Archiv "Projekt des Monats" - Überblick
Hier finden Sie einen Überblick über die "Projekte des Monats" der vergangenen sechs Monate. Durch Klick auf den jeweiligen Projekttitel erhalten Sie ausführliche Informationen zu dem jeweiligen Projekt.
Familiengenossenschaft Münsterland
wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH, PF.A.U. - Pflege-Arbeit-Unternehmen
Stadt Aachen: Aachener Familienservice
Familiengenossenschaft Münsterland
- Die Familiengenossenschaft Münsterland wurde im November 2012 in Münster gegründet.
- An der Genossenschaft beteiligen sich Unternehmen. Diese Unternehmen müssen nicht selbst Genossenschaften sein, sondern können auch andere Rechtsformen haben.
- Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Unternehmen bieten die Genossenschaft Leistungen an.
- Die Genossenschaft hat ihren Sitz in Münster. Die Leistungen werden im gesamten Münsterland (Stadt Münster und Kreise Coesfeld, Warendorf, Steinfurt und Borken) sowie in einzelnen Gemeinden in angrenzenden Kreisen angeboten.
Die Genossenschaft unterstützt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch:
- die Vermittlung von Kindertagespflegepersonen
- die Vermittlung von Kinderbetreuung in den Schulferien
- die Vermittlung von freiwilligen Seniorenbegleitern / Betreuungsassistenten
- die Vermittlung von haushaltsnahen Dienstleistungen
- die Vermittlung von lebensphasenorientierter Begleitung
- Beratungsangebote rund um diese Themen.
Vorteil für die Unternehmen
- Steigerung der Arbeitsplatzattraktivität
- Steigerung der Mitarbeiterbindung
- Steigerung der Lebens- und Arbeitsplatzqualität in den Unternehmen der Mitglieder.
Vorteil für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Beratung über die passenden Möglichkeiten
- Vermittlung ausschließlich qualifizierter Kräfte
- regelmäßige Überprüfung der Qualität der vermittelten Leistungen.
Ihre Ansprechpartnerin:
Familiengenossenschaft Münsterland eG (in Gründung)
Stefanie Pfennig
Mecklenbecker Straße 235 - 239
48163 Münster (Westf.)
Service-Telefon: (0251) 7186 5500
Service-Zeiten: Montag, Mittwoch und Freitag - 9 bis 12 Uhr
Dienstag und Donnertag - 15 bis 18 Uhr
Stefanie.Pfennig@FamGeno.de
www.zuverlaessig-und-fair.de
PF.A.U. - Pflege-Arbeit-Unternehmen
Projektträger: wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH
Kooperationspartner: FBS Dülmen, Institut für Site- und Facility-Management (INFA-ISFM e.V.)
Projektziel: Projektziel: Vereinbarkeit von Arbeit und Pflege fördern
Bereits heute sind 23 % der Pflegenden erwerbstätig. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt in den kommenden Jahren kontinuierlich an, für den Kreis Coesfeld wird ein Anstieg um ca. 63 % bis zum Jahr 2020 prognostiziert (Quelle: Demographiebericht Kreis Coesfeld). Somit wird eine wachsende Anzahl von Berufstätigen im Kreis Coesfeld damit konfrontiert sein, Arbeit und Pflege miteinander zu verbinden. Das Projekt Pflege - Arbeit - Unternehmen (PFAU) (Laufzeit: 12/2009 - 10/2011), das von der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH gemeinsam mit dem An-Institut INFA-ISFM der FH-Münster und der Familienbildungsstätte Dülmen, durchgeführt wurde, hat mit dem „betrieblichen Pflegekoffer" ein neuartiges Angebot für Unternehmen und Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen geschaffen, um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu erleichtern.
Der „betriebliche Pflegekoffer" und der „betriebliche Pflegelotse"
In der ersten Projektphase wurde eine Unternehmens- und Mitarbeiterbe-fragung zur Bedarfsermittlung durchgeführt und der „betriebliche Pflegekoffer" entwickelt. Dieser Pflegekoffer dient der Orientierung, Information und praktischen Unterstützung, damit Erwerbs- und Pflege-tätigkeit besser miteinander verbunden werden können. Der Koffer soll - praxisnah und unkompliziert - vor allem auch kleine und mittlere Unternehmen und deren Mitarbeiter/innen unterstützen.
Der „betriebliche Pflegekoffer"
- bietet klare Orientierung beim plötzlichen Eintreten eines Pflegefalls (z.B. Checkliste für ein tragfähiges Pflegeartagement),
- bündelt weitergehende Informationen über konkrete Hilfestellungen und hilft bei der praktischen Umsetzung,
- bildet optional Vertrauenspersonen im Unternehmen zum betrieblichen Pflegelotsen aus.
Die Inhalte des Pflegekoffers sollten möglichst nah an den Bedarfen der Unternehmen und pflegenden Mitarbeiter/innen angepasst werden. Die dritte Projektphase umfasste daher die wissenschaftliche Evaluation des Pflegekoffers im Hinblick auf seine Praxistauglichkeit, die vom Projektpartner INFA-ISFM e. V. durchgeführt wurde.
Erprobung und Evaluation des „betrieblichen Pflegekoffers" in den Unternehmen
An der Erprobung des Pflegekoffers beteiligten sich fünf Unternehmen aus dem Kreis Coesfeld. In vier Unternehmen wurde zusätzlich jeweils ein „betrieblicher Pflegelotse" etabliert. Die Unternehmen - und insbesondere deren Pflegelotsen - hatten für vier bis fünf Monate die Möglichkeit die Inhalte des Pflegekoffers kennen zu lernen und ihn im „Praxisbetrieb" zu erproben. Zum Ende der Erprobung erfolgte eine Befragung zur Praxistauglichkeit des Koffers. Befragt wurden Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bereich Führung / Geschäftsleitung, pflegende oder ehemals pflegende Beschäftigte, interessierte Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter sowie die Pflegelotsen in den jeweiligen Unternehmen.
