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Regionalveranstaltungen

Dokumentation der Regionalveranstaltung „Familiengerechte Gestaltung von Arbeit an Hochschulen und regionale Vernetzung mit Unternehmen und Kommunen“ jetzt online

Wie Vereinbarkeit von Familie und Arbeit gelingen kann, damit setzten sich rund 200 Teilnehmende aus Hochschulen, Kommunen und Unternehmen bei der Regionalveranstaltung „Familiengerechte Gestaltung von Arbeit an Hochschulen und regionale Vernetzung mit Unternehmen und Kommunen“ auseinander.

Die Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft von Familienministerin Ute Schäfer und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze stand, wurde gemeinsam von der Technischen Universität Dortmund und der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW durchgeführt. Im Mittelpunkt stand neben innovativen Ansätzen der familiengerechten Gestaltung der Arbeit an den Hochschulen die Vernetzung mit kommunalen Akteur/-innen und Unternehmen aus der Region, um familiengerechte Gestaltung von Arbeit gemeinsam weiterzuentwickeln und nachhaltig zu verbessern. Die Ergebnisse dieses fruchtbaren Austausches im August letzten Jahres können nun in einer ausführlichen Online-Dokumentation nachgelesen werden.

Hier finden Sie die Dokumentation der Veranstaltung.

Kinder und Campus: Wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingen kann

"Der Preis für eine Karriere an der Hochschule darf nicht die Kinderlosigkeit sein", sagte Familienministerin Ute Schäfer auf der Regionalveranstaltung der Aktionsplattform Familie@Beruf NRW und der Technischen Universität Dortmund, die in Sachen Familienfreundlichkeit als vorbildlich gilt. Die Hochschule zeigte anhand von Beispielen ihres Hauses auf, wie die Vereinbarkeit von Familie und Campus gelingen kann.

Fotos: Roland Baege

"Mit rund 200 Anmeldungen war die Regionalveranstaltung sehr gut besucht", sagt Dr. Kerstin Weißenstein, Leiterin der Aktionsplattform Familie@Beruf NRW, "das zeigt, wie wichtig dieses Thema ist." Auf dem Programm standen vier Werkstätten zu den Themen, Kinderbetreuung, Pflege, Marketing familienfreundlicher Personalpolitik und Doppelkarrieren.

Auch Wissenschaftsministerin Svenja Schulze war der Einladung nach Dortmund gefolgt. Sie verwies auf die angelsächsischen und skandinavischen Hochschulen, die als Vorbilder in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf fungieren: „Dort kümmern sich viele Hochschulen darum, dass beides zusammenpasst, Familie und die wissenschaftliche Laufbahn. Für beide Partner werden Karriereoptionen aufgezeigt, so genannte Doppelkarrieren gefördert." Schulze räumt diesem Thema auch im Kontext des Hochschulzukunftsgesetzes einen hohen Stellenwert ein: Die Rahmenbedingungen für eine flexible und individuelle Gestaltung des Studiums sollen geschaffen werden, indem unter anderem Prüfungsfristen verlängert und die Möglichkeiten für ein Teilzeitstudium erweitert werden.

Ziel der Tagung war die Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren, um familiengerechte Gestaltung von Arbeit gemeinsam weiterzuentwickeln und nachhaltig zu verbessern. Familienministerin Schäfer unterstützt dieses Ziel: "Es muss sich dringend etwas tun, damit Eltern Familie und Beruf auch leben können. Dazu benötigen wir auch einen Mentalitätswandel."

Regionalkongress Münsterland zum Thema „Familienfreundlichkeit mehr als nur ein Wettbewerbsvorteil“

Familienfreundliche Personalpolitik wird für immer mehr Unternehmen zu einem Erfolgsfaktor im Wettbewerb um Fachkräfte. Um zu diesem Thema einige aktuelle Schwerpunkte und neue wissenschaftliche Ergebnisse wie auch erprobte Ansätze aus dem gesamten Münsterland vorzustellen, hatten die Wirtschaftsförderungen der Kreise Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie das Netzwerk Westmünsterland e.V. für den Kreis Borken zum Regionalkongress Münsterland in die Burg Vischering in Lüdinghausen eingeladen. Die mit 120 Teilnehmenden sehr gut besuchte Regionalveranstaltung der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW  fand am 11. März 2013 statt und stand unter dem Motto „Familienfreundlichkeit – mehr als nur ein Wettbewerbsvorteil“.

Auf der Liste der Rednerinnen und Redner standen Konrad Püning, Landrat des Kreis Coesfeld, Staatssekretär Bernd Neuendorf aus dem Familienministerium des Landes NRW, Prof. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen  sowie Bernard Wigger und Birgit Saborwoski vom „Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungssozietät Döcker, Wigger, Lührmann“ aus Rheine. Das Unternehmen erhielt im Jahr 2012 die Auszeichnung als „Familienfreundlichstes Unternehmen Deutschlands“.

