bund mit dieser Broschüre bei potenziellen Transfernehmern wie Jobcenter, Schulen, Unternehmen, Einrichtungen der Gesundheitsbranche, politischen und sozialen Akteuren, das Interesse an den transferfähigen Produkten der Projekte wecken, die in den Projektdarstellungen explizit zu finden sind. Durch verschiedene Interviews und der Präsentation von "Erfolgsstories" lockert Autorin Elke Biester den Stoff zusätzlich auf.

Hier können Sie die Broschüre downloaden


11.11.2014

Unternehmen unterstützen Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Väter erwarten mehr Angebote aus der Wirtschaft

Von einer familienfreundlichen Arbeitswelt profitieren auch die Unternehmen. Darauf hat die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig bei einem Treffen mit den Regionalbotschafterinnen und -botschaftern des Unternehmensprogramms "Erfolgsfaktor Familie" hingewiesen. Arbeitgeber, die eine partnerschaftliche Aufteilung von familiären und beruflichen Aufgaben unterstützen, könnten sich im Wettbewerb um Fachkräfte einen handfesten Vorteil verschaffen.

"Viele Väter wünschen sich heutzutage mehr Zeit für die Familie", betonte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. "Wir brauchen deshalb eine neue Qualität der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mütter und Väter brauchen neue Angebote, wenn Unternehmen sie als Arbeitskräfte halten und gewinnen möchten", so Schwesig weiter.

Mit den Vertretern des Unternehmensprogramms "Erfolgsfaktor Familie" verständigte sie sich beim Treffen im Bundesfamilienministerium auf fünf Leitlinien für eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen wie vollzeitnahe Arbeitszeitmodelle für beide Elternteile.

Männliche Beschäftigte und Führungskräfte sollen ermutigt werden, familienfreundliche Angebote genauso in Anspruch zu nehmen wie Frauen. Die Regionalbotschafterinnen und -botschafter sagten zu, das Thema der partnerschaftlichen Aufgabenteilung in Familie und Beruf bundesweit in die Fläche zu tragen. Durch Infoveranstaltungen, Workshops sowie Unternehmensbesuche wollen sie vor allem unter männlichen Arbeitnehmern für die Angebote werben.

Ein Großteil der deutschen Unternehmen misst dem Thema Väterunterstützung inzwischen größere Bedeutung zu. Dies belegt eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes der Personalmanager (BPM) in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium. Mehr als 80 Prozent der 1.737 befragten Personalverantwortlichen sahen demnach eine gestiegene Erwartungshaltung der Väter an betriebliche Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In der Praxis unterstützen Arbeitgeber bisher die Beschäftigten in dieser Hinsicht aber  nur zum Teil.

Mehr Informationen zu den Botschafterinnen und Botschaftern, der BPM-Befragung und den "Leitlinien für eine väterorientierte Personalpolitik"


07.11.2014

ElterngeldPlus im Deutschen Bundestag verabschiedet

Neuregelungen erleichtern die Kombination von Elterngeldbezug und Teilzeit: Der Bundestag hat am 7.11.2014 in zweiter und dritter Lesung das Gesetz zum ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit verabschiedet. Mit den Neuregelungen soll es für Mütter und Väter künftig einfacher werden, Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren. Außerdem wird die Elternzeit flexibler gestaltet. Das neue Gesetz zum ElterngeldPlus tritt zum 1. Januar 2015 in Kraft und gilt für Geburten ab dem 1. Juli 2015.

"Mit dem ElterngeldPlus und einer flexibleren Elternzeit ermöglichen wir es mehr Frauen und Männern, ihre Anforderungen in der Familie und im Beruf partnerschaftlich aufzuteilen. Das ist der Wunsch vieler Eltern, dem wir nachkommen," sagte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig. "Wir gehen damit neue Wege in der partnerschaftlichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das  ElterngeldPlus ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Familienarbeitszeit," so Schwesig weiter. 

Eltern, die nach der Geburt ihres Kindes frühzeitig in Teilzeit arbeiten und Familie und Beruf partnerschaftlich vereinbaren wollen, profitieren von der Neuregelung. Der Bedarf besteht: laut einer Allensbach-Umfrage befürworten 58 Prozent der Eltern das ElterngeldPlus. Bei den Eltern mit Kindern unter 3 Jahren sind es sogar 67 Prozent. 

Das bisherige Elterngeld wird derzeit für maximal 14 Monate nach der Geburt des Kindes gezahlt. Steigen Mütter oder Väter schon währenddessen in Teilzeit beruflich wieder ein, haben sie bislang dadurch einen Teil ihres Elterngeldanspruches verloren. Das ändert sich mit dem  ElterngeldPlus: Künftig ist es für Eltern, die in Teilzeit arbeiten,  möglich, das ElterngeldPlus doppelt so lange zu erhalten. Ein  Elterngeldmonat wird zu zwei ElterngeldPlus-Monaten.Damit lohnt sich für die Eltern nun auch der frühere Wiedereinstieg in den Job.

Ergänzend gibt es einen Partnerschaftsbonus: Teilen sich Vater und Mutter die Betreuung ihres Kindes und arbeiten parallel für mindestens  vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhalten sie jeweils zusätzlich für vier Monate ElterngeldPlus. 

Alleinerziehende können das neue ElterngeldPlus im gleichen Maße nutzen. In Zukunft wird für alleinerziehende Eltern an den steuerlichen Entlastungsbetrag nach Paragraph 24b EStG angeknüpft, damit sie von den Partnermonaten und dem Partnerschaftsbonus profitieren können.

Auch die Elternzeit wird deutlich flexibler. Wie bisher können Eltern bis zum 3. Geburtstag eines Kindes eine unbezahlte Auszeit vom Job  nehmen. Künftig können 24 Monate statt bisher 12 zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes genommen werden.

Für das Elterngeld bei Mehrlingsgeburten wird das Gesetz klargestellt. Es gelten wieder die Regelungen, die ursprünglich vom Gesetzgeber  intendiert waren. Eltern von Mehrlingen haben einen Elterngeldanspruch pro Geburt und erhalten den Mehrlingszuschlag in Höhe von 300 Euro. Diese Regelung soll zum 01. Januar 2015 in Kraft treten.

Für das  Elterngeld stehen pro Jahr rund fünf Milliarden Euro zur Verfügung. Es  beträgt mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro im Monat. Liegt das  Nettoeinkommen vor der Geburt des Kindes über 1.000 Euro, werden 65 bzw. 67 Prozent als Elterngeld gezahlt. Lag das Nettoeinkommen unter 1.000  Euro, ist das Elterngeld prozentual höher.  

www.bmfsfj.de/Presse/ElterngeldPlus


07.11.2014

Leitfaden: Familienbewusste Personalpolitik für Väter - so funktioniert's

Der moderne Vater von heute ist familienorientiert. Neben der Arbeit bringt er sich aktiv in die Betreuung und Erziehung der Kinder ein. Der Leitfaden „Familienbewusste Personalpolitik für Väter“ bietet viele gute Beispiele und Tipps für Unternehmen, um Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für immer mehr Väter ein wichtiges Thema. Arbeitgeber, die Väter mit familienfreundlichen Angeboten unterstützen, können sich deshalb einen handfesten Wettbewerbsvorteil verschaffen, um Fachkräfte zu binden.

Der Leitfaden „Familienbewusste Personalpolitik für Väter“ erklärt, wie Arbeitgeber Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern können und inwiefern sie davon profitieren. Der Leitfaden gibt Antworten auf die Fragen: Was bedeutet Väterorientierung im Unternehmen? Warum fühlen sich Väter durch bisherige familienfreundliche Maßnahmen nicht angesprochen? Wie können Unternehmen eine väterorientierte Personalführung praktisch umsetzen? Welchen Nutzen hat ein Unternehmen davon?

Sechs Kapitel geben einen Überblick darüber, was sich Väter wünschen und warum Unternehmen von einer väterfreundlichen Personalpolitik profitieren. Sie informieren anhand der Themen Elternzeit, Arbeitsbedingungen, Kommunikation/Kultur und Serviceangebote, was Unternehmen tun können, um ihre Angebote auf Väter zuzuschneiden. Der Leitfaden endet mit einem praktischen Fünf-Schritte-Vorgehen auf dem Weg zum väterorientierten Unternehmen.

Der Leitfaden zum kostenlosen Download (PDF)


06.11.2014

Mehr Qualität in der Kindertagesbetreuung - Bund und Länder geben gemeinsamen Startschuss

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, und die Fachministerinnen und Fachminister der Länder haben sich auf der Konferenz zur frühen Bildung am 6. November auf einen Prozess zur Entwicklung gemeinsamer Qualitätsziele in der Kindertagesbetreuung geeinigt.

"Ich freue mich sehr, dass sich Bund und Länder zum ersten Mal an einen Tisch setzen, um über die Qualität in den Betreuungsangeboten zu reden. Wir haben einen neuen Bildungskonsens erreicht: Bildung beginnt in der Kita und stellt die Weichen für die weitere Entwicklung. Deshalb brauchen wir gute Kinderbetreuung, sie ist eine Investition in die Zukunft für mehr Chancengleichheit von Kindern. Erzieherinnen, Erzieher und Tagespflegepersonen leisten hier sehr viel. Deshalb brauchen wir gute Standards.  Kinder müssen bundesweit die gleichen Entwicklungs- und Bildungschancen haben", erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

Die Vorsitzende der Jugend- und Familienministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Kinder- und Jugendministerin Irene Alt, betonte, dass die Jugend- und Familienministerkonferenz gemeinsam mit Bundesministerin Manuela Schwesig im vergangenen Frühjahr die Initiative für die Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung ergriffen habe. "Die hohe Dynamik der letzten zehn Jahre, hat allen Beteiligten ein hohes Engagement abgefordert. Wir sind sehr stolz auf den Einsatz und die Fachkompetenz unserer Fachkräfte in den Kitas und in der Kindertagespflege. Gleichzeitig hat der Kitaausbau gerade für die Länder und Kommunen eine große finanzielle Anstrengung bedeutet. Letztendlich profitieren hiervon aber unsere Kinder, die wir so fördern können, und die Familien, denen wir eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen."

Das gemeinsam unterzeichnete Communiqué benennt wichtige Bereiche, für die konkrete Qualitätsziele verabredet werden sollen. Hierzu zählen u. a. der Personalschlüssel, die mittelbare pädagogische Arbeitszeit und die Leitungszeit, aber auch Fragen der Qualifizierung der Fachkräfte oder die Gesundheitsförderung.

Die Ausgangslagen in den Ländern sind höchst unterschiedlich. Jedes Land hat besondere Stärken wie auch weitere Entwicklungsbedarfe aufzuweisen. Bei der Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung werden deshalb in den Ländern unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Bund und Länder haben hier bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Hierauf aufbauend und dies berücksichtigend streben Bund und Länder an, konkrete Ziele zur Sicherung und Weiterentwicklung von Qualität zu verabreden. Dies setzt eine nachhaltige und ausreichende Finanzierung der Kindertagesbetreuung voraus. Die Länder erwarten hier insbesondere vom Bund ein stärkeres und dauerhaftes Engagement.

Für die kommunalen Spitzenverbände erklärte der Vizepräsident des Deutschen Landkreistages, Landrat Thomas Kubendorff: "Wir nehmen in den Kommunen unsere Verantwortung für die Qualität der Angebote gegenüber den Kindern und ihren Eltern sehr ernst. Dennoch sind weitere Anstrengungen nötig, um die Kinderbetreuung noch besser zu machen. Eine Verständigung zwischen Bund, Ländern und Kommunen über Anforderungen an Qualität ist aus unserer Sicht vernünftig. Allerdings benötigen die Kommunen ein gesichertes finanzielles Fundament, um den wachsenden Bedarf an qualitativ guter Kinderbetreuung zu decken."

Der weitere Qualitätsprozess soll im engen Dialog mit den Trägern und Verbänden, Gewerkschaften und Elternvertretungen geführt werde. "Es ist eine gemeinsame gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deshalb brauchen wir einen engen fachlichen Diskurs mit den in der Kindertagesbetreuung verantwortlichen Verbänden und Organisation", so Manuela Schwesig und Irene Alt.

Als nächster Schritt wurde vereinbart, eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Bundes, der Länder und der Kommunalen Spitzenverbänden sowie unter Beteiligung der weiteren Verbände und Organisationen einzusetzen und jährlich auf Ministerebene zum Qualitätsprozess zu tagen. Für 2016 ist ein Bericht geplant.

www.bmfsfj.de/Presse/qualität-kindertagesbetreuung


04.11.2014

"Arbeit familiengeRecht gestalten!"- 4. Aktionstag am 23.10.2014 in Düsseldorf

Vor allem rechtliche Fragen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Aktionstages von "Familie@Beruf", denn Familien haben Rechte, auch am Arbeitsplatz. Über aktuelle Gesetzesvorhaben (Das ElterngeldPlus/ Das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf), die gelebte Realität und Zukunftsvisionen tauschten sich die rund 300 Teilnehmenden angeregt aus. Dabei bewiesen sie, dass Recht ein lebendiges Thema ist und setzten weitere Impulse zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Arbeitswelt.

Gruppenfoto

Dr. Kerstin Weißenstein, Prof. Barbara Schwarze, Prof. Brigitte Unger, Dr. Sabine Graf, Dr. Luitwin Mallmann und Dr. Hildegard Kaluza

Foto: Jürgen Kura

Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und sozialen Organisationen folgten – nach der Begrüßungsrede durch Dr. Hildegard Kaluza vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen - zunächst einer lebhaften Talkrunde. Dr. Luitwin Mallmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen diskutierte mit Dr. Sabine Graf vom DGB, Dr. Hildegard Kaluza und Prof. Brigitte Unger, der Wissenschaftlichen Direktorin des Wirtschafts-und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung. Das Thema "Verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf" sorgte für Zündstoff und einen konstruktiven Meinungsaustausch.

Podiumsdiskussion

Gruppenfoto Podium

Foto: Jürgen Kura

Der wurde in der anschließenden Podiumsdiskussion fortgesetzt. Wie lässt sich Arbeit familiengerecht gestalten? Was brauchen die Beschäftigten, was brauchen die Unternehmen? Die Teilnehmenden lieferten unerwartete Antworten und interessante Erfahrungen: Beispielsweise stellte Joachim Sauer, Präsident des Bundesverbandes der Personalmanager, fest, der Führungsstil in vielen Unternehmen müsse sich deutlich verbessern. Tenor der Runde insgesamt: Mindestens genauso wichtig wie rechtliche Rahmenbedingungen ist die Unternehmenskultur, denn Vereinbarkeitsregelungen werden häufig im persönlichen Gespräch getroffen. Und das ist nur möglich, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vertrauen haben und ihre Probleme der Vereinbarkeit offen darlegen.

Markt der Möglichkeiten

Mittagspause und Markt der Möglichkeiten boten Zeit, Informationen einzuholen und sich auszutauschen. Auf 30 gut besuchten Ständen des Marktes der Möglichkeiten informierten unterschiedliche Akteurinnen und Akteure über ihre Angebote von Familienservices bis zu Gütesiegeln "Familienfreundliches Unternehmen".

Danach wurde das Tagesthema kabarettistisch aufgegriffen: Martin Guth von FABELHAFTGUTH fabulierte über "Meine Familie: Die schönste Katastrophe der Welt".

Am Nachmittag hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, in unterschiedlichen Foren die Fragen und Anregungen des Vormittags zu vertiefen.

Die Foren

  • Vereinbart und geregelt! Die Rolle von Betriebsvereinbarungen
  • Babys und Kinder gehören halt dazu! Junge Eltern - Elterngeld  und Elternzeit
  • Nachmittags zwei Stunden frei, dafür allzeit erreichbar? Entgrenzung von Arbeit als Risiko
  • Wie komme ich nicht unters Rad? Freiberufler zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung
  • Jonglieren zwischen Betriebskennzahlen und Vereinbarkeitswünschen – ein Alltag voller Ansprüche für mittlere Führungskräfte in Sandwichposition

Weitere Informationen zu den Foren folgen in Kürze.

Resümee

Foto vom Publikum

Foto: Jürgen Kura

Dr. Hildegard Kaluza vom Familienministerium resümiert am Ende des Tages: "Kultur und Recht wirken wie ein Reißverschluss zusammen, indem die Rechtssetzung geänderten Lebensvorstellungen folgt und zugleich wiederum die Basis für kulturelle Veränderungen bildet. Dieses Zusammenwirken ist keines, das sich auf "Technik" reduzieren lässt. Vielmehr müssen immer die Familien und ihre Lebensrealität im Blickfeld bleiben. Sie wünschen sich eine gute Balance zwischen Erwerbstätigkeit und Familienzeit. Sie wünschen sich Zeit, um Familie auch leben zu können. Ihnen dies zu ermöglichen, danach streben wir".

Wir danken allen Beteiligten für die hervorragende Unterstützung!


31.10.2014

Rede von Dr. Hildegard Kaluza anlässlich des Aktionstages der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW

Rede von der Gruppenleiterin Frau Dr. Hildegard Kaluza anlässlich des Aktionstages der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW zum Thema "Arbeit familiengeRecht gestalten" am 23.10.2014 in Düsseldorf.

Es gilt das gesprochene Wort!

Gliederung

  1. Begrüßung
  2. Mutterschutzgesetz
  3. Bundeserziehungsgeldgesetz
  4. Elterngeld
  5. Kinder- und Jugendhilfegesetz
  6. Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz
  7. Aktuelle Gesetzesvorhaben
  8. Schlusswort

1. Begrüßung

"Sehr geehrter Herr Dr. Mallmann,

sehr geehrte Frau Dr. Graf,

sehr geehrte Frau Professorin Unger

sehr geehrte Frau Kowollik,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

zunächst möchte ich die herzlichen Grüße von Frau Ministerin Ute Schäfer überbringen. Sie wäre sehr gerne hier gewesen. Familien haben Rechte – auch am Arbeitsplatz! Das ist der erste Satz im Einladungsflyer zum diesjährigen Aktionstag der Aktionsplattform Familie@Beruf, zu dem ich Sie alle sehr herzlich begrüße. Ich freue mich, dass Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind und kann Ihnen versichern, dass wir wieder einen spannenden Tag miteinander verbringen werden. Denn heute geht’s "ans Eingemachte". Wir wollen uns mit der rechtlichen Situation von Familien im Arbeitskontext beschäftigen.

Familie und Arbeitsrecht? Gibt es zwischen diesen beiden Polen überhaupt eine Verbindung? Die Frage ist berechtigt, denn interessanterweise gibt es im arbeitsrechtlichen Kontext nur ein Gesetz, bei dem tatsächlich Familie drauf steht. Es handelt sich um das Familienpflegezeitgesetz aus 2011, das pflegende Angehörige unterstützen soll. Ich komme später darauf noch zurück.

2. Mutterschutzgesetz

Das älteste für Familien bedeutsame Gesetz ist das Mutterschutzgesetz, dessen Vorläufer bis ins neunzehnte Jahrhundert zurückreichen. Seinerzeit wurde in der Gewerbeordnung von 1878 ein Beschäftigungsverbot für Wöchnerinnen bis drei Wochen nach der Geburt festgelegt. Für diese drei Wochen bekamen die Frauen damals erstmals ein Krankengeld.

Vor der Geburt gab es keine zeitliche Freistellung. Die Frauen mussten also tatsächlich bis zur Entbindung am Arbeitsplatz bleiben. Ein eigenständiges Gesetz zum Schutz der erwerbstätigen Mütter (vor und nach der Geburt) gab es erst wesentlich später, nämlich 1952. Das Gesetz wurde übrigens von 380 männlichen Abgeordneten und 30 weiblichen Abgeordneten verabschiedet – so viel zur damaligen Geschlechterverteilung im Bundestag! In den Grundzügen hat es bis heute Gültigkeit.

Die Regelungen des Mutterschutzgesetzes sind in allen Betrieben bekannt. 6 Wochen vor der Geburt und 8 Wochen nach der Geburt dürfen Mütter nicht beschäftigt werden. Auch Stillzeiten und ein umfassender Kündigungsschutz werden in diesem Gesetz geregelt.

Heute erscheinen diese Vorschriften selbstverständlich, damals gab es dazu hitzige Debatten. Der erste Bundesfamilienminister, Franz-Josef Würmeling, wandte sich gegen jegliche Erwerbstätigkeit von Müttern. Er wollte vor allem die kinderreichen Familien unterstützen und führte z.B. den sogenannten "Würmeling" ein, ein verbilligtes Bahnticket für kinderreiche Familien, an das sich die Älteren unter uns vielleicht noch erinnern. Allerdings war die soziale Wirklichkeit anders, denn viele Frauen mussten z.B. als Kriegswitwen ihre Familien mit ihrer Arbeit ernähren.

3. Bundeserziehungsgeldgesetz

Erst über 30 Jahre später kam es zu einem weiteren Meilenstein in der arbeitsrechtlichen Gesetzgebung für Familien. 1986 wurde das Bundeserziehungsgeldgesetz aus der Taufe gehoben. Dieses Gesetz kreierte den schönen Begriff vom "Erziehungsurlaub", auf den die Eltern einen Rechtsanspruch bekamen. Was die Genderfrage betrifft, so war dieses Gesetz schon sehr partnerschaftlich ausgerichtet. So konnten Mutter oder Vater den Erziehungsurlaub nehmen jeweils alleine oder gemeinsam nehmen.

Er konnte maximal 3 Jahre umfassen und auch auf verschiedene zeitliche Abschnitte verteilt werden.

Neben dem Erziehungsurlaub regelte das Bundeserziehungsgeldgesetz auch eine finanzielle Leistung, das sogenannte Erziehungsgeld, das bis zu zwei Jahren gezahlt werden konnte und 2004 z.B. 300 Euro monatlich betrug.

Die Möglichkeiten dieses Gesetzes wurden fast ausschließlich von Müttern genutzt. Es prägte ein Familienmodell, bei dem die Mutter pro Kind drei Jahre aus dem Erwerbsleben ausschied. Nach diesen drei Jahren oder, bei mehreren Kindern entsprechend längerem Zeitraum, gab es von einer wachsenden Zahl von Müttern den Wunsch, mit Teilzeit ins Erwerbsleben zurück zu kehren.

Erleichtert wurde das vor allem durch das 2000 in Kraft getretene Teilzeit- und Befristungsgesetz, das Beschäftigten in Betrieben ab 15 Beschäftigen ein Anrecht auf Reduktion ihrer Arbeitszeit einräumte.

Doch die Teilzeit entpuppt sich oft als Karrierefalle.

Gerade die meist übliche Halbtagsbeschäftigung katapultiert die Betroffenen in der Regel aus den üblichen Rekrutierungsmechanismen für Führungskräfte heraus.

Und die erweiterten Befristungsmöglichkeiten haben ebenfalls Auswirkungen gehabt, allerdings auf der anderen Seite der Medaille – bei der Familiengründung. So ist z.B. an den Hochschulen, wo der wissenschaftliche Nachwuchs zu 90 % in befristeten Arbeitsverträgen steckt, die Neigung, eine Familie zu gründen ausgesprochen gering. Die Kinderlosigkeit junger Wissenschaftlerinnen ist bekanntlich besonders hoch.

Die Praxis des dreijährigen Ausstieges und der Rückkehr in Teilzeit von Müttern ist auch heute noch in vielen Familien anzutreffen. Allerdings hat sich im weiteren Verlauf die rechtliche Situation dahingehend verändert, dass ein früherer Berufseinstieg gefördert wurde.

4. Elterngeld

Dies geschah mit dem 2007 eingeführten Elterngeld, das eine Einkommensersatzleistung während der ersten 12 Monate nach der Geburt vorsieht, wobei dieser Zeitraum durch sogenannte Partnermonate auf 14 Monate verlängert werden kann. Erstmals handelte es sich um eine klassische Einkommensersatzleistung, die zwischen 300 und 1.800 Euro pro Monat betragen kann.

Die Nutzung des Elterngeldes erfolgt von Seiten der Mütter nahezu flächendeckend. Aber auch die Väter haben ihr familiäres Engagement auf Basis des Elterngeldes ausgebaut.

Im letzten Jahr haben wir hier auf dem Aktionstag dazu zwei Studien vorgestellt. Besonders drei Ergebnisse möchte ich nochmals herausstellen:

1. Im Vergleich zum Erziehungsgeld wird das Elterngeld weit mehr von Vätern genutzt. Waren es zuvor nur 2 bis 3 % der Väter, die Erziehungsurlaub und Erziehungsgeld nahmen, so sind es heute in Nordrhein-Westfalen gut 20 % der Väter.

2. Es stellte sich allerdings auch heraus, dass dieser Wert in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zum Bundeswert deutlich unterdurchschnittlich ist und wir zusammen mit Saarland in diesem Bereich die rote Laterne haben. So sind es in Bayern inzwischen nach erneut deutlichem Anstieg fast 38 % der Väter, die ihre Erwerbstätigkeit für ein Kind unterbrechen und Elterngeld beziehen. (NRW 20%)

3. Und ein drittes Ergebnis ist auffällig: Obwohl heutzutage die meisten Familien ein partnerschaftliches Modell anstreben, wird das Elterngeld ganz überwiegend nacheinander genommen und nicht für parallele Teilzeitmodelle genutzt. Dafür ist die bestehende Regelung auch zu unattraktiv, da sich bei paralleler Teilzeit die Bezugsdauer auf 7 Monate verkürzt. Eine grundlegende Veränderung der Geschlechterrollen in der Familie hat das Elterngeld also bisher noch nicht gebracht. Wohl aber eine deutliche Akzentverschiebung in Richtung von mehr Berufstätigkeit der Frauen und von mehr Familienorientierung der Männer.

5. Kinder- und Jugendhilfegesetz

Für diese Akzentverschiebung war noch ein anderer Punkt entscheidend: Die Betreuungssituation der Kinder. Und dies sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht. Seit 1996 gibt es einen Rechtsanspruch auf eine (Halbtags)betreuung von 3- bis 6jährigen Kindern. Das ist im § 24 SGB VIII geregelt.

Vorher war es keinesfalls selbstverständlich, dass Kinder einen Betreuungsplatz bekamen, vor allem nicht die 3- und 4-Jährigen. Erst im Kontext der Diskussion um die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs, die Mitte der 1990er Jahre die Gemüter in Deutschland erregte, wurde der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für alle Kinder ab 3 Jahren gesetzlich festgelegt. Familienministerin damals war übrigens Angela Merkel.

Im letzten Jahr wurde der Rechtsanspruch auf die Altersstufe der Einjährigen ausgeweitet.

Das Land konnte diesen Rechtsanspruch fristgerecht einlösen. Dahinter verbirgt sich eine beispiellose Aufholjagt, die nur gemeinsam mit den Kommunen und Trägern der Kindertagesstätten zu bewältigen war. Heute stehen gut 155.000 Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung, damit liegen wir bei den ein- bis zweijährigen Kindern bei einer Versorgungsquote von 52 %. Mit dem Angebot steigt die Platznachfrage für die Unterdreijährigen weiter - darauf sind wir eingestellt und setzen den Ausbau in den nächsten Jahren fort.

6. Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz

Und nun zu einem aktuellen Gesetz, bei dem tatsächlich "Familie" drauf steht. Es handelt sich um das Familienpflegezeitgesetz, das jüngste unter den dargestellten Gesetzen, das erst 2011 in Kraft trat. Es sollte pflegenden Angehörigen eine Entlastung am Arbeitsmarkt durch Freistellungen und Arbeitszeitreduzierungen ermöglichen. In eine ähnliche Richtung weist das Pflegezeitgesetz aus 2008.

7. Aktuelle Gesetzesvorhaben

Soweit der rechtliche Prozess bis heute! Er ist keinesfalls abgeschlossen. 

Vielmehr werden aktuell zwei Vorhaben auf den Weg gebracht:


1. Die Zusammenführung des Pflegezeitgesetzes und des Familienpflegezeitgesetzes zu einem Gesetz, das dann mit einem Rechtsanspruch für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ausgestattet werden soll. Hintergrund dafür ist die sehr geringe Reichweite der bisherigen gesetzlichen Regelungen. Nach Darstellung des Bundesfamilienministeriums gibt es nur ca. 140 Anträge pro Jahr. Zukünftig sollen weit mehr Menschen davon profitieren. Immerhin gibt es gegenwärtig rund 400.000 Berufstätige, die einen Angehörigen pflegen. Ab dem 1.1.2015 soll das Gesetz gelten. Der Bundesrat berät zurzeit darüber.

2. Eine zweite neue Regelung bezieht sich auf das Elterngeld. Im Unterschied zur eben dargestellten Nutzung der Familienpflegezeit wird das Elterngeld nahezu flächendeckend in Anspruch genommen. Es soll ab dem 01.07.2015 zu einem ElterngeldPlus weiterentwickelt werden. Hauptinhalt der Neuregelung ist eine stärkere Betonung partnerschaftlicher Ansätze. 

So können dann Mutter und Vater parallel bis zu 14 Monate Teilzeit arbeiten, oder jeweils nacheinander Teilzeit mit Elterngeld kombinieren. Außerdem können vier zusätzliche Monate genommen werden, wenn in diesen Vater und Mutter parallel eine vollzeitnahe Teilzeit ausüben.

Über die beiden genannten Initiativen hinaus gibt es Überlegungen die vollzeitnahe Teilzeit noch weiter zu stärken. Ob dafür weitere finanzielle Mittel in die Hand genommen werden sollen, ist umstritten. Meines Erachtens ist dieser Ansatz aber auch einer, der in der Wirtschaft selbst mit mehr Leben gefüllt werden kann. Er ermöglicht es, dass für beide Lebensbereiche, für den Beruf und die Familie, für Männer und Frauen gleichermaßen ausreichend Zeit verbleibt.

8. Schlusswort

Die rechtliche Dimension der Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht im Mittelpunkt unserer heutigen Tagung.

Selbstverständlich hat dieser Prozess auch eine kulturelle Seite. Familien verändern sich und entwickeln sich stärker in Richtung einer partnerschaftlichen Aufgabenverteilung. Der rechtliche Rahmen muss diese Wünsche von Familien aufgreifen.

Kultur und Recht wirken wie ein Reißverschluss zusammen, indem die Rechtssetzung  geänderten Lebensvorstellungen folgt und zugleich wiederum die Basis für kulturelle Veränderungen bildet.

Dieses Zusammenwirken ist keines, das sich auf "Technik" reduzieren lässt. Vielmehr müssen immer die Familien und ihre Lebensrealität im Blickfeld bleiben. Sie wünschen sich eine gute Balance zwischen Erwerbstätigkeit und Familienzeit. Sie wünschen sich Zeit, um Familie auch leben zu können.

Ob die bestehenden rechtlichen Regelungen dafür einen guten Rahmen bilden und wie dieser noch verbessert werden kann, ist Gegenstand unserer heutigen Tagung. Dazu gibt es viele gemeinsame Vorstellungen, aber auch kontroverse Auffassungen. Ich wünsche nun allen eine lebendige Tagung, in der beides zum Ausdruck kommt.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!"