So wurde der von Unternehmen und Beschäftigten Koffer bewertet
Die Unternehmen, die sich an der Evaluation beteiligten, stammten aus folgenden Branchen:
- Handel, Gesundheit / Sozialwesen,
- Verwaltung / öffentlicher Dienst
- produzierendes Gewerbe.
Bewertet nach Schulnoten erhielt der Pflegekoffer insgesamt von der Mehrheit der Befragten die Noten „sehr gut" und „gut" (Abbildung 1).
Abbildung 1: Bewertung des Pflegekoffers nach Schulnoten durch alle Befragte (n = 25)
Weitere wesentliche Ergebnisse sind, dass
- 92 % der Befragten den Pflegekoffer weiterempfehlen würden,
- der Pflegekoffer für die Mehrheit der Befragten eine praktische Hilfestellung zur Schaffung eines stabilen Pflegearrangements für die Beschäftigten ist,
- er wesentlich zur Beschäftigung mit dem Thema im Unternehmen beiträgt,
- 40 % der Befragten im Pflegekoffer ein effizientes Instrument und die Grundlage zur Etablierung eigener betrieblicher Maßnahmen für pflegende Beschäftigte im Unternehmen sehen.
Jeweils ca. 3/4 der Befragten, die den Pflegekoffer erprobt haben, beurteilten den Informationsgehalt des Pflegekoffers als „sehr hoch" (Abbildung 2) und die beigefügten Broschüren des Pflegekoffers als „sehr wichtig".
Abbildung 2: Bewertung des Informationsgehalts des Pflegekoffers aus Sicht aller Nutzer (n = 25)
Folgendes fiel den Befragten an der im Rahmen des Projektes der für den Pflegekoffer erstellten Broschüre „Wir unterstützen Sie" positiv auf:
- die in der Broschüre enthaltene Checkliste für pflegende Angehörige,
- die ausführlichen Darstellungen und Praxistipps zur Verbesserung der Lebenssituation,
- die klare Struktur und die sehr gute Verständlichkeit.
Positiv hervorgehoben wurde zudem:
- die Alltagstauglichkeit der Empfehlungen,
- die gelungene Bündelung der Informationen,
- die Bereitstellung aller Daten auf einer CD-ROM.
In zwei Unternehmen wurde der Pflegekoffer bereits während der Erprobungsphase zur praktischen Beratung und Unterstützung eines pflegenden Beschäftigten eingesetzt. Zwei der derzeit pflegenden Beschäftigten erklärten, dass sie erst aufgrund der Einführung des Pflegekoffers in den Unternehmen an die Führungskräfte und die Unternehmensleitung herangetreten sind und ihre Rolle als pflegende/r Angehörige/r angesprochen haben.
Hinweise einzelner Befragter zu Verbesserungsvorschlägen oder Ergänzungen zum Pflegekoffer wurden in der Befragung ebenfalls erfasst und bei der Überarbeitung des Pflegekoffers berücksichtigt.
So wurde der Koffer von Expertinnen und Experten bewertet
Zusätzlich zur Befragung von Unternehmen und Beschäftigten wurden verschiedene Expertinnen und Experten (z. B. Vertreterinnen und Vertreter der Pflegeberatung, der Pflegekassen, der Kammern sowie Fachleute aus dem Bereich Pflege und Pflegewissenschaft) in die Beurteilung des Pflegekoffers eingebunden, die sich vor allem auf folgende Aspekte bezog:
- Fachlich-inhaltliche Bewertung des Koffers,
- Gestaltung des Koffers.
Zusammenfassend hoben alle befragten Expertinnen und Experten in Ihren Bewertungen insbesondere die gute Übersichtlichkeit, die gelungene thematische Ordnung des Pflegekoffers zum Thema „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf" sowie die ausgeprägte Zielgruppenorientierung des Koffers hervor.
Zitate der befragten Experten:
- „Unnötiges oder Überflüssiges gibt es nicht im Koffer. Alles wurde sorgsam ausgewählt und zusammengestellt. Der Koffer ist sehr zielgruppenorientiert. Auch der Umfang der Hintergrundinformationen, sowohl hinsichtlich Anzahl und Auswahl, ist vollständig."
- „Das Buch / die Broschüre ist als Ganzes außerordentlich professionell gestaltet. Es ist zielgruppengerecht, übersichtlich, ansprechend. Das Wissen kann gut aufgenommen werden."
- „Das Pflegesetting ist sehr variabel und zeigt eine große Bandbreite. Normalerweise ist es schwer Hinweise zu geben, die für alle Betroffenen gut sind/sinnvoll sind. Das ist hier gelungen."
Alle Expertinnen und Experten würden den Pflegekoffer weiterempfehlen. Bei der Bewertung des Koffers nach Schulnoten hat die Mehrheit der Expertinnen und Experten aufgrund der ansprechenden Ausgestaltung die Note „sehr gut" und „gut " vergeben. Insgesamt sieht die Mehrheit der Expertinnen und Experten im Pflegekoffer zudem ein geeignetes Instrument die Hilflosigkeit von pflegenden Beschäftigten in der (Akut)Situation zu reduzieren und diese zu unterstützen. Des Weiteren sehen sie den Pflegekoffer mehrheitlich für den Einsatz in klein- und mittelständischen Unternehmen als geeignet an.