In seiner Rede unterstrich Staatssekretär Bernd Neuendorf die wichtige Rolle der Unternehmen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in NRW und stellte den Anwesenden Struktur und Ziele der Aktionsplattform vor. Für die Landesregierung stünden die Bildungs- und Familienpolitik im Mittelpunkt ihrer Politik, so Neuendorf. Familie und Arbeit sollten nicht länger als Gegensatz gesehen werden, stattdessen müsse es ein klares betriebliches Ziel sein, die Anforderungen verschiedener Lebensbereiche angemessen auszugleichen.

Startschuss zur Gründung eines Doppelkarrierenetzwerkes in Ostwestfalen-Lippe

Gruppenbild  Regionalveranstaltungen

Maria Klaas (Geschäftsführerin IHK), Prof. Dr. Gunther Olesch (Geschäftsführer Phoenix Contact GmbH & Co. KG) , Axel Martens (Geschäftsführerin IHK), Ute Schäfer (Familienministerin NRW), Meike Seidel (Gleichstellungsbeauftragte Hochschule OWL), Dr. Kerstin Weißenstein (Leiterin Geschäftsstelle Aktionsplattform), Dr. Oliver Herrmann (Präsident der Hochschule OWL), Dr. Hildegard Kaluza (Gruppenleiterin Familienministerium), Marianne Thomann-Stahl (Regierungspräsidentin), Uwe Borchers (Geschäftsführer des Zentrums für Innovation in der Gesundheitswirtschaft), Prof. Barbara Schwarze (Wissenschaftliche Begleitung Aktionsplattform)

"Attraktive Stellenangebote bei namhaften Unternehmen alleine reichen nicht aus, um Top-Fachkräfte für die Region zu gewinnen und zu halten", sagte Ministerin Ute Schäfer. "Wir müssen ihnen mehr bieten als flexible Arbeitszeitmodelle und gute Bezahlung: Wir müssen an ihre Familien, ihre Partnerinnen oder Partner denken. Aus diesem Grund ist ein Doppel-Karriere-Netzwerk eine hervorragende Ergänzung zu der hier schon vorhandenen Vernetzung zwischen Hochschulen, Unternehmen und wirtschaftsnahen Organisationen."
Vor mehr als 120 Gästen gab die Ministerin den Startschuss zur Gründung eines regionalen Netzwerkes für Doppelkarrieren in NRW. Auf Einladung der IHK Lippe zu Detmold und der Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW des Familienministeriums NRW war sie zur Veranstaltung "Unternehmen, Kommunen und Hochschulen für Familie und Beruf: Starke Argumente für neuen Fachkräftenachwuchs in OWL" gekommen.

Andere Netzwerke in NRW

"Ein starkes Engagement für Familie und Beruf trägt dazu bei, diese Beschäftigten an die Region zu binden und neuen Fachkräftenachwuchs zu gewinnen", sagte Axel Martens, Hauptgeschäftsführer der IHK Lippe. Während OWL durch das HighTech-Cluster it's owl und das Engagement von Wirtschaft, Hochschulen und Forschungsorganisationen attraktiv für wissenschaftliche Fachkräfte ist, hat es bezüglich des Bildungs- und Kulturangebots, der Infrastruktur sowie der Leistungen für Familien weniger Vorteile im Vergleich mit großstädtischen Angeboten.

Das Thema „Förderung von Doppelkarrieren" ist ein wichtiger Bestandteil, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch in der Region zu stärken. Sofie Geisel, Projektleiterin Erfolgsfaktor Familie, machte den Anwesenden Mut, dieses Themas im Unternehmen anzusprechen und offen zu positionieren. Im Zentrum der Veranstaltung standen zahlreiche Best-Practice-Beispiele aus OWL und NRW. Neben attraktiven flexiblen Arbeitszeitmodellen für Väter und Mütter war auch ein breiter Einblick auf Modelle kooperativer Kinderbetreuung Teil des Programms. Am Beispiel der Kindertageseinrichtung „Glückskinder Willich" wurde deutlich, wie mehrere kleine Unternehmen gemeinsam eine betriebsübergreifende Kindertageseinrichtung in einem Gewerbegebiet aufbauen und nutzen können.

Ein wichtiges Ergebnis der Diskussionen war zu dem, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach wie vor nicht geschlechtsneutral betrachtet wird. Für Männer gilt Arbeiten in Teilzeit immer noch als ungewöhnlich, während sie bei Frauen weitgehend akzeptiert wird. Unternehmen, Kommunen, Einrichtungen des Gesundheitswesens und Hochschulen haben sich vorgenommen, gemeinsame Angebote zu entwickeln, sich besser zu vernetzen und intensiver zu kommunizieren, um Doppelkarrieren besser zu fördern.