Frau Dr. Hildegard Kaluza, Düsseldorf, den 23.10.2014


24.10.2014

4. Aktionstag "Familie@Beruf" setzt weitere Impulse zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Arbeitswelt

Düsseldorf, 23. Oktober 2014. Familienministerin Ute Schäfer hat heute im Vorfeld des 4. Aktionstages der Aktionsplattform Familie@Beruf die Notwendigkeit von weiteren Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf betont. Im Mittelpunkt der Veranstaltung mit dem Titel "Arbeit familiengeRecht gestalten!" standen vor allem rechtliche Fragen.

"Eine ganze Reihe von Gesetzen unterstützt bereits die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ausgehend von Mutterschutzgesetz über das Elterngeld bis hin zum Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder", sagte Schäfer. Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft diskutierten nun im Rahmen des Aktionstages die bisherigen Erfahrungen mit den gesetzlichen Grundlagen und mögliche Veränderungen. Dabei wurden auch die aktuellen Gesetzentwürfe zum ElterngeldPlus und zur Familienpflegezeit einbezogen. Die Veranstaltung bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern darüber hinaus die Gelegenheit, sich mit wissenschaftlichen Expertinnen und Experten aus der Praxis auszutauschen.

"In vielen Betrieben gibt es bereits hervorragende Ansätze zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die von Unternehmensleitungen oder Betriebsräten angestoßen wurden, andere Betriebe sind noch nicht so weit. Informationen über die bestehenden gesetzlichen Ansprüche sind daher wichtig für Familien und können dazu beitragen, dass zum Beispiel mehr Väter Elterngeld in Anspruch nehmen oder mehr Eltern flexiblere Arbeitszeitmodelle ermöglicht werden", erklärte die Ministerin.

Weitere Informationen: www.familieundberuf.nrw.de


23.10.2014

IfM-Studie zur Gründungsneigung von Frauen aus erwerbsbiografischer Perspektive

Die Erwerbsbiografien vieler Frauen sind durch familienbedingte Unterbrechungen gekennzeichnet. Diese Erwerbsunterbrechungen erhöhen die Gründungswahrscheinlichkeit signifikant, sofern sie mit keiner Beschäftigungsgarantie verbunden sind. Eine Gründung ist dabei umso wahrscheinlicher, je häufiger und je länger eine Frau ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt unterbricht. Dies ist ein zentrales Ergebnis der Studie des IfM Bonn zum Gründungsverhalten von Frauen, die auf Basis der Längsschnittdaten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) entstand.

Erziehungsbedingte Erwerbsunterbrechungen mit Rückkehrrecht zum bisherigen Arbeitgeber üben hingegen tendenziell keinen Einfluss auf die Gründungsneigung von Frauen aus. Die Beschäftigungsgarantie wirkt somit Gründungen nicht entgegen, befördert sie aber auch nicht.

Der Schritt in die Selbstständigkeit erfolgt zudem nicht immer unmittelbar im Anschluss an eine familienbezogene Erwerbsunterbrechung. Vielmehr vergehen beispielsweise nach der Beendigung einer ersten erziehungsbedingten Auszeit im Durchschnitt zehn Jahre, bevor sich eine Frau dazu entschließt. In die Zwischenzeit fallen Phasen der abhängigen Beschäftigung, weitere familienbezogene Erwerbsunterbrechungen, aber auch Arbeitslosigkeit oder Weiterbildungsaktivitäten. "Unsere Analyse der Erwerbsverläufe zeigt weiterhin, dass sich ein Teil der Frauen unmittelbar nach Aufnahme einer Selbstständigkeit noch in erheblichem Maß um Haushalt und Kinder kümmert. Der Schritt in die Selbstständigkeit beruht daher vermutlich nicht nur auf den Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden, sondern auch auf dem Wunsch oder der Notwendigkeit, Erwerbsarbeit und Kindererziehung miteinander zu vereinbaren. Hierfür bietet die selbstständige Tätigkeit die besseren Möglichkeiten", konstatiert Dr. Rosemarie Kay, die die Studie des IfM Bonn geleitet hat.

Zur Publikation

www.gib.nrw.de/ifm-studie


16.10.2014

Bundesfamilienministerin und Bundesarbeitsministerin bringen Gesetzentwurf zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf ins Kabinett

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch, den 15.10.2014 den Gesetzentwurf zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf beschlossen. Die bestehenden Gesetze zur Pflegezeit und Familienpflegezeit werden jetzt besser miteinander verzahnt und gemeinsam weiterentwickelt: Zentrale Neuerungen sind der Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit, der Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Darlehen sowie die Einführung des Pflegeunterstützungsgeldes als Lohnersatzleistung bei kurzzeitiger Arbeitsverhinderung.

Auch wird künftig eine Freistellung möglich sein, wenn ein pflegebedürftiges minderjähriges Kind außerhäuslich betreut werden soll. Eine Begleitung in der letzten Lebensphase findet ebenfalls Berücksichtigung. Die Gesamtdauer der Freistellungsmöglichkeiten, die auch kombiniert werden können, beträgt insgesamt 24 Monate. Darüber hinaus wird der Kreis der pflegebedürftigen nahen Angehörigen zeitgemäß erweitert. Künftig werden auch Stiefeltern, Schwägerinnen und Schwäger sowie lebenspartnerschaftsähnliche Gemeinschaften einbezogen. Diese Neuregelungen sollen zu Beginn 2015 in Kraft treten.

"Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfahren die Doppelbelastung von Beruf und Pflege. Ich möchte jene, die sich um ihre pflegebedürftigen nahen Angehörigen kümmern, besser unterstützen. Denn die Pflege von älteren Menschen wird oft noch nicht hinreichend berücksichtigt, wenn wir von Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprechen", sagte Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig.

Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles: "Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben den berechtigten Anspruch, Privatleben und Arbeit in Einklang zu bringen. Wir können es uns vor dem Hintergrund zunehmender Fachkräfteengpässe nicht leisten, dass diese Menschen vom Arbeitsmarkt abgehängt werden. Heutzutage muss beides möglich sein. Mit den neuen gesetzlichen Regelungen schaffen wir die nötigen Freiräume."

In Deutschland leben derzeit rund 2,63 Millionen pflegebedürftige Menschen. Davon werden 1,85 Millionen ambulant versorgt. Rund zwei Drittel der ambulant versorgten Pflegebedürftigen werden schon heute ausschließlich durch Angehörige versorgt.

Zehntägige Freistellung von der Arbeit für akute Pflegesituation

Beschäftigte können bis zu 10 Arbeitstage von der Arbeit fernbleiben, wenn dies erforderlich ist, um für einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in einer akut aufgetretenen Pflegesituation eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder eine pflegerische Versorgung für diese Zeit sicherzustellen. Für die bis zu 10 Arbeitstage besteht erstmals ein Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung.

Pflegezeit

Beschäftigte, die für maximal sechs Monate ihre Erwerbstätigkeit aufgeben oder teilweise reduzieren, erhalten nun für diese Zeit einen Rechtsanspruch auf ein zinsloses Darlehen zur besseren Bewältigung ihres Lebensunterhaltes. Das Darlehen muss nach dem Ende der Freistellung zurückgezahlt werden. Beschäftigte können künftig auch ihre minderjährigen pflegebedürftigen Kinder in einer außerhäuslichen Umgebung betreuen sowie ihre nahen Angehörigen in der letzten Lebensphase begleiten.

Familienpflegezeit

Künftig haben Beschäftigte einen Rechtsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber auf teilweise Freistellung bei einer Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden zur häuslichen Pflege eines nahen Angehörigen für längstens 24 Monate. Beschäftigte haben ebenfalls einen Anspruch auf bis zu 24 Monate Freistellung, für die auch außerhäuslich stattfindende Betreuung eines pflegebedürftigen minderjährigen  Kindes.

Der Kündigungsschutz gilt - wie schon bisher bei der Pflegezeit - von der Ankündigung bis zum Ende der Freistellung.

Beschäftigte, die die bis zu 24-monatige Freistellung in Anspruch nehmen, haben in dieser Zeit einen Rechtsanspruch auf ein zinsloses Darlehen gegenüber dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFZA). Die Mehrausgaben des Bundes für die Bereitstellung der zinslosen Darlehen sowie für die Absicherung des Kreditausfallrisikos werden durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragen.

Vorgesehen ist ferner eine Härtefallregelung. Hiernach kann das Bundesamt für Familie und gesellschaftliche Aufgaben auf Antrag zur Vermeidung einer besonderen Härte für die Beschäftigten die Rückzahlung des Darlehens stunden; darüber hinaus gibt es die Möglichkeit eines teilweisen Darlehenserlasses oder einem Erlöschen der Darlehensschuld.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bmfsfj.de/Kabinett beschließt Gesetzentwurf


09.10.2014

Thema Pflege: Unternehmen müssen sich mehr öffnen

An der Strategiekonferenz der Aktionsplattform „Familie@Beruf“ im Juni 2014 haben auch Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz und Sebastian Wenzel vom Forschungsinstitut Geragogik teilgenommen. Das Wittener Institut befasst sich mit dem Themenkomplex Altern und Lernen und hat dazu bereits zahlreiche Projekte durchgeführt.

Die aktuelle Initiative „Unternehmen Pflegebegleitung“ wird an sieben Standorten in NRW  mit und in Unternehmen umgesetzt: freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden zu Pflegebegleiterinnen und Pflegebegleitern qualifiziert, so dass sie Ansprechpersonen für erwerbstätige pflegende Angehörige sein können. Das Ziel: anstehende Pflegeaufgaben sollen innerhalb der Familien gerechter verteilt werden.

Weiter zum Interview mit Frau Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz und Herr Sebastian Wenzel.


08.10.2014

Familienfreundliche Personalpolitik bei der StädteRegion Aachen

Wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingen kann – dieses Thema beschäftigt viele Eltern. Um ihren Bedürfnissen und Erwartungen gerecht zu werden, hat sich die StädteRegion Aachen an der Entwicklung eines systematischen WiederEinstiegs-Managements („WEM“) nach einer familienbedingten Auszeit beteiligt.

Netzwerk W - Wiedereinstieg in den Beruf

Der Gedanke dahinter: zur familienfreundlichen Personalpolitik gehört auch ein verbindliches, verlässliches und gut durchdachtes Instrument zum Wiedereinstieg nach einer Auszeit. Deshalb soll das WEM die gesetzlichen, tariflichen und hausinternen Regelungen zur Personalentwicklung ergänzen. Das Management richtet sich an alle Beschäftigten der StädteRegion Aachen, die sich in einer familienbedingten Auszeit befinden und an ihre Begleitpersonen, z.B. Vorgesetzte, PersonalvertreterInnen, Gleichstellungsbeauftragte etc.
Die Regelungen werden in Form einer Dienstvereinbarung geschlossen, so ist die Anwendung des WEM verpflichtend, verlässlich und transparent geregelt.

Weitere Informationen zum Wiedereinstiegsmanagement – zu seiner Bedeutung und Anwendung – bietet folgende Broschüre: WiederEinstiegsManagement


08.10.2014

Ein Leben im Gleichgewicht – spielerisch die eigene Work-Life-Balance finden

Das eigene Gleichgewicht zu finden und zu halten, ist gar nicht so einfach; nicht nur beim Sport sondern auch, wenn es um die sogenannte Work-Life-Balance – also den Ausgleich von Beruf und Privatem – geht.

Alles in Balance

Das Spiel „Alles in Balance?“ sensibilisiert für die Thematik und ist eine gute Übung, um das Gleichgewicht im eigenen Leben zu finden.

Eine Gruppe Menschen beobachtet gespannt das Spiel. Eine junge Frau und ein junger Mann versuchen ihre Figuren auf der beweglichen Spielfläche zu positionieren. Sie müssen gut aufpassen, dass die Platte in der Waagerechten bleibt und nicht kippt. Die Spielplatte symbolisiert das gemeinsame Leben, die Figuren verbildlichen Personen, Hobbys oder andere Lebensbereiche. Zahlreiche Aufgaben wie Erwerbsarbeit, Hausarbeit, Familienleben und Kindererziehung wollen organisiert werden. Jeder ordnet auf seiner Hälfte des Bretts die eigenen Prioritäten - doch müssen sich beide abstimmen, denn nur so bleibt die Partnerschaft ausgeglichen. Wer trägt was zum Haushaltsbudget bei, wer kümmert sich um welche Aufgaben im Haushalt? Für welche gemeinsamen oder getrennten Hobbys bleibt noch Zeit?

Gerade noch ist das Spielfeld im Gleichgewicht, doch nun wird eine Ereigniskarte gespielt: Einer von beiden wird arbeitslos. Nun müssen beide auf die unvorhergesehene Veränderung reagieren und ihre Figuren entsprechend umstellen. Weniger Geld, dafür mehr Zeit, vielleicht verkauft das Paar sein Auto und steigt auf den öffentlichen Nahverkehr um. Freizeit, Beruf und Familie müssen in Einklang gebracht werden, damit ihr bisher aufgebautes Lebenskonzept nicht aus der Balance gerät.

Die eigene Berufs- und Lebensplanung spielerisch erfahrbar machen – das ist das Ziel des Gleichstellungsspiels "Alles in Balance?". Gar nicht so einfach, Berufliches und Privates im Gleichgewicht zu halten, vor allem, wenn man gemeinsam mit dem Partner oder der Partnerin planen muss. Das Spielpaar merkt, dass traditionelle Rollenvorstellungen – der Mann ist Alleinernährer seiner  Familie, die Frau kümmert sich um Kinder und Haushalt – in der Regel nicht mehr funktionieren. Wie kann eine sinnvolle gleichberechtigte Lebensplanung von Mann und Frau aussehen? Das "Alles in Balance?"-Spiel regt zum Diskutieren und Nachdenken an.

Neben der Partnerschafts-Edition gibt es eine weitere Ausgabe, bei der die Berufsplanung im Fokus steht und die besonders für Jugendliche geeignet ist. Insgesamt zehn Spiele können beim Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V., Bielefeld kostenlos ausgeliehen werden. Das Kompetenzzentrum verschickt sie bundesweit, für einen begrenzten Zeitraum. Außerdem kann das Spiel beim Aktionstag der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW am 23. Oktober 2014 in Düsseldorf ausprobiert werden.

Die Spiele "Alles in Balance?" wurden für den Einsatz bei Schulprojekten, in Jugendeinrichtungen, bei (Berufs-, Wiedereinstiegs-) Beratungen, bei Coachings, in der Familienbildung, in Workshops oder auf Messen oder Tagungen konzipiert. Entwickelt wurden sie im Rahmen der Projekte Girls'Day –  Mädchen-Zukunftstag und Boys'Day – Jungen-Zukunftstag | Neue Wege für Jungs vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit in Zusammenarbeit mit dem Bundesfamilienministerium.

Mehr Informationen unter:

http://www.boys-day.de/Service_Material/Alles_in_Balance2 und http://www.girls-day.de/Service_Material/Spiel_Alles_in_Balance


08.10.2014

Tipps für Beschäftigte mit drohender Behinderung

In Deutschland leben fast zehn Millionen Menschen mit Behinderung. Bei vielen ist sie nicht angeboren – ein Großteil der Betroffenen wurde durch Unfall oder Erkrankung erst während des Berufslebens behindert. Der DGB-Ratgeber "Was ist, wenn es mir passiert?" gibt Tipps, wie Beschäftigte mit einer drohenden oder bestehenden Behinderung umgehen und welche Hilfen sie in Anspruch nehmen können.

Wichtige Tipps ab Reha und betrieblichem Eingliederungsmanagement
Die Broschüre zeigt Schritt für Schritt, wie Beschäftigte mit Behinderung oder drohender Behinderung ihren Weg im Arbeitsleben weitergehen können – und beantwortet dazu die wichtigsten Fragen: Wie und wo stelle ich den Reha-Antrag? Welche finanziellen Leistungen und Hilfen kann ich in Anspruch nehmen? Wie funktioniert das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM). Zur Bestellung.

Quelle: http://www.dgb.de/themen/++co++388fa8ba-4243-11e4-8fc6-52540023ef1a


29.09.2014

Vereinbarkeit braucht Transparenz und Verständnis im Kollegium

Ulla Reuther arbeitet beim Zentrum Frau in Beruf und Technik in Castrop-Rauxel und leitet die dort angesiedelte Geschäftsstelle des Verbundes für Unternehmen und Familie.

Bei der Strategiekonferenz der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW moderierte sie eine Diskussionsrunde zur Vereinbarkeit bei untypischen Arbeitszeiten z.B. Schichtarbeit im Gesundheitswesen.

Weiter zum Interview mit Frau Ulla Reuther.


24.09.2014

Jetzt mitmachen: "Generation Y-Check"

Im Rahmen des Unternehmensprogramms "Erfolgsfaktor Familie" ist am 24. September die Online-Umfrage "Generation Y-Check" gestartet. Alle jungen Männer und Frauen sind aufgefordert, sich zu beteiligen und ihre Meinungen und Wünsche für eine familienfreundliche Arbeitswelt einzubringen. Die Ergebnisse sollen Anregungen für Politik und Wirtschaft liefern.

Die sogenannte Generation Y - die zwischen 1980 und 1996 Geborenen - wird häufig als diejenige bezeichnet, für die der Beruf zwar wichtig, aber längst nicht alles ist. Mit dem "Generation Y-Check" möchte das Bundesfamilienministerium ein Stimmungsbild der jungen Menschen in Deutschland erhalten, die heute oder in Zukunft Ausbildung, Studium und Beruf mit Familie vereinbaren wollen. Ihre Vorstellungen von einer familienfreundlichen Arbeitswelt und einer partnerschaftlichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollen deutlich werden. Hierfür sind die Meinungen, Wünsche und Erfahrungen aller 18- bis 34-Jährigen gefragt. Die Umfrage dauert etwa zehn Minuten und ist selbstverständlich anonym.


22.09.2014

Familienaspekte verankern und Sicherheit geben

Rückkehrrecht auf Vollzeit, rechtliche Aspekte in der Personalentwicklung und Karrierepunkte für Familienzeit waren nur einige der Themen, die auf unserer Strategiekonferenz im Juni diskutiert wurden. Brigitte Alaerds-Zolke nahm sich dieser Inhalte an und moderierte eine entsprechende Session. Sie arbeitet bei der StädteRegion Aachen, die insgesamt 1.800 Menschen beschäftigt

Brigitte Alaerds-Zolke ist zweite stellvertretende Personalratsvorsitzende und somit für sämtliche Belange der Angestellten zuständig.

Weiter zum Interview mit Frau Alaerds-Zolke.


17.09.2014

BIBB/BAuA-Befragung - Pflegekräfte arbeiten am Limit

Die Lebenserwartung nimmt zu und damit auch die Zahl kranker und pflegebedürftiger Menschen. Demgegenüber sinkt die Zahl der Pflegekräfte, deren Altersdurchschnitt steigt. Dabei stellt die Arbeit im Pflegebereich hohe Anforderungen an Körper und Psyche der Beschäftigten. Zu diesem Ergebnis kommt das zehnte Factsheet zur BIBB/BAuA-Befragung 2012, das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat. Demnach kennzeichnen bereits heute Schichtarbeit, ein hohes Arbeitspensum sowie physische und psychische Belastungen und gesundheitliche Beschwerden die Arbeit des Pflegepersonals.

Das neue Faktenblatt "Arbeit in der Pflege - Arbeit am Limit? Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche" der BAuA vergleicht die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in der Kranken- und Altenpflege mit denen sonstiger Erwerbstätiger. So müssen Pflegekräfte in höherem Maße schwer heben und tragen oder im Stehen arbeiten als Beschäftigte aus anderen Berufen. Vor allem Beschäftigte in der Altenpflege tragen deutlich öfter Lasten oder arbeiten in Zwangshaltung.

Schichtdienste der Pflegenden führen zu unregelmäßigen Arbeitszeiten, die zusätzlich belasten. Zudem kommen Erholungs- und Regenerationszeiten oft zu kurz. So lassen im Vergleich zur durchschnittlichen Erwerbsbevölkerung doppelt so viele Krankenpflegende ihre Pausen häufig ausfallen. Als Grund dafür geben sie meist zu viel Arbeit an. Hinzu kommen für Pflegekräfte überdurchschnittlich häufiger Termin- und Leistungsdruck sowie Arbeitsunterbrechungen. Oft müssen sie verschiedene Tätigkeiten gleichzeitig ausüben und sehr schnell arbeiten. Dabei befinden sich viele von ihnen an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.

Bei der Bewältigung der hohen Anforderungen sind Ressourcen wie ein hoher Handlungsspielraum oder soziale Unterstützung wichtig. Doch einen höheren Handlungsspielraum als bei anderen Erwerbstätigen gibt es nicht: Hinsichtlich des Einflusses auf die Arbeitsmenge liegen Beschäftigte in der Krankenpflege etwas unter und die in der Altenpflege etwas über dem Durchschnitt. Beim Planen und Erteilen von Aufgaben ist es genau umgekehrt. Die Möglichkeit, sich Pausen selbstständig einzuteilen, ist in beiden Pflegeberufen geringer als in anderen Tätigkeitsfeldern.

Besser sind hingegen soziale Komponenten wie eine gute Zusammenarbeit und Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen. Auch die Bedeutung der eigenen Arbeit wird höher eingeschätzt. Im Vergleich zum Durchschnitt berichten dennoch doppelt so viele Pflegekräfte von Überforderung, knapp die Hälfte von Stresszunahme. Und nicht zuletzt klagen Pflegekräfte deutlich häufiger über Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems und über psychovegetative Beschwerden als andere Erwerbstätige.

Diese Umstände können dazu beitragen, dass eine hohe Verweildauer im Beruf selten ist. Im europäischen Vergleich besteht bei deutschen Pflegekräften ein größerer Wunsch, aus dem Beruf auszusteigen. In einer älter werdenden Gesellschaft, in der nicht nur der Pflegebedarf und das Durchschnittsalter der Pflegenden steigen, sollte daher die Attraktivität des Pflegeberufes durch gute Arbeitsbedingungen verbessert werden.

Das Factsheet "Arbeit in der Pflege - Arbeit am Limit? Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche" steht als PDF auf der Internetseite der BAuA unter www.baua.de/arbeitsbedingungen im Bereich BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 650 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Quelle: http://www.baua.de/de/Presse/Pressemitteilungen/2014/09/pm043-14.html?nn=664262


16.09.2014

berufundfamilie-Index

Der berufundfamilie-Index bietet Unternehmensleitungen die Möglichkeit, ihr Familienbewusstsein individuell zu messen und sich mit anderen zu vergleichen. Entwickelt wurde er vom Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik im Auftrag der berufundfamilie gGmbH – einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Indexwert drückt sich in einer Punktzahl zwischen 0 und 100  (100 bedeutet „sehr familienbewusst“, 0 bedeutet „gar nicht familienbewusst“) aus.

Quelle: http://www.beruf-und-familie.de/index.php?c=44&cms_det=340.


15.09.2014

Flexible Arbeitszeiten alleine reichen nicht

Michaela Evans ist Expertin für den Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Gesundheitswesen. Im Rahmen unserer Strategiekonferenz sprach sie zur „Vereinbarkeit bei untypischen Arbeitszeiten“. Sie arbeitet beim Institut Arbeit und Technik in Gelsenkirchen, das zur Westfälischen Hochschule gehört.

Dort leitet Michaela Evans den Forschungsbereich „Arbeit und Qualifizierung“, der sich insbesondere mit Fragen der beruflichen Bildung, der Arbeitsgestaltung, aber auch mit der Arbeitspolitik im Gesundheitswesen auseinandersetzt.

Weiter zum Interview mit Frau Evans.


15.09.2014

"Nur Mut!": Männer wünschen sich familienfreundlichere Unternehmen

Viele Männer wünschen sich mehr Familienzeit. Doch wie die Studie "361° - Nur Mut!" der Unternehmensberatung A.T. Kearney zeigt, haben bislang weniger als die Hälfte aller Väter familienfreundliche Leistungen - wie Teilzeit oder Elternzeit - in Anspruch genommen.

Studie -Nur Mut

Foto: © A.T. Kearney

Der Grund hierfür: Noch immer stehen ihren Wünschen und Bedürfnissen nach Neuerleben der Familie tradierte Rollenbilder und väterfeindliche Unternehmenskulturen gegenüber. Dabei sehen sich Männer gar nicht mehr in erster Linie als materielle Versorger, sondern möchten auch an der Erziehung ihrer Kinder teilhaben. Der Studie zufolge würde sogar fast ein Drittel aller Vollzeit arbeitenden Männer ihre Arbeitszeit verkürzen.

Zu wenige Vorbilder unter den Führungskräften
"In vielen Unternehmen fehlen schlichtweg Vorbilder, also Führungskräfte, die ihren Mitarbeitern Mut machen, mehr Flexibilität einzufordern und dies auch umzusetzen", sagt Dr. Martin Sonnenschein, Managing Director Central Europe on A.T. Kearney und Mitbegründerr der 361° Familieninitiative. Demnach kommen sich Männer, die familienfreundliche Maßnahmen in Anspruch nehmen, oft wie Exoten vor und befürchten berufliche Nachteile: Nur 35 Prozent der Männer geben an, dass Vereinbarkeit in ihrem Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sei. 4 von 10 kinderlosen Männern in der Rush-Hour des Lebens, also zwischen 25 und 40 Jahren, vermissen für eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie Glaubwürdigkeit bei Vorgesetzten. 28 Prozent der Väter und 29 Prozent der kinderlosen Männer haben kein Vertrauen, mit ihrem Arbeitgeber über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sprechen.

Karrierefalle Teilzeit? Das muss nicht sein!
Entsprechend wenige Väter arbeiten bislang in Teilzeit. Von den Befragten haben bislang nur 7 Prozent solche Möglichkeiten in Anspruch genommen, während von den Müttern 62 Prozent schon einmal in Teilzeit tätig waren. Grund dafür ist die fehlende Attraktivität: Nur zwei von zehn Vätern bewerten aktuelle Teilzeitangebote ihres Arbeitgebers als zufriedenstellend. Auch von zu Hause aus zu arbeiten gelingt bislang nur jedem siebten Vater. Auszeit- und Sonderurlaubsregelungen - Leistungen, die sich jeder dritte Arbeitnehmer mit Kindern wünscht - konnten mit 11 Prozent bislang ebenso nur wenige Väter in Anspruch nehmen.

Vier von zehn Vätern in der Rush-Hour - im Vergleich zu den Müttern ein fast doppelt so hoher Anteil - befürchten schlechtere Leistungsbeurteilungen durch Kollegen und Vorgesetzte bei Inanspruchnahme familienfreundlicher Maßnahmen. Darüber hinaus glaubt fast ein Viertel der Väter, mit weniger attraktiven Aufgaben betraut zu werden. Dabei scheinen diese Ängste häufig unbegründet zu sein, denn 79Prozent der Väter, die bereits familienfreundliche Leistungen in Anspruch genommen haben, würden dies sehr wahrscheinlich wieder tun, stünden sie vor der gleichen Entscheidung.
Das ein Umdenken erforderlich ist, sagt auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: "In vielen Unternehmen herrscht immer noch eine starke Präsenzkultur: Nur wer Vollzeit arbeitet, gilt als Leistungsträger. Wer mehr Zeit mit der Familie verbringen möchte, kann zwar seine Arbeitszeit verringern, dann aber selten in einer Führungsposition. Gerade für Männer spielt das eine große Rolle. Deshalb muss in den Unternehmen, bei den Arbeitgebern ein Umdenken einsetzen dahingehend, dass Mitarbeiter eben nicht als "Minderleister" gesehen werden, wenn sie ihre Stundenzahl zugunsten ihrer Familie reduzieren."

Und die Bemühungen um eine familienfreundliche Kultur machen sich sehr positiv für Unternehmen bemerkbar: So sagen 90 Prozent der Väter, die das Thema Vereinbarkeit in ihrem Unternehmen als selbstverständlich erleben, dass sie sehr zufrieden sind mit ihrer Arbeitssituation, 93 Prozent haben eine geringe Wechselbereitschaft und 82 Prozent würden ihr Unternehmen an Freunde und Bekannte weiterempfehlen. Also, "Nur Mut! - der Einsatz lohnt sich!", so Martin Sonnenschein.
A.T. Kearney setzt sich bereits seit Anfang 2011 mit der Initiative "361°- Die Welt unserer Kinder" (www.atkearney361grad.de) dafür ein, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert wird. Die Studie wurde bereits zum zweiten Mal durchgeführt, gemeinsam mit dem WZB und dem Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas). Es ist eine repräsentative Befragung von Arbeitnehmer/-innen zu den Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in ihrem Unternehmen. In der Online-Umfrage im Herbst 2013 haben 1.771 Beschäftigte im Alter zwischen 25 und 55 Jahren ausführlich Stellung genommen.

Download der Studie: "Nur Mut!"

Quelle: http://www.presseportal.de/meldung/2827776


10.09.2014

Mobil arbeiten: Best-Practice-Beispiel Bosch

Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer wichtiger. Mehr und mehr Menschen arbeiten im Home-Office, um ihre Bedürfnisse nach Familie besser mit dem Job zu verbinden. Laut einer BITKOM-Studie von 2013 arbeitet ein Drittel der befragten Berufstätigen regelmäßig von zu Hause, weitere 13 Prozent zumindest gelegentlich.

Die Umfrage ergab, dass vier von fünf Berufstätigen der Ansicht sind, dass sich dadurch Arbeit und Familie besser vereinbaren lassen. Viele Firmen haben das erkannt und ziehen mit. Auch Bosch setzt inzwischen verstärkt auf mobile Arbeit.

Quelle: http://www.igmetall.de/SID-F8B0076A-E486C6EC/betriebsrat-verhilft-beschaeftigten-zu-mehr-zeitsouveraenitaet-13629.htm


08.09.2014

Familienfreundlichkeit - ein „Muss“ für Personalverantwortliche

Bei der ersten Strategiekonferenz unserer Aktionsplattform im Sommer 2014 moderierte Katrin Peplinski eine Arbeitsgruppe zu Unternehmenskultur und Lebensentwürfen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten Arbeitszeitmodelle und tauschten sich über Chancen von Teilzeit bei Führungskräften aus.

Katrin Peplinski ist Diversitymanagerin und Gleichstellungsbeauftragte der ERGO Versicherungsgruppe.

Weiter zum Interview mit Frau Peplinski.


08.09.2014

5 Jahre Essener Bündnis für Familie

Seit fünf Jahren setzt sich das Bündnis für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Ob betriebsnahe Kinderbetreuung, neue Teilzeitmodelle oder das selbst entwickelte Zertifizierungsverfahren „Essener Audit – Familienfreundliches Unternehmen“: Die Bandbreite personalpolitischer Möglichkeiten ist seitdem enorm gewachsen.