Während der Interviews gaben die beteiligten Expertinnen und Experten zusätzlich Hinweise zur Optimierung des Pflegekoffers, die während der Überarbeitung des Pflegekoffers umgesetzt wurden.
Übergabe des Pflegekoffers in zwei Unternehmen
(Ernsting´s family GmbH & Co.KG und Schönox GmbH):
Fazit und Ausblick
Zusammenfassend ergab die Evaluation, dass die Inhalte des Pflegekoffers im Wesentlichen den Bedarfen der Nutzerinnen und Nutzer entsprechen, sodass dieser von den Befragten mehrheitlich sowohl inhaltlich als auch in der Ausgestaltung außerordentlich positiv bewertet wurde. Zudem erkennen alle Zielgruppen die Nützlichkeit dieses Instrumentariums und einen hohen Beitrag zur Verbesserung der Vereinbarkeitssituation von Pflege und Beruf. Alle Befragten würden sich daher für die Nutzung des Pflegekoffers aussprechen und fast alle Befragten würden den Koffer an andere Nutzer weiterempfehlen. Insgesamt ist der Mix aus Informationen, Hilfsmitteln, weiterführenden Broschüren und Kommunikationsmedien (Poster, Flyer) aus Sicht der Unternehmen und Experten gelungen.
Der Pflegekoffer ist als erfolgreiches Instrument der Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege inzwischen fest in das Beratungsangebot der wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH integriert und steht allen interessierten Unternehmen gegen eine geringe Schutzgebühr zur Verfügung. Das INFA-ISFM bietet darüber hinaus die Option einer regionalen Anpassung der Inhalte des Koffers an. Das Qualifizierungsangebot zum „betrieblichen Pflegelotsen" wird von der FBS Dülmen fortgeführt.
Ihre Ansprechpartnerin:
wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH
Dr. Kirsten Tacke-Klaus
Fehrbelliner Platz 11
48249 Dülmen
kirsten.tacke-klaus@wfc-kreis-coesfeld.de
Tel.: 02594-7824030
Fax: 02594-7824029
FamUnDo - Familie ist Chefsache!
Projektträger: Wirtschaftsförderung Dortmund, Dienstleistungszentrum Wirtschaft (DLZW)
Kooperationspartner: B.A.U.M. Consult, Familien-Projekt Dortmund, Handwerkskammer Dortmund, Industrie- und Handelskammer zu Dortmund
Hintergrund
Qualifizierte, leistungsbereite und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen bei. Der Wettbewerb um gut qualifizierte Fachkräfte wird aufgrund der demografischen Entwicklung bereits in den kommenden Jahren alle Branchen betreffen. Unternehmen müssen sich diesen Veränderungen rechtzeitig stellen, um langfristig erfolgreich sein zu können. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen, die betriebliche Interessen und die Lebenswünsche der Beschäftigten in Einklang bringen, sind eine wichtige Voraussetzung für Unternehmen, sich als attraktiver Arbeitgeber am Markt zu positionieren, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden und diese an das Unternehmen zu binden.
FamUnDo
FamUnDo (familienbewusste Unternehmen in Dortmund) ist ein Beratungsprogramm zur wirtschaftlichen Stärkung von Unternehmen durch strategische Personalentwicklung. Ziel des Projektes ist es, den Unternehmen Maßnahmen zur optimalen Vereinbarkeit von Beruf und Familie aufzuzeigen und sie bei der Umsetzung zu unterstützen, um langfristig die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Das Beratungsprogramm des Dienstleistungszentrums Wirtschaft (DLZW) unterstützt seit 2009 Dortmunder Unternehmen auf dem Weg zu mehr Familienfreundlichkeit.
Im November begann die nunmehr dritte Projektrunde, an welcher sich sechs Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen mit mehr als 4.000 Beschäftigten über sieben Monate lang beteiligen. Weitere 12 Unternehmen haben bereits in den ersten beiden Projektrunden erfolgreich teilgenommen.
Umsetzung
Das Beratungsprogramm beinhaltet eine Workshopreihe, individuelle Beratung im Betrieb, begleitende Öffentlichkeitsarbeit, eine Prüfung und die Auszeichnung zum familienbewussten Betrieb.
Mit der Teilnahme an fünf thematischen Workshops werden die beteiligten Betriebe in die Lage versetzt, individuell eine betriebliche Bestandsaufnahme durchzuführen. Damit wird das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe" verfolgt. Die Workshops bieten eine hervorragende Plattform für einen intensiven Erfahrungsaustausch sowohl mit den anderen teilnehmenden Betrieben als auch mit den Fachvertreterinnen und -vertretern aus der Region, kommunale Vertreterinnen und Vertreter, und den beiden Kammern. So können bereits hier erste Ansatzpunkte für Optimierungspotenziale in den Betrieben diskutiert werden, die innerhalb der Vor-Ort-Beratungstermine vertieft werden.
In den Vor-Ort-Terminen wird individuell untersucht, in welchen Bereichen Ansätze für Verbesserungen hinsichtlich der Familienfreundlichkeit bestehen. Ziel ist es, aufbauend auf den in den Workshops vermittelten Inhalten und der Beratung vor Ort, die Betriebe in die Lage zu versetzen, ein qualifiziertes Maßnahmenprogramm festlegen zu können. Dieses Maßnahmenprogramm weißt die umzusetzenden betrieblichen Maßnahmen mit Prioritäten sowie personellen Verantwortlichkeiten auf.
Im Anschluss bewertet eine Prüfungskommission die Ergebnisse und zeichnet die erfolgreichen Betriebe als „Familienbewusste Unternehmen in Dortmund" aus.
Ihre Ansprechpartnerin:
Barbara Bahrenberg
Tel.: +49 (0)231 - 50 2 98 68
Dienstleistungszentrum Wirtschaft
Südwall 2-4
44122 Dortmund
Weitere Infos zum Download
Broschüre: FamUnDo Auszeichnungen 2010/2011
Broschüre: FamUnDo Auszeichnungen 2009/2010
Weitere Infos zum Projekt finden Sie auf der Internetseite von FamUnDo
Starke Familien und Unternehmen im Kreis Unna
Starke Familien und Unternehmen im Kreis Unna
Projektträger: Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH
Hintergrund
Familienfreundlichkeit hat zu wenig Relevanz in Unternehmen
Im Wettbewerb um qualifiziertes Personal müssen Unternehmen sich - gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des damit verbundenen Fachkräftemangels - mehr denn je als attraktive Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber präsentieren. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt in diesem Zusammenhang eine Variable zur Steigerung der unternehmerischen Attraktivität dar.
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) haben den Wert der Familienfreund-lichkeit noch nicht ausreichend entdeckt. Die Thematik besitzt im Alltagsgeschäft kaum Relevanz und das vorhandene Informationsangebot ist nicht auf die spezifischen Bedürfnisse der Unternehmen dieser Größenordnung zugeschnitten. KMUs verfügen selten über ein Konzept oder System zur Realisierung familienfreundlicher Aktivitäten. Lösungen erfolgen kurzfristig auf die jeweilige Situation und Person abgestimmt.
Ziel
Förderung familienfreundlicher Maßnahmen in Unternehmen im Kreis Unna
Ziel des Vorhabens ist aus diesem Grund, Unternehmen und dabei vorrangig KMU im Kreis Unna stärker als bisher für den wirtschaftlichen Nutzen einer familienfreundlichen Personal-politik zu sensibilisieren. Um ein förderliches Klima zu schaffen, soll daher das Thema Familienfreundlichkeit mit verschiedenen Instrumenten in die betriebliche und öffentliche Wahrnehmung gerückt werden. Gemeinsam mit den Unternehmen werden Wiedereinstiegs-konzepte erarbeitet und eingeführt, die dazu dienen, das Potenzial der vielfach sehr gut qualifizierten Beschäftigten zu erhalten. Kosten durch die (familienbedingte) Fluktuation der Beschäftigten können gesenkt werden, indem eine Bindung der Beschäftigten an das Unternehmen in der Familienphase geschaffen wird.
Zielgruppe
Personalverantwortliche kleiner und mittelständischer Unternehmen im Kreis Unna und ihre Beschäftigten, die Elternzeit in Anspruch nehmen möchten oder diese bereits nutzen.
Umsetzung
1. Um das differenzierte Beratungsangebot zu bündeln und eine erhöhte Transparenz der Angebote für die Region zu schaffen, wird zunächst ein Beratungsnetzwerk aufgebaut und für die Unternehmen eine Lotsenfunktion übernommen. Bei Bedarf wird der Kontakt zu den gewünschten Beratungsinstitutionen hergestellt und der weitere Prozess als Partner des Unternehmens begleitet.
2. Mit Personalverantwortlichen aus interessierten Unternehmen wird ein Netzwerk aufgebaut, das von der WFG koordiniert und moderiert wird. Inhaltlich erfolgt der Erfahrungsaustausch bedarfsgerecht und unter Einbezug von Good-Practice-Beispielen von Unternehmen im Kreis Unna. Zielrichtung des Netzwerks ist auch, dass sich die Unternehmen bei gleichgelagerten personalpolitischen Themen - z.B. betrieblich unterstützte Kinderbetreuung - zu Unternehmens-kooperationen zusammenschließen.
3. Die WFG erstellt ein Konzept, das verschiedene Möglichkeiten und Maßnahmen zum Wiedereinstiegsmanagement enthält. Dazu zählen unter anderem Regelungen zu Rückkehr-gesprächen und Beratungs- und Kontakthalteangeboten. Die WFG berät und unterstützt Unternehmen bei der Implementierung des neuen Konzeptes zum Wiedereinstieg und bietet bei Bedarf lösungsorientierte Beratung der Beschäftigten bei der Wiedereingliederung in das Berufsleben.
4. Die WFG bietet Unternehmen die Konzeption und Organisation eines Seminarprogramms für Beschäftigte in Elternzeit/Pflegezeit an. In Abstimmung mit den jeweiligen Personalverantwort-lichen wird ein Programm zur Förderung der beruflichen und persönlichen Kompetenzen entwickelt, welches von Seiten der WFG organisiert und durchgeführt wird. Didaktisch setzen die Module vorrangig auf eine aktive Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit ihrer aktuellen bzw. zukünftigen beruflichen und familiären Situation.
5. Die WFG übernimmt eine Informations- und Lotsenfunktion, um Unternehmen gezielt auf Beratungsangebote, besondere Qualifizierungsmodelle und landespolitische Fördermöglich-keiten hinzuweisen und für das Thema aufzuschließen.