Essener Familienbuendnis

Seit seiner Gründung 2009 im Beisein von Ursula von der Leyen, damals Bundesfamilienministerin, hat sich das Essener Bündnis für Familie zu einem starken Netzwerk mit inzwischen über 120 Bündnismitgliedern entwickelt. Mit klaren Leitsätzen und Zielen erarbeitet das Bündnis praxistaugliche Modelle, mit denen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfolgreich in Unternehmen, Organisationen und bei den Arbeitnehmern umgesetzt und gelebt wird. Hierzu gehören Projekte wie die RWE Kita Lumiland, die in Kooperation mit dem Jugendamt entstand, ebenso wie die bei der Sparkasse Essen eingeführte „Familienpflegezeit plus“ oder die Familiengenossenschaft der NOWEDA eG. Auch die Beratung oder die Informationsarbeit, zum Beispiel über ein gemeinsames Web-Portal unter www.essener-buendnis-fuer-familie.de, zählen zu den Schwerpunkten des Bündnisses. Als Teil der Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ des Bundesministeriums genießt es auch bundesweite Akzeptanz.

Bistum Essen als neuestes Mitglied
Klaus Pfeffer, Generalvikar und somit Verwaltungschef des Bistums Essen, zeigt sich von den Chancen der Bündnisarbeit überzeugt. „Wir freuen wir uns darauf, von den Erfahrungen des Bündnisses zu profitieren und die anderen Bündnispartner an unseren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Im Mittelpunkt unseres christlichen Auftrags stehen der Mensch und seine Familie. Deshalb ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein zentraler Gedanke für uns als Arbeitgeber. Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam noch viel für Familien erreichen können.“

Kuratorium unter Vorsitz von Oberbürgermeister Paß
Ähnlich wie bei einer Stiftung steht dem Bündnis ein Kuratorium mit Vertretern der Unternehmen, der Stadt und aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen vor. Oberbürgermeister Reinhard Paß ist bereits seit 2011 dessen Vorsitzender. „Familienfreundliche Unternehmen an unserem Standort Essen sind ein entscheidender Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Wir rücken die Interessen von Familien in den Fokus der Öffentlichkeit und stärken damit gleichzeitig die Unternehmen aller Branchen. Denn wo Familienfreundlichkeit gelebt wird, ergeben sich auch signifikante wirtschaftliche Vorteile“, so Paß.

Davon weiß auch Ulrich Kanders, Hauptgeschäftsführer des Essener Unternehmensverbands (EUV), zu berichten: Die Mitarbeiterzufriedenheit in familienfreundlichen Unternehmen sei höher, der Krankenstand niedriger und die Elternzeit kürzer, betont Kanders. Außerdem orientierten sich Fachkräfte auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber immer häufiger auch an dessen familienfreundlicher Personalpolitik – ein klarer Wettbewerbsvorteil beim viel diskutierten Fachkräftemangel.

Ein regelmäßig einberufener Arbeitsausschuss des Bündnisses plant Dialogveranstaltungen und die Teilnahme an Fachtagungen oder begleitet die Umsetzung des Essener Kids Day, bei dem die Kinder in die Betriebe ihrer Familienmitglieder hineinschnuppern können. Federführend agiert dabei auch die Stadt selbst: Mit dem Beigeordneten Peter Renzel, verantwortlich im Fachbereich 5 für Jugend, Bildung und Soziales, und verschiedenen Mitarbeitern des Jugendamts, das auch die Koordinierungsstelle des Bündnisses leitet und die Geschäftsführung stellt, stehen dem Bündnis erfahrene Kräfte, selbst berufstätige Mütter und Väter, zur Seite. Eine ebenfalls tragende Rolle spielt die Kinderstiftung Essen, die bereits maßgebend an der Gründung des Essener Bündnisses für Familie beteiligt war und auch das „Essener Audit“ mit initiiert und entwickelt hat.

Entwicklung eines eigenen Zertifizierungsverfahrens
Mit dem „Essener Audit – Familienfreundliches Unternehmen“ hat das Bündnis ein unbürokratisches und dialogorientiertes Zertifizierungsverfahren auf den Weg gebracht, das Essener Unternehmen – auf freiwilliger Basis – auf den „Prüfstand“ stellt und auch für kleinere Unternehmen praktikabel ist. Nach Beratungsgesprächen wird der Ist-Zustand im Unternehmen erhoben und eine Zielvereinbarung mit konkreten Maßnahmen für die folgenden drei Jahre verbindlich unterzeichnet. Im Fokus steht dabei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch verschiedene Angebote im Unternehmen, unter anderem flexible Arbeitszeitregelungen, Teilzeit-Modelle oder die systematische Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Beruf. Entwickelt wurde das Untersuchungsverfahren in Kooperation zwischen dem EUV, der Stadt, der IHK und der Kreishandwerkerschaft sowie der Kinderstiftung Essen. Inzwischen konnten bereits zwölf Unternehmen und zwei Tochtergesellschaften zertifiziert werden, die nun das begehrte Siegel tragen und kontinuierlich an der Optimierung ihrer Familienfreundlichkeit arbeiten.

Städtische Erfolge bei der Kinderbetreuung
Rat und Verwaltung der Stadt Essen haben den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote zu einer Aufgabe von höchster Priorität entschieden. Zum Stichtag 01.08.2014 sind bereits 124 neue Kita-Gruppen mit insgesamt 1.755 Betreuungsplätzen geschaffen worden. Davon sind 914 Plätze für unter 3-jährige Kinder („u3-Plätze“) und 841 für über 3-jährige Kinder („ü3- Plätze“). Bis zum Ende des laufenden Kitajahres 2014/2015 werden voraussichtlich noch 24 weitere Gruppen mit insgesamt 401 Plätzen (158 u3- und 243 ü3-Plätze) entstehen.
Möglich gemacht wurde dieser rasante Ausbau von der Stadt Essen auf ganz unterschiedliche Weise: Einerseits konnten Anbaumaßnahmen in Bestandskitas die Zahl der Plätze erhöhen, anderseits sorgten Umbaumaßnahmen in Bestandsgebäuden auch zu Kitaneugründungen. Aber es wurde auch auf Freiflächen neu gebaut, so zum Beispiel in der Diergardtstraße, Im Beuler Feld oder an der ThyssenKrupp-Allee. Zusätzlich konnten auch Kindertagespflege-Verbünde ganz neu gegründet werden. Damit ist die Stadt Essen auf einem guten Weg, der Familienfreundlichkeit auch durch zusätzliche und adäquate Betreuungsplätze Ausdruck zu verleihen.

Foto: Simon Wiggen

Quelle: http://www.essen.de/meldungen/pressemeldung_882124.de.html


02.09.2014

Kinder und Campus: Wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingen kann

Am 28.08.2014 besuchten Familienministerin Ute Schäfer und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze anlässlich der Regionalveranstaltung der Aktionsplattform "Familie@Beruf NRW" die Technische Universität Dortmund, die in Sachen Familienfreundlichkeit als vorbildlich gilt.

Regio

Die Hochschule zeigte anhand von Beispielen ihres Hauses auf, wie die Vereinbarkeit von Familie und Campus gelingen kann. "Wir brauchen noch mehr Hochschulen, die wie die Technische Universität Dortmund Forschung und Lehre ganz konkret familienfreundlicher gestalten. Der Preis für eine Karriere an der Hochschule darf nicht die Kinderlosigkeit sein", erklärte Familienministerin Schäfer.

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze wies darauf hin, dass Erfahrungen in angelsächsischen und skandinavischen Hochschulen deutlich machen, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser gelöst werden kann.

"Dort kümmern sich viele Hochschulen darum, dass beides zusammenpasst, Familie und die wissenschaftliche Laufbahn. Für beide Partner werden Karriereoptionen aufgezeigt, so genannte Doppelkarrieren gefördert", sagte Schulze, die dem Thema auch im Kontext des Hochschulzukunftsgesetzes einen hohen Stellenwert einräumt. Mit dem Gesetz sollen unter anderem bessere Rahmenbedingungen für eine flexible und individuelle Gestaltung des Studiums geschaffen werden, indem zum Beispiel Prüfungsfristen verlängert und die Möglichkeiten für ein Teilzeitstudium erweitert werden.

"Die Wissenschaft kann auf keine begabte Frau, keinen begabten Mann verzichten", sagte Prof. Dr. Ursula Gather, Rektorin der TU Dortmund. "Unsere Hochschulen bringen hochqualifizierte Menschen voran. Herkunft, Geschlecht oder mögliche Beeinträchtigungen dürfen dabei keine Rolle spielen. Dafür schaffen wir geeignete Rahmenbedingungen."

"Es muss sich dringend etwas tun, damit Eltern Familie und Beruf auch leben können. Dazu benötigen wir auch einen Mentalitätswandel. Deshalb wollen wir bessere Rahmenbedingungen im Familienalltag auf die Agenda des landesweiten Familiengipfels im Herbst setzen", kündigte Familienministerin Schäfer an.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der TU Dortmund und der Aktionsplattform des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt, mit der das Familienministerium Initiativen zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt.

Quelle: http://www.mfkjks.nrw.de/presse/kinder-und-campus-wie-vereinbarkeit-von-familie-und-beruf-gelingen-kann-ministerin-schaefer-und-ministerin-schulze-besuchen-technische-universitaet-dortmund-16007/

Weiter Informationen zur Regionalveranstaltung.


28.08.2014

Von Präsenzkultur, Homeoffice und einer kleinen Revolution

Bei der Strategiekonferenz unserer Aktionsplattform Familie@Beruf im Juni 2014 moderierte Gerda Köster die erste Session. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten Arbeitszeitmodelle und tauschten sich über Chancen von Teilzeit bei Führungskräften aus.

Gerda Köster arbeitet bei der Vodafone GmbH Deutschland und leitet dort die Abteilung „Diversity and Inclusion“ für Vodafone in Deutschland. Wir sprachen mit Ihr über den spannenden Kulturwandel, der in vielen nordrhein-westfälischen Unternehmen stattfindet.

Weiter zum Interview mit Frau Köster.


27.08.2014

Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen abgeschlossen

Am 27.08.2014 veröffentlichte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Abschlussbericht der Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen in Deutschland.

Er fasst die Ergebnisse der 12 Forschungsmodule zusammen, die von über 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen in den letzten vier Jahren erarbeitet wurden.

Hierzu erklärt Frau Ministerin Schwesig: "Die Ergebnisse der Wissenschaftler zeigen: eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat einen zentralen Stellenwert für die Familien und die Familienpolitik. Ich freue mich, dass der Abschlussbericht vorliegt. Hieraus können wir eine Menge lernen: Mit dem ElterngeldPlus und den Investitionen in die Kinderbetreuung sind wir auf dem richtigen Weg. Es bleibt aber noch viel zu tun."
Die Gesamtevaluation untersuchte ab Herbst 2009 die Wirkung zentraler ehe- und familienbezogenen Leistungen auf vier familienpolitische Ziele:

  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • Förderung und Wohlergehen von Kindern,
  • Wirtschaftliche Stabilität von Familien und Nachteilsausgleich,
  • Erfüllung von Kinderwünschen

Die Evaluation zeigt, dass eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch die Erreichung der anderen Ziele fördert. Vereinbarkeit ist der Dreh- und Angelpunkt einer wirksamen Familienpolitik. Zu den Leistungen mit den besten Wirkungen gehören die subventionierte Kinderbetreuung und das Elterngeld. Ohne die öffentlichen Gelder, die in die Kinderbetreuung fließen, wären 100.000 Mütter mit Kindern zwischen einem und drei Jahren nicht erwerbstätig.

In Bezug auf das Elterngeld konnte nachgewiesen werden, dass es dazu führt, dass Väter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Beide Leistungen verringern das Armutsrisiko von Familien und stärken das Wohlergehen von Kindern, sie unterstützen zudem die Erfüllung von Kinderwünschen.
Die Familienleistungen werden in der Bevölkerung hoch geschätzt. Das gilt für das Kindergeld ebenso wie für das Elterngeld.
Weiter belegen die Untersuchungen, dass gerade auch kleine Leistungen sehr gut wirken, wie etwa der Kinderzuschlag für Geringverdiener oder der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Diese Leistungen sind im Verhältnis zu ihren Kosten sehr effizient.

Das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung steigern indes nur kurzfristig das Einkommen von Familien, weil viele Mütter dadurch ihre Erwerbstätigkeit einschränken, was langfristig häufig zu Einkommensverlusten führt.
Die Gesamtevaluation hat die Familienforschung in Deutschland insgesamt weiter vorangebracht. Erstmalig wurde untersucht, wie das Wohlergehen von Kindern altersspezifisch erfasst werden kann und wie die gesetzlichen Leistungen zum Wohlergehen der Kinder beitragen. Mit der Studie "Familien in Deutschland" wurden die Datengrundlagen über Familien in Deutschland erheblich verbessert; sie werden bereits jetzt von zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern genutzt. Mit der Entwicklung neuer Rechenmodelle wurden auch neue Grundlagen geschaffen, die dazu beitragen können, Fragen nach den Wirkungen veränderter Leistungen zu beantworten.
Die Gesamtevaluation hat im In- und Ausland viel Anerkennung erfahren. Die OECD sieht darin ein Beispiel für modernes, wissensbasiertes Regieren.
Der Abschlussbericht wurde von der Geschäftsstelle der Gesamtevaluation, der prognos AG, verfasst.

Quelle: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/familie,did=209192.html


22.08.2014

Mehr Mittel: Kita-Ausbau geht weiter

Der Bund stellt den Ländern weitere Finanzhilfen für den Betreuungsplatzausbau für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung. Dies hat das Bundeskabinett in seiner heutigen Sitzung beschlossen und das "Gesetz zur weiteren Entlastung von Ländern und Kommunen ab 2015 und zum quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung" auf den Weg gebracht.

"Wir setzen einen Schwerpunkt auf die ganztägige Betreuung. Dabei sind uns mehr Plätze allein nicht genug; wir wollen mehr qualitativ gute Plätze", erklärt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig.

Zum ersten Mal seit Beginn der Investitionsprogramme des Bundes sollen nunmehr auch Ausstattungsinvestitionen förderfähig sein, die der gesunden Versorgung, Maßnahmen der Inklusion sowie der ganztägigen Betreuung dienen, wie etwa die Einrichtung von Küchen oder Sporträumen. Zudem wird mit dem Gesetzesentwurf ebenfalls erstmalig gesetzlich verankert, dass die Erhöhung des Länderanteils an der Umsatzsteuer u. a. dem Ziel der Sprachförderung dient.

"Die gezielte Sprachförderung ist ein entscheidender Schritt für mehr Bildungsgerechtigkeit", sagt Manuela Schwesig. "Alle Kinder in Deutschland sollen unabhängig von ihrer Herkunft und ihren sozialen Rahmenbedingungen die frühe Chance auf Bildung und Teilhabe bekommen."

Im Zusammenhang mit der Bewältigung der Herausforderungen bei der Finanzierung von Kinderkrippen, Kitas, Schulen und Hochschulen soll das bestehende Sondervermögen "Kinderbetreuungsaufbau" um 550 Millionen Euro auf 1 Milliarde Euro aufgestockt und der Länderanteil an der Umsatzsteuer zulasten der Bundesanteile an der Umsatzsteuer in den Jahren 2017 und 2018 um jeweils 100 Millionen Euro erhöht werden. Zudem werden die Voraussetzungen sowie Verfahrensregelungen für die Durchführung des (dritten) Investitionsprogramms 2015-2018 festgelegt.

Quelle: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Presse/pressemitteilungen,did=208940.html


20.08.2014

Väter lesen (vor) – mit der „Papa-Liste“

42 Prozent der Eltern von Kindern unter zehn Jahren lesen nur unregelmäßig oder gar nicht vor. Dabei sind laut Experten Vorlese-Rituale schon für Kleinkinder essenziell: für den Spracherwerb, für das Begreifen der Welt und für die emotionale Entwicklung.

Dass Lesen die Fantasie der Kinder beflügelt, ihnen neue Welten und andere Kulturen erschließt und letztlich der Schlüssel zu Bildung ist, erkennen auch Väter an. Dass Vorlesen Kinder an das eigene Lesen heranführt und Lust auf das Lesenlernen macht, ebenso. Aber nur wenige Väter fühlen sich dafür zuständig: 55 Prozent der Väter in Deutschland lesen ihren Kindern selten oder nie vor. Dabei werden vorlesende Väter besonders gebraucht: als „Botschafter des Lesens“, die als männliche Rollen-Vorbilder Jungen zum Lesen motivieren können. Denn Jungen lesen tendenziell deutlich weniger gerne als Mädchen und sind somit weitaus stärker gefährdet, die Grundkompetenz Lesen nur rudimentär zu erwerben.

Buchempfehlungen zum Vorlesen für Väter und Großväter gibt es mit der so genannten "Papa-Liste". Auf ihr finden sich 300 Bücher-Tipps und andere Medien für aktive Väter und Großväter, darunter Rezensionen zu Bilderbüchern, Romanen, Comics, Ratgebern, Hörbüchern, Musikkassetten und Zeitschriften.

Zur besseren Orientierung ist die Liste in Rubriken nach Alter des Kindes eingeteilt, beginnend mit dem "Vater mit Baby", dann die Zeit bis zum Kindergarteneintritt und danach Bilderbücher für Papas mit Kindergartenkinder. Es folgen empfehlenswerte Vorlese- und Erstlesebücher für Schulkinder und schließlich erste Romane für Jugendliche, in denen ein Vater eine zentrale Rolle spielt.
In einem weiteren Kapitel werden Bilderbücher vorgestellt, die Kindern in der oft schwierigen Situation helfen können, wenn der Vater auszieht. Ergänzend gibt es Buchtipps für alleinerziehende Väter oder soziale Väter, die ein Kind adoptiert oder als Pflegekind in ihre Familie aufgenommen haben.

Weil sich immer mehr Großväter bewusst Zeit für ihre Enkelkinder nehmen, werden auch Bücher für aktive Opas vorgestellt. Und damit die Ideen für Spiel & Spaß und eine kindgemäße Förderung nicht ausgehen, nennt der Herausgeber auch geeignete Beschäftigungsbücher für Kinder und Enkel, Musikkassetten und CD´s.


18.08.2014

Ministerin Schäfer stellt erste Eckpunkte zum Familienbericht 2015 vor: Familien sollen zu Mitautoren werden

Familienministerin Ute Schäfer hat im Rahmen eines Pressegesprächs in Düsseldorf erste Eckpunkte zum für 2015 geplanten "Familienbericht NRW" vorgestellt.

"Vor rund 25 Jahren ist in Nordrhein-Westfalen der letzte Familienbericht erschienen. In dieser Zeit haben sich das Verständnis und die Lebenssituation von und für Familien so grundlegend verändert, wie wohl kaum jemals zuvor. Vielfältige Familienkonstellationen - verheiratet, unverheiratet, alleinerziehend, Patchwork, Klein- oder Großfamilie, mit oder ohne Migrationshintergrund - sowie unterschiedliche Lebensmodelle und -vorstellungen gehören mittlerweile zu unserem Alltag", sagte Schäfer. Eine aktuelle Bestandsaufnahme für Nordrhein-Westfalen sei daher überfällig.

Der Familienbericht soll im Herbst 2015 veröffentlicht werden. Dabei werden die Stellungnahmen der nordrhein-westfälischen Familien selbst einen zentralen Schwerpunkt des Berichts bilden.

"Uns ist es wichtig, am Ende nicht nur eine wissenschaftliche Abhandlung über Familien in der Hand zu halten. Keine Studie der Welt kann ein direktes Feedback ersetzen. Deshalb wollen wir die Familien zu Mitautoren des Berichts machen. Wir betreten damit Neuland. Die Beteiligung von Familien werden über Workshops, eine repräsentative Umfrage und das Internetportal www.familienbericht-nrw.de ermöglicht. Alle Familien in Nordrhein-Westfalen sind eingeladen, auf diesem Weg auch online ihre Anliegen an die Landesregierung heranzutragen", erklärte die Ministerin.

Der Familienbericht wird insgesamt aus drei Teilen bestehen: einer Sachstandserhebung mit Studien, Statistiken, Zahlen, Daten und Fakten zur Lage der Familien in NRW, den Stellungnahmen der Familien selbst sowie Handlungsoptionen, die Eckpunkte einer zukünftigen Familienpolitik formulieren.

Die Erstellung des Familienberichtes wird von einem Beirat mit wissenschaftlicher Expertise begleitet.

Weitere Informationen zum Familienbericht finden Sie unter www.familienbericht-nrw.de.

Quelle: www.mfkjks.nrw.de/presse/ministerin-schaefer-stellt-erste-eckpunkte-zum-familienbericht-2015-vor


15.08.2014

Lebensphasenorientierte Personalpolitik: Weitsicht zahlt sich aus

Unternehmen, deren Personalarbeit die Bedürfnisse der Mitarbeiter ernst nimmt, stehen oft besser da als ihre Mitbewerber: Sie erwirtschaften häufiger Gewinne, sind innovativer und ihre Mitarbeiter sind seltener krank. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wurde. Die IW-Wissenschaftler attestieren in ihrer Analyse außerdem, dass die meisten Betriebe ihre Personalarbeit noch deutlich verbessern könnten.

Grundlage der Studie ist das IW-Personalpanel, eine Befragung von knapp 1.600 Unternehmen. Sie zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen Personalarbeit nicht als rein administrativen Vorgang begreifen. Denn jene Firmen profitieren, die Rücksicht darauf nehmen, dass sich Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter je nach Lebenslage und Alter verändern: Im Durchschnitt aller Unternehmen sind Mitarbeiter knapp sieben Tage pro Jahr krank, in Unternehmen mit Lebensphasenorientierung sind es nur fünf Tage. Zwei Drittel der Firmen mit einem lebensphasenorientierten Personalmanagement machten im Jahr 2012 Gewinn; im Schnitt aller Unternehmen waren es lediglich rund 55 Prozent.
Allerdings bescheinigen die IW-Wissenschaftler nur knapp 8 Prozent der untersuchten Firmen eine so weitsichtige Personalpolitik. Rund 7 weitere Prozent kommen dieser aber schon relativ nah und haben gute Möglichkeiten, betriebliche Anforderungen mit individuellen Wünschen auszubalancieren. Ein weiteres Fünftel der Betriebe erfüllt zumindest die Grundvoraussetzungen für eine demografiefeste Personalarbeit. Bei den übrigen Unternehmen ist indes unsicher, wie gut sie auf die Herausforderungen des demografischen Wandels vorbereitet sind. Deshalb empfiehlt IW-Ökonom Oliver Stettes den Unternehmen, ihre Personalpolitik systematisch weiterzuentwickeln: „So können Firmen auch in Zeiten des Fachkräftemangels die gewünschten Beschäftigten gewinnen, an sich binden und dauerhaft motivieren.“

Andrea Hammermann / Oliver Stettes
Lebensphasenorientierte Personalpolitik
IW-Analysen Nr. 97, Köln 2014, 62 Seiten, 14,90 Euro
Versandkostenfreie Bestellung unter: iwmedien.de/bookshop

Quelle: www.iwkoeln.de/pressemitteilungen/lebensphasenorientierte-personalpolitik-weitsicht-zahlt-sich-aus-174719


13.08.2014

Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter: Auswertung der 8. Blitzumfrage des Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“

Rund 770 Unternehmen haben sich an einer Befragung (nicht repräsentativ) des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“ zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter“ beteiligt. Das Ergebnis: familienbewusste Angebote für Väter in Unternehmen gewinnen zunehmend an Bedeutung - und eine stärker zielgerichtete Ansprache könnte sich dabei unterstützend auswirken.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht nur für Mütter wichtig – Väter können als Zielgruppe einer familienbewussten Personalpolitik noch mehr in den Vordergrund rücken. Daher hat das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ bei seinen Mitgliedsunternehmen nachgefragt: Wie weit sind Unternehmen mit familienfreundlichen Angeboten für Väter im Betrieb?

Gut ein Fünftel spricht Väter immer gezielt an – knapp ein Viertel nie

Insgesamt gut drei Viertel der befragten Unternehmen geben an, speziell Väter „immer“ (21 Prozent) oder „teilweise“ (55 Prozent) mit einer familienbewussten Personalpolitik anzusprechen. Fast ein Viertel (24 Prozent) gab jedoch an, Väter im Unternehmen „nie“ zielgerichtet anzusprechen.

Vor allem mobiles Arbeiten und Teilzeitangebote sind für Väter derzeit wichtige Instrumente

Fast alle Befragten unterstützen ihre Beschäftigten mit vollzeitnahen Teilzeitmodellen und je drei Viertel bieten mobiles Arbeiten und Teilzeitmodelle für Führungskräfte an. Mehr als 70 % der Väter nutzen vor allem vollzeitnahe Teilzeitmodelle sowie die Möglichkeit des mobilen Arbeitens. Allerdings machen nur bei 35 % der befragten Unternehmen Väter in Führungspositionen von den angebotenen Teilzeitmodellen für Führungskräfte auch Gebrauch. In rund der Hälfte der Unternehmen werden Angebote, wie beispielsweise betrieblich unterstützte Kinderbetreuung, Kontaktdaten von Ansprechpartnern oder die Vermittlung von Betreuungsmöglichkeiten aktiv von Vätern nachgefragt.

Rund 80 Prozent glauben, dass familienbewusste Angebote für Väter in Zukunft (wahrscheinlich) eine größere Rolle spielen werden

Werden Angebote für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter zukünftig eine größere Rolle spielen? „Ja, sicher“, sagen 38 Prozent der Befragten und knapp 41 Prozent meinen, dass es „wahrscheinlich“ ist. Dabei werden nach Meinung der Befragten vor allem flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten weiter an Bedeutung gewinnen, auch Teilzeit-Angebote für Führungskräfte. Gerade mal 1 Prozent der Befragten denkt, dass väterspezifische Angebote zukünftig „sicher nicht“ an Bedeutung gewinnen werden. Rund 20 Prozent sind zögerlicher. Sie gehen davon aus, dass die Bedeutung familienfreundlicher Angebote für Väter „eher nicht“ steigen wird.

Auch die Multiplikatorenveranstaltung 2014 steht unter dem Motto „Die neuen Väter und ihre Unternehmen“. Wir werden der Frage nachgehen, wie Politik und Wirtschaft gemeinsam dafür sorgen können, dass Väter Fürsorge für die Familie und Erwerbstätigkeit oder auch Karriere vereinbaren können? Das Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie" lädt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Deutschen Industrie- und Handelskammertags am 14. Oktober 2014 nach Berlin ins Haus der Deutschen Wirtschaft ein. Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie in Kürze unter www.erfolgsfaktor-familie.de.

Quelle: www.erfolgsfaktor-familie.de


11.08.2014

Neue Broschüre der Hans-Böckler-Stiftung: „Pflegesensible Arbeitszeiten“

Viele Beschäftigte, die private Pflegeaufgaben übernehmen, müssen ihre Arbeitszeiten notgedrungen einschränken oder ihren Beruf ganz aufgeben. Die Bereitschaft zur Übernahme häuslicher Pflegeaufgaben wird zukünftig stark davon abhängen, ob es gelingt, bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Pflege zu schaffen. Eine zentrale Rolle wird dabei den Arbeitszeiten zugeschrieben.

In der Broschüre „Pflegesensible  Arbeitszeiten – Arbeitszeitrealitäten und -bedarfe von pflegenden Beschäftigten“ stellen  Katrin Menke, Svenja Pfahl, Stefan Reuyß und Jürgen Rinderspacher die wichtigsten Ergebnisse einer empirischen Studie vor, die von der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) gefördert wurde.

Zur Studie: hwww.boeckler.de/pdf/p_pflegesensible_arbeitszeiten.pdf


07.08.2014

EY Studentenstudie 2014: Gerne zu Vater Staat: Studenten zieht es in den öffentlichen Dienst

Vater Staat als Arbeitgeber – für viele Studenten ist das eine attraktive Perspektive. Als besonders vielversprechende Branchen für ihren späteren Berufsweg bezeichnen drei von zehn Studenten den öffentlichen Dienst, auf Platz 2 und 3 folgen die Wissenschaft (19 Prozent) und Kultureinrichtungen (17 Prozent). Dahinter rangieren Branchen der freien Wirtschaft wie die Prüfungs- und Beratungsbranche (15 Prozent), die Automobilindustrie (14 Prozent) oder die IT-Branche (12 Prozent).

Knapp ein Drittel der Studenten (32 Prozent) lehnt für ihren späteren Berufsweg sogar die Privatwirtschaft als Ganzes ab – sie finden lediglich Stellen im öffentlichen Bereich attraktiv. 21 Prozent können sich für Berufsperspektiven in beiden Bereichen erwärmen. Nur knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) findet staatliche bzw. öffentliche Arbeitgeber wenig interessant und will auf jeden Fall in einem Privatunternehmen Fuß fassen.

Ein Grund für die Präferenz für den öffentlichen Dienst könnte der Wunsch der Studenten nach einem sicheren Job sein. Als wichtigste Kriterien bei der Wahl ihres künftigen Arbeitgebers nennen 61 Prozent der Befragten die Jobsicherheit, dicht gefolgt von einem guten Gehalt (59 Prozent) und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (57 Prozent). Andere Kriterien wie Karrierechancen (34 Prozent) oder die Möglichkeit zu selbständigem Arbeiten (31 Prozent) nennen Studenten deutlich seltener.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Für die Studie wurden im Frühjahr 2014 deutschlandweit 4.300 Studenten befragt.

„Manche Studenten haben offensichtlich eine gewisse Scheu vor der freien Wirtschaft – sie stellen sich einen Job in der Privatwirtschaft wohl als extrem zeitaufwendig, unsicher und mit privaten Belangen schwer vereinbar vor“, erklärt Ana-Cristina Grohnert, Managing Partner bei EY. Dabei habe sich gerade in den letzten Jahren viel getan: „Die Unternehmen stellen sich stark auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter ein und können häufig sogar deutlich flexibler agieren als öffentliche Arbeitgeber.“

Besonders wichtig ist der Sicherheitsaspekt für Frauen – zwei Drittel der weiblichen Studenten (66 Prozent) nennen die Jobsicherheit als maßgebliches Kriterium für die Wahl ihres Arbeitgebers, bei den Männern sind es 56 Prozent. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für Frauen (65 Prozent) wichtiger als für Männer (48 Prozent). Und der öffentliche Dienst ist für Studentinnen (36 Prozent) sogar noch attraktiver als für ihre männlichen Kommilitonen (23 Prozent).

Auch bei anderen Branchen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während Frauen sich stärker für den Kulturbereich (24 Prozent) und das Gesundheitswesen bzw. die Pharmabranche (21 Prozent) interessieren, setzen Männer auf die Automobilindustrie (20 Prozent) und den Bereich Prüfung und Beratung (18 Prozent).

Unternehmensberatungen hoch im Kurs – Banken wenig attraktiv
Die beliebteste Wirtschaftsbranche der Studenten – abgesehen vom Gesundheitswesen (16 Prozent) mit privaten und öffentlichen Arbeitgebern – sind die Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater: 15 Prozent der Studenten bezeichnen diese Branche als sehr attraktives Berufsziel. Bei Studenten mit deutlich überdurchschnittlichen Studienleistungen will sogar jeder Dritte gerne in diesem Bereich arbeiten. Insbesondere für Wirtschaftswissenschaftler liegen Prüfung und Beratung ganz oben auf der Beliebtheitsskala: 42 Prozent von ihnen bezeichnen diesen Sektor als besonders interessant.