Ihre Ansprechpartnerinnen:
Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH
Friedrich-Ebert-Straße 19
59425 Unna
Katja Sträde, Tel.: 02303 27-1761, ks@wfg-kreis-unna.de
Anke Jauer, Tel.: 02303 27-4090, aj@wfg-kreis-unna.de
Weitere Infos zu den Angeboten zum Download
Übersicht über die Beratungsangebote im Rahmen des Beratungsnetzwerks
Workshop-Reihe für Beschäftigte: Elternzeit und Wiedereinstieg
Firmenkooperation familienfreundlicher Unternehmen Kreis Unna
Dokumentationen der Netzwerktreffen zum Download
1. Netzwerktreffen - Thema: Flexible Arbeitszeitgestaltung
2. Netzwerktreffen - Thema: Wiedereinstiegsmanagement
Aachener Familienservice
Aachener Familienservice
Projektträger: Stadt Aachen, Fachbereich Wirtschaftsförderung / Europäische Angelegenheiten
Kooperationspartnerinnen und -partner: Caritasverband für die Regionen Aachen-Stadt und Aachen Land e.V.
Hintergrund
Zahlreiche Angebote aber keine Koordinierung und Vermittlung
Aachen, mit seinen etwa 260.000 Einwohnern, liegt direkt an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden. Die Wirtschaftsstruktur setzt sich aus einem gesunden Mix von innovativen High-Tech-Unternehmen (oft Ausgliederungen der technischen Hochschule), Dienstleistungsbetrieben sowie produzierenden Unternehmen (z. B. Süßwaren, Pharmazie etc.) zusammen. Von den etwa 110.000 Beschäftigten sind etwa 60.000 Einpendler aus umliegenden Orten, 50.000 Einwohner arbeiten vor Ort. Etwa 20.000 Aachener sind Auspendler in umliegende Orte. An der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (kurz: RWTH Aachen) und den verschiedenen Fachhochschulen der Stadt gibt es circa 40.000 Studierende, die als ausgebildete Fachkräfte den Unternehmen zur Verfügung stehen könnten und die ihre Familienplanungsphase noch vor sich haben. Betrachtet man die demografische Entwicklung in der Region, so ist zu erkennen, dass Aachen für viele Menschen eine biographische Durchgangsstation darstellt. Viele der jungen, sehr gut ausgebildeten Menschen verlassen die Stadt bzw. die Region nach Ende ihres Studiums bzw. ihrer Ausbildung. Dadurch entsteht ein Fachkräftemangel, der auf der Seite der Unternehmen ein wachsendes Interesse erzeugt, den „Wettbewerbsvorteil Familienfreundlichkeit" für das eigene Unternehmen stärker zu nutzen.
Familienunterstützende Dienstleistungen werden in der Stadt Aachen bereits von vielen sozialen Einrichtungen angeboten. Es gab jedoch keine Stelle, die eine Vermittlung und/oder Koordinierung dieser Dienstleistungen vornimmt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen sahen sich daher einer unübersichtlichen Menge an Angeboten gegenübergestellt.
Ziel
Vernetzung der sozialen Dienstleistungen und Vermittlung an Unternehmen;
Schaffung eines familienfreundlichen Arbeitsumfeldes
Mit der Einrichtung des Aachener Familienservice (AFS) ist eine Koordinierungsstelle entstanden, die die vielfältigen sozialen Dienstleister vernetzt und verknüpft wie z. B. Kindertagesstätten, Familiäre Tagesbetreuung, Familienpflege, ambulante Pflegedienste, Mobile Soziale Dienste, Familienfeuerwehr, Beratungsdienstleister in den Bereichen Erziehungsberatung, Suchtberatung, Schuldnerberatung und Anbieter von haushaltsnahen Dienstleitungen.
Hauptziel des AFS ist die Schaffung eines familienfreundlichen Arbeitsumfeldes, das den Mitarbeitenden der beteiligten Unternehmen Hilfe bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt.
Mit einer zielgerichteten Nachfrageerfassung werden die Bedarfe der Mitarbeitenden der Unternehmen ermittelt und passgenaue Angebote vermittelt. Ggf. werden bestehende Angebote modifiziert oder neue entwickelt. Die Unternehmen werden dadurch in die Lage versetzt, ihre Mitarbeiter in allen Fragen der familiären Organisation zielgerichtet zu unterstützen und so ein Klima zu erzeugen, das Zufriedenheit schafft, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das Unternehmen bindet und letztendlich die Arbeitsmotivation der Menschen erhöht.
Die Angebote des AFS erzielen damit eine doppelte Wirkung: Bei den Unternehmen schaffen sie Kapazitäten für Produktivität, die Mitarbeitenden werden unterstützt und entlastet, da diese von einem Teil der alltäglichen Organisationsarbeit befreit werden.
Zielgruppe
Aachener Unternehmen aller Branchen und Anbieter von sozialen Dienstleistungen
Umsetzung
1. Der Aachener Familienservice, operativ getragen durch den Caritasverband der Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land e.V., vermittelt die von den Unternehmen angeforderten Dienstleistungen. Das Servicebüro bringt sich weiterhin aktiv ein, indem es nicht nur Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Unternehmen ist, sondern ebenso die Unternehmen in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerk- und Gremienarbeit des AFS einbindet.
2. Das Kuratorium des Bündnisses für Familie unterstützt den Familienservice durch aktive Werbung für das neue Angebot und indem es als „Türöffner" agiert.
3. Der Innovationskreis Wirtschaft setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Unternehmensverbände und Unternehmen, der Kammern, des DGB, der Verwaltung und den Leistungsanbieterinnen und -anbietern zusammen. Die dort zusammengetragenen Bedarfe der Unternehmen werden an den Aachener Familienservice übermittelt.
Ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Stadt Aachen - Fachbereich Wirtschaftsförderung/Europäische Angelegenheiten -
Aachener Familienservice
Jörg Mahr
Aureliusstr. 2
52064 Aachen
Tel. 0241/432 7675
Stabstelle Aachener Familienservice des Regionalen Caritasverbandes Aachen
Melanie Kugelmeier
Hermannstr. 14
52062 Aachen
Tel. 0241/4134487-120
m.kugelmeier@caritas-aachen.de
www.aachener-familienservice.de
Dokumente zum Download
Beispielhaft für die vielfältigen Angebote des Aachener Familienservice stehen an dieser Stelle drei Ansätze als Serviceblätter zum Download bereit:
Work-Life-Balance in der Logistik
Work-Life-Balance in der Logistik - Neue Chancen für Arbeitssuchende und Beschäftigte durch flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten
Projektträger: Soziale Innovation GmbH
Kooperationspartnerinnen und -partner:
- Agentur für Arbeit Dortmund
- Agentur für Arbeit Hamm
- Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland e. V.
- Deutscher Gewerkschaftsbund Region Dortmund-Hellweg
- ver.di Bezirk Dortmund
Hintergrund
Mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in der Logistik
Die Logistik zählt zu den Zukunftsbranchen in NRW, die perspektivisch Beschäftigung aufbaut. Nicht nur Fachkräfte werden gesucht. Auch für Un- und Angelernte bietet die Logistik gute Einstiegs- und dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeiten. Trotzdem bleiben Stellen unbesetzt. Ein Grund dafür liegt in der mangelnden Attraktivität der Arbeitsangebote, z.B. in Hinblick auf die Arbeitszeitgestaltung. Gleichzeitig bleiben auf Unternehmensseite (bisher) bestimmte Arbeitsmarktgruppen unberücksichtigt. Das gilt insbesondere für (potenzielle) Beschäftigte mit Familienpflichten. Viele Logistikunternehmen arbeiten im Schichtbetrieb, oftmals mit sehr kurzfristigen Anforderungen im Hinblick auf Schichtverlängerungen oder auch -verkürzungen. Daher werden i. d. R. Mitarbeiter/innen in Vollzeit, mit einer hohen zeitlichen Verfügbarkeit und Flexibilität gesucht. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist unter diesen Voraussetzungen nicht einfach.
Ziel
Verbesserung der Work-Life-Balance in der Logistik
Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen in Logistikunternehmen in Richtung Work-Life-Balance-Orientierung zu verbessern. Mit flexiblen, familienfreundlichen Arbeits(zeit)angeboten und zusätzlichen flankierenden Maßnahmen wollen wir erreichen, dass Beschäftigungshürden abgebaut werden und somit für Unternehmen und Beschäftigte eine Win-Win-Situation entsteht. Für arbeitslose und arbeitssuchende Frauen und Männer mit Familienpflichten sollen so neue Erwerbsperspektiven und -möglichkeiten geschaffen werden. Für bereits beschäftigte Mitarbeiterinnen udn Mitarbeiter in der Logistik sollen die zeitlichen Arbeitsbedingungen verbessert werden, so dass sie auch in unterschiedlichen Lebensphasen ihre Beschäftigung und berufliche Entwicklung im Unternehmen fortführen können.
Zielgruppe
Zielgruppe sind arbeitslose und arbeitssuchende Frauen und Männer sowie Beschäftigte mit Familienpflichten in Logistikunternehmen. Die konkrete Entwicklung und Umsetzung familienfreundlicher Arbeitszeiten und der flankierenden Maßnahmen erfolgt in Zusammenarbeit mit Logistikunternehmen im westfälischen Ruhrgebiet.
Umsetzung
1. Befragung von arbeitslosen Frauen
In einem ersten Schritt werden 10.000 arbeitslose Frauen befragt. Ziel ist, auf Seiten der Befragten zeitliche Ansatzpunkte und Einsatzmöglichkeiten zu identifizieren, anhand derer eine Weiterentwicklung der Arbeitsangebote und Rahmenbedingungen in Unternehmen der Logistikwirtschaft erfolgen kann.
2. Info-Kampagne I
Die Befragungsergebnisse werden in einer Broschüre dokumentiert und im Rahmen von Info-Veranstaltungen Unternehmen präsentiert. Damit sollen die Sensibilität für eine familienfreundliche Arbeitszeitgestaltung geweckt und Pilotunternehmen ausgewählt werden.
3. Arbeitszeit-Check „Familienfreundlichkeit"
Aufbauend auf den Befragungsergebnissen und der Erfassung der zentralen zeitlichen Anforderungen in Logistikunternehmen wird ein Arbeitszeit-Check „Familienfreundlichkeit" entwickelt. Mit dem Check sollen Unternehmen mit hoch flexiblen Arbeitszeitsystemen ihre Arbeitszeitregelungen überprüfen können.
4. Entwicklung und Erprobung von familienfreundlichen Arbeits(zeit)angeboten
In den teilnehmenden Logistikunternehmen werden im Rahmen eines beteiligungsorientierten Beratungsprozesses familienfreundliche Arbeitszeitregelungen für Personen entwickelt und eingeführt, die einer Erwerbstätigkeit nur zeitlich eingeschränkt nachgehen können. Der Beratungsprozess gliedert sich in folgende Schritte: Ist-Analyse, Zieldefinition, Entwicklung von Modellen/Regelungen, Umsetzung und Erprobung, Überführung in den Dauerbetrieb.
5. Besetzung von Stellen/Maßnahmen der Qualifizierung
Offene Stellen sollen mit vormals arbeitslosen/arbeitssuchenden Frauen und Männern besetzt werden. Notwendige Qualifizierungsmaßnahmenwerden - bei Bedarf - angeboten und ggf. im Rahmen paralleler Fördermöglichkeiten durchgeführt.