Auf den Rängen 2 und 3 der beliebtesten Wirtschaftsbranchen der Studenten folgen die Automobilindustrie und der Software- und IT-Bereich – hier würden 14 bzw. 12 Prozent der deutschen Studenten besonders gerne arbeiten.

„Old Economy und neue Technologien sind bei den Studenten gleichermaßen beliebt“, sagt Grohnert. „Das ist ein vielversprechendes Ergebnis: Nur wenn genug Fachkräfte in die IT-Branche streben, kann Deutschland in Zukunft sein Gewicht in diesem Bereich ausbauen.“

Trotz hoher Gehälter: Finanzbranche weit abgeschlagen
Andere Branchen sind bei den Studenten hingegen weniger angesehen; vor allem der Finanzsektor ist derzeit offenbar wenig attraktiv. So rangieren Banken und Versicherungen ganz hinten auf der Beliebtheitsskala – lediglich 6 bzw. 3 Prozent der Befragten bewerten diese Branchen als besonders interessant für ihren Berufsweg.

Allerdings erwarten Studenten, die den Berufseinstieg bei einer Bank anstreben, die höchsten Gehälter: 42.700 Euro im Jahr – so viel wie in keiner anderen Branche. Im Durchschnitt erwarteten die deutschen Studenten ein Einstiegsgehalt von 35.100 Euro.

„Trotz des überdurchschnittlichen Gehaltsniveaus sind Banken derzeit nur für wenige Studenten attraktiv“, stellt Grohnert fest. „Das zeigt zum einen, dass diese Branche den Imageverlust aus der Finanzkrise noch nicht überwunden hat. Zum anderen ist dies aber auch ein Beleg dafür, dass ein hohes Gehalt für die Studenten nur ein Faktor unter vielen ist.“

Überdurchschnittliche Einstiegsgehälter erwarten die Studenten außerdem im Maschinenbau (41.800 Euro), bei Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen (41.600 Euro) und bei den Versicherern (40.600 Euro). Das Schlusslicht bilden Kultureinrichtungen – von Arbeitgebern in diesem Bereich erwarten die Studenten lediglich ein Einstiegsgehalt von 26.300 Euro im Jahr.

Mehr Informationen: www.ey.com/de/Newsroom/20140702-EY-News-Studenten-zieht-es-in-den-oeffentlichen-Dienst


05.08.2014

Ein Jahr Rechtsanspruch

Seit dem 1. August 2013 hat jedes Kind ab seinem ersten Geburtstag einen Anspruch auf Förderung in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Rund 660.000 Kinder nehmen dieses Angebot wahr, wie die aktuelle bundesweite Statistik zeigt.

"Der Rechtsanspruch wirkt. Heute gibt es in Deutschland so viele Betreuungsangebote wie niemals zuvor", erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

Im Jahr 2007 lag die Betreuungsquote noch bei 15,5 Prozent. Sieben Jahre später, im März 2014, bei rund 32,5 Prozent.

In den vergangenen Jahren haben Bund, Länder und Kommunen massiv in den Ausbau von Kitas und Kindertagespflege investiert. Dadurch erhielten Kinder Zugang zu frühkindlicher Förderung, die vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs erst ab dem dritten Geburtstag einen Platz erhalten hätten. 

Den Rechtsanspruch ab dem vollendeten dritten Lebensjahr gibt es bereits seit 1996.

41,7 Prozent der Eltern wünschen sich eine Betreuung für ihr Kind. Das zeigt, dass der Bedarf noch nicht gedeckt ist. Deshalb wird der Bund die Länder, die verfassungsrechtlich für den Ausbau zuständig sind, auch weiterhin beim Ausbau unterstützen. In dieser Legislaturperiode werden so 1 Mrd. Euro Investitionsmittel seitens des Bundes zur Verfügung gestellt.

"Zusammen mit den Bundesmitteln, die ich zur Verfügung stelle, werden wir gemeinsam mit den Bundesländern ein wirksames Paket für den weiteren Ausbau und für mehr und bessere Qualität in der Kindertagesbetreuung schnüren", betonte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. "Die Verbesserung der Chancengerechtigkeit ist die gemeinsame Aufgabe, der sich Bund, Länder und Kommunen jetzt gemeinsam stellen müssen."

Doch es werden nicht nur mehr Kitaplätze benötigt, sondern wir brauchen auch gute Kitaplätze. "Dieser Zugang zu frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung ist ein unschätzbarer Gewinn. Sie ist der Beginn einer sinnvollen Bildungskette", so Schwesig.

Im November werden sich die für Kinderbetreuung zuständigen Ministerinnen und Minister von Bund und Ländern auf Einladung von Bundesministerin Manuela Schwesig und Ministerin Irene Alt (Rheinland-Pfalz) zu einer gemeinsamen Konferenz in Berlin treffen.

www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Presse/pressemitteilungen,did=208592.html


31.07.2014

Destatis: Frauenanteil in der Wissenschaft steigt

Im Jahr 2012 standen 43 900 Professoren nur 9 000 Professorinnen gegenüber. „Somit waren 20 % der Professorenstellen an deutschen Hochschulen mit Frauen besetzt. Ein Zehnjahresvergleich der Strukturen zeigt allerdings eine deutliche Veränderung zugunsten der Frauen.

Im Jahr 2002 hatte der Anteil lediglich 12 % betragen“, betonte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis), auf der Pressekonferenz „Auf dem Weg zur Gleichstellung? Bildung, Arbeit und Soziales – Unterschiede zwischen Frauen und Männern“.

Insgesamt zeigt sich an deutschen Hochschulen mit steigendem Qualifikationsniveau eine kontinuierliche Abnahme des Frauenanteils. Während etwa die Hälfte der Studienanfängerinnen und -anfänger und Absolventinnen und Absolventen 2012 weiblich waren, betrug der Anteil der Frauen bei Promotionen nur noch 45 % und bei Habilitationen 27 %.

Nicht nur an Hochschulen sind höhere Positionen selten mit Frauen besetzt: Auch in Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert. Ihr Anteil lag im Jahr 2012 bei nur 29 %.

Der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen ist in Deutschland – auch im europäischen Vergleich – nach wie vor hoch. Seit Beginn der Berechnung im Jahr 1995 lag der Unterschied bei den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten (Gender Pay Gap) beinahe unverändert bei über 20 %. Im Jahr 2013 betrug er 22 %.

Roderich Egeler ging auf eine Reihe weiterer Themen ein, die die unterschiedliche Situation von Frauen und Männern in Deutschland aus Sicht der Statistik beschreiben:

  • Die Familiengründung beziehungsweise das Betreuen von Kindern hat einen starken Einfluss auf die Erwerbstätigkeit von Frauen. Mütter mit einem Kind unter 3 Jahren, waren im Jahr 2012 nur zu 32 % aktiv erwerbstätig. Mit steigendem Alter des Kindes steigt auch die Erwerbsbeteiligung der Mütter. Bei Vätern lag die Erwerbstätigenquote unabhängig vom Alter des Kindes konstant zwischen 82 % und 85 %.
  • Mütter schränken den Umfang der Erwerbstätigkeit häufiger ein als Väter: 2012 arbeiteten 69 % der erwerbstätigen Mütter mit einem minderjährigen Kind in Teilzeit, aber nur 6 % der Väter. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: 81 % der in Teilzeit tätigen Mütter reduzieren ihre Arbeitszeit aus persönlichen oder familiären Gründen, Väter hingegen hauptsächlich, weil keine Vollzeittätigkeit zu finden war (39 %).
  • Die Kinderbetreuung liegt fest in den Händen der Mütter: Bei 96 % der in 2012 geborenen Kinder hat die Mutter Elterngeld bezogen. Dagegen nahm nur bei 29 % dieser Kinder der Vater Elterngeld in Anspruch. Allerdings ist der Anteil der Väter in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen; für im Jahr 2009 geborene Kinder hatte die Väterbeteiligung noch bei 24 % gelegen. Väter beziehen zwar immer häufiger Elterngeld, aber zunehmend kürzer: Für im Jahr 2009 geborene Kinder lag die durchschnittliche Bezugsdauer bei 3,5 Monaten, im Jahr 2012 nur noch bei 3,2 Monaten.
  • Auch der Sozialindikator zur Armut oder sozialen Ausgrenzung der Bevölkerung zeigt Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf. Im Jahr 2012 waren in Deutschland 21,5 % der Frauen ab 18 Jahren und nur 18,2 % der Männer arm oder sozial ausgegrenzt.
  • Die geringere Erwerbsbeteiligung und die geringeren Einkommen von Frauen führen im Rentenalter dazu, dass alleinlebende Frauen öfter mit einem Nettoeinkommen unter 900 Euro auskommen müssen. Dies betraf im Jahr 2012 ein Viertel (25 %) der Frauen ab 65 Jahren und nur 16 % der Männer.

Detaillierte Ergebnisse enthalten die Unterlagen zur Pressekonferenz.

Weitere Auskünfte gibt:
Pressestelle des Statistischen Bundesamtes
Telefon: (0611) 75-3444

www.destatis.de/Presse/Pressemitteilungen/PD14_268_213.html


22.07.2014

Viele Väter reduzieren nach der Elternzeit ihre Arbeitszeit und kümmern sich stärker um ihre Kinder

Immer mehr Männer nehmen nach der Geburt ihres Kindes Elternzeit in Anspruch. Das wirkt sich positiv auf die partnerschaftliche Betreuung der Kinder in den Familien aus.

Denn Väter, die Elternzeit genommen haben, reduzieren ihre Arbeitszeit nach der Rückkehr in den Job durchschnittlich um 4,5 Stunden pro Woche und beteiligen sich stärker an der Kinderbetreuung. Dies zeigt Mareike Bünning vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in einer Analyse.

Insgesamt hat die Familie für Väter nach der Elternzeit eine größere Priorität. Um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben, reduzieren Väter nicht nur ihre Arbeitszeit, sondern auch ihre Freizeit und verbringen nach der Elternzeit durchschnittlich eine Stunde pro Werktag mehr mit ihren Kindern. Anders sieht es bei der Hausarbeit aus. Hier erhöhen Männer ihr Engagement nach der Elternzeit seltener. Nur Väter, die in Elternzeit waren, während ihre Partnerin erwerbstätig war, übernahmen später mehr Hausarbeit.

Mehr Zeit mit dem Kind zu verbringen, ist für viele Väter die Hauptmotivation, Elternzeit zu nehmen. „Bereits in zwei Monaten Elternzeit können Väter eine enge Bindung zu ihrem Kind aufbauen, die sie dann längerfristig beibehalten wollen. Eine stärkere Beteiligung bei der Hausarbeit streben die Väter dagegen nicht konkret an. Sie entwickelt sich meist nur dann, wenn Väter Elternzeit nehmen, während ihre Partnerin arbeitet, und sie so eine Zeit lang die volle Verantwortung zu Hause haben“, sagt WZB-Wissenschaftlerin Mareike Bünning.

Seit der Reform der Elternzeit 2007 teilen sich immer mehr Paare die Elternzeit. 2012 nahmen 29,3 Prozent der Väter Elternzeit; 75 Prozent davon nehmen zwei Monate in Anspruch, 25 Prozent bleiben länger zu Hause. Um herauszufinden, ob Männer sich auch nach der Elternzeit mehr Zeit für Kinderbetreuung und Hausarbeit nehmen und dafür ihre Arbeitszeit reduzieren, analysierte Mareike Bünning Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) von 2006 bis 2012 und aus dem Datensatz „Familien in Deutschland“ (FID) von 2010 bis 2012.
Das Erwerbsverhalten von Vätern steht im Mittelpunkt des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten WZB-Forschungsprojekts „Partnerschaft, Elternschaft und Erwerbstätigkeit: Auswirkungen familialer Übergänge auf das Erwerbsverhalten von Männern im Ländervergleich“.

Pressekontakt
Mareike Bünning
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
der Projektgruppe der Präsidentin
Telefon: 030 254 91 297
mareike.buenning@wzb.eu
Kerstin Schneider
Pressestelle
Telefon: 030 254 91 506
kerstin.schneider@wzb.eu


22.07.2014

Frauenanteil in DAX-30-Vorständen weiter gesunken

DIW Berlin wertet Entwicklung der ersten Jahreshälfte aus – Weniger Vorständinnen, aber mehr Aufsichtsrätinnen – Nachhaltige Veränderungen sind kein Selbstläufer

Der Abwärtstrend setzt sich fort: Derzeit haben Frauen nur noch 5,5 Prozent der Vorstandsposten in den DAX-30-Unternehmen inne. Das entspricht zehn Vorständinnen bei insgesamt 183 Vorstandsmitgliedern.

Ende des vergangenen Jahres waren noch zwölf von 191 Posten des Führungsgremiums mit Frauen besetzt (6,3 Prozent). Das ergibt eine aktuelle Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Erneut bestätigt sich, dass eine nachhaltige Veränderung hin zu mehr Frauen in Vorständen der großen börsennotierten Unternehmen kein Selbstläufer ist“, sagt Elke Holst, Forschungsdirektorin Gender Studies am DIW Berlin.

Als Vorständinnen ausgeschiedenen sind in der ersten Hälfte des Jahres 2014 Elke Strathmann bei Continental, Marion Schick bei der Deutschen Telekom und Angela Titzrath bei der Deutschen Post. Neu hinzugekommen ist Dr. Doris Höpke bei der Munich Re.

In den Aufsichtsräten der DAX-30-Unternehmen hingegen ist der Frauenanteil weiter gestiegen – um 2,8 Prozentpunkte auf 24,7 Prozent. Diese Entwicklung bestätigt den seit 2010 zu beobachtenden Trend, wonach die Frauenanteile in den Kontrollgremien um durchschnittlich knapp drei Prozentpunkte pro Jahr zunehmen. „Diese positive Entwicklung zeigt, dass verstärkte Bemühungen um mehr Frauen in Aufsichtsräten durchaus erfolgreich sein können“, so Holst.

Die Frauenanteile sind auf der Arbeitnehmerseite der Kontrollgremien derweil noch immer höher als auf der Kapitalseite. In sieben der DAX-30-Unternehmen (Deutsche Börse, Deutsche Lufthansa, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Henkel, Merck, Munich Re) besteht die Arbeitnehmervertretung mittlerweile zur Hälfte aus Frauen. Die Kapitalseite holt aber auf: Mittlerweile entsendet sie mit 48 von insgesamt 109 fast die Hälfte aller Aufsichtsrätinnen der DAX-30-Unternehmen.

Die seitens der Politik geplante Geschlechterquote, die einen Frauenanteil in Aufsichtsräten in Höhe von mindestens 30 Prozent vorsieht, haben unterdessen bereits zehn der DAX-30-Unternehmen erreicht: Commerzbank, Adidas, Allianz, Deutsche Bank, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Deutsche Lufthansa, Merck, Munich Re und Henkel. Zwei Unternehmen haben keine einzige Frau im Aufsichtsrat: Fresenius Medical Care und Fresenius.

„Ich bin zwar zuversichtlich, dass es sich bei dem Rückgang des Frauenanteils in den Vorständen um ein vorübergehendes Tief und nicht um einen generellen Rückwärtstrend handelt“, sagt Elke Holst. In zwei Dax-Unternehmen dürften demnächst wieder zwei Vorstandsposten an Frauen vergeben werden. „Dennoch bedarf es großer Schritte, um die männlichen Monokulturen in den Vorständen in absehbarer Zeit zu überwinden.“ Den zunehmend mit Frauen besetzten Aufsichtsräten kämen hierbei eine wichtige Rolle zu.

Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten der DAX-30 Unternehmen (Tabelle 1) | PDF, 73.59 KB

Übersicht: Frauen in Vorständen der DAX-30 Unternehmen (Tabelle 2) | PDF, 75.45 KB

Dax-30 Unternehmen nach Frauenanteil im Aufsichtsrat in Prozent (Tabelle 3) | PDF, 77.66 KB

Pressestelle:

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Sebastian Kollmann
Telefon +49-30-897 89-249, -252 oder -250
Mobil +49-174-319-3131
Mobil +49-174-183-5713
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17.07.2014

Hohes Tempo beim Kita-Ausbau für unter Dreijährige

Der Kitausbau geht mit hohem Tempo voran: Am 1. März 2014 wurden 661.965 Kinder unter drei Jahren betreut, wie das Statistische Bundesamt am 16.07.2014 bekannt gegeben hat.

Um rund 64.000 stieg damit die Zahl betreuter Kinder seit dem 1. März 2013. Von 2012 bis 2013 in waren es nur rund 38.000 Kinder. Dies zeigt, dass die Länder den Ausbau massiv vorangetrieben haben.

Der Bedarf ist damit aber noch nicht flächendeckend gedeckt. 2013 wünschten sich im Bundesschnitt 41,7 Prozent der Eltern eine Betreuung für ihr Kind unter drei Jahren. Dieser Bedarf unterscheidet sich regional und lokal erheblich, sogar zwischen einzelnen Stadteilen bis zu 27 Prozent. Immer mehr Eltern wünschen sich einen Ganztagsplatz oder wenigstens einen erweiterten Halbtagsplatz mit Mittagsbetreuung für ihr Kind.

"Die Zahlen zeigen, dass wir hier auf einem guten Weg sind. Aber sie zeigen auch: Wir sind noch nicht am Ziel angekommen. Klar ist, wir brauchen mehr Kitaplätze - und wir brauchen gute Kitaplätze", sagt Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. "Wir werden in dieser Legislatur eine Milliarde für den Kita-Ausbau zur Verfügung stellen. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf die Ganztagesbetreuung und die gesunde Verpflegung. Weitere 400 Millionen Euro werden für die Sprachförderung eingesetzt. Eltern wünschen sich die bestmögliche Betreuung und Bildung für ihre Kinder. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, ein breites Angebot von guter Qualität zu gewährleisten. Denn die frühkindliche Bildung in der Kita ist zentral für die weitere Entwicklung eines Kindes. Deshalb werde ich gemeinsam mit Ländern und Kommunen, Trägern, Gewerkschaften und Elternvertretern in einen regelmäßigen Austausch zu
Struktur- und Qualitätsfragen der Kindertagesbetreuung treten: Bereits im Herbst wird ein erstes Treffen stattfinden", sagt Manuela Schwesig.

Die Bundesregierung wird noch im Sommer die gesetzlichen Grundlagen für den weiteren Ausbau schaffen, so dass auch nach Ausschöpfung der bisherigen vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel ab 2015 weitere Plätze geschaffen werden können.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
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16.07.2014

Ergebnisbroschüre des Projekts „Effektiv! – Für mehr Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen“ veröffentlicht.

Die Broschüre „Familienfreundlichkeit in der Praxis“ gibt Antworten auf die Fragen, wie bekannt, wie nützlich und wie wirksam existierende Angebote und Maßnahmen der Familienfreundlichkeit an Hochschulen tatsächlich sind.

Befragungen des wissenschaftlichen Personals und von Studierenden zeigten, dass die Mehrheit der untersuchten Angebote weniger als der Hälfte der Befragten bekannt ist; auch ihre Nutzung ist mehrheitlich gering. Aber dennoch: von den meisten Angeboten profitieren die Befragten gemeinhin deutlich. Regelmäßige Kinderbetreuung und Maßnahmen zu familienfreundlicher Arbeitszeitgestaltung sind bei der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie am hilfreichsten.

Die Broschüre präsentiert die Ergebnisse des vom Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS (GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften) durchgeführten und vom BMBF geförderten Projekts „Effektiv! – Für mehr Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen“ (www.familienfreundliche-hochschule.org). Im Projekt wurde die Bandbreite der Angebote und Maßnahmen für mehr Familienfreundlichkeit an den Hochschulen erhoben und kategorisiert. Für ausgewählte Beispiele wurde untersucht, wie sie von wissenschaftlichem Personal und Studierenden sowie Schlüsselpersonen auf Leitungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsebene wahrgenommen werden und wie diese deren Wirkungen beurteilen.
Die Broschüre bietet einen analytischen Blick auf verschiedene Stellschrauben, die an deutschen Hochschulen existieren, um die Vereinbarkeit von Familie und Wissenschaft/Studium zu verbessern. Sie zeigt Handlungsfelder an Hochschulen auf und untermauert diese mit Ergebnissen aus der wissenschaftlichen Begleitforschung.

Publikationsangaben:
Kunadt, Susann; Schelling, Anna; Brodesser, David & Samjeske, Kathrin (2014): Familienfreundlichkeit in der Praxis. „Ergebnisse aus dem Projekt Effektiv! – Für mehr Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen“, cews.publik.no 18: Köln.
Zum Download unter: http://www.familienfreundliche-hochschule.org

Kontakt:
Dr. Susann Kunadt (Projektleitung), Telefon :0221 / 47694 - 253, susann.kunadt@gesis.org
Weitere Informationen: http://www.familienfreundliche-hochschule.org


14.07.2014

Neuer Internetauftritt zeigt familienfreundliche M+E-Unternehmen vor Ort

Die Internetseite www.familienfreundliche-industrie.de zeigt die vielfältigen Angebote der Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie zur bestmöglichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In der online abrufbaren Broschüre "Familie und Beruf im Herz der Wirtschaft" werden vorbildliche Beispiele aus den Firmen und Werken vorgestellt.

Es gibt keine genormte Familie und deshalb kann es auch keine Lösung von der Stange geben. Familienfreundlichkeit muss in den Unternehmen gelebt werden und hier ist die M+E-Industrie vorbildlich. Nicht ohne Grund sagen laut einer repräsentativen Allensbach-Umfrage 75 Prozent der rund 3,7 Millionen Beschäftigten der M+E-Branche, dass sie keine Probleme haben, Familie und Beruf gut miteinander in Einklang zu bringen.
Die Online-Broschüre mit den Best-Practice-Beispielen ist abrufbar unter:
www.familienfreundliche-industrie.de.


14.07.2014

Neue Studie: Vereinbarkeit von Familie und Pflegeberuf

Um dem Fachkräftemangel erfolgreich zu begegnen, setzen Pflegeeinrichtungen zunehmend auf Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dies bestätigen Ergebnisse einer bundesweiten Befragung unter rund 350 Pflegeeinrichtungen, die der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), der DIHK Berlin und das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ sowie die Universität Kiel durchgeführt haben.

„Die Studie zeigt, dass das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den Pflegediensten und Einrichtungen angekommen ist und dass diese viel unternehmen, um ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine familienfreundliche Arbeit zu ermöglichen. Dennoch gibt es noch Potenzial“, sagt Bernd Tews, bpa-Geschäftsführer. „Über 80 Prozent der befragten Einrichtungen können offene Stellen nicht sofort besetzen, bei der Hälfte dauert dies oft länger als sechs Monate“, so Tews, der darauf hinweist, dass mittelständische und kleine Träger besonders hart betroffen sind. Bereits aktiv seien die Einrichtungen bei der familienbewussten Arbeitszeitgestaltung: „In ambulanten Einrichtungen arbeitet über die Hälfte der Beschäftigten in Teilzeit – in stationären rund ein Drittel – in über 70 Prozent der Einrichtungen gibt es Maßnahmen zur Sicherstellung verlässlicher Dienstzeiten, und knapp zwei Drittel bieten speziell auf Eltern abgestimmte Arbeitszeitmodelle“, erläutert der bpa-Geschäftsführer.

Nachholbedarf wird hingegen bei der Kinderbetreuung gesehen. „Zwar unterstützen 70 Prozent der Einrichtungen ihre zumeist weiblichen Beschäftigten speziell beim Wiedereinstieg und rund ein Drittel bei der Kinderbetreuung“, sagt Sofie Geisel, Projektleiterin beim Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“. „Doch immerhin 60 Prozent gaben an, dass ihnen Förderprogramme oder entsprechende  Unterstützungsmöglichkeiten bei der Kinderbetreuung gar nicht bekannt sind. Gleiches gilt für andere Serviceleistungen für Beschäftigte mit familiären Verpflichtungen.“

Dass Vereinbarkeitsangebote Beschäftigte binden, spiegelt sich unter anderem darin wider, dass fast 80 Prozent der Befragten einen positiven Zusammenhang zwischen gesicherter Betreuung und Arbeitszufriedenheit sehen. 54 Prozent sind zudem der Auffassung, dass familienfreundliche Aktivitäten die Produktivität der Beschäftigten erhöhen. Ein Drittel verweist zudem auf handfeste wirtschaftliche Vorteile, beispielsweise kürzere Elternzeiten oder weniger Fluktuation.
„Wir werden unsere Einrichtungen und Dienste in Zukunft noch stärker dabei unterstützen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern“, kündigt Bernd Tews an.

Hierzu wird die Zusammenarbeit zwischen dem Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ und dem bpa ausgebaut. Geplant ist die Erstellung einer Broschüre und eine Veranstaltungsreihe zu dem Thema. 

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Herbert Mauel, Bernd Tews, bpa-Geschäftsführer,
Tel.: 030-30878860


26.06.2014

Mehr Zeit für Familien - Monitor Familienforschung

Die Lebenswirklichkeit von Familien hat sich verändert. Das alte Modell, nach dem der Mann das Geld nach Hause bringt und sich die Frau um Haus und Kinder kümmert und etwas dazuverdient, entspricht schon lange nicht mehr den Wünschen der heutigen Eltern. Am liebsten hätten Mütter wie Väter gern beides, Familie und Beruf.

Zeitpolitik für Familien hat sich zu einem wichtigen Handlungsfeld von Familienpolitik entwickelt und ist in verschiedenen Publikationen des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereits thematisiert worden. Die aktuelle Ausgabe des Monitor Familienforschung widmet sich dem Thema "Mehr Zeit für Familien – kommunale Familienzeitpolitik in Deutschland".
Familien geht es um eine gute Balance im Leben, und sie wünschen sich ein partnerschaftliches Miteinander. 60 Prozent der Paare mit kleinen Kindern halten partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf für das ideale Lebensmodell. Allerdings gelingt es nur 14 Prozent der Eltern, diesen Wunsch auch umzusetzen. Dieses Missverhältnis zwischen Wunsch und Wirklichkeit, das zu großer Unzufriedenheit führt, müssen wir gemeinsam überwinden.

Weiterlesen unter: www.bmfsfj.de


25.06.2014

Erste Strategiekonferenz 23.- 24. Juni 2014

„Wir haben viel mitgenommen und hatten sehr interessante Gespräche. Gerne werden wir im Nachgang all unsere Kanäle nutzen, um darüber zu berichten und das Thema weiter zu unseren Mitgliedern, transportieren. …“

So das Feedback einer Teilnehmerin zur gelungenen Strategiekonferenz der Aktionsplattform ….., dem sich viele andere Teilnehmer und Teilnehmerinnen anschlossen. Insgesamt 100 Teilnehmende engagierten sich in 12 Sessions bei dieser ersten Strategiekonferenz der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW am 23 und 24. Juni 2014 in Düsseldorf.

Lesen Sie weiter: "Erste Strategiekonferenz der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW 23.- 24. Juni 2014"


06.06.2014

Hermann Gröhe: "Gute Pflege muss uns etwas wert sein."

Kabinett beschließt Entwurf des 1. Pflegestärkungsgsetzes

Das Bundeskabinett hat am 28. Mai 2014 den Entwurf des Fünften Gesetz es zur Änderung des Elften Buches Sozialgesetzbuches (1. Pflegestärkungsgesetz) beschlossen. Nach der Beratung durch Bundestag und Bundesrat soll das 1. Pflegestärkungsgesetz am 1. Januar 2015 in Kraft treten. Es bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: „Die Menschlichkeit unserer Gesellschaft muss sich gerade darin zeigen, wie wir mit Pflegebedürftigen und Kranken umgehen. Das Kabinett hat heute umfangreiche Leistungsverbesserungen in der Pflege bereits zum 1. Januar 2015 auf den Weg gebracht. Das ist eine gute Nachricht für Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und die Pflegekräfte, die eine unverzichtbare Arbeit leisten."
 
Vor allem Familien, die Angehörige zu Hause pflegen möchten, sollen mehr Unterstützung bekommen – zum Beispiel durch mehr Tages- und Kurzzeitpflege. Aber auch die Arbeit der Pflegeeinrichtungen soll leichter werden. Dazu soll die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte deutlich aufgestockt werden. Zudem wird ein Pflegevorsorgefonds eingerichtet.
 
Um diese Verbesserungen zu erreichen werden die Beiträge zur Pflegeversicherung am 1. Januar 2015 um 0,3 Prozentpunkte und im Laufe der Wahlperiode um weitere 0,2 Prozentpunkte angehoben. Damit stehen insgesamt fünf Milliarden Euro mehr für Verbesserungen in der Pflege zur Verfügung. Die Leistungen der Pflegeversicherung können so um 20 Prozent ausgeweitet werden. Minister Gröhe: „Gute Pflege muss uns etwas wert sein“.
 
Das Pflegestärkungsgesetz ist das erste von zwei Gesetzen, durch die die Pflege in Deutschland verbessert wird. Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz soll noch in dieser Wahlperiode der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt werden.
 
Die Verbesserungen des 1. Pflegestärkungsgesetzes im Einzelnen:

  • Alle Leistungsbeträge der Pflegeversicherung werden um 4 Prozent (2,67 Prozent für die erst 2012 mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz neu eingeführten Leistungen) erhöht.
  • Unterstützungsleistungen wie die Kurzzeit-, Verhinderungs- und Tages- und Nachtpflege sollen ausgebaut und besser miteinander kombiniert werden können. Das entlastet Pflegebedürftige und pflegende Angehörige gleichermaßen. Menschen in der Pflegestufe 0 (v.a. Demenzkranke) erhalten erstmals Anspruch auf Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege.
  • Gestärkt werden auch die sogenannten niedrigschwelligen Angebote. Es werden neue zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen eingeführt, etwa für Hilfe im Haushalt oder Alltagsbegleiter und ehrenamtliche Helfer. Dafür erhalten künftig alle Pflegebedürftigen 104 Euro pro Monat. Demenzkranke erhalten 104 bzw. 208 Euro pro Monat. Niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote können künftig auch anstelle eines Teils der Pflegesachleistung in Anspruch genommen werden.
  • Der Zuschuss zu Umbaumaßnahmen (z.B. Einbau eines barrierefreien Badezimmers) steigt von bisher 2.557 auf bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme. In einer Pflege-WG kann sogar ein Betrag von bis zu 16.000 Euro eingesetzt werden. Für Pflegehilfsmittel des täglichen Verbrauchs steigen die Zuschüsse von 31 auf 40 Euro pro Monat.
  • Auch die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird verbessert. Wer kurzfristig die Pflege eines Angehörigen organisieren muss, etwa nach einem Schlaganfall, erhält künftig eine Lohnersatzleistung für eine zehntägige bezahlte Auszeit vom Beruf, vergleichbar dem Kinderkrankengeld. Durch den Gesetzentwurf werden dafür bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Lohnersatzleistung wird in einem separaten Gesetz geregelt, das ebenfalls am 1.1.2015 in Kraft treten soll.
  • In Pflegeheimen werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte von bisher 25.000 auf bis zu 45.000 Betreuungskräften erhöht werden kann. Das verbessert den Pflegealltag und die Qualität der Versorgung in den Heimen. Und das ist auch für die Pflegekräfte eine Entlastung.
  • Mit den Einnahmen aus 0,1 Beitragssatzpunkten (1,2 Mrd. Euro jährlich) wird ein Pflegevorsorgefonds aufgebaut. Er wird ab 2035 zur Stabilisierung des Beitragssatzes genutzt, wenn die geburtenstarken Jahrgänge (1959 – 1967) ins Pflegealter kommen.

Infos unter: www.pflegestaerkungsgesetze.de und www.bundesgesundheitsministerium.de


05.06.2014

Landtag verabschiedet zweite Revision des Kinderbildungsgesetzes - jährlich rund 100 Millionen Euro zusätzlich für mehr Qualität

Der Landtag hat eine weitere Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) beschlossen. Damit stellt das Land den Kindertageseinrichtungen jährlich rund 100 Millionen Euro zusätzlich für mehr Qualität zur Verfügung. Seit der ersten KiBiz-Revision fördert das Land die frühkindliche Bildung pro Kitajahr bereits mit 290 Millionen Euro zusätzlich.

Mit der erneuten Reform werden nun insgesamt jährlich rund 390 Millionen Euro allein aus Landesmitteln zusätzlich bereitgestellt.

Die heute verabschiedete zweite Revision des Kinderbildungsgesetzes rückt vor allem mehr Bildungschancen und mehr Bildungsgerechtigkeit in den Mittelpunkt.

"Mit dieser zweiten KiBiz-Revision werden wir weitere Qualitätsverbesserungen in den Kindertageseinrichtungen schaffen, indem wir die pädagogische Arbeit stärken, die Erzieherinnen und Erzieher entlasten, Einrichtungen in bildungsbenachteiligten Sozialräumen stärker fördern und die Sprachförderung verbessern", erklärte Familienministerin Ute Schäfer.

Schwerpunkte der zweiten KiBiz-Revision im Einzelnen:

1. Verfügungspauschale
Jede Kita soll zukünftig eine Verfügungspauschale erhalten, mit der die Einrichtung personell verstärkt werden kann. Auf diese Weise bleibt den Fachkräften mehr Zeit für ihre pädagogische Arbeit. Die Höhe der Pauschale richtet sich nach der Größe der Einrichtung. Insgesamt stellt das Land dafür jährlich rund 55 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Der Träger der Einrichtung entscheidet in eigener Verantwortung, ob das Geld zum Beispiel für personelle Unterstützung im Rahmen der Mittagsversorgung oder für mehr Leitungs- und Verfügungszeit eingesetzt wird. Denkbar ist auch eine Verwendung der Pauschale für Vertretungen.

2. plusKITA
Einrichtungen in Stadtteilen mit einem hohen Anteil bildungsbenachteiligter Familien erhalten zusätzliche Mittel für zusätzliches Personal (mindestens 25.000 Euro pro Jahr). Hierfür stellt das Land jährlich insgesamt rund 45 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.

3. Sprachförderung
Künftig wird jedes Kind von Anfang an alltagsintegriert und stärkenorientiert sprachlich gefördert. Das setzt eine kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung voraus. Dafür sollen die Fachkräfte die Möglichkeit erhalten, sich zusätzlich zu qualifizieren. Das Land stellt hierfür Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro bereit. Delfin 4 hat für Kita-Kinder 2014 zum letzten Mal stattgefunden. Für Kinder, die keine Kindertageseinrichtung besuchen, bleibt es bei dem bisherigen Verfahren.

Die bisher für die Sprachförderung verausgabten 25 Millionen Euro bleiben vollständig im System.

4. Anmeldeverfahren
Das jetzt vorgelegte Änderungsgesetz legt zum ersten Mal fest, dass Kommunen Eltern innerhalb von sechs Monaten nach der Bedarfsanzeige ein Angebot für einen Betreuungsplatz machen müssen. Das bietet sowohl Eltern als auch Kommunen Planungssicherheit. In diesem Zusammenhang haben sich die kommunalen IT-Dienstleister in ihrem Dachverband außerdem auch auf einheitliche elektronische Anmeldesysteme verständigt, die von den Jugendämtern künftig eingesetzt werden können.


04.06.2014

ElterngeldPlus: Moderne Familienpolitik setzt auf Partnerschaftlichkeit

Auf Vorschlag von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat das Bundeskabinett am 4. Juni den Gesetzentwurf zur Einführung des ElterngeldPlus auf den Weg gebracht. Damit ist es für Mütter und Väter künftig einfacher, Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren.

Auch die Elternzeit wird deutlich flexibler. "Mehr Zeit für Familie, und zwar für Mütter und Väter: Das ist das Ziel dieses Gesetzes", sagte Manuela Schwesig.
"Mit dem neuen ElterngeldPlus und einer flexibleren Elternzeit ermöglichen wir Eltern, Familie und Beruf gemeinsam zu managen - durch eine längere Förderung und bessere und individuellere Möglichkeiten, die Anforderungen partnerschaftlich aufzuteilen. Das bringt eine neue Qualität in die Familienpolitik – und dafür gibt es große Zustimmung in den Familien und in der Gesellschaft", betonte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus: Längerer Bezug von Elterngeld bei Teilzeitarbeit
Das ElterngeldPlus unterstützt Väter und Mütter, die schon während des Elterngeldbezugs und danach in Teilzeit arbeiten wollen. Mit den ElterngeldPlus-Monaten können sie während der Teilzeittätigkeit doppelt so lange die Förderung durch das Elterngeld nutzen. Aus einem Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate.
Bislang können Eltern zwar Teilzeitarbeit und Elterngeld kombinieren, allerdings verlieren sie nach der bisherigen Regelung einen Teil ihres Elterngeldanspruches: Ihr Lohn mindert die ausgezahlten Beträge, ohne dass es bisher dafür zum Ausgleich einen längeren Bezug des Elterngeldes gibt.
Neben dem ElterngeldPlus, das diese Lücke schließt, ist die Einführung eines Partnerschaftsbonus geplant: Wenn beide Eltern pro Woche 25 bis 30 Stunden parallel arbeiten, erhält jeder Elternteil das ElterngeldPlus nochmals für vier zusätzliche Monate. Bundesfamilienministerin Schwesig erklärte dazu: "Ich möchte, dass Eltern ihre Kinder partnerschaftlich betreuen und gleichzeitig ihre beruflichen Ziele verfolgen können. Damit unterstützen wir mit einer modernen Familienpolitik den Wunsch vieler Eltern nach mehr Partnerschaftlichkeit."

Verschiedene Kombinationen möglich
Elterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus lassen sich kombinieren: Pausiert etwa die Mutter für sechs Monate und bezieht volles Elterngeld, so kann sie anschließend für zwölf Monate ElterngeldPlus beziehen. Ihr Partner kann zwei Monate Elterngeld oder vier Monate ElterngeldPlus nutzen. Arbeiten beide im Anschluss für mindestens vier Monate Teilzeit mit 25 bis 30 Wochenstunden, können beide jeweils für diese vier Monate ElterngeldPlus erhalten.
Möglich ist auch, dass Mutter und Vater nach der Geburt bis zu 30 Stunden in der Woche in Teilzeit arbeiten und gemeinsam je 14 Monate ElterngeldPlus beziehen. Im Anschluss könnten auch sie den Partnerschaftsbonus nutzen. Alleinerziehende können das neue ElterngeldPlus im gleichen Maße nutzen und zusammen mit den Partnermonaten statt der 14 regulären Elterngeldmonate bis zu 28 ElterngeldPlus-Monate in Anspruch nehmen. Wenn sie in vier aufeinander folgenden Monaten Teilzeit mit 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten, steht auch Alleinerziehenden für vier zusätzliche Monate ElterngeldPlus zu.

Elternzeit flexibler gestalten
Auch die Elternzeit wird deutlich flexibler. Wie bisher können Eltern bis zum 3. Geburtstag eines Kindes eine unbezahlte Auszeit vom Job nehmen. Künftig können 24 Monate statt bisher zwölf zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes genommen werden. Eine Zustimmung des Arbeitgebers wird dafür nicht mehr notwendig sein. Jedoch muss die Elternzeit nach dem 3. Geburtstag des Kindes nach der Neuregelung 13 Wochen vorher angemeldet werden – Elternzeit vor dem 3. Geburtstag nach wie vor nur sieben Wochen vorher. Zudem können beide Elternteile ihre Elternzeit in je drei statt wie bisher zwei Abschnitte aufteilen.

Breite Zustimmung in der Bevölkerung
Einer Studie des infas Institutes für angewandte Sozialwissenschaft zufolge findet die neue Regelung großen Zuspruch in der Bevölkerung: Demnach stimmte jeder Zweite für eine Änderung der derzeitigen Elterngeldregelung. Besonders bei Befragten mit minderjährigen Kindern im Haushalt und bei jungen Erwachsenen bis 24 Jahren ist die Zustimmung hoch, bei den unter 24-jährigen mit 70 Prozent am höchsten.
Das neue Gesetz zum ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz geht nun in das parlamentarische Verfahren und soll zum 1. Juli 2015 in Kraft treten.

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04.06.2014

Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat vielfältige Facetten

„Die Vereinbarkeit von Familien und Beruf darf sich nicht ausschließlich auf die Erziehungszeiten von Kindern beziehen. Deutschland braucht neben dem Ausbau frühkindlicher Betreuungsangebote dringend bessere Rahmenbedingungen für Menschen, die sich dazu entscheiden, ihre pflegebedürftigen Angehörigen zu betreuen.“

Das fordert am heutigen Tag der Pflege die Bundesvorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller und fordert ein tragfähiges Konzept von der Bundesregierung zur Förderung der häuslichen Pflege, um sicherzustellen, dass keine beruflichen Nachteile entstehen. „Neben einer Familienpflegezeitregelung benötigen wir zudem dringend Lösungen im Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel in Pflegeberufen, der sich gerade in der Betreuung Pflegebedürftiger verheerend auswirken kann. Der Pflegeberuf muss für junge Leute attraktiver werden und leistungsgerechter entlohnt werden“, so Ilse Müller, die dafür plädiert, die öffentlichen Zuschüsse zur Ausbildung des Pflegenachwuchses zu erhöhen und zur Entlastung der Pflege verstärkt auf Maßnahmen zur Rehabilitation zu setzen. Nach wie vor gelte für den BDH der Grundsatz „Reha geht vor Pflege“, der einerseits positive fiskalische Wirkungen durch eine Entlastung der Pflegekassen entfaltet und andererseits in zahlreichen Fällen Menschen dabei unterstützt, einen drohenden Pflegefall zu vermeiden.

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03.06.2014

1 Milliarde Euro für Kitas und Krippen

Zur Einigung bezüglich der zusätzlichen Mittel für den Kitabereich im Rahmen der Bildungsmilliarden erklärt Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig:

"1 Milliarde Euro für Kitas und Krippen in dieser Legislaturperiode: Das ist ein sehr gutes Ergebnis für die Familien. Eltern wünschen sich die bestmögliche Betreuung und Bildung für ihre Kinder.

Und Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sondern bereits in der Kita. Deshalb freue ich mich, dass sich der Kampf für zusätzliche Mittel für den Kitaausbau und die Verbesserung der Qualität gelohnt hat.
Wir werden weiter in den Ausbau der Kindertagesbetreuung investieren. Ich werde gemeinsam mit den Ländern darüber sprechen, wie das Geld verteilt und eingesetzt wird.
Noch in diesem Jahr wird es eine erste Bund-Länder-Konferenz zur Kindertagesbetreuung geben, bei der das Thema Qualität im Fokus stehen wird.
Ich bin mit dem Gesamtpaket zufrieden. Denn auch als Bundesjugendministerin begrüße ich es sehr, dass durch die Bafög-Reform nun mehr jungen Menschen die Chance gegeben wird, ein Studium aufzunehmen."


23.05.2014

Fakten zu „Frauen in Führungspositionen“

Anlässlich der laufenden Diskussion um das geplante Gesetz zur Frauenquote fordert der BDI eine praktikable Ausgestaltung der Novelle. Sie betrifft nach den bisherigen Planungen rund 2800 Unternehmen. „Der Politik ist dabei vielfach nicht bewusst, wie sich das geplante Gesetz in der Praxis auswirken wird“, erklärte Holger Lösch, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung.

Wenig bekannt sei die Tatsache, dass in Deutschland mehrheitlich kleine Gremien die Regel seien. Im Bereich der börsennotierten Gesellschaften hätten knapp 60 Prozent der Unternehmen einen dreiköpfigen Aufsichtsrat. Die Vorstände bestünden bei über 80 Prozent aus ein bis drei Personen. „Für solche Kleinstgremien verbietet sich jegliche Mindestvorgabe“, unterstrich Lösch.
„Es stellt sich auch die Frage, welches gleichstellungspolitische Signal sich die Bundesregierung von einer Regulierung in diesem Bereich verspricht.“ Gleiches gelte für die über 500 nach den Leitlinien betroffenen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern. „Für diese mittelständischen Unternehmen steht der Aufwand für Zielsetzungen und Berichtspflichten in keinem Verhältnis zum vermeintlichen Nutzen.“
Der BDI kritisiert die geplante Einheitsquote von 30 Prozent für große börsennotierte Unternehmen: „Zu recht weisen Gewerkschaften aus einigen Branchen auf Probleme bei der 30-prozentigen Besetzung der Arbeitnehmerbank mit Frauen hin“, sagte Lösch. „Dieselben Umsetzungsprobleme gibt es auch auf Kapitalseite. Die Eigentümer können zwar in gewissem Umfang auf externe Berater und Fachfremde zurückgreifen. Sie brauchen aber im Aufsichtsrat ausreichend Branchenerfahrung, um den Vorstand wirksam kontrollieren zu können.“
Die Vereinbarung zur Chancengleichheit von 2001 sei keineswegs gescheitert – auch nicht im Bereich der Führungspositionen. „Sowohl in Aufsichtsräten als auch in Führungspositionen insgesamt ist der Frauenanteil in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – in den DAX30-Aufsichtsräten beispielsweise von 12,4 auf 21,5 Prozent in nur vier Jahren“, betonte Lösch. Allerdings arbeiteten rund 45 Prozent der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit – deutlich mehr als im europäischen Durchschnitt. „Dies zeigt, dass es in Deutschland weiter erhebliche Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt – beispielsweise bei Ganztagsschulen. Die Politik ist nach wie vor gefordert, diese Rahmenbedingungen zu verbessern“, erklärte Lösch.

Weitere Zahlen und Daten finden Sie unter folgendem Link: http://www.bdi.eu/Publikationen-Flyer_19066.htm

Pressekontakt:
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19.05.2014

Zehn Jahre Lokale Bündnisse für Familie

Bundesweite Initiative für Vereinbarkeit von Familie und Beruf feiert ihr zehnjähriges Jubiläum mit mehr als 750 Aktionen.
Anlässlich des Aktionstags 2014 der bundesweiten Initiative "Lokale Bündnisse für Familie" am 15. Mai besucht Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig das Lokale Bündnis im brandenburgischen Falkensee. Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Falkensee, Heiko Müller, und im Beisein von mehr als 100 Kindern und Erwachsenen, würdigt sie das große Engagement des Bündnisses als wichtigen Akteur der bundesweiten Initiative.

Diese feiert 2014 ihr zehnjähriges Jubiläum. Zu ihrem Aktionstag rund um den 15. Mai machen die Lokalen Bündnisse für Familie deshalb in ganz Deutschland auf ihre Arbeit aufmerksam unter dem Motto "Einzigartig. Partnerschaftlich. 10 Jahre Lokale Bündnisse für Familie".

"Die Lokalen Bündnisse für Familie haben eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben. Seit zehn Jahren engagieren sich im ganzen Land die verschiedensten Partner für familienfreundlichere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Sie unterstützen damit Eltern aktiv bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In vielen Städten und Gemeinden zählen die Bündnisse heute zu den tragenden Säulen und Innovationsmotoren erfolgreicher Familienpolitik vor Ort. Mit Freude und Stolz gratuliere ich der Initiative deshalb zum zehnjährigen Bestehen. Und ich bedanke mich bei allen Aktiven für die wertvolle und beispielhafte Arbeit", sagt die Bundesministerin anlässlich ihres Besuches beim Lokalen Bündnis Falkensee.
So wie in Falkensee präsentieren vom 10. bis zum 25. Mai Lokale Bündnisse in ganz Deutschland die jahrelange erfolgreiche Kooperation der verschiedenen Akteure in den Netzwerken. An rund 440 Standorten finden dazu mehr als 750 Aktionen statt.
Gemeinsam mit rund 29.000 Partnerorganisationen aus allen Bereichen der Gesellschaft - darunter zum Beispiel auch mehr als 5.000 Unternehmen - sind in den Lokalen Bündnissen für Familie in den vergangenen zehn Jahren tausende Projekte entstanden, die Eltern dabei unterstützen, Zeitkonflikte im Alltag und Engpässe bei der Kinderbetreuung zu reduzieren.
Damit setzen sich die Lokalen Bündnisse für ein Thema ein, das viele Menschen bewegt. 60 Prozent der Eltern mit Kindern zwischen einem und drei Jahren wünschen sich beispielsweise, dass beide Partner im gleichen Umfang erwerbstätig sind und sich gemeinsam um Haushalt und Familie kümmern können. Allerdings realisieren derzeit nur 14 Prozent ein solches Modell. Mit Angeboten für die Ferien-, Notfall- und Nachmittagsbetreuung, mit Freizeitaktivitäten speziell für Väter und Kinder sowie mit Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg leisten die Bündnisse einen wichtigen Beitrag, damit berufstätige Eltern die Aufgaben in der Familie partnerschaftlich teilen und ihre Erwerbswünsche umsetzen können.
Weitere Informationen zu den Lokalen Bündnissen erhalten Sie unter: www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de und www.aktionstag2014.de


09.05.2014

Wie eine Großfamilie auf Zeit

Arbeitsgruppe Familienbündnisse thematisiert generationsübergreifende Tagesbetreuung
Beim ersten Treffen der Arbeitsgruppe der Lokalen Bündnisse für Familie im Kreis Soest in diesem Jahr stand jetzt die generationsübergreifende Tagesbetreuung für Kinder und Senioren im Mittelpunkt. Monika Ahlke, Leiterin einer solchen Einrichtung in Lippstadt-Lohe, stellte ihr im Kreisgebiet einzigartiges Betreuungsangebot vor, bei dem das Prinzip Großfamilie gelebt wird.

Wenn von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesprochen wird, so geht es nicht allein um eine verlässliche Betreuung der Kinder, sondern immer mehr auch um kurzfristige Betreuungsmöglichkeiten bzw. Beschäftigungen der älteren Generation. Das weiß auch Monika Ahlke, Leiterin von Gen-Ta in Lippstadt-Lohe. Das Angebot ihrer Einrichtung bringt beide Zielgruppen zusammen: Kinder bis drei Jahre und ältere Tagesgäste spielen und essen gemeinsam und gehen zusammen spazieren.. „Das Konzept bewährt sich. Die Kinder finden es toll, zum Beispiel etwas vorgelesen zu bekommen und die älteren Damen und Herren fühlen sich wertgeschätzt und gebraucht. Es ist wie in einer Großfamilie“, berichtete Monika Ahlke.
Mit weiteren Fachkräften betreut Ahlke mehrere Kinder und Senioren, die zu unterschiedlichen Zeiten in den angemieteten Räumlichkeiten zusammenkommen. Ein Fahrdienst holt die älteren Gäste ab und bringt sie wieder nach Hause. „Die Gruppen sollen überschaubar bleiben, aber der Bedarf ist da“, berichtete die Gen-Ta-Leiterin. Die Thematik Vereinbarkeit von Familie und Betreuung der Kinder will die Arbeitsgruppe weiterhin intensiv im Forum behandeln, um die Rahmenbedingungen zu optimieren.
Und da das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in der Gesellschaft immer wichtiger wird, will sich die Arbeitsgruppe Familienbündnisse diesem Bereich explizieter widmen. So gab Uwe Brinker von der trägerunabhängigen Pflegeberatung im Kreis Soest der Arbeitsgruppe einen Einblick in die gesetzlichen Grundlagen und einen typischen Verlauf einer Beratung mit ihren Besonderheiten.
Weitere Informationen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es bei Sinaida Bayer,
Koordinatorin Lokale Bündnisse für Familie im Kreis Soest,
Nummer 02921/303402
E-Mail an sinaida.bayer@kreis-soest.de.
Pressekontakt: Pressestelle, Judith Wedderwille, Telefon 02921/302249


23.04.2014

Mütter setzen neue Trends

Wann arbeiten Mütter nach Geburt eines Kindes wieder, in welchem Umfang tun sie dies und welche Entwicklungen lassen sich in den letzten Jahren beobachten? Antworten darauf liefert das aktualisierte Dossier "Müttererwerbstätigkeit" des Bundesfamilienministeriums in Kooperation mit dem Zukunftsrat Familie.

Die aktuellen Mikrozensusauswertungen und Studien, die im Dossier verarbeitet werden, zeigen deutlich: Immer mehr Mütter arbeiten inzwischen immer mehr Wochenstunden, und immer mehr Mütter kehren nach der Geburt eines Kindes immer früher wieder in den Beruf zurück.

Mütter wünschen sich früheren Wiedereinstieg in den Beruf
Darüber hinaus wünscht sich ein großer Teil der Mütter eine frühere Berufsrückkehr. Die Erwerbsunterbrechung von Müttern mit Kindern, die zwischen 2008 und 2010 geboren wurden, dauerte im Schnitt 19 Monate. Zwei Drittel der Mütter, die für mehr als sechs Monate aus dem Beruf ausgestiegen sind, wären gerne früher wieder arbeiten gegangen.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erklärt hierzu: "Die Mütter mit jungen Kindern heute sind die Trendsetterinnen: Sie erobern sich den Arbeitsmarkt zurück. Das ist gut für ihren beruflichen Erfolg, für die Chancen auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit und für das Einkommen der ganzen Familie. Mit dem Elterngeld Plus werde ich junge Eltern darin unterstützen, ihre Vorstellungen von einer guten Vereinbarkeit umzusetzen."

Die Dynamik setzt sich fort
Inzwischen arbeiten 41 Prozent der Mütter mit Kindern zwischen ein und zwei Jahren bereits wieder. Ist das Kind zwischen zwei und drei Jahren, sind es inzwischen schon 54 Prozent. 2006 lagen die entsprechenden Anteile noch acht beziehungsweise zwölf Prozentpunkte niedriger. Außerdem arbeiten weniger Mütter mit kleinen Kindern in kleiner Teilzeit.
Diese Dynamik wird sich voraussichtlich noch weiter fortsetzen: Denn viele Mütter wünschen sich eine frühere Berufsrückkehr oder einen größeren Stundenumfang und viele nicht erwerbstätige Mütter würden gerne arbeiten.

Dossier Müttererwerbstätigkeit - Erwerbstätigkeit, Erwerbsumfang und Erwerbsvolumen 2012 vom Bundesfamilienministerium und dem Zukunftsrat Familie


23.04.2014

Plattform für Familien geplant

Die Bundesregierung will zur Verbesserung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Dienstleistungsplattform aufbauen. Das ist dem Nationalen Sozialbericht 2014 zu entnehmen, der nun als Unterrichtung (18/1106) vorliegt.

Eine solche Plattform solle es Familien und älteren Menschen ermöglichen, legale gewerbliche Anbieter haushaltsnaher familienunterstützender Dienstleistungen leicht zu finden. Dieses bundesweite Angebot soll Nachfrager und Anbieter informieren und damit Angebote für Privathaushalte "schneller, besser und transparenter" zugänglich machen, schreibt die Bundesregierung. Einen konkreten Zeitplan dafür nennt sie jedoch nicht.
Die Mitgliedstaaten der EU berichten jährlich innerhalb der Strategischen Sozialberichterstattung (Strategic Social Reporting, SSR) über ihre Strategien und Fortschritte im Bereich Sozialschutz und Soziale Inklusion. Im aktuellen Sozialbericht bekennt sich die Bundesregierung zu Deutschland als einem "hochentwickelten Sozialstaat, der den Menschen von der Geburt bis ins Alter existenzsichernde Unterstützung bereitstellt und als sozialer Standortfaktor sowie ökonomischer Produktivfaktor dient".

Quelle: Deutscher Bundestag
Nationaler Sozialbericht 2014


20.04.2014

Treffen der Hochschulgruppe der Aktionsplattform am 22.05.2014 in Düsseldorf

Auf der Agenda der Hochschulgruppe standen Aktivitäten von relevanten Netzwerken aus dem Hochschulbereich in NRW.
Zunächst berichtete Detlef Rujanski, Geschäftsführer, Studentenwerk Siegen über Verbesserung der „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ für die Studierenden mit Kind. Als Best Praxis Beispiel wurde eine flexible Kinderbetreuungseinrichtung des Studentenwerks an der Universität Siegen vorgestellt. Hierbei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Universität und des Studentenwerks.

Insgesamt verfügt die Einrichtung über 12 Plätze (davon 3 Notplätze) für Kinder ab 6 Monaten. (siehe Best Practice NRW) Silke Koppenhöfer, Sprecherin des Hochschulnetzwerks Familie NRW, Leitung Dual Career & Family Support Universität zu Köln berichtete über ihre Arbeit im Hochschulnetzwerk Familie NRW.

Das ist ein Zusammenschluss von derzeit 21 Familienservicebüros aus Hochschulen in NRW (HNF).Das HNF wurde  2005 auf Initiative des Familienservicebüros an der RWTH Aachen gegründet. Es ist ein freiwilliger Zusammenschluss der Eltern-Familienservice Büros der Hochschulen und Unikliniken NRW`s.Die Zielgruppen des HNF sind Studierende, wissenschaftlich Beschäftigte / Drittmittelbeschäftigte, Professoren/innen und Beschäftigte in Technik und Verwaltung. Die Herausforderungen unterscheiden sich nach den Statusgruppen. Folgende Schwerpunkte der HNF wurden u.a. aufgezählt:
Väterarbeit/ Lobbyarbeit, Internationalisierung, Festlegung der Schulferien - keine Übereinstimmung mit Semesterzeiten, Weiterentwicklung des Pflegezeitgesetzes, Fehlende rechtliche Rahmenbedingungen zur Einrichtung/Abnahme von familienfreundlichen Arbeitsplätzen, Familienfreundliche Campusplanung
Familienfreundliche Angebote für Sonderforschungsbereiche, Abrechnungsver-fahren von "Gendermitteln" aus Drittmitteln (Vergabe, Berechnung, Prüfung).
Das HNF Netzwerk hat keine Dienstleistungsfunktion. In der Regel müssen die Mitglieder selbst etwas ein-bringen für einen nachhaltigen Nutzen des HNF zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie.

Die Geschäftsstelle der Aktionsplattform berichtete über das am 9.9.2013 gestartete Doppelkarrierenetzwerk in Ostwestfalen-Lippe, in dem u.a. die IHK Detmold, das Forschungscluster IT‘s OWL, Unternehmen, Hochschulen, Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft, OWL Maschinenbau, der Kreis Lippe und die Bezirksregierung beteiligt sind. Hauptziele sind: Regionale Kooperationsstrategie entwickeln, Doppelkarrieren fördern und Fachkräftenachwuchs für den Wirtschafts-, Wissenschafts- und Forschungsstandort Ostwestfalen-Lippe gewinnen. Die ToDo’s für 2014 sind: das Doppelkarriere-Engagement verknüpfen mit den Fachkräfteinitiativen der Region, Implementation von Lösungen wie den Talentepool und die Datenbanken von Partnerorganisationen, das Doppelkarriereengagement als wichtiges Attraktivitätsmerkmal für die Region herausarbeiten und eine gemeinsame Werbestrategie mit Wirtschaft und Forschung entwickeln.


08.04.2014

Landesweite Telefonaktionstag aller Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in NRW

Am 08. Mai 2014 findet erstmalig in NRW der landesweite Telefonaktionstag aller Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) der Arbeitsagenturen in NRW statt.

In der Zeit von 9 -15 Uhr stehen alle BCA für Fragen zum Thema „Wiedereinstieg in den Beruf“ am Telefon zur Verfügung.

Poster Telefonaktion BCA

Telefonaktionstag NRW 8. Mai 2014 von 9 bis 15 Uhr
Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in Ihrer Agentur für Arbeit berät Sie zur Rückkehr in den Beruf, zur Be­schäftigung in Teilzeit, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und informiert über die vielfältigen Angebote der Agentur für Arbeit!


08.04.2014

Für neue Qualität bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf - für Mütter und Väter

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer eröffnen den Unternehmenstag "Erfolgsfaktor Familie 2014"
Eine partnerschaftliche Aufteilung von Familie und Beruf halten immer mehr junge Frauen und Männer für wünschenswert. Aber nur wenigen gelingt es, dieses Modell auch wirklich zu leben. Während die meisten Väter Vollzeit arbeiten, sind die meisten Mütter Teilzeit beschäftigt - mit einem Arbeitsvolumen von durchschnittlich 17 Stunden. Ideal fänden beide häufig eine vollzeitnahe Teilzeitarbeit.

"Die Zeit ist reif für eine neue Qualität bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir müssen Vereinbarkeit partnerschaftlich denken - für Väter und Mütter. Wenn Männer mehr Zeit für Familie haben, können Frauen ihre Arbeitsstundenzahl erhöhen. Davon profitiert auch die Wirtschaft. Mit dem weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung, dem neuen ElterngeldPlus und der Flexibilisierung der Elternzeit will ich Eltern bei ihrem Wunsch nach mehr Partnerschaftlichkeit unterstützen", so Bundesministerin Schwesig im Rahmen des 7. Unternehmenstages "Erfolgsfaktor Familie" am 07.04.2014 in Berlin.
Der Schlüssel für eine partnerschaftliche Aufgabenteilung von Familie und Beruf liegt auch in der Arbeitswelt. Familienfreundliche Angebote sind zwar für fast alle Unternehmen in Deutschland selbstverständlich (Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit, 2013), doch werden diese in erster Linie von Müttern genutzt. Damit Mütter mehr arbeiten können, müssen auch Väter Angebote zur Vereinbarkeit stärker wahrnehmen.

DIHK-Präsident Schweitzer unterstrich, dass auch die Wirtschaft Beruf und Familie als wichtiges Thema nicht nur für Frauen sieht: "Was wir brauchen, sind passende Lösungen im Betrieb, die es schaffen, Familien- und Berufsleben besser zu vereinbaren - und zwar für Männer und Frauen gleichermaßen." Mit Blick auf zunehmende Fachkräfteengpässe betonte er: "Es ist wichtig, dass Väter und Mütter sich insgesamt stärker am Arbeitsmarkt einbringen können. Dafür kommt es auch auf eine verlässliche Kinderbetreuung an." Schweitzer wies zudem auf die Situation von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hin: "Gerade für kleinere Unternehmen kann es ein ernstes Problem sein, wenn mehrere Beschäftigte ihr Arbeitszeitvolumen um 10 Prozent oder 20 Prozent reduzieren. Wichtig seien daher individuell abgestimmte Lösungen vor Ort."