6. Unterstützungsmaßnahmen
In der Integrationsphase werden sowohl die Unternehmen als auch die neuen Beschäftigten unterstützt und beraten. Für die einen ist die Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit eingeschränkten Einsatzmöglichkeiten neu - die anderen müssen Beruf und Familie vereinbaren.
7. Info-Kampagne II
Die Ergebnisse der Betriebsberatungen werden in einer Borschüre dokumentiert und im Rahmen einer Abschlussveranstaltung einer (Fach-)Öffentlichkeit vorgestellt.
Ihre Ansprechpartnerin
Soziale Innovation GmbH
Dr. Cordula Sczesny
Deutsche Str. 10
44339 Dortmund
Tel. 0231-880864-0
Fax 0231-880864-29
Dokumente zum Download
Projektpräsentation: Work-Life-Balance in der Logistik
Projektflyer: Work-Life-Balance in der Logistik
Broschüre: Arbeitszeitwünsche von arbeitslosen und arbeitssuchenden Frauen
Pressemeldung: Westfälische Rundschau (11.05.2011)
Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Hamm (06.05.2011)
Studie: Umsetzung unternehmensnaher Kinderbetreuung in NRW
Projektträger: Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen
Kooperationspartnerinnen und -partner: Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW, do.it projekt-management GmbH & Co. KG
Hintergrund
Unternehmensnahe Kinderbetreuung ist kein „Selbstläufer"
Die drei Begriffe - Unternehmen, Familie, Flexibilität - verdeutlichen den Zusammenhang von Arbeitswelt und Kinderbetreuung auf einen Blick:
Flexibilität ist gerade zur Bewältigung des Familienalltags eine unabdingbare Voraussetzung. Sie stößt jedoch bei der institutionellen Kinderbetreuung weiterhin an ihre Grenzen: Individuelle Betreuungsverträge und passgenaue Betreuungszeiten, die die Arbeitszeiten der Eltern berücksichtigen, sind bis heute nicht zu einem Standard geworden. Obwohl eine moderne Arbeitszeitgestaltung Flexibilität und damit auch individuelle Spielräume bietet, stehen Eltern angesichts starrer Betreuungszeiten häufig vor unüberwindbaren Hindernissen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Das Themenfeld „Unternehmensnahe Kinderbetreuung" hat in den letzten Jahren eine starke Aufwertung erfahren. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass es für Unternehmen einen betriebswirtschaftlichen Nutzen bringt, wenn sie sich für die Entwicklung von Betreuungsangeboten für die Kinder ihrer Beschäftigten engagieren. Ebenso besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert werden muss, um von Frauen nicht eine Wahl zwischen Kindern und Erwerbstätigkeit zu erzwingen.
Vor diesem Hintergrund könnte angenommen werden, dass die Entwicklung unternehmensnaher Kinderbetreuung zu einem „Selbstläufer" würde. Diese Annahme trifft aber nicht zu: Erfahrungen zeigen, dass sich in jedem Einzelfall, in jedem Unternehmen und in jeder Kommune sehr unterschiedliche Entwicklungsprozesse ergeben. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen stehen vor zahlreichen Schwierigkeiten, wenn sie entsprechende Ideen umsetzen wollen. Konzepte unternehmensnaher Kinderbetreuung brauchen eine breite Öffentlichkeit und fachliche Unterstützung, um in Nordrhein-Westfalen Fuß fassen zu können. Über eine qualitative Verbesserung traditioneller Betreuungsangebote durch eine am tatsächlichen Betreuungsbedarf orientierte Kinderbetreuung wird nach wie vor zu wenig nachgedacht.
Ziel
Bei vielen Beteiligten setzt die Entwicklung und Umsetzung flexibler, unternehmensnaher Kinderbetreuung in mancherlei Hinsicht einen Umdenkprozess voraus. Die Studie soll Impulse für die Entwicklung entsprechender Angebote geben und durch Best-Practice Beispiele Überzeugungsarbeit leisten. Hierdurch sollen gute und flexible Betreuungslösungen für Kinder, orientiert am Bedarf der Familien und Unternehmen, angeregt und angeleitet werden.
Zielgruppe
Akteurinnen und Akteure aus Unternehmen und Jugendämtern, Betreuungsanbieterinnen und -anbieter, Familien und Verbände in Nordrhein-Westfalen.
Umsetzung
Bei der Umsetzung unternehmensnaher Betreuungsangebote gibt es aufgrund der notwendigen flexiblen Zeitstrukturen unterschiedliche Ansichten über Gestaltung und Sicherung der pädagogischen Qualität. Daher wird ein geeignetes Instrumentarium zur Qualitätsentwicklung und -sicherung entwickelt und erprobt. Es soll Hilfestellung und Unterstützung zur Umsetzung entsprechender Angebote geben.
Das zugrunde liegende Qualitätskonzept stellt alle erforderlichen Leistungen für eine flexibe und gute Kinderbetreuung zusammen. Der Kriterienkatalog bildet die Grundlage für einen Fragebogen zur Selbstevaluation, der Prozesse zur Umsetzung flexibler Kinderbetreuung anleiten kann. Nach erfolgtem Umsetzungsprozess kann die erreichte Qualität in Form eines „Qualitätszertifikat" verbrieft werden. Das Zertifizierungsverfahren wird neben Elementen der Selbstevaluation auch solche der Fremdevaluation enthalten. Es wird mit einem entsprechenden Audit-Verfahren verbunden.