Unter dem Motto "Partnerschaft bei der Vereinbarkeit - Neue Potenziale für die Wirtschaft" diskutierten auf dem Unternehmenstag Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Verbänden und Wissenschaft über Konzepte, die dazu beitragen, Familien eine partnerschaftliche Aufteilung zwischen Erwerbs- und Familienverantwortung zu ermöglichen. Im Mittelpunkt standen dabei Karrieremodelle für Eltern, betriebliche Maßnahmen für Väter und Arbeitszeitmodelle für Mütter, die "mehr als halbtags" arbeiten wollen.
Der Unternehmenstag "Erfolgsfaktor Familie 2014" ist das jährliche Mitgliedertreffen des gleichnamigen Unternehmensnetzwerks, das 2006 vom Bundesfamilienministerium und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag als zentrale Plattform für familienfreundliche Unternehmen gegründet wurde. Mittlerweile sind über 5.000 Mitglieder im Netzwerk aktiv. Das serviceorientierte Netzwerkbüro berät und unterstützt gerade kleine und mittlere Betriebe bei der praktischen Umsetzung einer familienfreundlichen Personalpolitik.
Weitere Informationen zum Unternehmenstag und zum Unternehmensnetzwerk finden Sie unter www.erfolgsfaktor-familie.de.

BMFSFJ - Pressemitteilung Nr. 15/2014


07.04.2014

A.T. Kearney-Studie offenbart mangelnde Familienfreundlichkeit vieler Unternehmen

Vieles ist in den vergangenen Jahren über Vereinbarkeit von Beruf und Familie diskutiert worden: Deutsche Unternehmen jedoch nehmen ihre Verantwortung für das Thema immer noch nicht ernst genug.

Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie der Managementberatung A.T. Kearney. Demnach haben sich viele Firmen beim Thema Familienfreundlichkeit im vergangenen Jahr kaum bewegt: Nur acht Prozent aller von A.T. Kearney befragten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gaben an, dass ihr Unternehmen in diesem Zeitraum familienfreundlicher geworden ist. Zugleich gab nur eine Minderheit von 38 Prozent zu Protokoll, dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf in ihrem Unternehmen eine Selbstverständlichkeit ist.

Dabei lassen nach wie vor viele Firmen außer Acht, dass sie es selbst sind, die von einem familienfreundlichen Umfeld profitieren. "Das Ergebnis von Familienfreundlichkeit sind motivierte, loyale Mitarbeiter, die das Unternehmen weiterempfehlen. Das ist in Zeiten von Fachkräftemangel und demografischen Wandel ein wesentlicher Schlüssel zum unternehmerischen Erfolg", sagt Martin Sonnenschein, Managing Director Central Europe und Partner bei A.T. Kearney.

Auf dem Wunschzettel ganz oben: Notfallbetreuung für Kinder
Wie die Studie weiter zeigt, bemängeln die meisten Befragten das fehlende Angebot familienfreundlicher Maßnahmen: Nur 12 Prozent der Arbeitnehmer/-innen mit Kindern oder Kinderwunsch sagen, dass ihr Arbeitgeber alle für sie wesentlichen Leistungen anbietet. Von den übrigen 88 Prozent wünschen sich Frauen insbesondere Notfallbetreuungen für ihre Kinder (51%), eine Kinderferienbetreuung (45%) sowie Auszeit- und Sonderurlaubsregelungen (33%). Männern fehlen Spezialangebote für Väter (43%) sowie ebenfalls Notfallbetreuungsmöglichkeiten (41%).

Heimarbeit hat Seltenheitswert
Viele Angebot werden, so vorhanden, tatsächlich nachgefragt: 75 Prozent der Mütter, aber nur knapp die Hälfte (48%)der Väter haben bereits familienfreundliche Angebote wahrgenommen. Dabei haben die befragten Mütter am häufigsten Erfahrung mit Teilzeit gemacht (62%), von den Vätern sind dies nur 7 Prozent. Bemerkenswert auch: Möglichkeiten, Tages- und Wochenarbeitszeiten nach individuellen Bedürfnissen zu gestalten, nutzen beide Gruppen bereits in ähnlichem Umfang: ein Drittel der Mütter und 26 Prozent der Väter. Von zu Hause zu arbeiten gelingt bislang nur einem kleinen Teil: 16 Prozent der Mütter und 14 Prozent der Väter. Dies ist die Folge der häufig vorherrschenden Präsenzkultur: mehr als sieben von zehn Arbeitnehmer/-innen geben an, dass ihr Arbeitgeber sehr hohen Wert auf die persönliche Anwesenheit der Mitarbeiter lege.

Kaum Vorbilder unter Führungskräften
Großen Nachholbedarf gibt es auch beim Thema Vorbilder: Nur 26 Prozent der Befragten haben nach eigenem Bekunden Führungskräfte, die im Punkto Vereinbarkeit mit gutem Beispiel vorangehen. Etwas mehr, drei von zehn Befragten, meinen, dass ihr/e direkte/r Vorgesetzte/r sich glaubhaft und nachhaltig engagiert. Ohne familienfreundliche Führungskräfte scheint keine familienfreundliche Kultur möglich. Nur acht Prozent derjenigen Arbeitnehmer/-innen, die in ihren Führungskräften beim Thema Vereinbarkeit keine Vorbilder sehen, empfinden die Kultur als familienfreundlich. Agieren Führungskräfte hingegen wahrnehmbar als Vorbilder, empfinden 61 Prozent der Arbeitnehmer/-innen auch die generelle Kultur als familienfreundlich.
"Es muss für Mütter und Väter möglich sein, familienbedingte Auszeiten zu nehmen oder auch eine Zeit lang die Arbeitszeit zu reduzieren, ohne dass sie dadurch berufliche Nachteile befürchten müssen", sagt Martin Sonnenschein. "Führungskräfte sind der Schlüssel zu einer familienfreundlichen Kultur. Führungskräfte müssen viel stärker als bisher für die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter sensibilisiert werden und selbst als Vorbilder handeln".

Bessere Verzahnung von Politik und Wirtschaft nötig
Auch die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden empfiehlt Prof. Dr. Jutta Allmendinger vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB): "Familienpolitik und Unternehmen müssen viel stärker verzahnt werden. Beide haben ja das gemeinsame Ziel, eine familienfreundliche Beschäftigung zu erreichen. Wenn die Politik beispielsweise mit den Vätermonaten beim Elterngeld die Männer ermutigt, ihren Job zu unterbrechen und ihr Kind zu betreuen, muss die Wirtschaft nachziehen. Auch in den Unternehmen braucht es Instrumente und Strukturen, die dies ermöglichen und unterstützen -offene Gespräche bei der Karriereplanung, Führung in Teilzeit oder Führung in Teams."

Zur Studie: Nur Mut! Wie familienfreundliche Unternehmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen -  Ergebnisse der zweiten Arbeitnehmerbefragung A.T. Kearney 361°– Die Welt unserer Kinde

Pressekontakt:
Thomas A. Becker
Director Marketing & Communications
A.T. Kearney GmbH
Kaistraße 16A
40221 Düsseldorf
+49 211 1377 2533
Thomas.Achim.Becker@ATKearney.com


07.04.2014

Wenn Eltern Hilfe brauchen

Nicht alle Geschwister beteiligen sich an der Pflege, zeigt eine neue Studie
Geschwister pflegen ihre Eltern, wenn diese alt und hilfsbedürftig werden, nicht in gleichem Umfang. In 75 Prozent aller Fälle übernimmt ein einzelnes Kind die Pflege.

Die Mütter werden in erster Linie von den Töchtern gepflegt. Söhne sind nach wie vor seltener bereit, die Pflegearbeit allein zu leisten. In Familien ohne Töchter teilen sich mehrere Brüder die Pflege häufig untereinander auf.

Zu diesem Ergebnis kommt WZB-Forscher Marcel Raab in einer Studie, die er jetzt gemeinsam mit Henriette Engelhardt (Universität Bamberg) und Thomas Leopold (Universität von Amsterdam) veröffentlicht hat. Warum sich Geschwister unterschiedlich stark bei der Pflege der Eltern engagieren, haben die Forscher mit Hilfe amerikanischer Daten untersucht.

Eine entscheidende Rolle spielt die räumliche Entfernung. Geschwister, die in der Nähe der Eltern wohnen, haben nach den Berechnungen der Forscher ein doppelt so hohes „Risiko“, ihre Eltern zu pflegen wie ihre Geschwister, die weiter von diesen entfernt leben. Für Kinder, die mit ihren Eltern in einem gemeinsamen Haushalt wohnen, vervierfacht sich das Risiko nahezu. Geschwister, die berufstätig sind oder eigene Kindern haben, engagieren sich seltener in der Pflege. Für Erstgeborene ist statistisch gesehen das Risiko, die Pflege ihrer Eltern zu übernehmen, fast doppelt so hoch wie für ihre jüngeren Geschwister.
Zudem beeinflussen die Erwartungen der Eltern das Verhalten der Geschwister. Kinder, die von ihren Eltern vor dem Pflegeeintritt als potenzielle Pflegepersonen genannt wurden, haben ein dreimal so hohes Risiko, die Eltern zu pflegen, wie ihre nicht genannten Geschwister. Einen Unterschied macht auch, ob Geschwister finanzielle Unterstützung von ihren Eltern erfahren haben oder erwarten. Für Kinder, die im Gegensatz zu ihren Geschwistern im Testament berücksichtigt sind, verfünffacht sich statistisch das Risiko, die Eltern zu pflegen.
Die Studie konzentriert sich auf zeitintensive Pflegetätigkeiten. Die Kinder, die diese intensive Pflege übernehmen, reduzieren häufig ihre Arbeitszeit oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit sogar vollständig. Zudem verringert sich in der Phase der Pflege die Wohnentfernung zwischen Eltern und Kindern, da beispielsweise Eltern zu den Kindern ziehen.
Die Forscher werteten Daten der amerikanischen "Health and Retirement Study" für die Jahre 1998 bis 2008 aus. Die Ergebnisse basieren auf Daten zu 2.452 Eltern-Kind-Paaren aus 641 Familien. Wenn die Eltern das erste Mal Pflege von ihren Kindern erhalten, sind sie durchschnittlich 77 Jahre alt. Die erwachsenen Kinder sind zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich 49 Jahre alt. Für Deutschland fehlen bisher entsprechende Daten, um die Übernahme der Pflege innerhalb einer Familie im zeitlichen Verlauf zu untersuchen.
Pressekontakt:
Marcel Raab, Projektgruppe Demografie und Ungleichheit, Tel.: 030/25491-434, E-mail: marcel.raab@wzb.eu
Claudia Roth, WZB-Pressestelle, Tel.: 030/25491-510, E-mail: claudia.roth@wzb.eu


02.04.2014

Treffen der Projektegruppe der Aktionsplattform am 20.03.2014 in Düsseldorf

Den Impulsvortrag „Familiensinn und Kundennähe –attraktive Arbeitgeber bieten beides“ – hielt Petra Gerbracht vom ISMV. Dabei zeigte sie die Ergebnisse einer aktuellen Wiederholungsstudie des ISMV auf, in der Betriebe, die bereits vor 6 Jahren im Auftrag des Ministeriums zur familienfreundlichen Arbeitswelt in KMU in Ostwestfalen Lippe untersucht worden waren, erneut besucht und befragt wurden. Festzustellen sei erstens eine zunehmend dynamischere Anpassung von Maßnahmen an veränderte biographische Situationen der Beschäftigten mit Familienaufgaben einerseits und betrieblichen Anliegen andererseits so z.B. bei weltweit agierenden Firmen mit unterschiedlichen Zeitzonen.

Zweitens eine Erweiterung des Spektrums des Bereichs „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ hin zu dem Thema Pflege. Und drittens eine enge Verquickung mit Gesundheitsthemen wie Burn out.
Praxisbroschüre des MFKJKS NRW "Familiensinn und Kundennähe – attraktive Arbeitgeber bieten beides. Umsetzungserfahrungen und Praxistipps aus Klein- und Mittelbetrieben."

Außerdem wurden interessante neue Pflegeprojekte vorgestellt. Einmal das Projekt: Unternehmen-Pflegebegleitung von  Dr. Renate Schramek, Forschungsinstitut Geragogik. Das Projekt steht in Verbindung mit dem Netzwerk „Pflegebegleitung“ und ist eine Weiterentwicklung des Freiwilligenprofils (Ehrenamt)  „Pflegebegleitung“.
Das zweite Projekt „TAPA-K Tagesstätten für pflegebedürftige Angehörige von Arbeitnehmern/innen in Krankenhäusern“, stellte Julia Söhngen, Universität Witten/Herdecke vor. Das Projekt beinhaltet die Entwicklung, Einführung, Erprobung und Evaluation eines Unterstützungsangebots für Beschäftigte in ihrer „Doppelrolle“ als Arbeitnehmer/in und pflegende(r) Angehörige(r).


01.04.2014

Familienbericht NRW: Familien können sich online beteiligen

Die Landesregierung erstellt zur Zeit einen Familienbericht und will dieser Grundlage ihre Familienpolitik weiterentwickeln. In diesen Prozess möchte sie die Familien in Nordrhein-Westfalen selbst einbinden - als „Experten in eigener Sache".

Familienbericht

Zu diesem Zweck hat das Familienministerium das Internetportal www.familienbericht-nrw.de freigeschaltet. Familien in Nordrhein-Westfalen sind eingeladen, dort aus ihrem Alltag zu berichten und ihre persönliche Meinung zu wichtigen Themen des Familienlebens mitzuteilen. Die Ergebnisse dieser Online-Diskussion, die sich an den Themen Zeit, Sicherheit, „zu Hause in NRW", Wohnen, Erziehungskompetenzen/Wohlergehen und Mutter sein/Vater sein orientiert, werden in den Familienbericht einfließen.

Nicht nur online können Familien sich an der Erstellung des Familienberichts beteiligen: Eine Reihe von Veranstaltungen in ganz NRW, die im Oktober 2013 begonnen haben und sich bis Ende 2014 erstrecken werden, bietet Familien ein Forum, um ihre Anliegen an die Landesregierung heranzutragen. Auf der Internetseite www.familienbericht-nrw.de werden die Ergebnisse dieser Dialogveranstaltungen dokumentiert und es wird über geplante weitere Termine informiert. Zudem ist eine repräsentative Familienbefragung geplant.

Der Familienbericht, der zentrale familienrelevante Themen aufgreifen soll, wird drei Teile umfassen. Im ersten Teil werden Daten, Fakten und Analysen gebündelt vorgestellt. Der zweite Teil widmet sich den Wünschen und Vorstellungen der Familien in NRW selbst. Dort fließen die Wünsche und Vorstellungen der Familien ein. In einem dritten Teil werden Eckpunkte für die Landesfamilienpolitik entwickelt.

Die Veröffentlichung ist für Mitte 2015 geplant.


01.04.2014

Landesjugendämter melden endgültige Anmeldezahlen zur Kinderbetreuung: rund 10.500 zusätzliche Betreuungsplätze für unter Dreijährige und rund 700 zusätzliche Plätze für über Dreijährige im nächsten Kindergartenjahr

Die Landesjugendämter Rheinland und Westfalen-Lippe haben jetzt die endgültigen Anmeldezahlen zur Kindertagesbetreuung gemeldet. Demnach wird es in Nordrhein-Westfalen im nächsten Kindergartenjahr, das ab dem 01.08.2014 beginnt, rund 10.500 zusätzliche Betreuungsplätze für unter Dreijährige und rund 700 zusätzliche Plätze für über Dreijährige geben.

"Im Vergleich zu den vorläufigen Daten der Jugendämter von Mitte März hat sich eine Verschiebung von rund 300 Betreuungsplätzen von Ü3 zu U3 ergeben, weil im Jugendamt Gelsenkirchen die Felder bei der Dateneingabe verwechselt wurden. So eine Verwechslung kann in einem verdichteten Arbeitsalltag schon mal passieren. Dass sie entdeckt wurde, macht deutlich, dass das System funktioniert. Vor dem Hintergrund von insgesamt rund 610.000 gemeldeten Betreuungsplätzen für unter und über dreijährige Kinder fällt diese Zahl allerdings kaum ins Gewicht“, erklärte Familienministerin Ute Schäfer.

Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Platzzahlen für überdreijährige Kinder von rund 454.700 Plätzen im Kindergartenjahr 2013/2014 auf rund 455.400 Plätze im Kindergartenjahr 2014/2015. Seit Jahren kann erstmalig wieder ein Anstieg der Betreuungsplätze für überdreijährige Kinder verzeichnet werden.

Die Zahl der Betreuungsplätze für unter Dreijährige steigt im kommenden Kindergartenjahr von rund 145.000 auf rund 155.500.

"Die Zahlen belegen eindrucksvoll, dass sich der Ausbau der Kleinkinderbetreuung in den vergangenen dreieinhalb Jahren in Nordrhein-Westfalen nach einer beispielhaften Aufholjagd zum Erfolgsmodell entwickelt hat. Ohne das große Engagement von Kommunen wie zum Beispiel Gelsenkirchen und Trägern wäre ein solcher Erfolg nicht möglich gewesen", sagte Schäfer.

Unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung erreiche NRW  im kommenden Kindergartenjahr eine Versorgungsquote von rund 35,4 Prozent für unter Dreijährige. Bezogen auf die ein- und zweijährigen Kinder - also die Kinder, die seit dem 01.08.2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben - betrage die Versorgungsquote sogar 52,9 Prozent. Für jedes zweite Kind mit einem U3-Rechtsanspruch steht also ein Platz zur Verfügung.

"In diesem Jahr haben wir somit gleich zwei Ziele erreicht: Wir haben den U3-Ausbau weiter vorangetrieben und auch die Platzsituation für die über dreijährigen Kinder verbessert", erklärte die Ministerin.

Seit dem Regierungswechsel 2010 sei in diesen Bereich so viel Geld geflossen wie noch nie zuvor in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt habe das Land rund 928 Millionen Euro bis zum Ende dieses Jahres in den U3-Ausbau investiert.


01.04.2014

Treffen der Expertengruppe der Aktionsplattform am 20.03.2014 in Düsseldorf

Die Expertengruppe beschäftigte sich am 20.03.2014 mit dem Thema “ Ganztag und Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Im Impulsvortrag stellte Alexander Felsch, Metall NRW Unternehmer NRW das Benchmark-Instrument „Familienfreundliches M+E Unternehmen“ für Unternehmen im Bereich Metall und Energie vor. Teilnehmende Unternehmen überprüfen anhand einer Selbstbewertung, welche Elemente einer familienfreundlichen Personalpolitik bei ihnen bereits existieren.

Die Angaben werden mit anderen M+E-Unternehmen ähnlicher Größe verglichen und bewertet. Die Vergleichsdaten stammen aus einer umfassenden Unternehmensbefragung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. (http://www.metallnrw.de/arbeit-und-soziales/beruf-und-familie)

In der anschließenden Diskussion wurde angeregt, Ferienbetreuung für Schulkinder zu einem stärkeren Thema von Unternehmen zu machen.
In einem Ideenpool beschäftigten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich mit der Kooperation von Unternehmen mit Schulen aus Sicht der Unternehmen. Die Gruppe stellte fest, die Ganztagsbetreuung grundsätzlich Aufgabe des Staates und nicht der Unternehmen sei.  Auch eine Erweiterung der Öffnungszeiten der OGS Betreuung wurde gefordert. Allerdings könnten Betriebe Impulsgeber für Kooperationsprojekte mit der OGS sein. Sie könnten ihren Beschäftigten finanzielle Zuwendungen oder Zeitressourcen  für ein Engagement in einer OGS geben. Anschließend wurde die Perspektive von Schülern und Schülerinnen eingenommen.

Hauptanregung war hier, die Ferienbetreuung der Schulkinder gemeinsam oder separat von Unternehmen zu organisieren. Die Angebote zur Ferienbetreuung sollten auch bei Betreuung vor Ort kompatibler mit den Arbeitszeiten der Beschäftigten gestaltet werden. Es fehle an Transparenz bei der Kommunikation der Angebote zwischen Unternehmen,  Eltern und Kommunen. Eine zentrale Möglichkeit des Anmeldeverfahrens wäre nützlich. Auch Angebote von Vereinen etc. könnten berücksichtigt werden.
Übereinstimmend wurde festgestellt, dass die Ganztagsbetreuung von Schulkindern von den Unternehmen unterstützt werden kann, insbesondere in Ferien – und Randzeiten.


31.03.2014

Treffen der Kommunalgruppe der Aktionsplattform am 20.02.2014 in Düsseldorf

Die Kommunalgruppe der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW beschäftigte sich am 20.2.2014 mit dem Thema: „Teilzeit als flexibles Entwicklungsinstrument in der Personalführung, Erhöhung des Erwerbspersonenpotenzials“.

Dolores Burkert, Dezernentin, Verwaltungsdirektorin der Stadt Neuss führte mit einem Impulsvortrag zu den „Ethische Grundsätze in der Personalführung einer Kommune und Maßnahmen für Führungskräfte, Beispiele zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ in die Thematik ein. In ihrem Vortrag stellte Frau Burkert Maßnahmen und Ansätze zur Personalentwicklung in der Stadtverwaltung vor: Das 2012 gegründete OPTI-Team besteht aus Beschäftigten aller Hierarchieebenen. Es beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Lösungsansätze, der Eigeninitiative in der Prozessverbesserung und der Umsetzung konkreter Maßnahmen in der Personalentwicklung ohne Zeitverlust durch lange Kommunikationswege. Ziele und Aufgaben des OPTI Teams sind:

  • das vorhandenes Leitbild umzusetzen,
  • die Durchführung von Coachings zu festen Terminen,
  • ein „360° Feedback“ der Führungskräfte,
  • die Durchführung von Orientierungszentern und Führungskräftezirkeln,
  • die Verhaltensprofilanalyse für Führungspositionsanwärter , die für jeden der eine Führungsposition übernehmen möchte, verpflichtend ist. und
  • das Auffangen von Mitarbeitern in familiären Notsituationen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ergänzt wurde dieser Input durch Zahlen, Fakten und Daten zum Thema "Teilzeit als flexibles Entwicklungsinstrument in der Personalführung, Erhöhung des Erwerbspersonenpotenzials im öffentlichen Dienst". Dabei wurde auf folgende Handlungsfelder eingegangen:

  • Erwerbspersonen im öffentlichen Dienst, 
  • Alterungsstruktur der Beschäftigten der Kommunen,
  • Handlungsfeld: Teilzeitarbeit in den Kommunen,
  • Wiedereinstieg im öffentlichen Dienst und
  • Arbeitgebermarke – Öffentlicher Dienst.

Es wurde dargestellt, dass der Anteil der Teilzeitbeschäftigten (Männer und Frauen) im öffentlichen Dienst zunehmend gestiegen ist, derzeit sind 40 Prozent  der Stellen Teilzeitstellen. (Quelle: dbb)

Der Anteil der Frauen in Teilzeit im öffentlichen Dienst beträgt dabei 85 % und der Männer 15 % (Quelle: Statistisches Bundesamt 2013).

Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt bei 45-54 Jahren. Knapp ein Drittel der Teilzeitbeschäftigten im öffentlichen Dienst wünscht sich längere Wochenarbeitszeiten. Zudem steigt die Zahl der öffentlichen Arbeitsstellen, die in Teilzeit ausgeschrieben werden (Quelle: forsa). Laut dieser Studie äußerten 32 Prozent der Befragten (überwiegend die weiblichen Teilzeitkräfte) den Wunsch, mehr arbeiten zu wollen.
Zusammenfassend sind folgende Maßnahmen zur Erhöhung des Erwerbspersonenpotenzials der Kommunen zu empfehlen:

  • Flexible Arbeitszeitorganisation
  • Erhöhung von Einstellungschancen von Älteren durch Verbesserungen am Tarifsystem – weg von der senioritätsbezogenen Entlohnung
  • Modell Lebensarbeitszeitgestaltung und Langzeitarbeitskonten
  • Berufliche Weiterbildung
  • Altersgerechte Ergonomie
  • Lernfördernde Arbeitsplatzorganisation
  • Alternsgerechte betriebliche Laufbahngestaltung
  • Alternsadäquate Positionswechsel (Arbeitsplätze mit Körperlicher Anstrengung)
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement

31.03.2014

Treffen der Promotorengruppe der Aktionsplattform am 20.02.2014 in Düsseldorf

Die Promotorengruppe beschäftigte sich am 20.02.2014 mit dem Thema “Ausgewählte Aspekte zur Fachkräftesicherung und zum Thema Familie und Beruf in Unternehmen“. Ziel ist die Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen.

Zunächst sollten folgende vier Themen bearbeitet werden:   

  • Führung in Teilzeit oder Karriereknick
  • Regionale Netzwerke
  • Willkommenspakete für Fachkräfte und ländlicher Raum
  • attraktiv für Fachkräfte mit Familie.

Dabei wurde festgestellt, dass wichtigeUnterschiede zwischen großen und mittelständischen Unternehmen sowie Unternehmen im ländlichen und städtischen Raum hinsichtlich der Fachkräftesituation und der Ausgestaltung der „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ gibt.
Anschließend diskutierten die Promotorinnen und Promotoren das Handlungsfeld „Führung in Teilzeit für Väter und Führung in Teilzeit für Mütter im Vergleich, Chancen, Risiken und praktische Beispiele“. Ausgangspunkt der Diskussion war die Tatsache, dass in Deutschland nur 5 Prozent aller Managerinnen und Manager in Teilzeit arbeiten, davon 14,6 Prozent Frauen und nur 1,2 Prozent Männer (weniger als 30 Stunden pro Woche). Im Vergleich dazu arbeiten  in Großbritannien 8 Prozent und in den Niederlanden 12 Prozent in Teilzeit (Quelle: WZB).

Besonders selten kommt Teilzeitarbeit in den Führungsebenen großer Unternehmen und bei Selbstständigen vor. Auch die branchenspezifischen Unterschiede sind beachtlich: Während Teilzeitmanager in Deutschland am häufigsten in den Bereichen Bildung, Gesundheit und öffentliche Verwaltung vertreten sind (9,3 Prozent), bleiben teilzeitarbeitende Managerinnen und Manager im verarbeitenden Gewerbe mit 1,2 Prozent die Ausnahme.

Auf dieser Grundlage wurde festgestellt, dass das Thema „Führung in Teilzeit“ nach wie vor viele Fragen bei Beschäftigten und Unternehmen aufwirft. So stellt sich zunächst die Frage, ab welcher Hierarchieebene genau die „Führungsebene“ beginnt. Diese Fragestellung tritt vor allem in großen Unternehmen auf und erweist sich in den meisten vorliegenden Statistiken als Problem. Folgende weiteren Fragen, die es im Bereich „Führung in Teilzeit“ zu beantworten gilt, wurden von der Promtorengruppe gesammelt:

  • Was versteht man unter Führung in Teilzeit?
  • Welche Aufgaben können delegiert werden?
  • Welche Differenzierung bei Führungskräften in Teilzeit (FKTZ) besteht bei tariflicher und außertariflicher Bezahlung?
  • Was kann reduziert werden?
  • Wie viel Prozent Führung in Teilzeit ist möglich?
  • Bis wohin könnte sich ein/e Arbeitgeber/in verpflichten zuzustimmen?
  • Wie sehen die Kosten/Nutzen Aspekte aus?
  • Im schlimmsten Fall 80 % Gehalt und 100 % Arbeit – Wie kann dieser Fall vermieden werden?
  • Wie ist die horizontale und vertikale Akzeptanz der FKTZ im Unternehmen?
  • Wie sehen gesetzliche Vorgaben für FKTZ aus?
  • Wie passt FKTZ in die Unternehmenskultur?
  • Gibt es Begleitung durch Coaching, Mentoring?
  • Gibt es Evaluationsverfahren im Unternehmen für FKTZ?

Übereinstimmend wurde festgestellt, dass Führungsaufgaben meist nicht abgegeben werden können, Arbeitsinhalte dagegen schon.


31.03.2014

Weitere Reform des Kinderbildungsgesetzes - Landesregierung bringt Gesetzentwurf in Landtag ein

"Mit dieser zweiten KiBiz-Revision werden wir weitere Qualitätsverbesserungen in den Kindertageseinrichtungen schaffen, indem wir die pädagogische Arbeit stärken, die Erzieherinnen und Erzieher entlasten, Einrichtungen in bildungsbenachteiligten Sozialräumen stärker fördern und die Sprachförderung verbessern", erklärte Familienministerin Ute Schäfer.

Schwerpunkte der zweiten KiBiz-Revision im Einzelnen:

1. Verfügungspauschale
Jede Kita soll zukünftig eine Verfügungspauschale erhalten, mit der die Einrichtung personell verstärkt werden kann. Auf diese Weise bleibt den Fachkräften mehr Zeit für ihre pädagogische Arbeit. Die Höhe der Pauschale richtet sich nach der Größe der Einrichtung. Insgesamt stellt das Land dafür jährlich rund 55 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Der Träger der Einrichtung entscheidet in eigener Verantwortung, ob das Geld zum Beispiel für personelle Unterstützung im Rahmen der Mittagsversorgung oder für mehr Leitungs- und Verfügungszeit eingesetzt wird. Denkbar ist auch eine Verwendung der Pauschale für Vertretungen.

2. plusKITA
Einrichtungen in Stadtteilen mit einem hohen Anteil bildungsbenachteiligter Familien erhalten zusätzliche Mittel für zusätzliches Personal (mindestens 25.000 Euro pro Jahr). Hierfür stellt das Land jährlich insgesamt rund 45 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.

3. Sprachförderung
Künftig wird jedes Kind von Anfang an alltagsintegriert und stärkenorientiert sprachlich gefördert. Das setzt eine kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung voraus. Dafür sollen die Fachkräfte die Möglichkeit erhalten, sich zusätzlich zu qualifizieren. Das Land stellt hierfür Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro bereit. Der Sprachtest Delfin 4 wird für Kita-Kinder 2014 zum letzten Mal stattfinden. Für Kinder, die keine Kindertageseinrichtung besuchen, bleibt es bei dem bisherigen Verfahren.

Die bisher für die Sprachförderung verausgabten 25 Millionen Euro bleiben vollständig im System.

4. Anmeldeverfahren
Das jetzt vorgelegte Änderungsgesetz legt zum ersten Mal fest, dass Kommunen Eltern innerhalb von sechs Monaten ein Angebot für einen Betreuungsplatz machen müssen. Das bietet sowohl Eltern als auch Kommunen Planungssicherheit. In diesem Zusammenhang haben sich die kommunalen IT-Dienstleister in ihrem Dachverband außerdem auch auf einheitliche elektronische Anmeldesysteme verständigt, die von den Jugendämtern künftig eingesetzt werden können.

Für die zweite KiBiz-Revision stellt das Land jährlich weitere rund 100 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.


24.03.2014

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig stellt Eckpunkte des ElterngeldPlus vor

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat am 21. März in Berlin die Eckpunkte für die Reform des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes vorgestellt.