Das Projekt präsentiert darüber hinaus ausgewählte Beispiele zur Gestaltung und Umsetzung flexibler und unternehmensnaher Kinderbetreuung, die wissenschaftlich begleitet und fachlich beraten wurden.
Die Erfahrungen aus den Praxis-Fallstudien sowie aus der Erprobung des „Qualitätszertifikats" werden systematisch ausgewertet. Insbesondere der Umgang mit Faktoren, welche die Umsetzung fördern oder hemmen, wird dabei herausgearbeitet werden. Damit wird die Grundlage für die Entwicklung von Lösungsansätzen für eine verbesserte und beschleunigte Umsetzung geschaffen.
Im Rahmen von Fachtagungen und Arbeitstreffen wird der erforderliche Wissenstransfer geleistet und durch die Produktion von Broschüren und die Herstellung eines Kurzfilms sowie begleitender Presse- und Medienarbeit unterstützt. Alle dokumentierten Beispiele guter Praxis und im Projekt erarbeiteten Materialen werden dem U.Fa.Flex.Netzwerk - einem Kooperationsverbund aus Unternehmen, Arbeitgeberinnen und Arbeitergebern, Kommunen, Trägern und anderen Institutionen - und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Ihre Ansprechpartnerinnen
Dr. Sybille Stöbe- Blossey
Dr. Brigitte Micheel
Universität Duisburg-Essen
Institut Arbeit und Qualifikation
Gebäude LE
47048 Duisburg
Fon: +49-203-379-1805/-1342; Sekretariat -1806
Fax: +49-203-379-1809
E-Mail: sybille.stoebe-blossey@uni-due.de
Dokumente zum Download
Familienfreundliche Rahmenbedingungen in Hammer Krankenhäusern
Projektträger:
Stadt Hamm, Familienbüro
in Kooperation mit Wirtschaftsförderung Hamm
Kooperationspartnerinnen und -partner:
6 Krankenhäuser aus Hamm
Gesundheitsamt Hamm
Soziale Innovation GmbH
Hintergrund:
Arbeitszeiten in der Gesundheitswirtschaft kollidieren mit familiären Anforderungen
In der Gesundheitswirtschaft sind aufgrund der kontinuierlich anfallenden Aufgaben in der Patientenversorgung Arbeitszeiten erforderlich, die nicht immer gut mit familiären Anforderungen bei der Betreuung von Kindern oder bei der Pflege von Angehörigen zu vereinbaren sind. In den Krankenhäusern sind in den letzten Jahren viele Anstrengungen unternommen worden, das familiäre Zeitbudget bei der betrieblichen Arbeitszeitplanung zu berücksichtigen. Und obwohl die Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten und an den Schulen in Hamm in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet wurden, reicht die bestehende Versorgung nicht aus, um Beschäftigte mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen genügend Sicherheit und Flexibilität zu bieten.
Ziel:
Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Hammer Krankenhäusern
Die Krankenhäuser der Stadt Hamm haben sich in diesem Projekt zusammengeschlossen, um die genauen Bedarfe der Beschäftigten in ihren Häusern hinsichtlich familienergänzender Betreuung von Kindern und Angehörigen zu analysieren und konkrete Schritte zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie anzubieten.
Zielgruppe:
Beschäftigte in den sechs Krankenhäusern in der Stadt Hamm und deren Familien.
Umsetzung:
Die Analyse der aktuellen und zukünftigen Unterstützungsbedarfe zur Betreuung und Pflege erfolgte zunächst getrennt für die teilnehmenden Kliniken durch eine standardisierte Befragung der Beschäftigten. In einem zweiten Schritt wurden die Ergebnisse übergreifend zusammengeführt und analysiert.
In so genannten Ideenwerkstätten entwickelten die Führungsebenen der Krankenhäuser gemeinsam mit dem Familienbüro und der Wirtschaftsförderung Lösungsansätze zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Bandbreite reichte dabei von der Schaffung eines neuen Angebotes zur Kinderbetreuung in Randzeiten und in den Ferien bis hin zur Pflege von Angehörigen und besserem Zugang zu familienunterstützenden Dienstleistungen.
Im Zuge der dauerhaften Etablierung der Maßnahmen wurde ein familienfreundliches Klima in allen Hammer Krankenhäusern verankert und dies auch offensiv nach innen und außen kommuniziert. Durch die Positionierung als attraktive Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber leistete das Projekt einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung des Fachkräftebedarfs.
Der Transfer der erzielten Ergebnisse in die Öffentlichkeit soll den angestoßenen Mentalitätswandel verstärken und zu einem Imagegewinn der Krankenhäuser und der Stadt Hamm beitragen. Die entwickelten Angebote werden in angrenzenden Einrichtungen bekannt gemacht und dadurch ausgeweitet. Eine Broschüre dokumentiert die Projektergebnisse, so dass diese auch überregional verbreitet werden.
Das Projekt leistet insgesamt einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der familienfreundlichen Stadt Hamm.
Ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Stadt Hamm - Familienbüro
Josef Granseuer
Jutta Düsterhöft
Theodor-Heuss-Platz 12 - Innenhof Nr. 7
59065 Hamm
Tel. 02381 17 63 63
Fax 02381 17 10 63 63
familienfreundlich@stadt.hamm.de
Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hamm mbH
Karin Kaplan
Münsterstr. 5, Haus 4
59065 Hamm
Tel. 02381 92 93 201
Dokumente zum Download
Projektflyer: Krankenhaus Familie
Newsletter zu den Ergebnissen der Bedarfsanalyse
Abschlussveranstaltung
Am 14.04.2011 fand im Kurhaus Bad Hamm die Abschlussveranstaltung zum Projekt statt.