"Wir setzen mit dem ElterngeldPlus auf einen gesellschaftlichen Trend: Viele Mütter möchten früher wieder in ihren alten Beruf einsteigen – viele Väter möchten sich gerne mehr um ihre Kinder kümmern", erklärte die Ministerin. "Wir ermöglichen den Familien mehr Zeit für Familie und eine größere Flexibilität. Und mit dem Partnerschaftsbonus fördern wir die Partnerschaftlichkeit in den Familien."

ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus

Das ElterngeldPlus erkennt das Lebensmodell derjenigen an, die schon während des Elterngeldbezugs wieder in Teilzeit arbeiten wollen. Mütter und Väter, die mit einer gewissen Stundenzahl ihrer Arbeit nachgehen wollen, haben dann die Möglichkeit, länger als bisher diese Leistung in Anspruch zu nehmen und so das volle Elterngeldbudget zu nutzen. Das erleichtert ihnen, sich in die neue Lebensphase mit Kind hineinzufinden und Familien- und Erwerbsarbeit fair und zukunftsfest zu verteilen. (Das ElterngeldPlus: Eckpunkte und Fallbeispiele)

Flexibilisierung der Elternzeit

Außerdem sollen Eltern mit der Reform des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes mehr Flexibilität bei der Elternzeit erhalten. Bislang konnte mit Zustimmung der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers ein Jahr der Elternzeit auf den Zeitraum zwischen dem dritten und dem achten Lebensjahr eines Kindes übertragen werden. Durch die Neuregelung können maximal zwei Jahre auf den Zeitraum zwischen drittem und achtem Lebensjahr übertragen werden.

Manuela Schwesig betonte: "Der Trend zur partnerschaftlichen Arbeitsteilung hat viele Potenziale: Paare können sich freier entscheiden, Väter können sich stärker um ihre Kinder kümmern, Mütter haben mehr Chancen im Beruf. Auch die Kinder profitieren von zufriedeneren Eltern und mehr Zuwendung von Vätern. Und die Wirtschaft gewinnt, wenn qualifizierte Mütter früher wieder berufstätig werden."


24.03.2014

Familienfreundliche Firmen erhalten Zertifikat „Essener Audit“ - Netzwerktreffen familienfreundlicher Unternehmen

Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter der Essener Wirtschaft kamen am 20. März 2014 in die Zentrale der Sparkasse Essen zum Unternehmensfrühstück des Netzwerkes „Essener Bündnis für Familie“.

Das Essener Bündnis zeichnet ansässige Unternehmen nach der Absolvierung eines Auditierungsverfahrens mit dem Gütesiegel „Essener Audit – Familienfreundliches Unternehmen“ aus, die eine familienorientierte Personalpolitik und Unternehmenskultur im Unternehmen umsetzen. Bislang wurden bereits zehn Essener Unternehmen für ihre besondere Familienfreundlichkeit ausgezeichnet. Darunter auch die Sparkasse Essen, als Ausrichter der diesjährigen Veranstaltung.

Essener Buendnis für Familie

v.l: Martin Sutter, Geschäftsführer A. Sutter Fair Business GmbH, Ralph Kaimer, .A. Sutter Fair Business GmbH, Claudia Hoose, Geschäftsführerin Essener Bündnis für Familie, Volker Behr, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Essen, Christina Bäuerle, Fachbereichsleitung des Jugendamts, Ulrich Orlik, Leiter Personalmanagement der Stadtwerke Essen, Ursula Königsfeld-Koßmann, Stadtwerke Essen, Gabriele Keus, Stadtwerke Essen, Auditorin Dagmar Klinge-Hagenauer, Heinz-Jürgen Guß, stellv. Geschäftsführer der IHK zu Essen

Im Rahmen der Veranstaltung wurden zwei weitere Unternehmen mit dem begehrten Siegel ausgezeichnet: Die A. Sutter Fair Business GmbH und die Stadtwerke EssenAG. Volker Behr (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Essen und Mitglied im Kuratorium Essener Bündnis für Familie), Christina Bäuerle (Fachbereichsleitung des Jugendamts) und Ulrich Kanders (Hauptgeschäftsführer des Essener Unternehmensverbandes (EUV)), überreichten das landes- und bundesweit anerkannte Zertifikat an die Unternehmensvertreterinnen und -vertreter.

Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Herausforderung Beruf, Gesundheit und Pflege“. Denn neben der Kinderbetreuung ist für immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger ein wichtiges Anliegen. Auch die Themen „Frauen in Führungspositionen“ und „Seelische Erschöpfung bei Führungskräften frühzeitig erkennen“ standen auf der Agenda des Netzwerktreffens.

Foto: Stephan Krudewig

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24.03.2014

"Blaumachen oder krank zur Arbeit"

Umfrage der IKK classic: Viele sind im Job überfordert und gehen falsch damit um
Elf Prozent der deutschen Erwerbstätigen haben sich nach eigenen Angaben schon einmal krank gemeldet, obwohl ihnen in Wahrheit nichts fehlte. Unter den Jüngeren (18-29 Jahre) liegt dieser Wert sogar bei 22 Prozent.

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das forsa-Institut im Februar im Auftrag der IKK classic durchgeführt hat.

"Auszeit" bei Überforderung
Als Grund nennen die meisten den Wunsch nach einer „Auszeit wegen zu hoher beruflicher Belastungen“ (43 Prozent). "Private Gründe oder Termine" stehen mit durchschnittlich 36 Prozent an zweiter Stelle. Konflikte mit Vorgesetzten oder Kollegen nennen lediglich acht bzw. fünf Prozent.

"Offenbar betrachten nicht wenige Menschen die Krankmeldung als Notbremse, wenn sie sich im Job überfordert fühlen", so Gerd Ludwig, Vorstandsvorsitzender der IKK classic.

33 Prozent im Job überlastet
So gibt ein Drittel der Befragten an, dass ihnen die beruflichen Anforderungen regelmäßig über den Kopf wachsen.

Fünf Prozent der  Erwerbstätigen fühlen sich im Job "ständig überlastet", weitere 28 Prozent erklären, durch die Arbeit "häufig überlastet" zu sein.

Die meistgenannten Gründe sind Zeitdruck (63 Prozent), zu viel Arbeit (62 Prozent) sowie mangelnde Wertschätzung im Beruf (30 Prozent). Für ein Viertel der Befragten trägt zudem Zeitdruck durch private Pflichten wie Kinderabholen zur beruflichen Überlastung bei.

"Dauerhafte Überlastung ist keine normale Begleiterscheinung des Berufslebens, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko", erklärt Gerd Ludwig. "Wem die Arbeit regelmäßig zu viel wird, sollte seine Arbeitsumstände, aber auch das eigene Verhalten überprüfen. Dazu gehört die Bereitschaft, Veränderungschancen aktiv zu nutzen."

Gesundheit im Betrieb: Mehr Dialog gewünscht
Von Maßnahmen ihres Arbeitgebers zur Gesundheitsförderung berichtet gut die Hälfte der Befragten, allerdings bleiben die vorhandenen Angebote noch häufig hinter den Erwartungen zurück.

Ganz oben in der Rangfolge gewünschter Maßnahmen stehen mehr Dialogmöglichkeiten.

Regelmäßige Gespräche mit Vorgesetzten, bei denen auch berufliche Probleme angesprochen werden können, wünschen sich 76 Prozent der Arbeitnehmer (im eigenen Betrieb erfüllt sehen diesen Wunsch aber nur 54 Prozent).

Vorkehrungen für gesünderes und sicheres Arbeiten, etwa ergonomisch gute Arbeitsplätze, sind für 74 Prozent besonders wichtig (erfüllt: 52 Prozent).

62 Prozent plädieren für Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf (erfüllt: 42 Prozent).

Bewegungs- und Entspannungskurse betrachten 52 Prozent als wichtiges Angebot (eingelöst wird dies aber nur für 30 Prozent).

"Die Zahlen belegen einmal mehr die hohe Wertschätzung der Mitarbeiter für betriebliche Prävention", sagt Ludwig. "Arbeitgeber können viel für das Betriebsklima und die Arbeitszufriedenheit erreichen, wenn sie geeignete Angebote machen."

Mehrheit geht bisweilen krank zur Arbeit
Häufiger verbreitet als unzulässiges Krankfeiern ist bei deutschen Erwerbstätigen, selbst bei Krankheit noch am Arbeitsplatz zu erscheinen.

Vier von fünf Befragten erklären, in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal trotz Krankheit (Schnupfen inbegriffen) arbeiten gegangen zu sein. 70 Prozent haben dies im genannten Zeitraum sogar mehrfach getan, unter den berufstätigen Frauen sogar 75 Prozent (Männer: 66 Prozent).

Als Gründe nennen 82 Prozent die Geringfügigkeit der Erkrankung.

Für fast 70 Prozent sind aber auch die Menge der anliegenden Arbeit und die Solidarität mit den Kollegen ein Motiv, sich gesundheitlich angeschlagen ins Büro oder die Werkstatt zu bewegen.

Die Sorge vor beruflichen Nachteilen ist hingegen nur für 14 Prozent relevant.

Eine stärkerer Antrieb ist der Widerwille gegen das Wartezimmer: fast ein Drittel der Befragten (32 Prozent) gibt an, dass es ihnen lästig gewesen wäre, zwecks Krankschreibung einen Arzt aufzusuchen.

Mittel gegen riskante Manöver: Stärkung der betrieblichen Prävention
"Wenn der Schreibtisch überzuquellen droht, hilft "Blaumachen" ebenso wenig, wie krank zur Arbeit zu gehen", erklärt Gerd Ludwig.

Beide Strategien zum Umgang mit Überlastung bergen nach den Worten des IKK-Chefs Gesundheitsgefahren für den einzelnen, aber auch für die Kolleginnen und Kollegen.

Bei der Suche nach Lösungen sind laut Ludwig Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen gefordert. Wichtig sei die Bereitschaft der Betriebe, im Dialog mit den Beschäftigten ein Gesundheitsmanagement umzusetzen; ebenso wichtig die Motivation der Mitarbeiter, qualifizierte Angebote in Beruf und Freizeit auch anzunehmen.

"Gesundheitsmanagement ist kein karitativer Luxus. Immer mehr Unternehmen erkennen darin zu Recht eine zentrale Schlüsselkompetenz, um den Folgen von Fachkräftemangel und Demografie zu begegnen", weiß Ludwig.

Schon heute ist laut der Umfrage der Anteil der "Überlasteten" in gesundheitsorientierten Betrieben niedriger als im Schnitt. Hier ist nach Ludwigs Worten aber noch "…viel Luft nach oben."

Die IKK classic bietet insbesondere kleineren und mittleren Betrieben Unterstützung bei Aufbau und Entwicklung eines Gesundheitsmanagements. Arbeitgeber und Versicherte, die sich auf diesem Gebiet engagieren, erhalten von der IKK classic zusätzlich einen finanziellen Bonus. An entsprechenden Projekten der Kasse haben im vergangenen Jahr mehr als 1.500 Betriebe teilgenommen.

Zentrale Ergebnisse einer Repräsentativbefragung unter Erwerbstätigen

Kontakt:

Michael Förstermann
Pressesprecher
Leiter Stab Unternehmenskommunikation
Tel.: 0351 4292-12500
Mobil: 0160 90954082
michael.foerstermann@ikk-classic.de


21.03.2014

Rund 10.000 zusätzliche Betreuungsplätze für unter Dreijährige und rund 1.000 zusätzliche Plätze für über Dreijährige im nächsten Kindergartenjahr

Der Ausbau der Kinderbetreuung schreitet in Nordrhein-Westfalen weiter erfolgreich voran. Für unter Dreijährige stehen im nächsten Kindergartenjahr rund 10.000 zusätzliche Betreuungsplätze und für über Dreijährige rund 1.000 zusätzliche Plätze zur Verfügung.

"Nach einer beispielhaften Aufholjagd hat sich der Ausbau der Kleinkinderbetreuung in den vergangenen dreieinhalb Jahren in Nordrhein-Westfalen zum Erfolgsmodell entwickelt", erklärte Familienministerin Ute Schäfer, die heute in Düsseldorf die aktuellen Anmeldezahlen für das Kindergartenjahr 2014/2015 (Beginn: 01.08.2014) vorgestellt hat.

Insgesamt haben die 186 nordrhein-westfälischen Jugendämter

rund 155.000 Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder (PDF, 97 KB), davon     

  • rund 114.000 Plätze in Kindertageseinrichtungen
  • rund 41.000 Plätze in der Kindertagespflege

und rund 455.700 Betreuungsplätze für über dreijährige Kinder (PDF, 31 KB), davon

  • rund 451.000 Plätze in Kindertageseinrichtungen
  • rund 4.700 Plätze in der Kindertagespflege

gemeldet. Das entspricht einer Versorgungsquote von rund 35,4 Prozent für unter Dreijährige. Bezogen auf die ein- und zweijährigen Kinder - also die Kinder, die seit dem 01.08.2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben - beträgt die Versorgungsquote sogar 52,9 Prozent. Für jedes zweite Kind mit einem U3-Rechtsanspruch steht also ein Platz zur Verfügung.

"In diesem Jahr haben wir somit gleich zwei Ziele erreicht: Wir haben den U3-Ausbau weiter vorangetrieben. Auch die Platzsituation für die über dreijährigen Kinder verbessert sich, weil die Platzzahl trotz des demographischen Rückgangs der Altersgruppe noch leicht erhöht wird. Dabei werde ich nicht müde zu betonen, dass diese Erfolge ohne das beispiellose Engagement von Kommunen und Trägern nicht möglich gewesen wären", sagte Schäfer.

Seit dem Regierungswechsel 2010 sei in diesen Bereich so viel Geld geflossen wie noch nie zuvor in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt habe das Land rund 928 Millionen Euro bis zum Ende dieses Jahres in den U3-Ausbau investiert.

"Die Entwicklung der Platzzahlen zeigt, dass der enorme finanzielle Kraftakt des Landes den dringend erforderlichen Schub beim U3-Ausbau gebracht hat. Vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen können wir mit gutem Gewissen behaupten, dass das Land zusammen mit Trägern, Gemeinden, Städten und Kreisen sich einer riesigen gesellschaftlichen Herausforderung gestellt hat: eine gute Infrastruktur für die frühkindliche Bildung und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen", erklärte die Ministerin.

Die Jugendamtsliste finden Sie unter hier (PDF, 31 KB).


13.03.2014

Regus-Studie: Mit Flexibilität im Job gelingt der Wiedereinstieg ins Berufsleben kinderleicht - Mütter auf den Chefsessel

Firmen denken um: Gut zwei Drittel der deutschen Unternehmen (79 Prozent) sind überzeugt, dass sie viel Potenzial verschenken, wenn sie Mütter bei einer Rückkehr in den Beruf nicht unterstützen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Regus, einem Anbieter von flexiblen Arbeitsplätzen.

An der Studie beteiligten sich über 19.000 Geschäftsinhaber und Führungskräfte in 98 Ländern. Der deutsche Teil der Befragten war zu 59 Prozent der Meinung, dass berufstätige Mütter wertvolle Fähigkeiten und Fachkenntnisse mitbringen. Um den Spagat zwischen Beruf und Familie zu erleichtern, halten Firmen die folgenden Parameter für hilfreich: flexible Arbeitszeiten, größere Nähe zum Wohnort, Teilzeitstellen und die Option, zumindest in einigen Fällen Geschäftsreisen durch Videokonferenzen zu ersetzen.

Weitere Ergebnisse der Umfrage im Überblick:

  • 55 Prozent der Studienteilnehmer wissen aus eigener Erfahrung, dass Frauen bei der Rückkehr ins Berufsleben mobiler arbeiten möchten.
  • Insgesamt 14 Prozent der Befragten gaben an, in ihrem Umfeld hätten Mitarbeiterinnen ihren Mutterschaftsurlaub stark gekürzt (unter 3 Monaten).
  • Für knapp die Hälfte (49 Prozent) ist die geographische Nähe zwischen Wohnort und Büro einer der wichtigsten Faktoren bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  • Für 31 Prozent der Studienteilnehmer bieten Videokonferenzen als Ersatz für Geschäftsreisen eine große Entlastung für berufstätige Mütter.

„Studien belegen, dass die Benachteiligung von Frauen im Job einige Länder bis zu 27 Prozent ihres Pro-Kopf-Einkommens kostet“, sagt Celia Donne, Global Operations Director bei Regus. „Firmen mit mehr Frauen im Vorstand wirtschaften hingegen vielfach profitabler. Es ist an der Zeit, dass Unternehmen ihre Arbeitsmodelle besser an die Bedürfnisse berufstätiger Mütter anpassen. Sonst müssen sie nach der Rückkehr aus dem Mutterschutz allzu oft feststellen, dass der Spagat zwischen beruflichen und privaten Pflichten sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist. Es überrascht nicht, dass immer mehr Mütter nach flexiblen Arbeitsmodellen verlangen. Firmen sollten die Forderung ernst nehmen, dann werden sie auch mit produktiven und loyalen Mitarbeitern belohnt.“


12.03.2014

Studie der Bertelsmann Stiftung - Kinder Alleinerziehender leben fünf Mal häufiger von Hartz IV als Kinder in Paarfamilien

Obwohl in Deutschland immer weniger Kinder geboren werden, wächst eine Familienform seit Jahrzehnten beständig: die Ein-Eltern-Familie. 1,6 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern gibt es derzeit, ein Viertel mehr als 1996. Das ist mittlerweile jede fünfte Familie.

Die Politik berücksichtigt ihre Lebenssituation mit der besonderen Belastung durch Beruf, Erziehung und Haushalt jedoch zu wenig: Sowohl im Unterhaltsrecht als auch im Steuer- und Sozialrecht haben Reformen der vergangenen zehn Jahre den finanziellen Druck auf Alleinerziehende verschärft. Das belegt eine neue Studie der Juraprofessorin Anne Lenze von der Hochschule Darmstadt im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Dringenden Reformbedarf sieht die Studie vor allem deshalb, weil 39 Prozent aller Ein-Eltern-Familien auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. In allen Bundesländern ist die Hartz-IV-Quote Alleinerziehender extrem hoch. Im Vergleich zu Paarfamilien beziehen sie im Bundesdurchschnitt fünf Mal häufiger Hartz IV. Aus der Perspektive der Kinder wird diese soziale Schieflage noch deutlicher: Jedes zweite der insgesamt 1,9 Millionen Kinder, die von staatlicher Grundsicherung leben, wächst in einer Ein-Eltern-Familie auf. "Wer Kinderarmut bekämpfen will, muss die rechtlichen und familienpolitischen Rahmenbedingungen für alleinerziehende Eltern verbessern", sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Denn die Studie zeigt, dass Ein-Eltern-Familien in unterschiedlichen Rechtsbereichen systematisch benachteiligt werden.

Problematisch ist die finanzielle Lage von Kindern in Ein-Eltern-Familien insbesondere aufgrund der Regelungen im Unterhaltsrecht. Hinzu kommt, dass bei Unterhaltszahlungen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander klaffen. Alleinerziehende werden zudem steuerlich benachteiligt.

Seit der Unterhaltsrechtsreform im Jahr 2008 können Alleinerziehende von ihrem Ex-Partner kein Geld mehr für ihre Erziehungsarbeit erwarten, sobald ihr Kind älter als drei Jahre und eine Betreuungsmöglichkeit verfügbar ist. Für die materielle Situation von Ein-Eltern-Familien spielt außerdem der Kindesunterhalt eine wichtige Rolle. Doch kommt dieser bei den meisten Kindern nicht in einer existenzsichernden Höhe an: In zwei Drittel der Fälle werden Unterhaltszahlungen vereinbart, die unterhalb des Existenzminimums liegen; und nur für jedes zweite Kind wird der vereinbarte Unterhalt tatsächlich gezahlt. Die andere Hälfte der Kinder erhält vom getrennt lebenden Elternteil weniger oder gar kein Geld. Zudem orientiert sich die rechtlich festgelegte Höhe der Unterhaltszahlungen an einem Existenzminimum, das den Lebensunterhalt sowie die steigenden Kosten für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe des Kindes kaum abdeckt. Zahlt der unterhaltspflichtige Elternteil nachweislich nicht, können Alleinerziehende zwar staatliche Unterstützung in Form eines Unterhaltsvorschusses beantragen. Allerdings nur, wenn das Kind jünger als zwölf Jahre ist und lediglich für eine Dauer von maximal sechs Jahren. Trennen sich die Eltern, wenn die Kinder älter als zwölf Jahre alt sind, haben diese keinen Anspruch mehr auf Unterhaltsvorschuss. Diese Ungleichbehandlung von Kindern ist laut Lenze gleichheitsrechtlich höchst problematisch.

Neben dem Unterhaltsrecht erhöht das Steuerrecht den finanziellen Druck besonders auf Ein-Eltern-Familien mit niedrigem Einkommen. 2003 wurde der höhere Haushaltsfreibetrag für Alleinerziehende abgeschafft. Der seit 2004 geltende, deutlich niedrigere Entlastungsbetrag führt dazu, dass Alleinerziehende fast so besteuert werden wie Singles. Eine gering verdienende Alleinerziehende hat lediglich eine Steuerersparnis in Höhe von 15 Euro pro Monat, unabhängig davon, wie viele Kinder sie versorgt.

Problematisch ist, dass wichtige sozialpolitische Maßnahmen, die Familien einen Weg aus dem Hartz IV-Bezug ebnen sollen, gerade bei Alleinerziehenden nicht ankommen. Den 2005 eingeführten Kinderzuschlag beispielsweise können Familien beantragen, wenn sie trotz eigenem Einkommen das Existenzminimum ihrer Kinder nicht vollständig decken können. Bei Alleinerziehenden werden jedoch Kindesunterhalt und Unterhaltsvorschuss als Einkommen angerechnet, so dass sie die Leistung meist gar nicht oder nicht in voller Höhe in Anspruch nehmen können. Auch von den Kindergelderhöhungen der letzten Jahre profitieren viele Kinder in alleinerziehenden Familien nicht. Denn lebt die Familie von Hartz IV oder bezieht Unterhaltsvorschuss, wird das Kindergeld vollständig angerechnet. "Kinderarmut mit der Gießkanne zu bekämpfen, die ausgerechnet die Familien ausspart, die Unterstützung dringend benötigen, kann nicht der richtige Weg sein", so Dräger. Dabei könne Politik mit einer gezielten Unterstützung von Alleinerziehenden die Hälfte aller Kinder, die von Grundsicherung leben, erreichen.

Auf Basis der Studie plädiert die Bertelsmann Stiftung für Maßnahmen, die Alleinerziehenden und ihren Kindern schnell nützen. Beim Unterhaltvorschuss sollten Begrenzungen für Bezugsdauer und Alter wegfallen. "Im Steuerrecht muss der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende deutlich erhöht werden. Das darf von der Großen Koalition nicht nur diskutiert, sondern muss zeitnah umgesetzt werden", fordert Dräger. Eine Erhöhung des Kinderzuschlags, die aktuell im Gespräch ist, helfe Kindern Alleinerziehender nur dann, wenn Unterhalt und Unterhaltsvorschuss nicht mehr in der bisherigen Form angerechnet würden. Längerfristig sind weitergehende Reformen in den verschiedenen Rechtsbereichen notwendig. Dazu müssten zunächst einmal die tatsächlichen altersgerechten Bedarfe eines Kindes ermittelt und allen Kindern garantiert werden, unabhängig von der Familienform, in der sie leben.


07.03.2014

Den meisten Familien geht es gut, sie leiden aber unter Zeitstress

Berlin. Eltern und Kindern in Deutschland geht es größtenteils gut. Dies geht aus der heute vorgelegten AOK-Familienstudie 2014 hervor. Zwei Drittel aller Väter und Mütter fühlen sich demnach gesundheitlich gut oder sogar sehr gut.

Bei den Kindern liegt dieser Wert Angaben ihrer Eltern zufolge sogar bei 80 Prozent. Doch es gibt einen Haken: Eltern leiden vermehrt unter Zeitstress, der sich nachweislich auf die Gesundheit der ganzen Familie auswirken kann.

Zum dritten Mal nach 2007 und 2010 hat die AOK die Familienstudie in Auftrag gegeben. Die Studie basiert auf einer bundesweiten Repräsentativbefragung mit 1.503 Personen, die im Haushalt die Haupterziehungsfunktion haben (1.138 Mütter und 365 Väter). Der zentrale Befund ist ausgesprochen positiv. Neben dem gesundheitlichen Wohlbefinden geben 93 Prozent der Eltern an, mit ihrem Familienleben zufrieden zu sein.

Auch der Trend ist erfreulich. So geht es Eltern in vielen Bereichen deutlich besser als noch im Jahr 2010, zum Zeitpunkt der letzten AOK-Familienstudie. Die körperlichen, partnerschaftlichen, finanziellen und psychischen Belastungen sind seither allesamt zurückgegangen. Die einzige Ausnahme: der Zeitstress. Die zeitliche Belastung legte zu. Sie wird 2014 unter allen Belastungsfaktoren am häufigsten genannt (46 Prozent).

Auf Basis der Studienergebnisse hat die AOK in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern Empfehlungen entworfen, mit deren Hilfe die Kindergesundheit bewahrt und sogar verbessert werden kann. Eine davon lautet: Väter und Mütter sollten sich mehr Zeit für sich und ihre Partnerschaft nehmen. AOK-Chef Jürgen Graalmann dazu: "Unsere Studie zeigt, wie wichtig die Gesundheit der Eltern und ein entspannter Familienalltag für ein gesundes Aufwachsen der Kinder sind. Kindergesundheit hängt direkt vom Elternwohl ab. Eltern selbst, aber auch die Gesellschaft sollten diese Botschaft berücksichtigen." Die Studie belegt, dass Eltern, die mit ihrem Leben zufrieden sind und sich zeitlich weniger belastet fühlen, seltener Kinder mit gesundheitlichen Beschwerden haben.

Um die Familien weiter zu entlasten, empfiehlt Prof. Ulrike Ravens-Sieberer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zwei weitere Ansatzpunkte: "Flexible Arbeitszeiten können sich positiv auswirken. Eltern, die zeitlich und örtlich flexibel arbeiten können, fühlen sich oft gesünder. Wichtig ist auch die Verfügbarkeit eines sozialen Netzwerks und verlässlicher Kinderbetreuung, insbesondere durch Familienmitglieder." Denn die Studie belegt auch: Eine verlässliche Kinderbetreuung durch den Partner oder eine Institution kann positiv auf die Gesundheit der Eltern wirken.

Die AOK-Familienstudie hat auch den Medienkonsum in deutschen Familien untersucht. Der Großteil der Eltern gibt an, über die Mediennutzung der Kinder gut Bescheid zu wissen. Die meisten informieren sich über die Medieninhalte, sprechen regelmäßig mit dem Kind darüber und verabreden feste Regeln. Dementsprechend begrenzen die meisten Eltern die Zeit, die ihr Kind mit Medien verbringt. 42 Prozent greifen (gelegentlich) auch zum Erziehungsmittel des Medienverbots. Nur 18 Prozent setzen Medienangebote aber als Belohnung ein.

AOK-Chef Graalmann erklärt, warum sich die Studie in erster Linie an Väter und Mütter richtet: "Eltern prägen das Lebensumfeld ihrer Kinder und sind Vorbild und erster Ansprechpartner in Sachen Gesundheit. Es ist unser Ziel, den Eltern bei dieser anspruchsvollen Aufgabe den Rücken zu stärken."

Hinweise für die Redaktionen: Eine Studienzusammenfassung, den wissenschaftlichen Bericht, Bildmaterial und weitere Informationen zur AOK-Familienstudie 2014 finden Sie unter www.aok-bv.de

Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle:
Dr. Kai Behrens
AOK-Bundesverband
Tel. 030-346 46-2309
E-Mail: presse@bv.aok.de


07.03.2014

9. Verleihung "Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres" 2014

"Spitzenväter sind ein Segen für Familie und Gesellschaft." Prof. Dr. Ulrike Detmers, Initiatorin des Gleichstellungspreises
Zur Förderung der Männeremanzipation würdigt das Familienunternehmen Mestemacher zum 9. Mal moderne Männer, die sich als Väter mit großem Engagement für ihre Kinder einsetzen und ihrer Partnerin den Rücken freihalten, damit diese in ihrem Beruf vorankommen kann.

"Wir brauchen in Deutschland mehr Unternehmen, die insbesondere Väter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen und familienbewusste Arbeitsbedingungen schaffen“ betont Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 6. März 2014 bei der Preisverleihung zum "Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres".

„Als Bundesfamilienministerin will ich partnerschaftliche Ansätze unterstützen und Projekte wie z.B. das ElterngeldPlus auf den Weg bringen, die dafür sorgen, dass die Balance zwischen beruflichen Herausforderungen und dem Wunsch nach Zeit für Familie besser gelingen kann."

Bundesfamilienministerin Schwesig hat die Schirmherrschaft für den Preis „Spitzenvater des Jahres“ übernommen und spricht persönlich zu den Gästen und den beiden Preisträgern, Volker Frink und Dr. Johannes Knubben, sowie dem diesjährigen Sonderpreisträger, Dr. Karl Reinhard Kolmsee.

Mit ihnen würdigt das Familienunternehmen Mestemacher zum 9. Mal moderne Männer, die sich als Väter mit großem Engagement für ihre Kinder einsetzen und ihre Partnerin bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen. "Spitzenväter sind ein Segen für Familie und Gesellschaft" erklärt Prof. Dr. Ulrike Detmers, Initiatorin des Gleichstellungspreises.

SPITZENVATER DER 9. PREISVERLEIHUNG Volker Frink

Volker Frink wurde am 14. Juni 1966 geboren. Er ist Zentralheizungs- und Lüftungsbauer. Seine Frau Sabine Frink ist leidenschaftliche Bankerin und Alleinverdienerin. Im Haushalt des Ehepaares Frink leben ein Adoptivsohn und ein Pflegekind, dessen leibliche Eltern keine Adoption durch Frinks wollten. Seit 2004 konzentriert sich Volker Frink auf seine Familie. Er versorgt beide Jungs und die pflegebedürftige Schwiegermutter. Mit großer Leidenschaft haben Volker und Sabine dafür gekämpft, Alper zu adoptieren, der 2003 als Pflegekind wegen elterlicher Vernachlässigung zum Ehepaar Frinks kam. 2010 konnte die Adoption von Alper erreicht werden. 2005 nahmen Volker und Sabine Frink den Behinderten Joshua als Pflegekind in ihre Familie auf. Joshua leidet unter einem fetalen Alkoholsyndrom. Das Ehepaar Frinks kämpft in unglaublicher Art und Weise für ihre Kinder. Volker Frink tut alles mit der Unterstützung seiner Frau, damit Joshua richtig therapiert wird. Er absolviert die zahlreichen Arzttermine und engagiert sich sehr für die Qualifizierung beider Söhne. Aber nicht nur das: Volker Frink unterstützt mit seiner Arbeit zugunsten der Kinder seine Frau bei deren Karriere. Sabine Frink ist nach verschiedenen Weiterbildungen zur Führungskraft in einer Bank aufgestiegen. Mit ihrem Gehalt finanziert sie die Familie. Alper besucht seit zwei Jahren die Realschule und Joshua kann aufgrund der erfolgreichen Therapien, die er mit seinem Vater wahrnimmt, die Regelgrundschule besuchen.

Beide Söhne lieben das große Hobby ihres Vaters, Truck Trail - bauen und fahren von Modellautos, und begleiten ihn, falls sich das einrichten lässt dabei.

SPITZENVATER DER 9. PREISVERLEIHUNG Dr. Johannes Knubben

Dr. Johannes Knubben hat in München und Zürich Tiermedizin und Agrarwissen-schaften studiert und ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Prof. Dr. Gabriela Knubben-Schweizer ist Lehrstuhlinhaberin für Innere Medizin und Chirurgie der Wiederkäuer an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Haushalt des Ehepaares leben zwei gemeinsame Kinder (Tochter geboren 2008, Sohn geboren 2009). Für die Wissenschaft ist Johannes Knubben ein relativ selten vorhandenes Vorbild. In der Welt der Wissenschaften sind Professorinnen auch im 21. Jahrhundert unterrepräsentiert und in den Männerdomänen der MINT-Fächer sind Lehrstuhlinhaberinnen nur mit der Lupe zu finden. Johannes Knubben ist deshalb in der Wissensgesellschaft für andere Väter und insbesondere für Entscheider an den Schalthebeln der Macht ein wichtiges "role model".

Nur wenn es zur konstruktiven Allianz aller Beteiligten kommt, lassen sich insbesondere für Wissenschaftlerinnen Beruf und Familie vereinbaren. Bei Knubbens hat das funktioniert. Seit 2008 erzieht und betreut Herr Dr. Knubben mit großer Leidenschaft zu einem großen Teil die gemeinsamen Kinder. Seine Frau Gabriela bekam dadurch den Freiraum, den sie brauchte, um zur Universitätsprofessorin aufzusteigen. Mit der Hilfe ihres Mannes engagiert sie sich für die Gleichstellung und ist dadurch seit 2012 Preisträgerin der Therese von Bayern Stiftung zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft. Ihr Mann Johannes sieht es als wichtige Aufgabe an, dass Männer aktiv daran mitwirken, klassische Rollenmuster zum Wohl von Familie und Gesellschaft zu demokratisieren. Für ihn heißt das nicht, auf die eigene Karriere zu verzichten, sondern alle Ziele und Aufgaben situational auszubalancieren, damit jedes Familienmitglied seine Erfüllung erreicht.

SPITZENVATER DER 9. PREISVERLEIHUNG SONDERPREIS Dr. Karl Reinhard Kolmsee

Der Vater von einem Sohn und drei Töchtern ist Experte für Mikro-Wasserkraftwerke ohne Damm, die die Flusswelt erhalten und dessen Unternehmen gerade dabei ist, auf dem afrikanischen Kontinent erfolgreich Fuß zu fassen. Dr. Kolmsee ist wegen der umweltfreundlichen Hydro Smart Power ein gefragter Mann. Seine Ehefrau Ines Kolmsee ist erfolgreiche Top-Managerin. Sie erhielt 2013 den ebenfalls gleichstellungsorientierten MESTEMACHER PREIS MANAGERIN DES JAHRES. Trotz der Spitzenjobs haben sich beide dafür entschieden, in Kooperation mit haushaltsnahen Hilfen Beruf und Familie zu vereinbaren und nicht auf eine Kinderschar von vier zu verzichten. Für Karl Reinhard Kolmsee, der wie seine Frau Ingenieur ist, war immer klar, dass beide Elternteile Karriere machen würden.  Im Team mit qualifizierten Haushaltsangestellten sowie familienergänzenden Bildungs- und Betreuungseinrichtungen kriegt das Power-Paar das gut in den Griff. Karl Kolmsee schreibt dazu: "Wir kümmern uns gemeinsam - so wie wir beide berufstätig sind. Wir haben aber frühzeitig definiert, wer kümmert sich, wenn Not am Kind ist. Ich habe mit Spaß und Zuneigung diese Rolle übernommen." Karl Kolmsee ist in dieser Konstellation ein Spitzenvater sui generis.

Die Initiatorin Prof. Dr. Ulrike Detmers ist Unternehmerin, Wirtschaftsexpertin und Frauenrechtlerin. Die Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe und Mitglied der Unternehmensleitung ist Professorin am Fachbereich Wirtschaft der FH Bielefeld. Als Frauenrechtlerin setzt sie sich seit über 10 Jahren für Männeremanzipation und die gesetzliche Frauenquote ein. Die Mutter von 2 erwachsenen Kindern und 2 Enkelkindern ist seit 1975 mit Albert Detmers verheiratet.

Prof. Dr. Ulrike Detmers führt aus: "Wenn Väter motiviert sind und es als eine wichtige Aufgabe in ihrem Leben begreifen, Kinder, Küche und Karriere unter einen Hut zu bringen, dann können sie das genauso gut wie motivierte Frauen und Mütter. Die Zusammenarbeit der Eltern in der Familie ist eine gute Voraussetzung dafür, dass es allen Familienmitgliedern gut geht und keiner über Gebühr strapaziert wird. Kinder haben regelmäßig zwei Ansprechpartner, die ihnen, wenn's sein muss, zur Seite stehen, Väter steigern ihre Gestaltungsfreiheit. Sie werden zu intensiveren Mit-Gestaltern der Erziehung der Sprösslinge und Mit-Gestaltern der Haushalts- und Familienwelt, als es die tradierte Vaterrolle vorsah. Und Mütter fühlen sich entlastet, wenn die Erziehungs- und Familienarbeit auf zwei Schultern ruht. Mütter wie Väter können im Doppelpack Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen. Richtig gut kann es allen gehen, wenn die Familie durch familienergänzende qualifizierte Betreuungsangebote und Bildungsangebote unterstützt wird. Die gleichberechtigte Partnerschaft in der Ehe und Familie fördert die Leistungskraft von Gesellschaft und Wirtschaft. Immer mehr Männer und Väter entscheiden sich, gezielt ihre Fähigkeiten ausgiebiger für Kinder, Haus- und Kocharbeit zu nutzen. Sie haben sich von den Erwartungen an den typischen Mann verabschiedet und sind aufgebrochen zu neuen Ufern."

Die partnerschaftliche Lebensweise wird in Deutschland noch zu selten in die Praxis umgesetzt. Das führt unter anderem oftmals dazu, dass Frauen wie Männer befürchten, durch die Geburt eines Kindes überfordert zu werden. Junge Männer packt nicht selten die Angst davor, die finanzielle Last eines Alleinversorgers nicht schultern zu können, und junge Frauen befürchten nach der Geburt eines Kindes das Ende der eigenen Karriere, weil es in Deutschland nicht selbstverständlich ist, Beruf und Familie zu vereinen.

Sowohl Volker Frink, Dr. Johannes Knubben als auch Dr. Karl Reinhard Kolmsee sind davon überzeugt, dass es wichtig ist, von der Geburt ihrer Kinder an Einfluss zu nehmen auf die charakterliche und geistig-körperliche Entwicklung des Nachwuchses. Ebenso ist es für sie selbstverständlich, dass die Mutter ihrer Kinder ein Recht auf eine eigene berufliche Karriere, ein eigenes Einkommen und eine selbst erwirtschaftete Altersvorsorge hat. Aus dieser Überzeugung heraus handeln sie und schaffen damit bestmögliche Voraussetzungen für das praktizierte partnerschaftliche Ehe- und Familienmodell.

Seit 1994 engagiert sich die Gütersloher Mestemacher GmbH für die Förderung der Gleichstellung von Frau und Mann und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.


06.03.2014

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist nicht nur Frauensache – Pflegende Angehörige benötigen mehr Unterstützung

Die Pflege von Angehörigen wird vor allem von Männern hauptsächlich als eine Aufgabe für Frauen angesehen. Das muss sich ändern. „Mehr als 70 Prozent der pflegenden Angehörigen sind weiblich. Pflege ist aber nicht allein Frauensache.

Hier müssen die Männer ihr Engagement dringend verstärken“, forderte Emanzipations- und Pflegeministerin Barbara Steffens im Vorfeld des Internationalen Frauentags am 8. März. 2014 „Bei der Pflege sind wir von einer Gleichberechtigung noch weit entfernt. Doch auch hier müssen die häuslichen Lasten gerecht verteilt werden – und Frauen wie Männer benötigen zur Vereinbarkeit von Pflege mehr Unterstützung durch Staat, Gesellschaft und Unternehmen“, so Steffens weiter.

Bei einer Veranstaltung des Ministeriums unter dem Titel „Bessere FAIReinbarkeit von Beruf & Pflege – nicht nur Frauensache“ wird die Ministerin heute ab 13.30 Uhr in der Handwerkskammer Düsseldorf insbesondere an Arbeitgeberinnen, Arbeitgeber und Personalverantwortliche appellieren, pflegende Berufstätige bei der Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbsarbeit stärker zu unterstützen. In vielen Unternehmen hat die die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bisher noch keinen hohen Stellenwert. „In einer insgesamt älter werdenden Gesellschaft werden künftig immer mehr Berufstätige Verantwortung auch für pflegebedürftige Angehörige übernehmen müssen. Hierbei dürfen wir sie nicht alleine lassen. Der Staat muss die Unterstützung für pflegende Angehörige verbessern. Unternehmen müssen Konzepte zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf entwickeln. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels sollte dies auch im eigenen Interesse von Unternehmen liegen“, betonte die Ministerin.

Für viele der bereits heute pflegenden Frauen ist ihr Beruf nicht nur aus rein finanziellen Gründen und zur der Vermeidung von späterer Altersarmut, sondern u.a. auch als Gegengewicht zum Pflegealltag enorm wichtig. Deshalb ist es von hoher Bedeutung, dass Berufstätige – Frauen wie Männer – „Ja“ zur Pflege Angehöriger sagen können. Denn häusliche Pflegearrangements durch vermeintlich einfachere stationäre Unterbringung zu ersetzen, entspricht oftmals auch nicht den Wünschen der Pflegebedürftigen.

Hintergrund:

  • In NRW sind rund 550.000 Menschen pflegebedürftig, davon werden fast 70 Prozent zu Hause gepflegt.
  • Rund 73 Prozent der Hauptpflegpersonen bei den pflegenden Angehörigen sind Frauen.
    • Anteil der Männer ist in den vergangenen Jahren leicht gestiegen.
    • Wenn Männer pflegen, dann in der Regel ihre Partnerin - wenn sie selbst bereits im Ruhestand sind.
  • Auch bei der professionellen Pflege überwiegen die Frauen.
    • Männeranteil in der ambulanten Pflege rund 12 Prozent
    • Männeranteil in der stationären Pflege rund 15 Prozent.
  • 46,5 Prozent der Berufstätigen in Nordrhein-Westfalen nehmen derzeit laut einer Studie des NRW-Familienministeriums Familienpflichten wahr. Davon widmen sich
    • 13,4 Prozent der Pflege von Angehörigen
    • 6,6 Prozent neben dem Beruf sowohl der Kindererziehung als auch der Angehörigenpflege
    • 80 Prozent der Kindererziehung

27.02.2014

DAK-Gesundheitsreport 2014: Rushhour des Lebens ohne Krankenschein

Kind, Karriere und kein Krankenschein: Obwohl viele Männer und Frauen in der „Rushhour des Lebens" wegen Mehrfachbelastung unter Druck stehen, wirkt sich das nicht bei den Krankschreibungen aus. Laut aktuellem DAK-Gesundheitsreport sind 25- bis 39-jährige Berufstätige auf den ersten Blick sogar besonders gesund. Nach der Untersuchung haben die Erwerbstätigen mit und ohne Kinder die gleichen Belastungswerte durch chronischen Stress.

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem Report insbesondere die gesundheitliche Situation der sogenannten Rushhour-Generation. Die Krankenkasse hat dafür den Krankenstand ihrer Mitglieder analysiert und über 3.000 Männer und Frauen im Alter von 25-40 Jahren repräsentativ befragt. Sie empfinden die Rushhour des Lebens als einen persönlichen und beruflichen „Entscheidungsmarathon“, der sich aber in dieser Phase noch nicht negativ auf ihre Gesundheit auswirkt. Im Gegensatz zu den jüngeren und älteren Erwerbstätigen sind die 25- bis 39-Jährigen besonders wenig krank. Die Zahl der Ausfalltage liegt bei den Männern 28 Prozent und bei den Frauen 24 Prozent unter dem Durchschnitt.

Der DAK-Report fragte auch nach Belastungsfaktoren wie Überforderung, zu große Verantwortung oder mangelnde Anerkennung. Dabei zeigen sich nahezu keine Unterschiede zwischen Berufstätigen mit und ohne Kinder. Selbst in Vollzeit arbeitende Mütter haben keine höheren Stresswerte als Mütter in Teilzeit oder nicht erwerbstätige Mütter. Aus Sicht der Beschäftigten bieten allerdings Arbeitgeber in der Rushhour nur begrenzte Entlastungsmöglichkeiten an.

„Sollen diese besonders beanspruchten jüngeren Arbeitnehmer bis zum 67. Lebensjahr produktiv bleiben, müssen die Arbeitgeber nachhaltiger in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren“, erklärt Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Der niedrige Krankenstand darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in diesem Alter erste Ansätze für chronische Krankheiten bilden.“ So sind in der Rushhour des Lebens bereits vier von zehn Beschäftigten mit Rückenproblemen in Behandlung. Unter den 20 häufigsten Einzeldiagnosen bei Männern gibt es neben den akuten Beschwerden auch bereits langfristige Beeinträchtigungen. Sieben Prozent der Männer sind schon in Behandlung wegen Bluthochdruck, der häufig in Verbindung mit Stress und Bewegungsmangel steht. Etwa jeder fünfte Mann und sogar jede dritte Frau muss wegen eines psychischen Leidens zum Arzt. Diese Krankheitsbilder sind in dieser Altersphase beachtenswert, da sie häufig wiederkehren und den Gesundheitszustand langfristig erheblich beeinträchtigen können.

Berufstätige Eltern achten weniger auf ihre Gesundheit

Vor diesem Hintergrund ist es problematisch, dass erwerbstätige Eltern weniger auf ihre Gesundheit achten. Denn im Spagat zwischen Job und Kindern machen viele Eltern Abstriche bei sich selbst: Während fast ein Drittel der berufstätigen Frauen ohne Kinder viel Sport treibt, ist es bei den Müttern nur ein Sechstel. Auch im Hinblick auf gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf schneiden Erwerbstätige mit Kindern durchschnittlich schlechter ab als die ohne Kinder.

Familiengründung wird verschoben

Nach der Umfrage wünscht sich die Mehrheit Kinder und Karriere, aber jede fünfte Frau glaubt nicht, dass sie „beides schaffen kann“. Bei den Männern ist es jeder Siebte. Die Befragten sehen nicht nur eine stabile Partnerschaft, sondern auch ein gutes und sicheres Einkommen als Voraussetzung für Kinder an. Die Ausbildung solle abgeschlossen sein, das Studium fertig und der Berufseinstieg geglückt. „Dieses Verhalten ist hoch rational vor dem Hintergrund der sich verändernden Arbeitswelt“, betont Rebscher. „Die Folge ist allerdings, dass viele ihren Kinderwunsch aufschieben, bis sie an natürliche Grenzen stoßen.“

Betriebe können viel für ihre Beschäftigten in der Rushhour tun

Der DAK-Gesundheitsreport gibt Hinweise, wie Arbeitgeber die betroffene Altersgruppe entlasten können. 62 Prozent der erwerbstätigen Eltern können bereits Teilzeit nutzen, 36 Prozent Gleitzeit. Die ganze Breite familienfreundlicher Angebote kommt aber nur wenigen Beschäftigten zugute. Obwohl den Eltern Betriebskindergarten oder Krippen besonders wichtig sind, profitieren davon bisher erst sechs beziehungsweise drei Prozent aller Eltern.

Auffällig ist zudem, dass die bestehenden Angebote nicht allen Beschäftigten in gleicher Weise zugute kommen. Nicht-Akademiker profitieren sehr viel weniger als Akademiker. Das mag daran liegen, dass sich ihre Aufgaben problemloser beispielsweise in ein Home-Office verlagern lassen. Die Herausforderung der Arbeitgeber besteht darin, auch für Mitarbeiter in der Produktion oder im schichtgebundenen Dienstleistungsbetrieb Lösungen zu erarbeiten.

Krankenstand 2013

Für die Analyse des Krankenstandes wurden die Daten von 2,7 Millionen erwerbstätigen Versicherten der DAK-Gesundheit durch das IGES Institut in Berlin ausgewertet. Der Krankenstand insgesamt stieg im vergangenen Jahr von 3,8 auf 4 Prozent an. Dies bedeutet, dass an jedem Tag des Jahres durchschnittlich 4 von 100 Erwerbstätigen krank geschrieben waren. 2013 hat sich erstmals mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Versicherten (50,6 Prozent) mindestens einmal im Jahr von einem Arzt krank schreiben lassen. Dabei gingen die meisten Ausfalltage auf das Konto der sogenannten Muskel-Skelett-Erkrankungen, wie beispielsweise Rückenschmerzen. Psychische Leiden nahmen erneut leicht zu. Sie verursachten rund fünf Prozent mehr Fehltage als 2012 und rangieren jetzt auf der Liste der wichtigsten Diagnosen für Ausfalltage auf Platz drei. Es folgen Verletzungen und Verdauungsbeschwerden.

Ansprechpartner: Frank Meiners, frank.meiners@dak.de
Vollständiger bundesweiter Gesundheitsreport 2014


27.02.2014

Immer weniger Menschen in Deutschland arbeiten von zu Hause aus

Knapp fünf Millionen Erwerbstätige waren im Jahr 2012 Heimarbeiter – Rückgang entgegen dem europäischen Trend
Immer weniger Menschen in Deutschland gehen ihrem Beruf von zu Hause aus nach: Insgesamt arbeiteten im Jahr 2012 rund zwölf Prozent oder 4,7 Millionen der Erwerbstätigen überwiegend oder gelegentlich in den eigenen vier Wänden – etwa 800.000 weniger als noch vier Jahre zuvor, als die Zahl der Heimarbeiter ihren Höhepunkt erreichte.

2,7 Millionen Heimarbeiter waren abhängig beschäftigt, was rund acht Prozent aller Arbeitnehmer entspricht.
Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Danach arbeiten vor allem hochqualifizierte Arbeitnehmer zu Hause. Alter und Geschlecht haben kaum Einfluss: Jung und Alt, Männer und Frauen arbeiten in etwa gleich oft von daheim. DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke: „Die Politik sollte bedenken, dass Initiativen zur Förderung der Heimarbeit vor allem auf sozial besser gestellte Erwerbstätige zielen würden, die wegen ihres Berufs überhaupt nur die Möglichkeit zur häuslichen Erwerbstätigkeit haben.“

Selbständige sind am häufigsten häuslich erwerbstätig

Für die Studie hat Brenke Informationen aus der Datenbank des Statistischen Amtes der Europäischen Union sowie Individualdaten des Mikrozensus verwendet. Im Rahmen der Bevölkerungserhebungen antworten die Haushaltsmitglieder standardmäßig auf die Frage, ob sie ihre Erwerbstätigkeit „überwiegend (zu mehr als 50 Prozent)“, „manchmal“ oder „gar nicht“ zu Hause ausüben. Weitaus verbreiteter als unter Arbeitnehmern ist die häusliche Erwerbstätigkeit unter Selbständigen: In der Gruppe der Solo-Selbständigen lag der Heimarbeiter-Anteil im Jahr 2012 bei 50 Prozent (etwa 1,3 Millionen), in der Gruppe der Selbständigen mit Arbeitnehmern bei einem Drittel (etwa 0,7 Millionen). Analog zur Entwicklung bei den Arbeitnehmern ist auch der Heimarbeiter-Anteil unter den Selbständigen nach seinem Höhepunkt im Jahr 2008 wieder auf das Niveau von 1992 gefallen – obwohl die Beschäftigung in Deutschland zugenommen hat.

Vor allem hängt es vom Beruf ab, ob jemand zu Hause seinen Job ausübt. Besonders viele Heimarbeiter gibt es unter den Lehrern;  diese Gruppe allein stellt gut ein Viertel der abhängig Beschäftigten, die zu Hause arbeiten. Damit hängt zusammen, dass Beamte (34 Prozent) und Angehörige des öffentlichen Dienstes (15 Prozent) viel häufiger zu Hause erwerbstätig sind als Angestellte (9 Prozent) und Arbeiter (1 Prozent). Vergleichsweise viele Arbeitnehmer, die zu Hause arbeiten, finden sich auch unter Führungskräften, Vertretern, Publizisten, Juristen, IT-Kräften, Ingenieuren sowie Geistes- und Naturwissenschaftlern. Fast gar nicht verbreitet ist die Heimarbeit dagegen in den Bau- und Fertigungsberufen, unter den Körperpflegern, Verkäufern, Fahrzeugführern sowie in gast- oder hauswirtschaftlichen Berufen. Fast 60 Prozent der Arbeitnehmer mit häuslicher Erwerbstätigkeit haben einen Hochschulabschluss; jeder vierte Akademiker geht manchmal oder hauptsächlich seinem Job von zu Hause aus nach. Unter den Arbeitnehmern mit einer abgeschlossenen Lehre (4 Prozent) und solchen ohne Berufsabschluss (3 Prozent) ist das viel weniger der Fall.

Berufsstruktur kann geringe Heimarbeiterquote in Deutschland nicht erklären

Sehr viel stärker verbreitet als in Deutschland ist die häusliche Erwerbstätigkeit insbesondere in den skandinavischen Staaten sowie in Frankreich, Großbritannien und in den mitteleuropäischen Ländern (Schweiz, Österreich, Belgien und Luxemburg). Überdies hat in Europa der Anteil der Heimarbeiter an allen Arbeitnehmern stetig zugenommen, während er in Deutschland abgenommen hat. Woran das liegt, lässt sich laut Brenke anhand der für die Untersuchung verfügbaren Daten nicht klären: „Zwar gibt es in Deutschland viele Arbeitsplätze in der Industrie, die sich für Heimarbeit nicht eignen, doch insgesamt dürfte sich die Berufsstruktur nur wenig von Ländern wie der Schweiz oder Schweden unterscheiden.“ Als Erklärung blieben lediglich besser für Heimarbeit geeignete Arbeitsbedingungen in anderen Ländern oder eine höhere Akzeptanz häuslicher Erwerbstätigkeit. Dies gelte es zunächst zu klären, so Brenke: „Erst dann könnten Initiativen zur Förderung der Heimarbeit entwickelt werden, um auf diese Weise Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen.“

DIW Wochenbericht 8/2014

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19.02.2014

„Gut vereinbart – Betriebsnahe Kinder‐Tagespflege“ bei der HÜCOBI GmbH

Die HÜCOBI GmbH hat mit Hilfe der Beratungsleistung der REGE mbH zum Januar 2014 das „Cobiland“ eröffnet. Damit hat die HÜCOBI GmbH als erstes Unternehmen in Bielefeld und innerhalb von drei Monaten ihre betriebliche Kinderbetreuung durch eine angestellte Tagesmutter sichergestellt. Diese betreut die unterdreijährigen Kinder der Beschäftigten.

17.02.2014

Atypische Beschäftigung drängt normale Arbeitsverhältnisse nicht zurück

Studie der Bertelsmann Stiftung: Teilzeit, Leiharbeit und Mini-Jobs schaffen zusätzliche Beschäftigung / Zugleich wächst Anteil der unbefristeten Vollzeitstellen
Der Zuwachs an Beschäftigung während der vergangenen zehn Jahre in Deutschland ist wesentlich der Zunahme an flexiblen Arbeitsverhältnissen zu verdanken.

2003 arbeitete nicht einmal jeder fünfte Erwerbsfähige (19 Prozent) in einem so genannten atypischen Beschäftigungsverhältnis – also in Teilzeit, befristet, als Leiharbeiter oder in einem Mini-Job. Inzwischen haben 24 Prozent aller Erwerbsfähigen einen solchen Job. Diese Entwicklung ging allerdings laut einer Studie des "Instituts zur Zukunft der Arbeit IZA" im Auftrag der Bertelsmann Stiftung nicht zu Lasten der stabilen Arbeitsverhältnisse, im Gegenteil: Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Erwerbsfähigen, die in eine klassische unbefristete Vollzeitstelle bekleiden, von 39 auf 41 Prozent.

Die Autoren sprechen angesichts der Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt mit zunehmenden Anforderungen an die Flexibilität der Arbeitnehmer von einer "erstaunlichen Stabilität der so genannten Normalarbeitsverhältnisse", die sowohl im industriellen Sektor als auch in vielen Dienstleistungsberufen feststellbar sei. Hingegen gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Zunahme an atypischer Beschäftigung und der Abnahme der strukturellen Arbeitslosigkeit. Denn während seit 2003 der Anteil der atypischen Jobs von 19 auf 24 Prozent kletterte, ging der Anteil der auf dem Arbeitsmarkt Inaktiven von 24 auf 19 Prozent zurück.

Für die Stabilität der Vollzeitarbeitsverhältnisse sorgen vor allem der starke industrielle Kernbereich des deutschen Arbeitsmarkts und der Mangel an qualifizierten Fachkräften. Die hohe Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften bei zugleich sinkendem Angebot ist nach Ansicht der Wissenschaftler auch der Grund, warum sie in absehbarer Zeit nicht damit rechnen, dass atypische Beschäftigung die Normalarbeitsverhältnisse zurückdrängen könnte."Arbeitgeber sind vor allem in industriellen Bereichen bemüht, qualifizierte Arbeitnehmer längerfristig zu binden und betriebsspezifisches Wissen aufzubauen", sagte Birgit Riess, CSR-Expertin bei der Bertelsmann Stiftung.

Das habe in einigen Branchen und bei Berufsgruppen wie Ingenieuren oder Naturwissenschaftlern sogar zu einem Rückgang atypischer Beschäftigungsverhältnisse gesorgt. Die vergleichsweise starke Marktposition wirke sich für diese Arbeitnehmer auch in den Verhandlungen über Gehalt, Arbeitszeiten oder Arbeitsbedingungen aus. Umgekehrt gilt, dass gerade auf schrumpfenden Arbeitsmärkten und bei einfachen Tätigkeiten atypische Beschäftigung weiter wachsen kann.

Generell prognostizieren die Autoren der Studie eine weitere Flexibilisierung der Arbeitswelt. Treiber hierfür seien der sektorale Wandel, technologische Innovationen und der immer globalere Wettbewerb in vielen Bereichen der Wirtschaft. So werde voraussichtlich die innerbetriebliche Flexibilität zunehmen, die auch von Vollzeitbeschäftigten erwartet wird. Dies gilt für Entlohnung ebenso wie für Arbeitszeiten und Arbeitsorganisation. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich Risiken dadurch zunehmend auf den individuellen Arbeitnehmer verlagern. Trotz dieser Entwicklung hat sich die Zufriedenheit der Arbeitnehmer mit ihrem Job nicht verschlechtert: Nach wie vor äußern sich 90 Prozent der Erwerbstätigen positiv über ihre Arbeit.

Dr. Werner Eichhorst, Direktor Europapolitik beim IZA und Autor der Studie, sieht bei künftigen Regelungen im Arbeitsmarkt Vorsicht und Augenmaß geboten. Standards und Grenzen seien nur dann tragfähig, wenn sie nicht die Flexibilität der Unternehmen über Gebühr beschneiden. Massive Eingriffe hingegen, etwa bei der Festlegung von Mindestlöhnen oder der Einschränkung von atypischer Beschäftigung, könnten die beschäftigungspolitischen Erfolge der vergangenen Jahre gefährden. Davor warnte auch Birgit Riess: "Die Politik kann nicht im Alleingang für 'bessere' Jobs sorgen. Zielgenauer für tragfähige Beschäftigungsstrukturen sind tarifpolitische und betriebliche Initiativen."

Die Studie "Flexible Arbeitswelten" wurde im Auftrag der Expertenkommission "Arbeits- und Lebensperspektiven in Deutschland" erstellt. Die 20-köpfige Kommission befasst sich seit dem vergangenen Jahr mit den aktuellen Herausforderungen der modernen Arbeitswelt und ihren Einflüssen auf die Gesellschaft. Sie wird dazu bis Ende des Jahres Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft formulieren und öffentlich diskutieren. Die Mitglieder der Kommission stammen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Darunter sind auch Vertreter der Tarifparteien.


03.02.2014

Ministerin Schäfer plant Familiengipfel in Nordrhein-Westfalen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Familienministerin Ute Schäfer will nordrhein-westfälische Unternehmen, Verbände, Kommunen, Hochschulen und Eltern zu einem Familiengipfel nach Düsseldorf einladen, um mit ihnen die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu diskutieren.

„Die Vereinbarkeitsfrage werden wir dauerhaft nicht allein mit der Bereitstellung von Betreuungsplätzen und anderen Familienleistungen lösen können. Wir werden auch andere, familienfreundlichere Arbeitsbedingungen schaffen müssen – und zwar für Mütter und Väter. Wir brauchen hier einen ähnlichen Schub wie beim Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige“, erklärte Schäfer.

LPK Düsseldorf

Man müsse sich darauf verständigen, dem Thema „Familienzeit“ mehr Bedeutung beizumessen. „Deshalb müssen wir nicht nur Frauen, sondern auch Männern gute Vereinbarkeitskonzepte ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle, vollzeitnahe Teilzeit und Home-Office. Der in Deutschland besonders verfestigte demografische Trend mit sehr geringen Geburtenraten wird sich nicht verändern lassen, wenn wir Paaren und jungen Familien signalisieren, für Familie ist keine Zeit, die Arbeit geht – nun für Männer und Frauen gleichermaßen – immer vor“, sagte die Ministerin anlässlich der Vorstellung von zwei Studien zur Situation der Väter in Nordrhein-Westfalen, die im Auftrag des Familienministeriums erstellt wurden.

Wichtigste Studienergebnisse

Die erste Studie wurde vom Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (FFP) durchgeführt. Sie geht der Frage nach den Wünschen und Vorstellungen von nordrhein-westfälischen Vätern zum Thema Vereinbarkeit nach. Die zweite Studie von der Prognos AG beschäftigt sich mit der Inanspruchnahme von Elternzeit durch Väter in Nordrhein-Westfalen.

Eines der wichtigsten Ergebnisse der FFP-Studie ist, dass rund 17 Prozent der Väter ihre Arbeitszeit reduzieren wollen. Sie tun es nicht, weil sie es vor allem wegen des hohen Arbeitsaufkommens für nicht machbar halten.

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt die Prognos-Studie zur Inanspruchnahme des Elterngeldes von Vätern in Nordrhein-Westfalen. Nur jeder fünfte junge Vater nimmt in NRW eine Auszeit für sein Kind. Dabei beziehen nordrhein-westfälische Väter ein durchaus hohes Elterngeld. Sie erhalten durchschnittlich 1.113 Euro pro Monat und liegen damit sogar ein wenig über dem Bundesdurchschnitt.

Die Prognos-Studie zeigt anschaulich, dass der Hauptgrund für die unterdurchschnittliche Nutzung des Elterngeldes durch Väter in der niedrigen Erwerbsbeteiligung der Mütter liegt.

Die Studien: